Sonntag, November 8, 2026
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Dax lässt deutlich nach – Anleger warten auf Klarheit

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Am Dienstag hat der Dax deutlich nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 23.435 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Start ist der Dax weitgehend konstant im Minus geblieben.

„Die geopolitische Gemengelage sorgt für eine klare erkennbare Kaufzurückhaltung“, kommentierte Marktanalyst Andreas Lipkow. „Da sich die pessimistischen Marktteilnehmer bereits vor Wochen zurückgezogen haben und nun auch die proaktiven Käufer an die Seitenlinien treten, nimmt zum einen das Handelsvolumen ab und die wenigen Gewinnmitnahmen drücken auf den Gesamtmarkt.“

Die derzeitige abwartende Haltung dürfe allerdings nicht mit Panik oder einem Paradigmenwechsel verwechselt werden. „Viel mehr wollen die Marktteilnehmer mehr Fakten und Klarheit haben“, sagte Lipkow. „Die Lage im Nahen Osten hat sehr viel negatives Potential auch auf die globale Konjunktur abfärben zu können. Die Nervosität zeigt sich bei den Ölpreisen. Da hilft es auch nicht viel, dass sich der ZEW-Index leicht erholt hat und die Finanzprofis wieder etwas optimistischer sind“, erklärte er. „Wir haben mit dem Konflikt im Iran einen Game-Changer und das kann sehr schnell zu höherer Volatilität führen.“

Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Juli kostete 39 Euro und damit vier Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund acht bis zehn Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis stieg für seine Verhältnisse stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 75,29 US-Dollar, das waren 2,8 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1534 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8670 Euro zu haben.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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EU-Kommission plant Verbot russischer Gasimporte ab 2028

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Erdgas (Archiv), via dts NachrichtenagenturStraßburg (dts Nachrichtenagentur) – Die EU-Kommission will Gasimporte aus Russland ab 2028 verbieten. Das geht aus einem Plan hervor, den die Kommission am Dienstag vorgelegt hat. Demnach soll bis Ende 2027 die Importmenge schrittweise gesenkt werden. Dadurch will die EU die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland verringern und die damit verbundenen Markt- und wirtschaftlichen Sicherheitsrisiken begrenzen.

„Russland hat wiederholt versucht, uns zu erpressen, indem es seine Energieversorgung als Waffe einsetzt“, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU/EVP). „Wir haben klare Schritte unternommen, um den Hahn zuzudrehen und die Ära der russischen fossilen Brennstoffe in Europa endgültig zu beenden.“

Der EU-Kommissar für Energie und Wohnungwesen, Dan Jorgensen, ergänzte, dass der Import von Gas aus Russland eine Sicherheitsbedrohung für Europa sei. „Deshalb schlagen wir jetzt ein EU-Verbot für russische Gasimporte vor. Dies wird unsere Energieunabhängigkeit erhöhen und gleichzeitig die Einnahmen reduzieren, die Putin zur Finanzierung seines Krieges verwendet“, sagte der dänische Sozialdemokrat.

Nach dem Vorschlag der EU-Kommission sollen neue Verträge für Gasimporte aus Russland ab dem 1. Januar 2026 verboten werden. Die Einfuhren im Rahmen bestehender kurzfristiger Verträge sollen bis zum 17. Juni 2026 eingestellt werden, es gibt allerdings eine große Ausnahme: Pipelinegas, das in EU-Länder ohne direkten Meerzugang geliefert wird und das mit langfristigen Verträgen verbunden ist, soll noch bis Ende 2027 zulässig sein. Ab 2028 sollen auch diese Einfuhren eingestellt werden. Außerdem werden langfristige Verträge über LNG-Terminaldienste für Kunden aus Russland oder für Kunden, die von russischen Unternehmen kontrolliert werden, verboten.

Die EU-Mitgliedstaaten werden außerdem aufgefordert, Diversifizierungspläne für ihre Energieversorgung vorlegen. Darin sollen sie Maßnahmen und Etappenziele für den schrittweisen Abbau der russischen Gas- und Öleinfuhren festhalten.

