Freitag, März 20, 2026
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Einigung über Sondervermögen Bundeswehr verschoben – CDU zeigt auf Grüne

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Berlin, 16. Mai (Reuters) – Der Bundestag wird sich nach Angaben von SPD-Co-Chef Lars Klingbeil in dieser Woche nicht mehr mit dem sogenannten Sondervermögen Bundeswehr über 100 Milliarden Euro befassen. Das sagte Klingbeil am Montag in Berlin.

CDU-Chef Friedrich Merz machte dafür allein die Grünen verantwortlich: „Es gibt da nach meiner Einschätzung (…) eine Übereinstimmung von CDU/CSU, SPD und FDP. Aber die Grünen sind nicht so weit.“ Grünen-Co-Chef Omid Nouripour betonte indes, man habe keinen Zeitdruck. „Wir haben nicht endlos Zeit, das wissen wir. Aber man muss es auch nicht übers Knie brechen.“ 

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ein Sondervermögen Bundeswehr mit einem Volumen von 100 Milliarden Euro angekündigt, das im Grundgesetz verankert werden soll. Dazu braucht die Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP auch die Zustimmung der Union. CDU und CSU haben dafür Bedingungen gestellt.

Dazu gehört etwa, dass die 100 Milliarden ausschließlich für eine bessere Ausstattung der Bundeswehr verwendet werden sollen. Die Grünen und das Auswärtige Amt wollen aber einen Teil des Geldes für andere Projekte abzweigen. Das Auswärtige Amt rudere jedoch immer weiter zurück, so dass man letztlich mit einer Einigung rechne, hieß es in Verhandlungskreisen. 

Einigung über Sondervermögen Bundeswehr verschoben – CDU zeigt auf Grüne

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Lebensmittel-Lieferdienst Flink kauft französischen Wettbewerber

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Berlin, 16. Mai (Reuters) – Der deutsche Lebensmittel-Blitzlieferdienst Flink baut mit der Übernahme des französischen Konkurrenten Cajoo sein Standbein in Frankreich aus. Damit werde Flink nicht mehr nur in Paris Kunden beliefern, sondern auch in acht weiteren Großstädten, gab das mit drei Milliarden Dollar bewertete Startup am Montag bekannt, an dem auch der US-Konzern DoorDash beteiligt ist.

Durch die Akquisition holt Flink den Cajoo-Investor und Supermarktriesen Carrefour an Bord, der zudem Flink exklusiv mit Waren beliefern wird. Carrefour-Managerin Elodie Perthuisot bezeichnete den Schritt auch als Stärkung der eigenen Online-Strategie. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. 

In der Corona-Krise sind Schnelllieferdienste rund um den Globus wie Pilze aus dem Boden geschossen. Sie konnten viele Kunden gewinnen, haben dabei aber viel Geld in den Ausbau der zahlreichen Mini-Lager und das Marketing gesteckt, weswegen sie meist hohe Verluste schreiben. Neben Flink gibt es in Europa unter anderem Gorillas und Getir. 

Cajoo existiert erst seit 15 Monaten. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben im ersten Quartal 450.000 Bestellungen bearbeitet und die Cajoo-App ist mehr als 400.000 Mal heruntergeladen worden. Bis Sommer solle die Integration in die Flink-App über die Bühne gehen, hieß es. Flink wiederum ist aktuell in 90 Städten in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich unterwegs und verfügt über mehr als 200 kleiner Lager.

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Biden schickt wieder US-Truppen nach Somalia

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Washington, 16. Mai (Reuters) – Die USA bauen Insidern zufolge wieder eine ständige Militärpräsenz in Somalia auf. Präsident Joe Biden habe einem entsprechenden Antrag des Verteidigungsministers zugestimmt, sagten am Montag zwei US-Vertreter, die namentlich nicht genannt werden wollten. Damit solle der Kampf gegen die islamistische Al-Schabaab-Miliz effektiver werden.

Die USA hatten unter Präsident Donald Trump im Dezember 2020 ihre etwa 700 Soldaten aus dem afrikanischen Land abgezogen. In Somalia gibt es seit dem Sturz des Machthabers Mohamed Siad Barre 1991 keine starke Zentralregierung. Al-Schabaab wird für viele Bombenanschläge verantwortlich gemacht.

Sie versucht, die Regierung zu stürzen und einen Staat zu errichten, in dem eine strenge Auslegung der islamischen Scharia-Gesetze gelten sollen.

