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Ukraine aktuell 18.05.22

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18. Mai (Reuters) – Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

18.40 Uhr – Scholz baut auf Teilnahme Dänemarks an europäischer Verteidigungspolitik

Bundeskanzler Olaf Scholz hofft darauf, dass die Dänen am 1. Juni in einem Referendum das dänische Opt-Out aus der europäischen Verteidigungspolitik beerdigen. Dänemark sei bereits ein sehr guter Partner in der Nato, sagt er bei einem Auftritt im dänischen Esbjerg. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betont dort, dass sie auf eine Abschaffung des Ausnahmerechts für Dänemark in der EU setze. Die dänische Regierung hatte das Referendum als eine der Konsequenzen aus dem russischen Angriff auf die Ukraine angesetzt. Das EU-Land Dänemark hatte für sich vier Ausnahmeregelungen in der Union durchgesetzt und nimmt nicht an militärischen Operationen der EU teil.

18.21 Uhr – Russland will einem Medienbericht zufolge für den Wiederaufbau der Teile der Ukraine bezahlen, die es unter seine Kontrolle gebracht hat. Dabei würden die Straßen instandgesetzt, die diese Gebiete mit Russland verbinden, zitiert die Nachrichtenagentur RIA den russischen Vize-Ministerpräsidenten Marat Chusnullin. Er beschrieb diese Teile der Ukraine als „befreit“. Das von russischen Soldaten eroberte Kernkraftwerk Saporischschja soll demnach Strom an Russland liefern sowie auch an die Ukraine, wenn diese dafür bezahle. 

18.01 Uhr – US-Präsident Joe Biden sagt Finnland und Schweden Unterstützung zu, während ihre Bewerbungen für eine Mitgliedschaft in der Nato läuft. Man werde wachsam sein bezüglich jeder Bedrohung der gemeinsamen Sicherheit, heißt es in einer Erklärung. Eine Mitgliedschaft der beiden Staaten würde der gesamten Allianz zugutekommen.

17.26 Uhr – Russland erhöht Ausgaben für Militär

In Russland sind die Ausgaben für das Militär in den ersten vier Monaten des Jahres um fast 40 Prozent gestiegen. Das geht aus vorläufigen Daten des Finanzministeriums hervor. Demnach gab die Regierung in Moskau von Januar bis April 1,7 Billionen Rubel (25,1 Mrd Euro) für die Verteidigung aus. Das entspricht fast der Hälfte der für das gesamte Jahr 2022 vorgesehenen Mittel.

15.58 Uhr – Tschechien erhält als Ersatz für die Lieferung von Panzern aus Sowjetzeiten in die Ukraine 15 Leopard 2A4 aus Deutschland. Zusätzlich sollen Gespräche über 50 modernere Leopard 2A7+ für die kommenden Jahre aufgenommen werden, kündigt Verteidigungsministerin Jana Cernochova an. „Deutschland ist schon seit langem unser wichtigster Wirtschaftspartner“, sagt sie. „Allerdings nicht bei der Verteidigung und das wollen wir ändern.“ Die Bundesregierung bestätigte die Übergabe von 15 Leopard im Zuge des Ringtausches mit der Ukraine. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht erklärt: „Wir werden zudem mit unseren tschechischen Verbündeten in Zukunft bei der Rüstung aber auch bei der strukturellen Zusammenarbeit unserer Streitkräfte noch enger zusammenarbeiten.“ 

15.39 Uhr – US-Finanzministerin Janet Yellen hält eine Beschlagnahmung von Vermögenswerten der russischen Zentralbank in den USA nicht für legal. Der Westen habe rund 300 Milliarden Dollar an Vermögenswerten der Notenbank eingefroren. Die sieben führenden Industrienationen (G7) wollen diese Woche zumindest darüber diskutieren, ob man weitergehen kann – etwa die Gelder für den Wiederaufbau der Ukraine verwenden.

15.19 Uhr – US-Finanzministerin Janet Yellen sagt in Bonn kurz vor dem G7-Treffen, die Sanktionen des Westens gegen Russland hätten bereits enorme Auswirkungen. „Russland kämpft mit einer Rezession, hohen Inflation, akuten Herausforderungen in seinem Finanzsystem.“ Außerdem habe Russland Probleme, an Materialien und Produkte zu kommen, die es brauche für die Wirtschaft und den Krieg in der Ukraine. 

15.10 Uhr – Die Weltbank wird einem Bericht des US-Finanzministeriums zufolge 30 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, um eine Lebensmittelkrise zu verhindern. Durch den russischen Angriff auf die Ukraine und die deswegen gegen Moskau verhängten Sanktionen ist Getreide momentan knapp. In dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Ministeriums zur Lebensmittelversorgung heißt es, zwölf Milliarden Dollar würden in neue Projekte fließen. 18 Milliarden Dollar gingen auf bereits bestehende Mittel zurück, die genehmigt, aber noch nicht abgerufen worden seien. 