Die Kommission will zusammen mit der Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) die Fortschritte und Auswirkungen der schrittweisen Einstellung der russischen Gas- und Öleinfuhren genau überwachen. Künftig sollen daher Unternehmen, die Gaslieferverträge für russisches Gas haben, der Kommission Informationen vorlegen. Darüber hinaus müssen Importeure von russischem Gas den Zollbehörden alle erforderlichen Informationen übermitteln, die den Weg des eingeführten Gases vom tatsächlichen Ursprung bis zur Einfuhr in die Union bestätigen.

Damit die Pläne der EU-Kommission verbindlich werden, muss noch das EU-Parlament und der Rat zustimmen. Im Rat bedarf es einer qualifizierten Mehrheit, das heißt, dass eine Mehrheit der Mitgliedstaaten zustimmen muss, die zugleich eine Mehrheit der Bevölkerung der EU repräsentiert.


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ADFC: Radfahrer etwas zufriedener

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Poller an einer Fahrradstraße (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Zufriedenheit der Radfahrer in Deutschland hat sich zuletzt leicht verbessert. Das geht aus dem Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Demnach haben sich zehn von 15 Großstädten über 500.000 Einwohner in der Wahrnehmung der Radfahrer signifikant verbessert. Nürnberg habe am meisten aufgeholt und punktet mit guter Akzeptanz der Radfahrer im Verkehr, mit fahrradfreundlichen Ampelschaltungen und der Qualität neuer Radwege, so der ADFC. Spitzenreiter Frankfurt habe viele neue Radwege, geschützte Radfahrstreifen, Fahrradstraßen und fahrradfreundliche Nebenstraßen eingerichtet, viele neue Radbügel aufgestellt und das Radwegenetz lückenlos beschildert. In Düsseldorf, Essen und Berlin kritisierten hingegen die Radfahrer die fehlende Fahrradförderung in letzter Zeit.

Trotz der positiven Entwicklung bleiben zu schmale oder zugeparkte Radwege problematisch, und 70 Prozent der Befragten fühlten sich auf dem Rad im Straßenverkehr nicht sicher. Der Überholabstand wurde als besondere Herausforderung genannt.

„In fast allen Großstädten zeigt sich, dass Investitionen in den Radverkehr – in breite, sichere Radwege, Fahrradbrücken und Fahrradparkplätze – sofort für mehr Zufriedenheit unter den Radfahrenden sorgen“, sagte ADFC-Chef Frank Masurat. Selbst hügelige Städte wie Tübingen und Auerbach im Vogtland hätten es durch den konsequenten Ausbau der Radwegenetze – und die wachsende Beliebtheit von Pedelecs – geschafft, fahrradfreundlicher zu werden.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte unterdessen, dass es für mehr Zufriedenheit weiterhin die Anstrengungen aller Beteiligter brauche – nicht nur in den Großstädten, sondern auch in kleineren Gemeinden und in ländlichen Regionen.


Foto: Poller an einer Fahrradstraße (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Voigt mahnt mehr Anerkennung für SED-Opfer an

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Stasi-Unterlagen-Archiv (Archiv), via dts NachrichtenagenturErfurt (dts Nachrichtenagentur) – Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) mahnt mehr gesellschaftliche Anerkennung für politisch Verfolgte in der DDR an. „Die Opfer der SED-Diktatur verdienen Gehör und Anerkennung“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe).

„Ihre Lebensgeschichten müssen bewahrt und als Mahnung für Gegenwart und Zukunft verstanden werden.“ Wer unter der Repression des SED-Regimes gelitten habe, solle auch künftig Wertschätzung und gesellschaftliche Anerkennung für sein persönliches Schicksal erfahren. „Ihre Geschichte ist ein Vermächtnis, das wir gerade jungen Menschen weitergeben müssen – damit Unrecht nie wieder Raum greifen kann.“

Der CDU-Politiker wies auf die in Thüringen geplante weitere Aufarbeitung hin: „Vor diesem Hintergrund wird noch in diesem Jahr eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Einbindung des Thüringer Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur ihre Arbeit aufnehmen.“ Er fügte hinzu: Die Thüringer Landesregierung strebe außerdem an, dass alle Thüringer Schüler mindestens eine Gedenkstätte beziehungsweise einen Erinnerungsort sowohl zur NS-Diktatur als auch zur SED-Diktatur besuchen. „Wer die Vergangenheit verdrängt, öffnet dem Unrecht die Tür. Wir schulden den Opfern nicht nur Erinnerung – wir schulden ihnen Gerechtigkeit.“


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Forsa: Union wieder auf Wahl-Niveau – AfD verliert leicht

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Friedrich Merz (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Union hat in der von Forsa gemessenen Wählergunst zuletzt wieder zugelegt. In der wöchentlichen Erhebung für die Sender RTL und ntv gewinnen CDU und CSU einen Punkt und kommen auf 28 Prozent.