Biden schickt wieder US-Truppen nach Somalia

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Dax fällt erneut unter 14.000 Punkte

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Dax fällt

16. Mai (Reuters) – Nachfolgend die Kurse ausgewählter Indizes zum Xetra-Handelsschluss am Montag:

Grafik : Agena Trader, Download Grafik.

Dax fällt
ScreenShot AgenaTrader 16. Mai 2022
Index-Stände17:30 16.05.22Plus/Minus in Prozent
Dax<.GDAXI>13.964,38-0,5
MDax<.MDAXI>28.931,90+0,4
TecDax<.TECDAX>3.074,01-0,1
SDax<.SDAXI>13.186,44-0,2
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.678,74-0,7
Stoxx50<.STOXX50>3.600,19-0,1
ATX<.ATX>3.127,69+0,9
Dow Jones<.DJI>32.122,16-0,2
Nasdaq<.IXIC>11.674,99-1,1
S&P 500<.SPX>4.003,30-0,5
Umsatz aller Dax-WerteStand 16.05.22
in Millionen Stück67,896
in Milliarden Euro3,141
Ölpreis in Dollar je Barrel17:30 16.05.22Plus/Minus in Prozent
Brent<LCOc1>112,27+0,7
WTI<CLc1>111,88+1,3

(zusammengestellt vom Reuters Marktteam)

Dax fällt erneut unter 14.000 Punkte

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Pharmatitel schieben Schweizer Börse an

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Zürich, 16. Mai (Reuters) – An der Schweizer Börse hat die Erholung in der neuen Woche angehalten. Händler erklärten, die Anleger tasteten sich trotz schwacher Konjunkturdaten aus China an den Markt zurück. Viele seien zur Einschätzung gelangt, dass die Kursverluste in den Vorwochen übertrieben ausgefallen seien. Angesichts der Engpässe in den Lieferketten und der ungebrochen hohen Inflation seien die Konjunktursorgen der Investoren allerdings noch nicht ausgeräumt. Bis kurz vor Handelschluss gewann der SMI 0,4 Prozent auf 11.695 Punkte. 

Spitzenreiter unter den Standardwerten waren Roche, die angesichts von schlechten Nachrichten zu einem Krebsmedikament in der Vorwoche unter die Räder geraten waren. Roche zogen 1,7 Prozent an. Aufwärts ging es auch für die anderen beiden Index-Schwergewichte Novartis und Nestle. Unter Druck standen dagegen Wachstumswerte. Der Finanzinvestor Partners Group verlor 1,8 Prozent an Wert, der Computerzubehör-Hersteller Logitech 1,7 Prozent. Bei den Nebenwerten stürzten Medmix 16,5 Prozent ab. Der Hersteller von Verabreichungsgeräten muss die Geschäfte in Polen wegen der Sanktionen gegen seinen Grossaktionär Viktor Vekselberg vorübergehend einstellen.

Pharmatitel schieben Schweizer Börse an

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Mittelstand begrüßt EU-Pläne zur stärkeren Förderung von Eigenkapital

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Berlin, 16. Mai (Reuters) – Der deutsche Mittelstand begrüßt Pläne der EU-Kommission, Firmen stärkere Anreize zur Aufnahme von Eigenkapital zu geben. Bisher sei Fremdkapital – also etwa die Aufnahme von Krediten bei Banken – begünstigt worden, sagte der Vorsitzende des Mittelstandsverbands BVMW, Markus Jerger, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

„Die Aufnahme von externen Kapitalgebern bringt aber gewisse Abhängigkeiten mit sich.“ Gerade in Krisenzeiten sei eine gesunde Ausstattung mit Eigenkapital – etwa durch die Ausgabe von Wertpapieren wie Aktien – gefragt und könne für eine stärkere Widerstandskraft sorgen. Das sollte die Politik fördern. 

Die EU-Kommission hatte vergangene Woche vorgeschlagen, künftig die Behandlung von Eigen- und Fremdkapital steuerlich gleichbehandeln zu wollen. Europäische Unternehmen finanzieren sich zu 70 bis 80 Prozent über Bank-Darlehen, der Teil über Wertpapiere ist also anders als beispielsweise in den USA noch klein. Firmen sind dann eingeschränkter, wenn Banken bei der Vergabe von Krediten restriktiver werden. Das kann Krisen noch verstärken. Jetzt sollen die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten für Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten gleichgestellt werden. 

Die Brüsseler Behörde verspricht sich von den Plänen mehr Investitionen von Unternehmen und damit auch mehr Wachstum. Die EU-Regierungen und das Europäische Parlament müssen dem noch zustimmen.

