Montag, Oktober 12, 2026
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Umfrage: Start-ups setzen voll auf KI

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KI-Nutzung am Arbeitsplatz, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Künstliche Intelligenz ist die wichtigste Technologie für Tech-Start-ups in Deutschland. Inzwischen nutzen 82 Prozent KI, vor einem Jahr waren es 76 Prozent, 2023 sogar erst 49 Prozent, wie aus einer Erhebung des IT-Branchenverbandes Bitkom hervorgeht, die am Montag veröffentlicht wurde.

Weitere 16 Prozent planen oder diskutieren demnach den KI-Einsatz. Zugleich halten 89 Prozent KI für die wichtigste Zukunftstechnologie (2024: 80 Prozent). 55 Prozent sind sicher, dass Start-ups, die KI nicht nutzen, keine Zukunft haben – vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 39 Prozent. Und 43 Prozent meinen, dass sie ohne KI ihre Produkte und Dienstleistungen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr anbieten könnten.

Start-ups nutzen derzeit KI gleichermaßen zur Unterstützung ihres Geschäftsbetriebs (63 Prozent) wie zur Verbesserung ihrer Produkte oder Dienstleistungen (62 Prozent). Die große Mehrheit der Start-ups, die KI einsetzt, verwendet dabei auch generative KI (87 Prozent): 71 Prozent zur Unterstützung des eigenen Geschäftsbetriebes, 54 Prozent als Teil des Produktangebots. Ein möglicher Grund dafür: Fast drei Viertel (74 Prozent) haben festgestellt, dass Start-ups, die KI in ihren Produkten integriert haben, leichter Finanzierungen bekommen. Allerdings räumt auch rund ein Drittel (35 Prozent) ein, dass KI die großen Erwartungen bislang nicht erfüllt hat.

Die europäische KI-Regulierung durch den AI Act wird von vielen Start-ups kritisch gesehen. Fast zwei Drittel (63 Prozent) warnen, dass übertriebene Regulierung der Grund dafür ist, dass besonders starke KI-Lösungen kaum in der EU entwickelt werden. 45 Prozent sind sich sicher, dass der AI Act ihr Start-up in der Nutzung oder Entwicklung von KI einschränken wird. Und 43 Prozent beklagen, dass ihr Start-up durch den AI Act einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Unternehmen aus anderen Ländern wie den USA oder China hat. Dabei teilen 71 Prozent die Hoffnung, dass Europa im globalen Wettlauf um KI eine Spitzenposition erreichen kann.

Für die Erhebung befragte Bitkom Research online 152 Tech-Start-ups aus Deutschland. Die Befragung fand im Zeitraum von der 12. bis zur 21. Kalenderwoche 2025 statt.


Foto: KI-Nutzung am Arbeitsplatz, via dts Nachrichtenagentur

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Außenstaatsminister hofft auf neues Momentum für Zweistaatenlösung

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Florian Hahn (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Außenstaatsminister Florian Hahn (CSU) hofft darauf, dass die von Frankreich und Saudi-Arabien ausgerichtete hochrangige Konferenz zur Umsetzung der Zweistaatenlösung in New York Bewegung in den Nahostkonflikt bringen wird.

„Um den Konflikt langfristig zu lösen, bleibt die Zweistaatenlösung die einzige Maßnahme, auf die man sich international verständigt hat und die sowohl Palästinensern wie auch Israelis ein Leben in Frieden, Sicherheit und Würde ermöglicht“, sagte Hahn am Montag vor seiner Abreise nach New York. Deswegen nehme er am Montag und Dienstag an der Konferenz teil. „In New York wollen wir dem Prozess hin zur Zweistaatenlösung neues Momentum verleihen.“

„Ich werde bei der Konferenz Deutschlands Ansatz und konkrete Beiträge zur Umsetzung der Zweistaatenlösung unterstreichen – geleitet von unserem unverhandelbaren Eintreten für die Sicherheit Israels“, fügte er hinzu. Es brauche dafür auch eine neue Sicherheitsarchitektur in Gaza und konkrete Day-After-Szenarien. „Aber klar ist auch, dafür ist die Voraussetzung die Freilassung aller Geiseln, das Niederlegen der Waffen und die Aufgabe jedes zukünftigen Machtanspruchs durch die Hamas.“


Foto: Florian Hahn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Klüssendorf unzufrieden mit Einigung im Zollstreit

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Industrieanlagen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sieht die Einigung im Handelsstreit zwischen der EU und den USA kritisch. „Ich bin nicht zufrieden mit dieser Einigung“, sagte Klüssendorf den Sendern RTL und ntv.