Die AfD verliert unterdessen einen Punkt und liegt nun bei 23 Prozent. Die SPD bleibt stabil bei 14 Prozent, ebenso die Grünen bei elf Prozent und die FDP bei vier Prozent. Die Linke fällt auf zehn Prozent (-1), das BSW legt auf vier Prozent zu (+1), sonstige Parteien bleiben bei sechs Prozent.

Bei der Frage nach der politischen Kompetenz steigt die Union auf 27 Prozent (+1) – der höchste Wert seit Anfang März. Die AfD sinkt auf zehn Prozent (-1), während SPD (7 Prozent), Grüne (5 Prozent) und Linke (5 Prozent) stabil bleiben. 44 Prozent der Bundesbürger trauen keiner Partei zu, die Probleme im Land zu lösen.

Die wirtschaftliche Stimmung verbessert sich weiter leicht: 29 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage – ein Plus von einem Prozentpunkt zur Vorwoche. 47 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung (-1), 23 Prozent gehen von gleichbleibenden Verhältnissen aus.

Die Zufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz nimmt weiter zu: 43 Prozent der Bundesbürger sind aktuell mit seiner Arbeit zufrieden (+3), 49 Prozent zeigen sich unzufrieden (-1). Besonders positiv fällt die Bewertung bei Anhängern der CDU/CSU (80 Prozent) und der SPD (59 Prozent) aus. Bei Grünen-Anhängern liegt die Zustimmung bei 41 Prozent, während sie bei den Linken (20 Prozent) und vor allem bei der AfD (11 Prozent) besonders gering ausfällt.

Die Daten zu den Parteipräferenzen, zur politischen Kompetenz und zu den Wirtschaftserwartungen wurden im Zeitraum vom 10. bis 16. Juni 2025 erhoben. Datenbasis: 2.502 Befragte. Zur Zufriedenheit mit Merz wurden am 12. und 13. Juni 1.006 Personen befragt.


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Wadephul sichert allen Deutschen in Israel Heimreise zu

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Jerusalem (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Außenminister Johann Wadephul (CDU) sichert allen Deutschen eine Heimreise zu, die Israel wegen des Kriegs mit dem Iran verlassen wollen. „Wir wollen dafür Sorge tragen, dass in der Tat alle, die sich dazu entschließen, auf dem Landwege Israel jetzt zu verlassen und (…) nach Deutschland zurückzukommen, dass das ermöglicht wird“, sagte er dem Fernsehsender „Welt“.

Die Lage sei gefährlich. Aber: „Für viele wird es sinnvoller sein, zu Hause zu bleiben. Es gibt Schutzräume in Israel, es gibt ein sehr gutes Schutzkonzept. Und wir müssen es einfach jedem selber überlassen, welchen Weg er wählt.“ Aber für diejenigen, die das Land verlassen können, wolle man entsprechende Hilfe bereitstellen. Das gelinge in guter Kooperation mit Jordanien mit einem ersten Flug, der gut angenommen werde. Wadephul: „Also das, was wir machen können, das tun wir für unsere Landsleute. Und ich muss mich natürlich auch um unser Botschaftspersonal kümmern. Auch da haben wir nicht unerhebliche Sorgen.“

Zu Berichten über Unmut unter den ausreisewilligen Deutschen in Israel wegen der schwierigen Anreise nach Amman auf eigene Faust und wegen der Verwaltungsgebühr von 50 Euro sagte der Minister: „Das ist eine kriegerische Situation. Die kann ich jetzt von hier nicht abstellen. Die war auch in der Form nicht vorhersehbar.“ Man tue das, was die Bundesrepublik Deutschland tun könne für Staatsbürgern, „die natürlich auch schon länger wussten, dass die Situation bedauerlicherweise in der gesamten Region gefährlich ist“. Aber man sei an ihrer Seite.