Mittelstand begrüßt EU-Pläne zur stärkeren Förderung von Eigenkapital

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EU-Außenminister drängen Ungarn zu Ölembargo gegen Russland

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Brüssel, 16. Mai (Reuters) – Die EU-Außenminister machen Druck auf Ungarn, das im sechsten Sanktionspaket geplante Öl-Embargo gegen Russland mitzutragen. „Es ist wichtig, dass alle Länder den Weg des Öl-Ausstiegs gemeinsam gehen können“, sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bei den Beratungen am Montag in Brüssel. Es sei bekannt, dass einige Dinge final noch geklärt werden müssten. „Das wird nicht heute geschehen“, sagte Baerbock. „Aber in den nächsten Tagen werden wir zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen, da bin ich sehr zuversichtlich.“ 

Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg mahnte Geschlossenheit der EU an. Man dürfe in der Öffentlichkeit nicht den Eindruck von Uneinigkeit erwecken. „Russland beobachtet uns.“ Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis kritisierte: „Die gesamte Union wird von einem Mitgliedstaat als Geisel gehalten.“ 

Neben Ungarn haben auch die Slowakei, Tschechien und Bulgarien Bedenken gegen den Stopp der Einfuhren von russischem Öl. Die Länder sind stark abhängig von russischem Öl und fürchten ein Kollaps ihrer Wirtschaft. Die Bundesregierung hält ein Öl-Embargo für Deutschland mittlerweile für verkraftbar. Von den deutschen Öl-Einfuhren kommen nur noch etwa zwölf Prozent aus Russland. 

Baerbock mahnte, ein Öl-Embargo müsse sehr gut vorbereitet sein. Die EU müsse sich darauf einstellen, eine solche Maßnahme womöglich über Jahre durchhalten zu können. Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto sagte, seine Regierung habe noch immer keinen seriösen neuen Vorschlag der EU-Kommission erhalten. Eine Modernisierung der Energie-Infrastruktur Ungarns würde Kosten im Volumen von 15 bis 18 Milliarden Euro veranschlagen, schrieb der Minister auf Facebook. Eine Alternative wäre, von dem Import-Stopp Öl-Einfuhren über Pipelines auszuschließen. Die EU-Kommission hatte Ungarn zuletzt eine Übergangsphase bis Ende 2024 vorgeschlagen.

EU-Außenminister drängen Ungarn zu Ölembargo gegen Russland

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Putin warnt Nato vor Aufrüstung Schwedens und Finnlands

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Putin Iran

Moskau, 16. Mai (Reuters) – Russlands Präsident Wladimir Putin hat die NATO davor gewarnt, die perspektivischen Neu-Mitglieder Schweden und Finnland aufzurüsten. Russland habe zwar kein Problem mit den beiden Ländern, auch was deren absehbare Nato-Mitgliedschaft angehe, sagte Putin am Montag bei einem Treffen von Vertretern einer von Russland geführten Militärallianz.

„Aber die Erweiterung der militärischen Infrastruktur in dieses Gebiet würde sicherlich eine Antwort unsererseits provozieren“, sagte Putin vor den Staatschefs der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), der auch Belarus, Armenien, Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan angehören.

„Wie diese Antwort aussehen wird? Wir werden sehen, welche Bedrohungen für uns entstehen“, sagte Putin weiter. „Hier werden Probleme geschaffen ohne irgendwelche Begründungen, wir sollten entsprechend reagieren.“ 

Finnland hatte am Sonntag offiziell erklärt, einen Antrag zur Aufnahme in die Nato stellen zu wollen. Die schwedische Regierung zog am Montag nach. Ministerpräsidentin Magdalena Andersson sagte in Stockholm, dafür gebe eine breite Mehrheit im Parlament. „Das beste für Schweden und die schwedische Bevölkerung ist, uns der Nato anzuschließen.“ Bis zu einer Vollmitgliedschaft sollte es nicht länger als ein Jahr dauern, sagte die Sozialdemokratin. 

Beide skandinavischen Länder haben eine lange Tradition der militärischen Bündnisfreiheit. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat in den Bevölkerungen aber zu einem Stimmungsumschwung geführt. Finnland hat eine rund 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland. Die Aufnahme der beiden Nord-Länder in die Nato muss von den gegenwärtig 30 Mitgliedstaaten einstimmig beschlossen werden. Im Anschluss muss die Neuaufnahme von allen ratifiziert werden.

