Sonntag, August 9, 2026
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Kukies dementiert Interesse am Amt des Bahn-Chefs

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Jörg Kukies (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere Bundesfinanzminister Jörg Kukies (SPD) hat nach eigener Aussage keine Ambitionen, nächster Vorstandschef der Deutschen Bahn zu werden. „Das sollte jemand machen, der Ahnung vom Fach hat und in Bahn und Logistik erfahren ist“, sagte er dem „Spiegel“.

Am Donnerstag hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) angekündigt, dass der Vertrag des bisherigen Bahn-Chefs Richard Lutz vorzeitig beendet wird. Kukies wurde daraufhin zusammen mit diversen anderen Namen als potenzieller Nachfolger von Lutz gehandelt.

Kukies war Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und im Bundeskanzleramt, nach dem Platzen der Ampelkoalition wurde er vorübergehend Finanzminister. Vor seiner Karriere in der Politik arbeitete er für die US-Investmentbank Goldman Sachs, zuletzt als Deutschland-Chef.


Foto: Jörg Kukies (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Politologe Münkler: Ukraine-Krieg möglicher "Kohl-Moment" für Merz

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Herfried Münkler (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler glaubt, dass der Ukraine-Krieg für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einer Art „Kohl-Moment“ werden kann.

„Man kann schon jetzt beobachten, wie der Kanzler eine Führungsrolle in Europa übernommen hat“, sagte Münkler dem „Stern“. „Er hat dies zum einen durch die eingeleitete Wiederherstellung der Fähigkeit der Bundeswehr zur Landes- und Bündnisverteidigung getan, und zum andern, indem er nicht nur Starmer und Macron, sondern auch noch weitere europäische Partner in der Ukraine-Frage politisch eingebunden hat.“

Münkler geht davon aus, dass es auch durch Merz` Strategie mittelfristig in Europa zu einer „Hierarchisierung der Politik“ kommt. „Die europäische Politik wird dann nicht mehr durch 26 Staaten bestimmt, die sich dafür einig sein müssen, sondern durch eine europäische Führungsgruppe“, sagte er. „Womit dann auch Henry Kissingers notorische Frage `Welche Telefonnummer hat Europa` beantwortbar ist.“ Der frühere US-Außenminister hatte einmal reklamiert, man wisse nicht, wen man anrufen müsse, wenn man mit Europa sprechen wolle.


Foto: Herfried Münkler (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax dreht am Mittag etwas ins Plus – Fokus auf Equity-Storys

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax hat sich am Dienstag nach einem eher schwachen Start in den Handelstag bis zum Mittag in den grünen Bereich gedreht. Gegen 12:30 wurde der Leitindex mit rund 24.390 Punkten berechnet, 0,3 Prozent über dem Schlussniveau vom vorherigen Handelstag. An der Spitze der Kursliste rangierten Zalando, Porsche und die Commerzbank. Am Ende ließen die Aktien von Qiagen, Siemens Energy und Rheinmetall am stärksten nach.

„Die Investoren kaufen zwar vereinzelt deutsche Standardtitel ein, gehen jedoch sehr selektiv vor und fokussieren sich auf die wenigen Equity-Storys“, sagte Marktanalyst Andreas Lipkow. In dem derzeitigen Marktumfeld falle es schwer, eine nachhaltige Aufwärtsbewegung im Dax antizipieren zu können. „Es gilt, auf die wesentlichen Unternehmensnachrichten zu reagieren und Risiken bestmöglich auszugrenzen“, so Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1683 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8559 Euro zu haben. Der Ölpreis sank unterdessen.

Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 65,98 US-Dollar; das waren 62 Cent oder 0,9 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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MD Bund: Aufklärung über IGeL-Schadensrisiko oft unzureichend

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Medizinischer Dienst Bund am 19.08.2025, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Medizinische Dienst Bund fordert mehr Aufklärung über das Schadensrisiko bei Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Viele IGeL hielten nicht, was sie versprechen, teilte der Medizinische Dienst Bund am Dienstag mit.

„Viele Selbstzahlerleistungen schaden mehr als sie nützen“, sagte MD-Bund-Chef Stefan Gronemeyer. Besorgniserregend sei, dass in den ärztlichen Praxen oftmals nicht über das Schadensrisiko aufgeklärt werde. „Die Praxen sollten verpflichtet werden, unabhängig erstellte wissenschaftsbasierte Bewertungen und Informationen regelhaft anzubieten.“ Darüber hinaus sollten IGeL nicht an dem Tag erbracht werden dürfen, an dem sie angeboten werden.