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Wadephul glaubt nicht an US-Eingreifen in Nahost-Konflikt

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Johann Wadephul (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Außenminister Johann Wadephul ist davon überzeugt, dass die USA sich nicht militärisch an dem Konflikt zwischen Israel und dem Iran beteiligen werden. Wadephul sagte am Dienstag dem Fernsehsender „Welt“ zur vorzeitigen Abreise von US-Präsident Donald Trump vom G7-Gipfel in Kanada: „Ich glaube, die Vereinigten Staaten von Amerika werden sich in diesen Krieg nicht einmischen. Das haben sie von Anfang an klar gesagt. Das ist auch die bisher konsistente Position.“

Wenn Amerika angegriffen werden sollte, werde es sich allerdings verteidigen. Der Minister: „Insofern sollten die Iraner vorsichtig sein. Das ist ihnen auch gesagt worden.“ Er warnte in diesem Zusammenhang nachdrücklich davor, andere Staaten und Gruppierungen in den Krieg einzubeziehen. Denn: „Die ganze Region hat Sorge, einbezogen zu werden.“ Wadephul weiter: „Das muss vermieden werden und natürlich müssen wir ein Verhandlungsergebnis erzielen.“

Nach seinen Worten wäre es gut, wenn die USA weiter bereit zu Verhandlungen wären. Der Iran müsse jetzt seine Bereitschaft dazu erklären. „Wir müssen jetzt schnell sehen, dass diese Feindseligkeiten, dieses kriegerische Tun ein Ende bekommt und dass wir verhandeln können.“ Die Europäer seien bereit, daran mitzuwirken. Der Minister zeigte sich vorsichtig optimistisch für eine Verhandlungslösung: „Wenn das ernsthaft weiterverfolgt wird, dann gibt es dafür auch eine Aussicht, recht bald.“

Israel strebt nach den Worten Wadephuls keinen Sturz des Regimes im Iran an: „Mir hat der israelische Kollege klar versichert, dass ein Regime-Change nicht das Ziel ist.“ Es gehe darum, „dem Iran seine Möglichkeiten zu nehmen, nuklear bewaffnet zu werden und mit einem weitreichenden Raketenprogramm andere zu bedrohen“. Der Minister weiter: „Andere Ziele kenne ich nicht.“


Foto: Johann Wadephul (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Netzwerk beklagt neuen Höchststand bei antimuslimischen Vorfällen

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Rima Hanano am 17.06.2025, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Zahl antimuslimischer Vorfälle in Deutschland hat im vergangenen Jahr nach Angaben der vom Familienministerium geförderten Allianz Claim einen neuen Höchststand erreicht.

Insgesamt seien 3.080 Übergriffe und Diskriminierungen dokumentiert worden, teilte die Organisation am Dienstag in Berlin mit. Das sei ein Anstieg um 60 Prozent gegenüber 2023 (1.926 Vorfälle). Im Schnitt seien mehr als acht Vorfälle pro Tag registriert worden.

Bei 1.558 Fällen handelte es sich 2024 um verbale Angriffe. Es gab aber auch zwei Tötungsdelikte und 198 Körperverletzungen. In 70 Fällen waren die Angriffe gegen religiöse Einrichtungen wie Moscheen gerichtet. Die Dunkelziffer dürfte laut Claim deutlich höher sein.

„Wir erleben in Deutschland eine neue Eskalationsstufe antimuslimischer Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung“, sagte Rima Hanano, Co-Geschäftsführerin von Claim. Man verzeichne nicht nur einen massiven Anstieg, sondern auch eine neue Qualität von antimuslimischem Rassismus in Form einer zunehmenden Normalisierung, Enthemmung und Brutalität. „Frauen mit Kopftuch werden bespuckt. Kinder werden auf dem Schulweg beschimpft. Moscheen werden mit Hakenkreuzen beschmiert. Menschen verlieren Wohnungen, Jobs, Sicherheit, Würde.“ Die Bundesregierung müsse jetzt handeln.