Putin warnt Nato vor Aufrüstung Schwedens und Finnlands

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US-Anleger nach enttäuschenden China-Daten auf der Hut

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Frankfurt, 16. Mai (Reuters) – US-Anleger haben sich nach schwachen Konjunkturdaten aus China zum Wochenstart von Aktien getrennt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab zur Eröffnung am Montag um 0,2 Prozent auf 32.136 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,4 Prozent auf 4010 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte ein Prozent auf 11.675 Punkte ein. 

„Wir sind eindeutig noch nicht über den Berg, was die Wirtschaft betrifft. Die Inflation scheint noch nicht ihren Höhepunkt erreicht zu haben, so dass wir die Tiefstände erneut testen und möglicherweise sogar noch weiter fallen können“, sagte Robert Pavlik, Portfolio-Manager bei Dakota Wealth Management. Die Anleger testeten nun aus, ob sich die Rally fortsetze oder wieder zurückgehe. Nach einer verlustreichen Börsenwoche hatten sich US-Anleger am Freitag ein Herz gefasst und kräftig bei Aktien zugegriffen.

Bei den Einzelwerten trieb ein feindliches Übernahmeangebot des Rivalen JetBlue die Titel von Spirit Airlines in den ersten Handelsminuten um neun Prozent auf 18,50 Dollar. JetBlue-Titel fielen dagegen um rund zwei Prozent. JetBlue bietet den Angaben zufolge 30 Dollar je Aktie des Billigfliegers. Man sei aber offen dafür, die ursprünglich angebotenen 33 Dollar, die Spirit wegen kartellrechtlicher Bedenken abgelehnt hatte, zu zahlen. Spirit will stattdessen mit dem Konkurrenten Frontier fusionieren, der 21,66 Dollar je Aktie bietet. Frontier-Aktien legten rund vier Prozent zu.

Dagegen zeigten sich die Anleger von McDonald’s Ausstieg aus dem Russland-Geschäft zunächst nur wenig beeindruckt. Die Aktien der US-Fast-Food-Kette gaben rund 0,5 Prozent nach. McDonald’s verkauft als Konsequenz aus dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine sein Russland-Geschäft und stellt sich auf eine Abschreibung in Höhe von bis zu 1,4 Milliarden Dollar ein.

US-Anleger nach enttäuschenden China-Daten auf der Hut

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Rubel oder Euro – Was ändert sich beim Kauf von russischem Gas?

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16. Mai (Reuters) – Auch Wochen nach der Ankündigung Russlands, dass als unfreundlich eingestufte Länder wie Deutschland Gaslieferungen künftig in Rubel bezahlen müssen, sind die Details noch unklar. Die Versorger halten sich mit konkreten Äußerungen zurück, für einige läuft aber noch im Mai die Zeit für die nächste Rate ab. Es folgt eine Übersicht über den Stand der Dinge. 

WAS ÄNDERT SICH?

Bislang haben die Unternehmen den Zahlungsverkehr offenbar meist über deutsche Banken abgewickelt. Nun müssen sie ein Konto bei der Gazprombank eröffnen – wenn sie noch keines haben. Einzahlungen werden aber weiter in Euro getätigt, den Rest regelt die Gazprombank. „Solange die Kunden auf der Gasseite in Deutschland nur ein Konto bei der Gazprombank eröffnen müssen, auf das sie weiter in Dollar oder Euro einzahlen, gibt es keine gravierende Veränderung“, erklärt der Energierechtsexperte der Essener Kanzlei Rosin Büdenbender, Wiegand Laubenstein. Die Gazprombank wäre in der Pflicht, den entsprechenden Rubelbetrag zu beschaffen und trüge damit auch das Wechselkursrisiko.

WAS SAGT DIE EU?

Die EU bleibt nach Aussage der Kommission vom Freitag bei ihrer bisherigen Empfehlung. Danach würden die Versorger nicht gegen Sanktionen des Westens verstoßen, wenn sie die Zahlungen 

in Euro leisten und die Transaktion im Moment des Transfers als abgeschlossen gilt. Auf diese Weise umgingen sie eine Abwicklung über die russische Zentralbank, die vom Westen mit Sanktionen belegt ist. Nach dem Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin muss die Zentralbank die Euro in Rubel tauschen, ehe die Transaktion als abgeschlossen eingestuft wird. Ein ranghoher Vertreter eines EU-Mitgliedstaates sagte, es werde von der Kommission wohl kein weiteres Update geben. Schlüsselfrage bleibe, wann die Transaktion abgeschlossen ist. Die EU-Kommission hatte die Unternehmen gewarnt, die Umwandlung in Rubel selbst vorzunehmen. Dies könne ein Bruch der Sanktionen sein.