„Bei der Auswertung der Studien zu Hyaluronsäure-Injektionen bei Hüft- und Kniegelenksarthrosen zeigt sich, dass der Schaden den Nutzen überwiegt“, sagte Stefan Lange, Bereichsleiter Evidenzbasierte Medizin beim MD Bund. „Das Risiko für unerwünschte Ereignisse ist deutlich erhöht. Die damit verbundene Schmerzreduktion ist so minimal, dass sie klinisch nicht von Bedeutung ist.“

Hyaluronsäure-Injektionen bei Knie- und Hüftgelenksarthrosen gehören zu den häufig angebotenen IGeL im Bereich der Orthopädie. Die Injektionen erfolgen direkt in das betroffene Gelenk und sollen die Folgen des arthrosebedingten Knorpelabbaus abmildern, indem sie die fehlende Gelenkflüssigkeit durch Hyaluronsäure ersetzen. Damit soll die Gleitfähigkeit des Knorpels verbessert und die damit verbundenen Beschwerden vermindert werden.

Nicht überzeugend sei die Studienlage zur Bewertung der Extrakorporalen Stoßwellentherapie zur Behandlung der sogenannten Kalkschulter und des Tennisarms, so die Expertenorganisation. Bei der Kalkschulter handelt es sich um eine schmerzhafte Veränderung der Sehnen im Schultergelenk, die durch Kalkablagerungen verursacht wird. Die Patienten leiden unter Schmerzen und einer verringerten Beweglichkeit. Der sogenannte Tennisarm ist eine schmerzhafte Sehnenerkrankung im Unterarmstreckmuskel.

Das wissenschaftliche Team des IGeL-Monitors konnte nur wenige aussagefähige Studien zum Einsatz der Stoßwellentherapie in diesen beiden Fällen finden. Zum Teil kamen die Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen zum Nutzen und Schaden der Extrakorporalen Stoßwellentherapie. In der Gesamtschau fielen die Bewertungen bei beiden Therapien mit „unklar“ aus.

Jedes Jahr geben gesetzlich Versicherte mindestens 2,4 Milliarden Euro für Individuelle Gesundheitsleistungen aus, die privat von ihnen zu bezahlen sind, knapp 400 Millionen Euro davon allein für orthopädische Leistungen.


Foto: Medizinischer Dienst Bund am 19.08.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Wagenknecht zweifelt an Friedenswillen der Europäer

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Sahra Wagenknecht (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht zweifelt nach dem jüngsten Ukraine-Gipfel in Washington am Friedenswillen der europäischen Verbündeten und an der des ukrainischen Präsidenten.

„Es bleiben große Zweifel, ob die europäische `Koalition der Unwilligen` und Selenskyj überhaupt Frieden anstreben“, sagte Wagenknecht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Kompromissbereitschaft bei Selenskyj, Merz und Co. liege weiterhin bei „nahe Null“. Das Beharren auf Maximalforderungen wie einer Waffenruhe als Vorbedingung für Verhandlungen erschwere den Weg zu einem echten Frieden und verlängere das Sterben im Kriegsgebiet, mahnte Wagenknecht.

Die BSW-Gründerin bezeichnete das Treffen bei US-Präsident Donald Trump in Washington als „Gipfel der leisen Hoffnung – und das nicht wegen, sondern trotz der Europäer“. Als willkommen wertete Wagenknecht die Aussicht auf ein Treffen des russischen Präsidenten mit seinem ukrainischen Amtskollegen. „Sollte Putin zu einem bilateralen Treffen mit Selenskyj bereit sein, wäre das tatsächlich ein positives Signal“, sagte Wagenknecht.

Für künftige Treffen zur Beilegung des Ukraine-Krieges forderte Wagenknecht die Einladung von Ländern wie Brasilien, Südafrika, China und Indien, da sich diese „schon lange ernsthaft um Vermittlung und einen Frieden bemühen“. Die Frage der Sicherheitsgarantien könne ohne diese Staaten nicht gelöst werden. Wagenknecht sagte, Bundeswehr- oder andere Nato-Soldaten in der Ukraine seien kein Weg zum Frieden, stattdessen sollten neutrale Staaten Garantien geben.


