Donnerstag, März 19, 2026
Start Blog Seite 5528

Bund plant 50 Millionen Euro für G7-Gipfel in Elmau

0

Berlin, 18. Mai (Reuters) – Für das dreitägige Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer (G7) auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen plant die Bundesregierung bis zu 50 Millionen Euro ein. Dies geht aus der Vorlage des Finanzministeriums für die sogenannte Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses hervor, die am Donnerstag beginnt.

Die Haushälter legen letzte Hand an den Entwurf für den Bundesetat 2022, bevor dieser Anfang Juni vom Bundestag beschlossen wird. In dem Reuters vorliegenden Papier heißt es zum G7-Gipfel Ende Juni, die endgültige Höhe der Kostenbeteiligung an der Ausrichtung des Treffens stehe noch nicht fest. Die vorgesehene Summe von 50 Millionen Euro bleibe daher vorerst gesperrt.

Die 172 Seiten umfassende Vorlage für den Ausschuss führt für alle Bundesministerien auf, welche Ausgaben im Vergleich zum Etatentwurf hinzukommen oder wegfallen. So erhält Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) weitere 830 Millionen Euro für die Beschaffung von Corona-Impfstoff. Insgesamt ist 2022 dafür eine Summe von knapp 7,1 Milliarden Euro vorgesehen. 

Die Corona-Pandemie schlägt auch an anderen Stellen mit Milliardenbeträgen zu Buche. Die Zahlungen des Bundes an den Gesundheitsfonds der Krankenkassen für Belastungen aus der Corona-Pandemie werden um 8,3 Milliarden Euro auf gut 30 Milliarden Euro erhöht. Die corona-bedingten Ausgleichszahlungen an die Krankenhäuser steigen um 1,1 Milliarden Euro auf 5,7 Milliarden Euro. Für Corona-Unternehmenshilfen sind nun 17,24 Milliarden Euro vorgesehen und damit 5,3 Milliarden Euro mehr. 

Auf die von Finanzminister Christian Lindner vorgesehene Netto-Neuverschuldung von fast 140 Milliarden Euro wirken sich die Mehrausgaben voraussichtlich nicht aus, da im Etatentwurf bereits Vorsorge dafür getroffen wurde. Eine abschließende Einigung im Haushaltsausschuss ist erst in der Nacht zum Freitag zu erwarten, da sich die Bereinigungssitzung traditionell bis spät in die Nacht oder bis zum frühen Morgen zieht. Der von der Bundesregierung geplante Sonderfonds von 100 Milliarden Euro für eine bessere Ausstattung der Bundeswehr ist dabei nicht enthalten. Für die dafür erforderliche Grundgesetzänderung benötigt die Ampel-Koalition noch die Zustimmung der Union.

Bund plant 50 Millionen Euro für G7-Gipfel in Elmau

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Fundscene Livestream Termine

Extreme Veränderungen in Ozeane gefährden Weltklima

0

18. Mai (Reuters) – Die Weltmeere sind seit Beginn der Messungen noch nie so sauer und warm gewesen. Schmelzende Polkappen haben darüber hinaus zu einem neuen Hochstand des Meeresspiegels geführt. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervor. 

Der Meeresspiegel ist im letzten Jahrzehnt um 4,5 Zentimeter gestiegen. Der jährliche Anstieg von 2013 bis 2021 war mehr als doppelt so hoch wie der zwischen 1993 und 2002. Außerdem hat sich die Erwärmung der Weltmeere in den letzten 20 Jahren deutlich beschleunigt, geht aus dem Bericht hervor. Das Wasser sei so sauer wie seit 26.000 Jahren nicht mehr.

Die Forscher der WMO warnten vor katastrophalen Veränderungen des Weltklimas, falls Treibhausgase nicht reduziert werden sollten. Es gäbe nur ein kleines Zeitfenster um auf die derzeitige Lage zu reagieren. Ozeane absorbieren rund 90 Prozent der auf der Erde angesammelten Wärme und 23 Prozent der Kohlendioxidemissionen. Selwin Hart, der Sonderberater des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres für Klimapolitik, kritisierte das Vorgehen der meisten Länder. Diese sollten aufgrund von aktuellen Konflikte – wie der russische Angriff auf die Ukraine – ihre Klimazusagen nicht einhalten.

Extreme Veränderungen in Ozeane gefährden Weltklima

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Fundscene Livestream Termine

Dax gibt jüngste Gewinne wieder ab

0
Dax gibt

Frankfurt, 18. Mai (Reuters) – Nachfolgend die Kurse ausgewählter Indizes zum Xetra-Handelsschluss am Mittwoch: Grafik: AgenaTrader, Grafik-Download

Dax gibt
Screenshot: AgenaTrader 18. Mai 2022
Index-Stände17:30 18.05.22Plus/Minus in Prozent
Dax<.GDAXI>14.007,76-1,3
MDax<.MDAXI>29.101,48-0,9
TecDax<.TECDAX>3.041,68-2,2
SDax<.SDAXI>13.191,64-1,4
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.686,14-1,5
Stoxx50<.STOXX50>3.601,94-1,1
ATX<.ATX>3.199,78+0,0
Dow Jones<.DJI>31.947,82-2,2
Nasdaq<.IXIC>11.615,13-3,1
S&P 500<.SPX>3.980,80-2,6
Umsatz aller Dax-WerteStand 18.05.22
in Millionen Stück69,318
in Milliarden Euro3,198
Ölpreis in Dollar je Barrel17:30 18.05.22Plus/Minus in Prozent
Brent<LCOc1>109,71-2,0
WTI<CLc1>110,20-2,0