„Ich muss ganz klar sagen, dass gerade das, was Stahl und Aluminium angeht, aber insgesamt auch das Ergebnis für die europäische Seite, dass das sicherlich erst der erste Schritt sein kann und wir da auch in Zukunft weiter verhandeln müssen, unsere Interessen vertreten müssen“, so der Generalsekretär weiter.

US-Präsident Donald Trump habe seiner Ansicht nach nicht auf ganzer Linie gesiegt. Beide Seiten seien sich, wie in Verhandlungen üblich, entgegengekommen. „Aber wir müssen trotzdem konstatieren, dass niemand dadurch profitiert, dass Europa und die USA sich wirtschaftspolitisch so auseinanderdividieren lassen. Und das ist etwas, was wir mit Sorge sehen“, sagte der SPD-Politiker.

„Ich glaube, dass wir am Ende nur profitieren werden, wenn wir einerseits europäisch geschlossen auftreten, wenn wir unsere Interessen vertreten, andererseits aber auch wieder mit den Amerikanern ein gemeinsames Verständnis davon entwickeln, dass beide Seiten profitieren, je weniger Handelsbarrieren es gibt“, sagte Klüssendorf.


Foto: Industrieanlagen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet nach Zoll-Deal im Plus

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Montag mit Kursgewinnen in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.360 Punkten berechnet und damit 0,6 Prozent über dem Schlussniveau vom Freitag. An der Spitze der Kursliste rangierten Sartorius, Merck und Porsche, am Ende Rheinmetall, Siemens Energy und Eon.

Die Anleger reagierten am Morgen unter anderem auf den Zoll-Deal zwischen den USA und der EU. „Mit der Einigung ist der befürchtete Zoll-Hammer von 30 Prozent vom Tisch“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. „Die 30 Prozent hätten den Wettbewerb für deutsche Unternehmen mehr oder weniger aussichtslos gemacht. Die 15 Prozent erhalten die USA als Absatzmarkt.“ Es werde aber zu Einbußen in Form niedrigerer Absatzmengen und geringerer Gewinnmarken kommen.

„Das Positivste an dem Deal ist sicherlich, dass die in der EU ansässigen Unternehmen jetzt endlich wieder Planungssicherheit haben“, so Altmann. In der Summe sei der Deal für die USA klar vorteilhafter als für die EU. „Bei der Bewertung des Deals sollte aus europäischer Sicht nicht isoliert die Halbierung der 30 Prozent gefeuert werden. Es sollte auch berücksichtigt werden, dass der durchschnittliche Zoll auf deutsche Produkte vor dem Beginn der zwei Trump-Ära bei nur gut ein Prozent lag.“ Trotz Handelsvereinbarungen entferne sich die Welt immer weiter von einem echten Freihandel.

„Europas Börsen reagieren positiv auf den Deal. Auch wenn der Freudensprung überschaubar bleibt“, fügte der Marktexperte hinzu. Der Deal liege im Rahmen des Erwarteten und orientiere sich ein gutes Stück weit am Deal zwischen den USA und Japan aus der vergangenen Woche.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagmorgen schwächer: Ein Euro kostete 1,1718 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8534 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 68,90 US-Dollar; das waren 46 Cent oder 0,7 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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SPD-Generalsekretär lehnt Anhebung des Renteneintrittsalters ab

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Tim Klüssendorf (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat die Forderung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zurückgewiesen, die gefordert hatte, wegen der gestiegenen Lebenserwartung länger und härter zu arbeiten.

„Nein, da gehe ich nicht mit. Das ist ja auch bekannt, dass die Sozialdemokratische Partei da eine ganz andere Position dazu hat“, sagte Klüssendorf den Sendern RTL und ntv. „Wir haben andere Vorstellungen.“ Es geht darum, die Zahl der Einzahlenden zu erhöhen, indem Frauen zum Beispiel in die Lage versetzt werden, mehr zu arbeiten, wenn sie denn wollen. „Aber auch, indem wir darüber sprechen, wer zum Beispiel in die Deutsche Rentenversicherung, in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt.“

„Und da werden wir unsere Vorstellungen austauschen. Aber eine Renteneintrittsaltersanhebung kommt für uns nicht infrage“, so der SPD-General weiter. „Wenn wir jetzt das Renteneintrittsalter auf gesetzlicher Ebene weiter erhöhen würden, dann würde es nichts anderes bedeuten als eine Rentenkürzung. Und das ist etwas, was mit uns nicht zu machen ist“, sagte der SPD-Politiker.


Foto: Tim Klüssendorf (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berliner Linke will Hauptstadt sauberer machen

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Party-Überreste (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Berliner Linke will die Hauptstadt sauberer machen.

„Die Leute sind genervt davon, dass die Stadt immer dreckiger wird“, sagte Kerstin Wolter, Co-Vorsitzende des Landesverbands, dem Tagesspiegel (Montagsausgabe). Dabei seien die Parks und die Grünflächen wichtig, um zusammenzukommen. „Sauberkeit ermöglicht Teilhabe, die wollen wir allen ermöglichen“, sagte Wolter weiter.