Foto: Rima Hanano am 17.06.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Dax bleibt tief im Minus – FMC verlängert Sparkurs

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Dienstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag im roten Bereich geblieben. Gegen 12:30 Uhr wurde der Index mit rund 23.400 Punkten berechnet, dies entspricht einem Minus von 1,3 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.

An der Spitze der Kursliste rangierten Brenntag, Symrise und Porsche, am Ende FMC, die Commerzbank und die Deutsche Telekom. Bei FMC dürften die deutlichen Abschläge vor allem an der Ankündigung liegen, dass der Dialysekonzern seinen Sparkurs verlängert. Bis Ende 2027 werden dauerhafte Einsparungen von 1,05 Milliarden Euro angestrebt – das sind 300 Millionen Euro mehr als bisher und ein zwei Jahre längerer Zeitraum.

Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren fielen besser als erwartet aus – gegen die allgemeine Verunsicherung konnte dies aber nichts ausrichten.

„Zuletzt gab es eine Reihe von Positivmeldungen von der deutschen Wirtschaft. Die heutigen ZEW-Konjunkturerwartungen passen dazu mit einem überraschend deutlichen Anstieg“, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP-Bank-Gruppe. Jetzt stelle sich natürlich die Frage, ob es sich dabei um Einmaleffekte handele oder tatsächlich ein zumindest milder Aufschwung bevorstehe.

„In Anbetracht der vielfältigen Krisenherde ist gewisse Skepsis natürlich angebracht“, so Gitzel. Der sich ausweitende Konflikt in Nahost lasse den Ölpreis steigen und Damoklesschwert bleibe eine Blockade der Straße von Hormus. „An den Finanzmärkten bereitet die vorzeitige Abreise von Donald Trump vom G7-Gipfel am heutigen Tag auch noch Sorgen. Und die Handelskonflikte mit den USA sind ebenfalls noch ein potenzielles konjunkturelles Störfeuer.“

Es sei allerdings genauso möglich, dass sich die Wogen in Nahost glätten und die Zollstreitigkeiten mit den USA beigelegt werden, fügte der Experte hinzu. „Gerade deshalb bleiben Konjunkturhoffnungen berechtigt – zumal die deutsche Bundesregierung mit ihrem großvolumigen Infrastrukturprogramm einen nicht zu unterschätzenden Pfeil im Köcher hat.“ Die vom ZEW befragten Finanzmarktexperten seien jedenfalls zuversichtlich, dass sich die Konjunkturhoffnungen nicht als Strohfeuer entpuppen.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1563 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8648 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 74,41 US-Dollar; das waren 1,6 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


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ZEW-Konjunkturerwartungen legen erneut spürbar zu

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ZEW (Archiv), via dts NachrichtenagenturMannheim (dts Nachrichtenagentur) – Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind in der Umfrage vom Juni 2025 erneut spürbar angestiegen. Sie liegen mit +47,5 Punkten um 22,3 Punkte über dem Vormonatswert, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit.

„Das Stimmungsbild hellt sich weiter auf“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die aktuellen Ergebnisse. „Im Juni 2025 erfährt der ZEW-Index erneut eine spürbare Verbesserung.“ Dazu beigetragen hätten die zuletzt gestiegenen Investitionen und die Konsumnachfrage. Auch scheine sich die Einschätzung zu bekräftigen, dass die angekündigten finanzpolitischen Maßnahmen der neuen Bundesregierung der Wirtschaft positive Impulse geben. „Dies zusammen mit den jüngsten Zinssenkungen der EZB könnte die knapp dreijährige wirtschaftliche Stagnation in der Bundesrepublik zu Ende bringen.“

Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erlebt ebenfalls eine Steigerung. Der Lageindikator für Deutschland steigt um 10,0 Punkte und liegt nun bei -72,0 Punkten. Dies ist der stärkste Anstieg seit April 2023. Jedoch ist dies nach wie vor der niedrigste Wert unter den analysierten Ländern und der Eurozone.

Auch die Erwartungen für die Konjunkturentwicklung in der Eurozone verbessern sich im Juni substanziell. Diese steigen um 23,7 Punkte und liegen aktuell mit +35,3 Punkten deutlich im positiven Bereich. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage in der Währungsunion verbessert sich ebenfalls. Mit minus 30,7 Punkten liegt sie aktuell um plus 11,7 Punkte über dem Vormonatswert.


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