14.11 Uhr – Russland weist auch Diplomaten aus Italien und Spanien aus. Betroffen davon seien 24 italienische und 27 spanische Diplomaten, wie aus Angaben des russischen Außenministeriums hervorgeht. Dies seien wie bei den bereits kurz zuvor angekündigten Ausweisungen 34 französischer Diplomaten Vergeltungsmaßnahmen für ähnliche Ausweisungen russischer Diplomaten durch zahlreiche europäische Staaten. Italiens Ministerpräsident Mario Draghi kritisierte die Ausweisungen als einen „feindseligen Akt“. Er warnte, die diplomatischen Kanäle mit Moskau dürften nicht unterbrochen werden. Denn über diese Kanäle könne man einen Frieden erreichen. „Und das ist sicherlich das, was wir wollen.“

13.14 Uhr – Italien unterstützt voll und ganz die Nato-Beitrittswünsche von Schweden und Finnland. Seine Regierung sei dafür, die internen Verfahren zu beschleunigen, um beiden Ländern eine rasche Aufnahme in das westliche Militärbündnis zu ermöglichen, sagt Ministerpräsident Mario Draghi nach einem Treffen mit der finnischen Regierungschefin Sanna Marin in Rom. Zudem brauche Europa ein eigenes Verteidigungssystem ergänzend zur Nato. Auch seien zusätzliche Instrumente nötig, um die steigenden Energiekosten, den Umbau der Energiestrategie sowie den Wiederaufbau der Ukraine zu bewältigen.

12.46 Uhr – Russland weist 34 französische Diplomaten aus. Dies teilt das russische Außenministerium mit. Frankreich verurteilt den Schritt. Im April hatte Frankreich 35 Russen mit Diplomatenstatus ausgewiesen. Zudem hatte das Land sechs Russen zu unerwünschten Personen erklärt, bei denen es sich um Agenten handeln soll, die sich als Diplomaten ausgegeben hätten. Ihre Aktivitäten seien gegen die nationalen Interessen von Frankreich gerichtet.

12.40 Uhr – Bundeskabinett stimmt Nato-Antrag Finnlands und Schwedens zu

Das Bundeskabinett hat den Anträgen Finnlands und Schwedens für einen Nato-Beitritt zugestimmt, wie Justizminister Marco Buschmann auf Twitter mitteilt. „Ich freue mich, dass Finnland und Schweden der NATO beitreten wollen. Die liberalen Demokratien rücken näher zusammen und die NATO wird gestärkt“, schreibt der FDP-Politiker weiter. „Wir setzen uns für einen schnellen Aufnahmeprozess ein.“

12.31 Uhr – Baerbock zu Schweden und Finnland – „Wir stehen füreinander“

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hofft auf einen baldigen Beitritt Schwedens und Finnlands zur Nato. „Mit Schweden und Finnland gewinnen wir eine echte Verstärkung für unsere gemeinsame Sicherheit und die NATO starke Bündnispartner“, schreibt Baerbock auf Twitter. „Wir haben als Bundesregierung in (Deutschland) alles für einen schnellen Beitritt vorbereitet“, betont die Grünen-Politikern. „Auf ein baldiges Willkommen (Schwedens und Finnlands) – wir stehen füreinander.“ 

12.05 Uhr – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erwartet von der Nato mit Blick auf die geplante Aufnahme Finnlands und Schwedens mehr Verständnis bezüglich der Sicherheit seines Landes. Vor allem Schweden müsse „Terroristen“ ausliefern, andernfalls könne die Türkei einem Nato-Beitritt des Landes nicht zustimmen. Derzeit sei es nicht erforderlich, dass schwedische und finnische Diplomaten deswegen in die Türkei reisten, fügt Erdogan hinzu.

11.47 Uhr – Russland – Keine Bewegung in Verhandlungen mit Ukraine

Bei den Friedensgesprächen mit der Ukraine gibt es Russland zufolge derzeit keine Bewegung. Die Regierung in Kiew zeige einen absolut fehlenden Willen, die Gespräche fortzusetzen, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. „Die Verhandlungen kommen nicht voran, und wir stellen fest, dass die ukrainischen Unterhändler überhaupt nicht bereit sind, diesen Prozess fortzusetzen“, sagt Peskow.

11.45 Uhr – Separatisten-Anführer – Kämpfer aus Stahlwerk sollen vor Gericht

Die pro-russischen Separatisten erklären einem Medienbericht zufolge, dass die ukrainischen Kämpfer, die sich im schwer umkämpften Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol ergeben haben, vor Gericht gestellt werden sollen. Ein Gericht werde über das Schicksal dieser Kämpfer entscheiden, sagt der Anführer der selbst ernannten Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin, laut einem lokalen Medienunternehmen. Die führenden Kommandeure der ukrainischen Einheiten dort hätten noch nicht kapituliert und befänden sich noch immer in dem Fabrikgelände, sagt er der Nachrichtenagentur DAN. Russland hatte zuvor mitgeteilt, dass sich seit Montag insgesamt 959 ukrainische Kämpfer, darunter 80 Verwundete, ergeben hätten, die sich seit Wochen in den Bunkern und Tunneln in dem Asow-Stahlwerk verschanzt hatten. Am Dienstag waren auch in Russland Forderungen nach einem Gerichtsverfahren und sogar der Todesstrafe laut geworden. Die Ukraine will die Kämpfer über einen Gefangenenaustausch frei bekommen.