WAS SAGT DIE BUNDESREGIERUNG?

Die Bundesregierung hat erklärt, die Zahlung von russischem Gas auch auf ein neues oder zweites Konto stehe im Einklang mit den EU-Sanktionen. Es komme bei der Zahlung nicht auf die Kontonummer an oder darauf, ob es zwei Konten seien. Es stehe im Einklang mit den EU-Bestimmungen, wenn auf ein sogenanntes Konto „K“ in Euro oder Dollar bei der Gazprombank eingezahlt wird. Die Unternehmen müssten dann erklären, dass mit der Zahlung die vertraglich geschuldete Leistung erfolgt sei. Die Gazprombank ist von den EU-Sanktionen nicht erfasst.

GIBT ES SCHON FÜR LÄNDER KONSEQUENZEN?

Ende April hat der russische Staatskonzern GazpromGAZP.MM seine Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien gestoppt. Als Begründung wurden fehlende Zahlungen in Rubel genannt. Die Lieferungen würden solange gestoppt, bis die Zahlungen erfolgt seien.

WAS SAGEN DIE VERSORGER?

„Wir sind auf eine Zahlung in Euro vorbereitet und haben auch ein entsprechendes Konto eröffnet“, erklärte RWERWEG.DE am Montag. Der Konzern agiere im Einklang mit den europäischen und deutschen Vorgaben. Finanzchef Michael Müller hatte in der vergangenen Woche erklärt, in Kürze mit einer Regelung der Frage durch die Bundesregierung zu rechnen. „Wir sind mit den politischen Stellen in Berlin in sehr engem Austausch“, sagte Müller. „Wir gehen davon aus, dass eine Klärung in Kürze erfolgen wird.“ Die nächste Rechnung sei Ende des Monats fällig.

Der österreichische Versorger OMV erklärte am Montag kurz und knapp: „Wir arbeiten an einer sanktionskonformen Lösung.“

Die italienische EniENI.MI will Insidern zufolge ein Rubel-Konto eröffnen, um für Gas-Lieferungen aus Russland zu zahlen. Eni wolle diesen Prozess in der neuen Woche beginnen, werde ihn aber unterlassen, wenn er gegen die westlichen Sanktionen verstoße, hatten mehrere mit den Plänen vertraute Personen am Freitag gesagt. 

Die ostdeutsche EnBW-Tochter VNG hat erklärt, keine Probleme zu erwarten. „Wir werden gemäß dem vorgesehenen Prozedere den weiterhin auf Euro lautenden Rechnungsbetrag entsprechend auf die Konten bei der Gazprombank leisten, so dass die fristgemäße Zahlung an unseren Lieferanten von unserer Seite sicher gestellt ist“, hieß es. „Wir gehen auch davon aus, dass die Konvertierung in Rubel keinerlei Schwierigkeiten machen wird. Die Kontoeröffnung verlief zumindest völlig reibungslos.“

VNG ließ auf Nachfrage zunächst offen, ob es sich um ein oder mehrere neue Konten bei der Gazprombank handelt und wem sie genau gehören.

Vom Düsseldorfer Uniper-Konzern gab es zunächst keine weiteren Details. Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach

hatte Ende April der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärt, Uniper bereite sich grundsätzlich darauf vor, über die „Zwei-Konten-Lösung“ zu bezahlen. „Das heißt, wir zahlen weiterhin in Euro und es findet, orchestriert über die Gazprom-Bank, eine unmittelbare Konvertierung in Rubel statt. Dass die Russen dann sagen, wir hätten in Rubel bezahlt, damit müssten wir dann leben. Das Verfahren ist intensiv mit der Bundesregierung besprochen.“ 

WAS HAT PUTIN ERREICHT?

Putin habe mit den Maßnahmen unter anderem eine Stützung des Rubels erreichen wollen, hatte es in Regierungskreisen in Berlin geheißen. Die Nachfrage nach dem Rubel solle gestärkt werden. Mit der Abwicklung über ein Konto bei der Gazprombank werde quasi über diese ein Schutzschild gespannt, erklärte Jack Sharples vom Oxford Institute for Energy Studies. Es sei auch eine Warnung des russischen Präsidenten an den Westen, die Sanktionen gegen das russische Finanzsystem nicht weiter zu verschärfen, sagte Jeffrey Schott von der Denkfabrik Peterson Institute of International Economics.

Rubel oder Euro – Was ändert sich beim Kauf von russischem Gas?

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