Sie forderte mehr Angebote, etwa für die Entsorgung von Sperrmüll. „Entsorgen Sie als Rentner mal ein altes Sofa“, sagte sie. Es brauche „mehr Angebote, die in den Kiezen selbst die Möglichkeit zur Entsorgung“ bieten.

Dabei wolle man die Bürger miteinbeziehen: „Darüber hinaus wollen wir mit den Berlinerinnen und Berlinern beraten, wie sie sich selbst mehr um ihre Kieze kümmern können“, sagte sie. Es müsse „ein Wechselspiel aus eigener Verantwortung und besseren Angeboten der Stadt“ geben.

Ihr Co-Vorsitzender Maximilian Schirmer kritisierte die politischen Schwerpunkte des schwarz-roten Senats. „Die Armut in der Stadt wächst, Jugendclubs werden geschlossen, trotz Rekordhaushalt“, sagte er. Wenn der Senat weiter auf „Showprojekte wie NFL-Spiele“ setze, die soziale Schieflage in der Stadt aber ignoriere, seien die Prioritäten „falsch gesetzt“. Er prognostizierte: „Solange die Probleme der Menschen ungelöst bleiben, wird der Bedarf an linker Politik steigen.“

Schirmer äußerte sich zurückhaltend zu einem erneuten Bündnis zwischen Grünen, SPD und Linken nach der Abgeordnetenhauswahl 2026. „Einen Automatismus für Koalitionen hat es nie gegeben“, sagte er. Wolter ergänzte, entscheidend sei, ob es eine gemeinsame Idee davon gebe, wohin sich die Stadt in den kommenden Jahren entwickeln soll. Ein „generelles Nein zum Regieren“ seitens ihrer Partei höre sie kaum. „Unsere Mitglieder haben einen hohen Anspruch ans Regieren, und das finde ich auch richtig so“, sagte sie.


Foto: Party-Überreste (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bundeswehr plant Entwicklung von neuen Langstrecken-Drohnen

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Bundeswehr-Soldat (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundeswehr will künftig Drohnen im eigenen Arsenal haben, die in der Lage sind, Ziele tief im Hinterland eines Gegners zu treffen. Eine entsprechende Anforderung für diese sogenannten Deep-Strike-Drohnen hat die Luftwaffe laut eines Berichts des „Handelsblatts“ an führende deutsche Rüstungshersteller und Start-ups gestellt.

Drei Konsortien sollen bereits an konkreten Konzepten arbeiten. So hat sich dem Bericht zufolge Airbus Defence mit dem US-Start-up Kratos verbündet und Rheinmetall mit dem Drohnenspezialisten Anduril. Auch das Münchener Start-up Helsing soll im Rennen sein.

Konkret bestätigen wollte Helsing-Chef Gundbert Scherf das auf Nachfrage des „Handelsblatts“ nicht, sagte aber: „Wir denken stark über das Thema Luftdominanz nach. Wir denken darüber nach, wie wir technologische Lücken schließen können, die sich auftun.“ Unbemannte Systeme spielten dabei eine zentrale Rolle. Helsing baut zwar seit einiger Zeit Kampfdrohnen, aber noch keine Deep-Strike-Drohnen.

Das Verteidigungsministerium bestätigte die Vorbereitungen. „Es gibt erste Informationsgespräche zu diesem Themenbereich“, erklärte das Ministerium auf Anfrage des „Handelsblatts“. „Zu internen Details zur Fähigkeitsplanung“ könne man aber noch keine Auskünfte geben. Auch eine konkrete Ausschreibung gebe es bislang nicht.


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DIHK: Investitionsentscheidungen fallen besser in der Wirtschaft

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Haus der Deutschen Wirtschaft (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts der gescheiterten Ansiedlung des US-Halbleiterkonzerns Intel in Magdeburg hat DIHK-Präsident Peter Adrian die Politik aufgefordert, sich auf das Schaffen wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu konzentrieren, statt aktiver Industriepolitik zu betreiben.

„Der Staat muss seinen Job machen, und der liegt vor allem in der Daseinsvorsorge“, sagte Adrian dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Nur wenn dann noch Geld da sei, könne man über Förderprogramme nachdenken. „Aber ich bin ganz ehrlich: Investitionsentscheidungen fallen besser in der Wirtschaft“, so der DIHK-Chef.

„Wir haben doch gerade erst gesehen, was passiert, wenn die Politik mit viel Geld bestimmte wirtschaftliche Entwicklungen in bestimmte Regionen bringen will, wie die Batteriefertigung nach Schleswig-Holstein oder die Halbleiterproduktion nach Sachsen-Anhalt. Das kann gut gehen. Muss es aber nicht“, fügte er hinzu.