10.00 Uhr – Russland – Hunderte ukrainische Kämpfer in Mariupol geben auf

Hunderte weitere ukrainische Kämpfer aus dem umkämpften Stahlwerk in Mariupol haben sich russischen Angaben zufolge ergeben. In den vergangenen 24 Stunden seien es 694 gewesen, meldet die russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Seit Montag hätten damit insgesamt 959 Kämpfer kapituliert, die sich über Wochen in dem belagerten Stahlwerk Asowstal verschanzt hatten, darunter seien 80 Verletzte.

08.07 Uhr – Finnland und Schweden haben ihre Anträge für einen Nato-Beitritt eingereicht. Sie gingen am Mittwoch beim Sitz des westlichen Militärbündnisses in Brüssel ein. Damit wird der Beitrittsprozess in Gang gesetzt, der nur wenige Wochen dauern dürfte. Die Ratifizierung durch alle 30 Parlamente der Bündnispartner könnte Diplomaten zufolge bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen. Allerdings lehnt das Nato-Mitglied Türkei bislang einen Beitritt der beiden Länder ab.

05.00 Uhr – EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni warnt vor übertriebenen Hoffnungen auf einen schnellen Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in der Ukraine. „Der Wiederaufbau der Ukraine wird die Aufgabe einer Generation werden“, sagt Gentiloni der Zeitung „Welt“. Der Wiederaufbau werde parallel zum EU-Beitritt laufen und müsse gut zwischen den Mitgliedstaaten abgestimmt werden. Für Beitrittskandidaten sind im EU-Haushalt Gelder reserviert, die unter Umständen für den Wiederaufbau genutzt werden können. Am Mittwoch will die Europäische Kommission erste Vorschläge für den Wiederaufbau und die Finanzierung vorlegen. „Es wird eine Weile dauern, bis klar ist, um welche Summen es geht, aber es ist ein wichtiges Signal, dass wir mit diesen Überlegungen bereits beginnen.“

00.29 Uhr – Die Europäische Kommission will laut einem Entwurf am Mittwoch einen Plan zum Umstieg von russischen fossilen Brennstoffen auf grüne Energie vorlegen. Die Regierung in Brüssel wird demnach einen Drei-Punkte-Plan vorschlagen: Eine Umstellung auf den Import von mehr nicht-russischem Gas, eine schnellere Einführung von erneuerbaren Energien und Maßnahmen zum Energiesparen, wie aus Dokumenten der EU-Kommission hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Für die geplanten Maßnahmen zur Energiewende rechne Brüssel mit einem zusätzlichen Investitionsbedarf von 210 Milliarden Euro, die aus dem Corona-Konjunkturfonds finanziert werden sollen, heißt es in dem Papier.

Ukraine aktuell 18.05.22

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Powell will Inflation drücken – aggressiveres Vorgehen nicht ausgeschlossen

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Fed Cook Powell Bullard Fed Währungshüter US weisses Entscheidung Inflation
Federal reserve building, Washington DC. USA.

New York, 18. Mai (Reuters) – Die US-Notenbank will die geldpolitischen Zügel laut Fed-Chef Jerome Powell solange anziehen, bis die Inflation unter Kontrolle ist. Es müsse „klare und überzeugende“ Anzeichen dafür geben, dass der Preisauftrieb nachlasse, sagte er am Dienstag auf einer Veranstaltung des „Wall Street Journal“. Das wolle die Fed sehen. Falls es nicht dazu komme, werde sie ein aggressiveres Vorgehen erwägen müssen. Die Notenbank habe die Werkzeuge und das Stehvermögen, die Inflation zu bekämpfen: „Niemand sollte an unserer Entschlossenheit zweifeln.“

Wenn es nötig sei, werde die Zentralbank bei den Zinsen auch ohne Zögern über das neutralen Niveau hinausgehen, bei dem die Wirtschaft weder stimuliert noch gebremst wird. Auf der jüngsten Zinssitzung habe es eine breite Unterstützung für die Überlegung gegeben, die Zinsen auf den Sitzungen im Juni und Juli um jeweils einen halben Prozentpunkt zu erhöhen. Damit sei zwar keine Vorhersage verbunden. Doch wenn sich die Wirtschaft so entwickele wie erwartet, lägen diese Optionen auf dem Tisch.

Die Fed sieht sich mit einer Inflationsrate von zuletzt 8,3 Prozent konfrontiert. Sie hat vor diesem Hintergrund jüngst den größten Zinsschritt seit 22 Jahren unternommen – eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt auf die neue Zins-Spanne von 0,75 bis 1,00 Prozent. Am Markt hielten sich weiter Spekulationen, die Fed könne angesichts des anhaltend hohen Preisauftriebs zu noch größeren Zinsschritten in Höhe von einem Dreiviertel-Prozentpunkt gezwungen sein.