Foto: Sahra Wagenknecht (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bauernverband rechnet mit durchschnittlicher Getreideernte

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Weizen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Bauernverband rechnet in seiner Erntebilanz 2025 mit einer durchschnittlichen Getreideernte. Mit 43,5 Millionen Tonnen liege die erwartete Gesamterntemenge über den schlechten Ergebnissen der letzten zwei Jahre (2024: 39 Millionen Tonnen), teilte der Verband am Dienstag mit.

Gleichzeitig liegen je nach Region und Standort bei den meisten Kulturen sehr große Ertragsspannen vor. Auch haben in vielen Regionen die Qualitäten zum Teil erheblich unter den wochenlangen, teils sehr intensiven Niederschlägen gelitten.

Nach den aktuellen Zahlen liegt die Erntemenge der wichtigsten Kultur, dem Winterweizen, mit 21,7 Millionen Tonnen deutlich über der des Vorjahres (2024: 17,8 Millionen Tonnen). Dies liegt sowohl an besseren Erträgen pro Hektar als auch an der deutlichen Ausweitung der Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere beim Winterweizen sind jedoch die Qualitäten teilweise ungenügend: So sind die Fallzahlen nach den anhaltenden Niederschlägen zum Teil eingebrochen. Und auch bei den Proteingehalten zeichnen sich deutliche Ausschläge nach unten ab – insbesondere in den „roten Gebieten“.

Bei der Wintergerste zeigt sich ebenfalls ein etwas positiveres Bild als im Vorjahr: Die diesjährige Erntemenge liegt mit 9,3 Millionen Tonnen über dem Vorjahreswert von 8,9 Millionen Tonnen. Die Winterrapsernte erreicht mit einer Gesamterntemenge von 3,85 Millionen Tonnen ein etwas besseres Niveau als im Vorjahr (3,6 Millionen Tonnen).

Insgesamt bezeichnete Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied die diesjährige Getreideernte jedoch erneut als Zitterpartie. „Der anhaltende Niederschlag während der eigentlichen Erntezeit hat auch in diesem Jahr die Arbeit von uns Landwirten erheblich behindert“, sagte er. Die Mähdrescher seien zum Teil tage- bis wochenlang auf dem Hof stehen geblieben, wodurch das bereits reife Getreide deutlich länger auf dem Feld verblieben sei. „Dies führte stellenweise zu deutlichen Qualitätseinbußen.“

„Zusätzlich kam es durch die ausgeprägte Trockenheit im Frühjahr im Nordosten des Landes zu Ertragseinbußen“, so Rukwied weiter. „Auch wenn die Erntemenge endlich einmal wieder im durchschnittlichen Bereich liegt, macht sie doch erneut die spürbaren Folgen des Klimawandels deutlich.“

Auch die zunehmenden Einschränkungen beim Pflanzenschutz verschärfen nach Einschätzung Rukwied die Herausforderungen im Ackerbau weiter. „Der starke Schädlings- und Infektionsdruck in diesem Jahr zeigt deutlich, wie wichtig es ist, Pflanzen ausreichend schützen zu können“, sagte er. „Effektiver Pflanzenschutz ist eine zwingende Voraussetzung für sichere und gesunde Lebensmittel“, so der Bauernverbandspräsident weiter. In mehreren Kulturen sei bereits eine ernstzunehmende Gefährdung der Versorgungssicherheit erkennbar.

Bei anderen Kulturen wie beispielsweise Kartoffeln sowie verschiedenen Obst- und Gemüsearten zeichnet sich ein heterogenes Bild ab. Teilweise konnten laut Bauernverband „zufriedenstellende Erträge“ erreicht werden – wie etwa bei Frühkartoffeln oder Kirschen. Bei anderen Kulturen wiederum konnte lediglich eine durchschnittliche Ernte verzeichnet werden. Herbstkulturen wie Mais, Zuckerrüben und weitere Gemüsekulturen wie Kohl konnten von den Niederschlägen profitieren.

Auch der Importdruck nimmt insbesondere im Bereich Obst und Gemüse zu. Zusätzlich erschweren dem Bauernverband zufolge auch hier steigende Arbeitskosten durch den Mindestlohn sowie Einschränkungen beim Pflanzenschutz die Lage vieler Betriebe. Vor allem im Apfel- und Salatanbau treten derzeit massive Probleme mit Krankheiten und Schädlingen auf. Und auch die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich immer weiter im Bundesgebiet aus und sorgt damit für Herausforderungen, da die Handlungsmöglichkeiten der Landwirte nach wie vor eingeschränkt sind.