Foto: Haus der Deutschen Wirtschaft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Zugunglück in Baden-Württemberg wohl durch Erdrutsch ausgelöst

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Schienen (Archiv), via dts NachrichtenagenturRiedlingen (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem tödlichen Zugunglück bei Riedlingen in Baden-Württemberg laufen die Ermittlungen zur Unfallursache weiter auf Hochtouren.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, könnte ein Erdrutsch die Ursache gewesen sein. Demnach lief durch Starkregen, der sich im Bereich der Unfallörtlichkeit ereignete, mutmaßlich ein Abwasserschacht über. Das Wasser löste einen Erdrutsch im Böschungsbereich zu den Gleisen hin aus, was wiederum wohl die Entgleisung verursachte. Derzeit gibt es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung.

Durch das Unglück kamen insgesamt drei Personen ums Leben, darunter auch der Lokführer und ein weiterer Bahn-Mitarbeiter. Die dritte getötete Person reiste mit dem Zug. Darüber hinaus wurden mindestens 41 Personen verletzt, darunter auch Schwerverletzte. Die Rettungskräfte lieferten die Verletzten in umliegende Kliniken ein. Der Unfallort ist weiterhin großräumig abgesperrt, der Bahnverkehr bleibt vorerst eingestellt.


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Food-Start-ups kritisieren EU-Zulassungsverfahren

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Supermarkt (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Deutsche Food-Start-ups und -Investoren bemängeln das EU-Zulassungsverfahren für neuartige Lebensmittel als zu langwierig, innovationsfeindlich und intransparent.

„Die Zulassung neuartiger Lebensmittel in der EU ist ein Albtraum“, sagte Patrick Noller vom Berliner Start-up-Investor Foodlabs dem „Spiegel“. „In der EU ist es mittlerweile einfacher, ein Medikament zuzulassen als ein neues Lebensmittel. Das passt überhaupt nicht mehr zur heutigen Innovationsgeschwindigkeit“, besonders im Vergleich mit den USA oder mit asiatischen Märkten. Viele Firmen überlegten deshalb, ins Ausland abzuwandern. Innovationskraft und Arbeitsplätze drohten in Europa verloren zu gehen

.“Für die EU wäre es eine vertane Chance, in dieser Industrie keine Führungsrolle zu übernehmen“, sagte Ivo Rzegotta vom Thinktank Good Food Institute (GFI Europe). Start-ups im Lebensmittelbereich hätten in der EU derzeit einen „klaren“ Wettbewerbsnachteil. Die Gemeinschaft drohe nach der Solar- und der Chipindustrie beim nächsten zukunftsträchtigen Milliardenmarkt den Anschluss zu verlieren.

Seit 1997 regelt die Novel-Food-Verordnung die Zulassung „neuartiger Lebensmittel“ in der EU. Die Regelung sei „kompliziert, langwierig und viel zu intransparent“, sagte Christian Dammann, Chief Technical Officer der Firma Bluu Seafood, die im Bioreaktor sogenannten kultivierten Fisch herstellt.

„Wir reichen seit Jahren ein wissenschaftliches Dossier nach dem anderen bei den Behörden ein, ohne wirklich voranzukommen“, sagte Philip Tigges, Managing Director des Hamburger Start-ups Infinite Roots. Der Prozess sei „sehr frustrierend“. Die Firma züchtet das Wurzelgeflecht von Pilzen in Fermentern, um alternative Lebensmittel herzustellen.

Auch Raffael Wohlgensinger, Gründer und CEO der Firma Formo aus Berlin, übte Kritik. „Wir haben unsere Technologie hier entwickelt, aber wir müssen jetzt schnell kommerzialisieren; jeder Monat, den wir warten, kostet uns wertvolle Zeit und Kapital.“ Formo startete 2019 mit der Idee, Milchproteine wie Kasein biotechnologisch zu erzeugen, um daraus Käsealternativen zu entwickeln.

Die Start-ups fordern ein „Sandbox-Programm“ nach niederländischem Vorbild. Dort dürfen Produkte zeitlich begrenzt und behördlich überwacht testweise an Verbraucher abgegeben werden, während das eigentliche Novel-Food-Zulassungsverfahren läuft. In Deutschland könne die Bundesregierung mit dem geplanten Reallabore-Gesetz nachziehen, hieß es. „Binnen Monaten“ ließe sich über eine sogenannte Experimentierklausel „ein rechtssicherer, niedrigschwelliger Pilotraum“ für das Testen neuartiger Lebensmittel schaffen, mit „starker Signalwirkung für Industrie und Investoren“, heißt es bei Formo.


Foto: Supermarkt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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