Powell betonte, durch Marktreaktionen auf das Agieren der Fed hätten sich die Finanzierungsbedingungen bereits deutlich verschärft. Im Kampf gegen die Inflation müsse auch in Kauf genommen werden, dass das Wirtschaftswachstum niedriger ausfalle. Zugleich wiederholte der Notenbank-Chef seine Formulierung, wonach es der Fed wohl gelingen werde, „eine Art sanfte Landung“ der Wirtschaft hinzubekommen.

Powell will Inflation drücken – aggressiveres Vorgehen nicht ausgeschlossen

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In der Kürze liegt die Würze – EZB-Chefökonom muss Redezeit abgeben

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Frankfurt/Berlin, 17. Mai (Reuters) – Während die Europäische Zentralbank auf die Zinswende zusteuert, gibt es auch neue Abläufe auf der Kommandobrücke der EZB. Im Mittelpunkt steht die Rolle des Chefökonomen, der weniger Redezeit erhält. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Insidern erfuhr, hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde Chefvolkswirt Philip Lane signalisiert, dass sich die 19 nationalen Notenbankchefs dann im EZB-Rat mehr einbringen könnten. Zugleich wurde der zeitliche Rahmen der zweitägigen Zinssitzungen erweitert.

Die neuen internen Vorgaben, die bereits für die April-Sitzung galten und der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt waren, dürften die Debattenkultur in dem zinspolitischen Entscheidungsgremium beleben. Der Chefökonom, der sich nicht zu dem Reuters-Bericht äußerte, ließ Rats-Mitgliedern jüngst als Teil der Neuerungen schon vor der Sitzung Unterlagen zukommen. Laut EZB wird mit einem solchen Vorgehen eine umfassendere Analyse ermöglicht. Und zugleich können Präsentationen „prägnanter“ ausfallen und Wiederholungen vermieden werden.

Das mit Fachwörtern gespickte Vokabular Lanes gilt für Laien als schwer verständlich. So sprach der Ire bei einem Redeauftritt an der Berliner Hertie School beispielsweise auf Englisch von „buckel-förmigen Anpassungsdynamiken für den Inflationspfad“. Sein Vortragsstil hat offenbar auch manche der Geldpolitik-Profis im EZB-Rat an ihre Belastungsgrenze gebracht. Dabei gelten die fundierte Fachpräsentation und die geldpolitischen Vorschläge des Chefökonomen als Herzstück jeder Zinssitzung.

KAUM MEHR RAUM ZUR DEBATTE

Dabei konnte es schon einmal vorkommen, dass der Ire aus einem Konvolut von mehr als 60 Seiten referierte, womit laut einem Insider kaum mehr Raum zur Debatte übrig blieb. Laut den mit der Sache vertrauten Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten, wurden Präsentationen von Board-Mitgliedern mittlerweile auf 20 Seiten beschränkt. Dies gelte somit auch für die deutsche Direktorin Isabel Schnabel, die den EZB-Rat regelmäßig über die Finanzierungsbedingungen ins Bild setzt. Doch anders als Lane habe sie sich ohnehin bereits auf relativ kurze Beiträge beschränkt, hieß es.

Einer der befragten Gewährsleute bei der EZB ist der Meinung, dass Lanes Stimme in der internen Debatte bislang im Rat zuviel Gewicht zugekommen sei: „Daher ist es gut, das auszubalancieren.“ Neben einer gewissen Unzufriedenheit mit Textlängen und Präsentationsstil des Harvard-Absolventen schimmert auch inhaltliche Kritik durch. Denn immer wieder wurden die Inflationsprognosen der EZB zu niedrig angesetzt. Ein ums andere Mal wurden die Volkswirte der Zentralbank von der Teuerungsrate auf dem falschen Fuß erwischt. So nannte EZB-Chefin Lagarde auf Basis der Prognosen zunächst eine Zinserhöhung im laufenden Jahr sehr unwahrscheinlich. Die Französin musste dann später unter dem Eindruck der weiter rasant steigenden Preise zurückrudern und stellte nun eine baldige Zinswende in Aussicht.

„VERANTWORTUNG FÜR DAS EUROSYSTEM“

Mitunter war offene Kritik an geldpolitischen Beschlüssen laut geworden und des öfteren wurden Details der Diskussionen im Rat an die Presse weitergegeben. „Christine (Lagarde) ist diese Durchstechereien wirklich leid. Und das ist ein weiterer Schritt, sie zu stoppen“, heißt es zu den Änderungen der Debattenkultur. Damit würde sich die EZB laut Beobachtern der gelebten Praxis anderer großer Zentralbanken annähern wie etwa der Federal Reserve in Washington oder der Bank of England in London.