Foto: Weizen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Nouripour dämpft Optimismus nach Ukraine-Gipfel

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Omid Nouripour (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) blickt skeptisch auf die Ergebnisse des Ukraine-Gipfels in Washington. „Substanziell ist nichts vorangekommen, und ich würde sehr davor warnen, sich vernebeln zu lassen, dass der amerikanische Vizepräsident den ukrainischen Präsidenten nicht beleidigt hat“, sagte der Grünen-Außenpolitiker den Fernsehsendern RTL und ntv.

Richtig sei, dass man sich zusammengesetzt habe und einig sei, dass die Arbeit weitergehen müsse. Aber gerade mit Blick auf ein geplantes Dreiertreffen von Putin und Selenskyj unter Vermittlung von US-Präsident Trump ist für Nouripour Skepsis geboten, denn der Vorteil liegt seiner Meinung nach bei den Russen.

Mit einer beliebigen Finte könnte der russische Präsident das Treffen zum Scheitern bringen. „Die Bedingungen, die Putin bisher aufstellt für Treffen, für das Schweigen der Waffen und vieles andere, sind alle komplett inakzeptabel und würden alle zum Ende der Ukraine führen“, so der Grünen-Politiker.

Auch den zeitweiligen Ausschluss der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom Ukraine-Gipfel in Washington sieht Nouripour kritisch. Er erinnerte daran, dass von der Leyen mehr als 400 Millionen Menschen repräsentiere und zudem die „Stimme der Staaten“ sei, die wie Polen, das Baltikum, Tschechien und Rumänien sehr relevant seien für die Auseinandersetzung in der Ukraine.

„Das sind dann die Momente, wo man merkt, man ist zu sehr dabei, einfach zu schauen, dass Trump nicht ausflippt und einfach mal seinen Launen folgt, statt dass man die eigenen nationalen und europäischen Interessen vertritt“, sagte Nouripour.


Foto: Omid Nouripour (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Schmid: Nato muss Russland auch im Norden entgegentreten

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Deutsche Kriegsschiffe (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nils Schmid (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, bewertet die Teilnahme des deutschen Marineschiffs „Berlin“ an der von Kanada geführten Übung „Nanook“ im Nordatlantik als wichtigen Beitrag zur militärischen Abschreckung.

„Wir haben das Interesse, die Freiheit der Seefahrt auch im nördlichen Atlantik zu verteidigen“, sagte Schmid an Bord des Einsatzgruppenversorgers den Sendern RTL und ntv. „Wir sehen eben ein imperialistisches, aggressives Ausgreifen Russlands auch im Norden. Deshalb ist es wichtig, hier abschreckend tätig zu sein.“ Denn die Nato sei ein Verteidigungsbündnis und es gehe darum, durch militärische Stärke zu demonstrieren, dass ein Angriff auf Nato-Gebiet auch in Grönland nicht akzeptabel sei. „Damit es gar nicht zu einem Angriff kommt“, so der SPD-Politiker weiter.

Zu den Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, der Anspruch auf Grönland erhoben hatte, sagte Schmid: „Auf der anderen Seite haben die USA in den letzten Jahrzehnten die Sicherheit von Grönland maßgeblich mitgeprägt und mit verteidigt. Es ist völlig klar, dass wir als Nato gemeinsam der Militarisierung der Arktisregion durch Russland entgegentreten, und dazu gehört, dass Europäer zusammenstehen.“ Dazu gehöre auch, dass die Amerikaner ihren Teil innerhalb der Nato leisten. „Wir haben in den letzten Monaten gesehen, dass insbesondere im nördlichen Atlantik Kanada, Deutschland, Dänemark und Norwegen enger zusammenrücken und gemeinsam ihre maritime Präsenz ausbauen. Deshalb ist auch der Einsatzgruppenversorger Berlin heute in Grönland.“


Foto: Deutsche Kriegsschiffe (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet kaum unverändert – weiter kein Friedensdurchbruch

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Dienstagmorgen kaum verändert in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.300 Punkten berechnet, 0,1 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Infineon, Zalando und Siemens. Am Ende ließen die Aktien von Qiagen, Siemens Energy und Rheinmetall am stärksten nach.