Lagarde hatte Ende 2019 einen tief gespaltenen EZB-Rat von ihrem für einen straffen Führungsstil bekannten italienischen Vorgänger Mario Draghi übernommen und gelobt, die Ratsentscheidungen auf eine breitere Basis zu stellen. Nun könnte die Zeit dafür gekommen sein. Erste Signale dafür gibt es offenbar schon. So erteilte Lagarde Insidern zufolge auf der April-Sitzung dem erst seit Anfang des Jahres amtierenden Bundesbankchef Joachim Nagel im Rat unaufgefordert das Wort: „Ich denke, Joachim wollte etwas sagen.“

Dieser hatte jüngst in Berlin betont, dass er sich als europäischer Teamspieler sieht und nicht primär als Vertreter der Interessen seines Heimatlandes. Ein Credo, das seiner Ansicht nach für alle gelten sollte: „Wir reden hier nicht über Deutschland oder Italien, Spanien oder Frankreich. Wir tragen Verantwortung für das Eurosystem.“

In der Kürze liegt die Würze – EZB-Chefökonom muss Redezeit abgeben

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18.Mai 2022 Marktentwicklungen

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18. Mai (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen in der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

VOLKSWAGEN – Brüssel: Die EU-Kartellbehörde dürfte Insidern zufolge die Übernahme des Autovermieters EuropcarEUCAR.PAdurch Volkswagen wohl ohne Auflagen durchwinken. Der 2,9 Milliarden Euro schwere Kauf von Europcar durch ein vom Wolfsburger Autokonzern angeführtes Konsortium sollte ohne Bedingungen grünes Licht von der zuständigen EU-Behörde bekommen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Volkswagen hatte vergangenes Jahr zusammen mit dem Vermögensverwalter Attestor und dem niederländischen Mobilitätsanbieter Pon Holdings den Europcar-Eignern 50 Cent je Aktie geboten. Mit der Übernahme des SixtSIXG.DE-Konkurrenten wollen die Wolfsburger zu einem führenden Mobilitätsanbieter aufsteigen. Europcar soll zu einer Plattform für Angebote rund um Carsharing, Mitfahrdienste und Abo-Modelle ausgebaut werden. Die Transaktion soll im zweiten Quartal abgeschlossen werden. 

AMAZON – New York: Die Abteilung für Menschenrechte des US-Bundesstaats New York hat eine Diskriminierungsbeschwerde gegen den weltgrößten Onlinehändler eingereicht. Demnach habe Amazon schwangere und behinderte Mitarbeiterinnen an seinen Arbeitsplätzen diskriminiert, erklärte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul. Zudem wurde der Internetriese beschuldigt, von den Arbeitnehmerinnen unbezahlten Urlaub zu verlangen, anstatt ihnen angemessene Vorkehrungen zu bieten. „Meine Regierung wird jeden Arbeitgeber zur Rechenschaft ziehen – unabhängig davon, wie groß oder klein er ist – wenn er seine Mitarbeiter nicht mit der Würde und dem Respekt behandelt, die sie verdienen“, betonte Hochul. Amazon betreibt 23 Niederlassungen mit mehr als 39.000 Beschäftigten im ganzen Bundesstaat. Der Konzern lehnte bisher eine Stellungnahme ab. 

MICROSOFT – Brüssel: Im Ringen um die Beilegung langjähriger Kartellstreitigkeiten mit der EU-Kommission wegen seines Cloudgeschäfts revidiert der US-Softwareriese seine Lizenzierungsdeals. Es werde europäischen Cloudanbietern leichter gemacht, zu konkurrieren, kündigte Microsoft-Präsident Brad Smith an. Die Änderungen zielten darauf ab, die wesentlichen Vorbehalte auszuräumen. Das sei ein erster Schritt, aber nicht unbedingt der letzte, den das Unternehmen gehen werde. Im Mittelpunkt der Kritik stehen Paketlösungen für Microsoft Office, die nun flexibler gehandhabt werden sollen. In den zurückliegenden Monaten hatten einige europäische Cloud-Anbieter, darunter NextCloud aus Deutschland und OVHcloudOVH.PA aus Frankreich, Bedenken hinsichtlich bestimmter Software-Lizenzierungsbedingungen und -praktiken von Microsoft vorgebracht. 

GOOGLE- Russische Behörden haben das Bankkonto von Google Russland gesperrt. Das mache die Arbeit des russischen Büros unmöglich, erklärte ein Google-Sprecher. Daher habe Google einen Insolvenzantrag angekündigt. Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges hatte Russland die Daumenschrauben bei den US-Technologiekonzernen angezogen. Die Google-Nachrichtenseite wurde gesperrt, die zum US-Konzern MetaFB.O gehörenden Plattformen Facebook und Instagram wurden von einem russischen Gericht verboten.

TENCENT – Hongkong: Behördliche Beschränkungen und die wieder aufflammenden Corona-Infektionen machen dem chinesischen Technologiekonzern zu schaffen. Im ersten Quartal halbierte sich der Gewinn und der Umsatz stagnierte, wie Tencent mitteilte. Das war die schwächste Leistung seit dem Börsengang im Jahr 2004. Bei Erlösen in Höhe von 135,5 Milliarden Yuan (19,1 Milliarden Euro) brach der Gewinn auf 23,7 (Vorjahr: 49,0) Milliarden Yuan ein. Die staatlichen Beschränkungen in der Volksrepublik bremsen den Techriesen seit Monaten aus. Die Aufsichtsbehörden der Volksrepublik haben seit August letzten Jahres die Zulassung von Spielen gestoppt, was den Sektor erschüttert und viele kleine Anbieter aus dem Geschäft drängt.

BURBERRY – London: Die Entwicklung des chinesischen Marktes nach den Lockdowns der vergangenen Wochen ist für den britischen Luxusmodekonzern entscheidend. „Unser Ausblick hängt von den Auswirkungen von Covid-19 und der Erholung der Verbraucherausgaben auf dem chinesischen Festland ab“, teilte Burberry mit. In dem Anfang April abgelaufenen Bilanzjahr 2021/22 erzielte das für seine Karomuster bekannte Modehaus einen Umsatzanstieg um 23 Prozent auf 2,83 Milliarden Pfund (3,3 Milliarden Euro) und eine Verbesserung des Betriebsgewinns um 38 Prozent auf 523 Millionen Pfund.

ERICSSON – Stockholm: Der schwedische Netzwerkausrüster will sein Wachstum mit einer neuen Geschäftsstruktur anschieben. Ab 1. Juni werde es vier Einheiten geben, teilte Ericsson mit. Dafür würden unter anderem die Geschäftsbereiche Digitale Dienste sowie Dienstleistungen für Unternehmen zusammengeführt. Zudem verlassen mit Arun Bansal und Peter Laurin gleich zwei hochrangige Manager den NokiaNOKIA.HE-Konkurrenten. 

ABN AMRO – Die niederländische Bank hat zum Jahresauftakt besser abgeschnitten als erwartet. Der Nettogewinn erreichte im ersten Quartal 295 Millionen Euro nach einem Minus von 54 Millionen vor Jahresfrist. Analysten hatten 259 Millionen Euro erwartet. Für den Nettozinsertrag, der im Quartal bei 1,31 Milliarden Euro lag, erwartet die Bank für das Gesamtjahr einen Betrag am oberen Ende der Prognosespanne von 5,0 bis 5,1 Milliarden Euro. Der Vorstand warnte jedoch, dass der Ukraine-Krieg sich belastend auf die Geschäfte der Bank auswirken könnte.

EPIC SUISSE – Zürich: Die Anleger greifen beim Börsengang der Schweizer Gewerbeimmobilienfirma zu. Das Angebot inklusive Mehrzuteilungsoption sei überzeichnet, wie eine der die Transaktion begleitenden Banken erklärte. Epic strebt am 25. Mai an die Schweizer Börse SIX und will mit dem Initial Public Offering (IPO) brutto rund 200 Millionen Franken bei Investoren einsammeln.

DERMAPHARM – Berlin: Der Arzneimittelhersteller ist mit einem Ergebnissprung in das Jahr gestartet. Im ersten Quartal kletterte der Betriebsgewinn (Ebitda) um fast 18 Prozent auf 75,1 Millionen Euro, wie das Unternehmen aus Grünwald bei München mitteilte. Trotz des Ukraine-Kriegs und der Lockdowns in China sei die „permanente Lieferfähigkeit“ aufrecht erhalten worden. Der Umsatz legte um rund neun Prozent auf 231,6 Millionen Euro zu. Dermapharm zufolge war das Plus sowohl auf das Bestandsportfolio mit Schmerz- und Entzündungsmitteln und Allergiepräparaten als auch auf die Produktion von Impfstoffen für BioNTech22UAy.DE zurückzuführen. Das Unternehmen bestätigte seine Jahresprognose, wonach der Umsatz um 10 bis 13 Prozent steigen soll.

ABB Zürich: Der Schweizer Elektrotechnikkonzern will die Sparte Prozessautomation langfristig rentabler machen. Dazu setze das Unternehmen auf Preisgestaltung, ergänzende Zukäufe und Kostenmanagement, teilte ABB mit. ABB erwartet weiterhin zweistellige Zuwachsraten für Software und digitale Dienstleistungen. Aus dem Accelleron-Geschäft, vormals Turbocharging, will das Unternehmen aussteigen. Ohne diesen Bereich wäre der Geschäftsbereich Prozessautomation im vergangenen Jahr auf 5,5 Milliarden Dollar Umsatz und eine operative Gewinnmarge von 11,1 Prozent gekommen.

TUI – München: Der deutsch-britische Reisekonzern hat zur Rückzahlung von Staatshilfen rund 425 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt. Knapp 162,3 Millionen neue Aktien wurden zu einem Preis von 2,62 Euro bei Investoren platziert, teilte das Unternehmen mit. TUI war mit insgesamt 4,3 Milliarden Euro Finanzhilfe in der Corona-Krise gestützt worden. Das Reisegeschäft erholt sich derzeit, auch wenn der Ukraine-Krieg und hohe Inflationsraten derzeit Verbraucher verunsichern. TUI hatte die Kapitalerhöhung am Dienstag angekündigt.