„Auf den großen Friedens-Durchbruch müssen die Börsianer weiterhin warten“, sagte der Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners. Der Weg hin zu einem möglichen Frieden gehe mit einem Zweier- und einem Dreier-Gipfel weiter. „Klar ist aber, dass die Börsianer für diesen Weg noch einiges an Zeit und Geduld mitbringen müssen. Der Dreier-Gipfel könnte in etwa drei Wochen stattfinden“, so Altmann.

Daher dürfte das Ukraine-Thema an den Börsen zumindest vorübergehend etwas in den Hintergrund rücken. Stattdessen würden die klassischen Wirtschaftsthemen zunächst wieder mehr über das Auf an Ab auf dem Parkett entscheiden, so der Marktanalyst.

„Der Dax wird immer mehr zum Index der Abwartenden. Das Handelsvolumen ist gestern auf den viert-niedrigsten Wert in diesem Jahr gefallen. Niedriger als gestern war es zuletzt Anfang Juli am US-Unabhängigkeitstag“, sagte Altmann. Zu den weiteren Tagen mit noch weniger Umsatz zählten die deutschen Feiertage Pfingstmontag und Christi Himmelfahrt.

„Das zeigt, wie groß die Angst vor einer falschen neuen Positionierung aktuell ist. Niemand will eine mögliche Friedensrally verpassen. Gleichzeitig haben alle Angst vor dem Scheitern der Gespräche“, so Altmann.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmorgen etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1675 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8565 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 66,01 US-Dollar, das waren 59 Cent oder 0,9 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Linksfraktionschefin legt Klöckner Rücktritt nahe

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Julia Klöckner (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Linksfraktionschefin Heidi Reichinnek hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) den Rücktritt nahegelegt. „Wenn ihr das Hofieren von Rechten wichtiger ist als ihr Amt entsprechend auszufüllen, dann soll sie es doch bitte abgeben“, sagte Reichinnek dem „Tagesspiegel“.

Auslöser ist ein Auftritt von Klöckner auf dem Sommerfest der CDU Koblenz. Es fand im Innovationsforum einer Firma in Koblenz statt, das mehrheitlich einem Unternehmer gehört, der auch das Online-Portal „Nius“ mitfinanziert. Bei dem Empfang verglich Klöckner „Nius“ mit der „taz“, deren Methoden und Vorgehen seien „nicht so sehr unähnlich“.

Reichinnek kritisierte diese Aussagen scharf: „Nicht nur in der Politik, auch in der Medienlandschaft beschwört Julia Klöckner das Hufeisen und verharmlost damit rechte Hetze und Desinformation“, sagte sie. Mit ihrem Auftritt normalisiere Klöckner US-Zustände. „Dieses Verhalten ist als Bundestagsabgeordnete schon hochproblematisch, als Bundestagspräsidentin jedoch unerträglich“, so Reichinnek.

Auch innerhalb der schwarz-roten Koalition wurde Kritik an Klöckner laut. „Die Gleichsetzung der `taz` mit einem Portal wie `Nius` halte ich für völlig unangemessen“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Wiebke Esdar, dem „Tagesspiegel“. Die „taz“ sei seit Jahrzehnten fester Bestandteil der pluralen Presselandschaft und arbeite nach den Regeln des seriösen Journalismus, „Nius“ hingegen agiere polarisierend und klar politisch. „Wer beides gleichsetzt, schwächt das Vertrauen in unabhängige Medien und verkennt die Unterschiede zwischen kritischem Journalismus und Meinungsmache“, kritisierte Esdar.

Ähnlich äußerte sich auch die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Irene Mihalic. Klöckner sei nach ihrem Auftritt zu Recht in der Kritik, „doch ihre Verteidigungsstrategie macht es nicht besser“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. „Nius“ verbreite Narrative der extremen Rechten und schrecke bisweilen auch nicht davor zurück, Falschnachrichten zu verbreiten. „Es ist Teil des rechtsextremen Playbooks, diese Narrative zu normalisieren und als journalistische Arbeit zu deklarieren. Die Bundestagspräsidentin sollte nicht dazu beitragen“, so Mihalic.

Der CDU-Abgeordnete Pascal Reddig verteidigte hingegen Klöckner: „Wer die Presse- und Meinungsfreiheit erst nimmt, muss auch einen breiten Korridor an Meinungen und journalistischen Angeboten akzeptieren. Das hat Julia Klöckner zu Recht deutlich gemacht und das erwarte ich auch von einer Bundestagspräsidentin“, sagte er dem „Tagesspiegel“.


Foto: Julia Klöckner (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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