18.Mai 2022 Marktentwicklungen

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18. Mai 2022 Wall Street stützt Dax – Inflation im Blick

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Frankfurt, 18. Mai (Reuters) – Gestärkt durch Kursgewinne an der Wall Street wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Mittwoch höher starten. Am Dienstag hatte er dank der Hoffnung auf eine Belebung der chinesischen Konjunktur 1,6 Prozent auf 14.185,94 Punkte zugelegt. Hier lesen.

 Grafik: Agena Trader, Orginalgrösse.

Dax mit
AgenaTrader 17.Mai 2022

Neben dem Ukraine-Krieg zieht das zweite Dauerbrenner-Thema Inflation die Aufmerksamkeit der Börsianer wieder stärker auf sich. Auf dem Terminplan stehen unter anderem die Inflationsdaten für die Euro-Zone. Experten erwarten für April einen Preisanstieg von 7,5 Prozent zum Vorjahresmonat. In Großbritannien seien die Verbraucherpreise voraussichtlich sogar um 9,1 Prozent gestiegen. Bei einer derart hohen Teuerung im Vereinigten Königreich werde die Bank von England (BoE) wohl keine andere Wahl haben, als bei ihrer Sitzung Mitte Juni die Zinsen erneut anzuheben, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades.

Auf der Unternehmensseite legt unter anderem der Netzwerk-Ausrüster Cisco Zahlen vor.

Schlusskurse europäischer Indizes am vorangegangenen HandelstagStand
Dax<.GDAXI>14.185,94
Dax-Future<FDXc1>14.205,00
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.741,51
EuroStoxx50-Future<STXEc1>3.729,00
Schlusskurse der US-Indizes am vorangegangenen HandelstagStandVeränderung
Dow Jones<.DJI>32.654,59+1,3 Prozent
Nasdaq<.IXIC>11.984,52+2,8 Prozent
S&P 500<.SPX>4.088,85+2,0 Prozent
Asiatische Indizes am MittwochStandVeränderung
Nikkei<.N225>26.831,81+0,7 Prozent
Shanghai<.SSEC>3.082,12-0,4 Prozent
Hang Seng<.HSI>20.471,54-0,6 Prozent

Wall Street stützt Dax – Inflation im Blick

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Kanzleramtschef – Müssen international für Kurs gegen Russland werben

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Berlin, 17. Mai (Reuters) – Nach Meinung von Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt müssen sich die westlichen Länder weltweit verstärkt darum kümmern, mehr Staaten von ihrem Vorgehen gegen Russland zu überzeugen. Man erlebe etwa in Südafrika, Lateinamerika oder Indien Skepsis gegenüber den westlichen Sanktionen, sagte Schmidt am Dienstabend auf einem parlamentarischen Abend des Bitkom-Verbandes in Berlin. Dort sage man zwar auch, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine nicht richtig sei, sehe aber vor allem die Wirkung der westlichen Sanktionen auf die eigenen Länder als Problem.

Schmidt nannte etwa die hohen Lebensmittelpreise. „Das hinzukriegen, dass wir diese Staaten nicht verlieren, das wird eine der großen Herausforderungen sein“, sagte der SPD-Politiker. Die Bundesregierung wolle die Allianz breiter fassen und sich um die bemühen, die auch an das Völkerrecht glaubten – im Gegensatz zu denen, die sich darüber hinwegsetzten. „Dann wird die Allianz gegen Russland größer“, sagte Schmidt. 

Auch der Staatssekretär im Kanzleramt, Jörg Kukies, hatte vor wenigen Tagen davor gewarnt, die weltweite Unterstützung für westliche Sanktionen gegen Russland zu überschätzen. Man sei „überoptimistisch“ in der Interpretation des Abstimmungsergebnisses in der UN-Vollversammlung gewesen, als die große Zahl der Länder Russlands Überfall auf die Ukraine verurteilt habe. Die Länder, die sich enthalten hätten, machten 40 bis 50 Prozent der Weltbevölkerung aus, hatte er in Anspielung auf Staaten etwa wie Indien oder China gesagt. 

Bundeskanzler Olaf Scholz will auch deshalb Länder wie Indien, Indonesien, Südafrika oder Senegal zum G7-Gipfel Ende Juni in Elmau einladen. Außerdem reist Scholz Anfang kommender Woche sowohl nach Senegal als auch Südafrika.

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Absturz von Boeing-737-800 war kein Unfall

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17. Mai (Reuters) – Der Absturz eines Flugzeuges der China Eastern Airlines Anfang dieses Jahres soll kein Unfall gewesen sein. Jemand in dem Cockpit soll die Boeing-737-800 zum Absturz gebracht haben. Darauf deuteten die Daten des Flugschreibers hin, berichtete die „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Die Fluggesellschaft und Behörden äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht. 

Das Flugzeug war auf dem Weg von Kunming nach Guangzhou, als über der Stadt Wuzhou der Kontakt abbrach. Bei dem Absturz des Jets kamen 132 Menschen ums Leben. Die Aktien von Boeing legten nach Bekanntwerden des Berichts deutlich zu.

Absturz von Boeing-737-800 war kein Unfall

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Chef von Societe Generale will nächstes Jahr aufhören

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Paris, 17. Mai (Reuters) – Die französische Bank Societe Generale muss sich einen neuen Chef suchen. Der seit 2008 amtierende Vorstandsvorsitzende Frederic Oudea wolle seinen Vertrag nicht mehr verlängern und scheide zur nächsten Aktionärsversammlung im Mai 2023 aus, teilte das drittgrößte börsennotierte Geldhaus Frankreichs am Dienstag mit. Die Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden werde unverzüglich begonnen. 

Die Bank hat ihre Geschäfte in den letzten Jahren gestrafft, um die Renditen zu erhöhen, insbesondere durch den Verkauf von Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa und eine Neuausrichtung des Firmenkunden- und Investmentbankings. Im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der damit verbundenen Sanktionen zieht sich die Bank aus Russland zurück und schreibt dafür mehr als drei Milliarden Euro ab. 

Chef von Societe Generale will nächstes Jahr aufhören

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US-Militär bekennt sich zur Klärung von UFO-Phänomenen

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Washington, 17. Mai (Reuters) – Das US-Verteidigungsministerium will den Ursprung von UFOs – offiziell „unidentifizierte Luftphänomene“ – aufklären. Diese könnten ein potenzielles Risiko für die Flug- und allgemeine Sicherheit darstellen, sagten zwei hochrangige Vertreter des US-Militärgeheimdienstes am Dienstag vor dem Kongress. Sie verwiesen vor dem Geheimdienst-Unterausschuss des Repräsentantenhauses auf einen Bericht der Streitkräfte, der vor knapp einem Jahr veröffentlicht wurde. Darin wurden seit 2004 mehr als 140 Sichtungen von UFOs durch Militärpiloten dokumentiert. 

Dieses Material deute in keiner Form darauf, dass die Sichtungen außerirdischen Ursprungs seien, erklärten die beiden Experten. Jedoch hätten mehrere Fälle nicht erklärt werden können. China, Russland, ein Privatunternehmen oder auch ein geheimes Projekt der US-Regierung könnten hinter den fliegenden Objekten stecken. Vor allem solle das Thema entstigmatisiert werden. Damit sollten US-Piloten ermutigt werden, Sichtungen zu melden. 

Der Bericht und die Anhörung markieren einen Wendepunkt für die Regierung in Washington. Diese hat jahrzehntelang Beobachtungen von UFOs, die bis in die 1940er Jahre zurückreichen, abgewehrt und diskreditiert. Seit die US-Luftwaffe 1969 ein ergebnisloses UFO-Programm mit dem Codenamen „Project Blue Book“ einstellte, hat es keine öffentliche Kongressanhörung zu diesem Thema gegeben.

US-Militär bekennt sich zur Klärung von UFO-Phänomenen

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TUI sammelt für Rückzahlung von Staatshilfen frisches Kapital ein

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München, 17. Mai (Reuters) – Der deutsch-britische Reisekonzern TUI will für die Rückzahlung von Staatshilfen aus der Corona-Krise über Nacht mehr als 400 Millionen Euro frisches Kapital einsammeln. Das Unternehmen aus Hannover kündigte am Dienstagabend eine Kapitalerhöhung um bis zu zehn Prozent an, bei der innerhalb weniger Stunden 162,3 Millionen neue Aktien bei Investoren platziert werden sollen.

Mit dem frischen Geld und verfügbaren Barmitteln wolle TUI eine der beiden Stillen Einlagen des staatlichen Corona-Hilfsfonds WSF im Volumen von 671 Millionen Euro tilgen, hieß es in der Mitteilung. Zum Xetra-Schlusskurs vom Dienstag von 2,89 Euro würde die Platzierung 469 Millionen Euro bringen, normalerweise werden die Aktien dabei aber mit einem Abschlag verkauft.

Mit der Platzierung beauftragt sind die Investmentbanken UniCredit und Kepler Cheuvreux zusammen mit Barclays und HSBC.

Der Staat hatte TUI mit insgesamt 4,3 Milliarden Euro Finanzhilfen in der Corona-Krise vor dem Aus bewahrt. TUI musste Milliardenverluste verkraften, das in der Krise eingebrochene Reisegeschäft hat sich in den vergangenen Monaten aber deutlich erholt. Vorstandschef Fritz Joussen rechnet in diesem Jahr zumindest operativ mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

„Die Krise war schwierig, aber der Tourismus ist ungebrochen“, hatte er vor wenigen Tagen gesagt. Der Markt floriere, seit die Regierungen die Reisebeschränkungen aufhoben. 85 Prozent des Buchungsniveaus vom Sommer 2019 seien erreicht, seit sechs Wochen lägen die Buchungen sogar darüber.

Gleichzeitig mit der Rückzahlung der Stillen Einlage soll die Kreditlinie der Staatsbank KfW um 336 Millionen auf 2,1 Milliarden Euro zurückgefahren werden. Daneben steht eine weitere Stille Einlage des WSF über 420 Millionen Euro und eine Optionsanleihe über 59 Millionen Euro aus.

TUI sammelt für Rückzahlung von Staatshilfen frisches Kapital ein

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