(zusammengestellt vom Reuters Marktteam)

Dax gibt jüngste Gewinne wieder ab

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Fundscene Livestream Termine

Yellen bemängelt Chinas zentrale Rolle bei weltweiten Lieferketten

0

Bonn/Washington, 18. Mai (Reuters) – US-Finanzministerin Janet Yellen hat die zentrale Rolle Chinas bei den weltweiten Lieferketten beklagt. Die Corona-Lockdowns in der Volksrepublik machten deswegen die weltweiten Probleme beim Warenfluss gegenwärtig noch schlimmer, sagte sie am Mittwoch in Bonn vor einem Treffen der G7-Finanzminister. Dies sei „ein Grund zur Sorge“.

Am Dienstag hatte Yellen vor dem Brüsseler Wirtschaftsforum dazu aufgerufen, die weltweiten Lieferketten zu diversifizieren. Unter anderem müsse versucht werden, wichtige Mineralien wie Seltene Erden aus anderen Quellen zu beziehen, um die Abhängigkeit von China zu verringern. Die USA und die europäischen Verbündeten sollten sich zudem geschlossen gegen fragwürdige Wirtschaftspraktiken der Regierung in Peking stellen.

Yellen bemängelt Chinas zentrale Rolle bei weltweiten Lieferketten

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Fundscene Livestream Termine

Schweizer Börse im Sinkflug – Konsumtitel schwach

0

Zürich, 18. Mai (Reuters) – Die Angst vor sprunghaft steigenden Zinsen und einer dadurch ausgelösten Rezession hat den Anlegern an der Schweizer Börse am Mittwoch die Laune verdorben. Der SMI sank bis kurz vor Handelsschluss um rund ein Prozent auf 11.622 Punkte. Auslöser der Befürchtungen war die weiter anziehende Inflation. In Großbritannien kletterte die Teuerungsrate im April auf neun Prozent, in der Euro-Zone lag sie mit 7,4 Prozent weiter auf Rekordniveau. Es sei unklar, wieviel höhere Preise die Konsumenten mitmachen würden, sagten Experten. 

Tagesverlierer unter den Standardwerten waren die Aktien des Arznei-Auftragsfertigers LonzaLONN.S mit einem Minus von drei Prozent. Auch der Nahrungsmittelriese Nestle und der Aromenhersteller GivaudanGIVN.Sgaben über zwei Prozent nach. Mit Barry Callebaut und Lindt standen auch zwei Schokoladehersteller auf den Verkaufszetteln. 

Dätwyler stürzten 16,5 Prozent ab. Der Komponentenhersteller hat wegen steigender Rohmaterialkosten seine Jahresprognose angepasst. Praktisch unverändert notierten ABB. Der Elektrotechnikkonzern will die Sparte Prozessautomation langfristig rentabler machen. Dazu setze das Unternehmen auf Preisgestaltung, ergänzende Zukäufe und Kostenmanagement. Die Aktien der Biotechfirma Molecular Partners verteuerten sich um 5,7 Prozent.

Schweizer Börse im Sinkflug – Konsumtitel schwach

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Fundscene Livestream Termine

Bundesbankvorstand Balz – Digitaler Euro könnte zahlreiche Vorteile bieten

0

Berlin, 18. Mai (Reuters) – Ein digitaler Euro könnte laut Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz Bürgern und Finanzindustrie zahlreiche Vorteile bringen. „Grundsätzlich könnte er effiziente, moderne, digitale Zahlungen mit paneuropäischer Reichweite verbinden“, sagte Balz am Mittwoch auf der Fachkonferenz BaFin-Tech 2022 in Berlin.

Bei geeigneter Ausgestaltung und passender regulatorischer Flankierung könnten sich somit mehrere Vorteile ergeben. „Bargeld würde sinnvoll ergänzt. Denn die Menschen könnten somit auch im digitalen Raum auf ein gesetzliches Zahlungsmittel zugreifen, das sicher, kostengünstig und wertstabil wäre“, erklärte Balz, der im Vorstand unter anderem für das Ressort Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme zuständig ist.

Sollte sich das Eurosystem dafür entscheiden, digitales Zentralbankgeld einzuführen, müssten allerdings die Konsequenzen sorgfältig bedacht werden. Dabei müssten Zentralbanken und Aufseher mögliche Risiken für Wirtschaft, die Finanzstabilität und die Geldpolitik analysieren. Der digitale Euro müsse ein attraktives Zahlungsmittel für alle sein, für Privatpersonen, Händler und andere Unternehmen. Außerdem müsste er für Banken und andere Zahlungsdienstleister wirtschaftlich attraktiv sein, um die Rolle als Intermediär zu übernehmen.

Im Juli 2021 beschloss der EZB-Rat, ein formelles Projekt zum digitalen Euro einzurichten. Balz begleitet dieses als Mitglied einer sogenannten „High Level Task Force“. Seit Oktober 2021 arbeiten Experten in einer sogenannten Untersuchungsphase an spezifischen Fragen zur möglichen Ausgestaltung. Ende 2023 soll dann entschieden werden, ob es in die Realisierungsphase eintritt: „Diese könnte drei Jahre in Anspruch nehmen. Sie umfasst die Entwicklung und Erprobung technischer Lösungen und Regelwerke, die für die Ausgabe eines digitalen Euro erforderlich sind“, erläuterte Balz.

Bundesbankvorstand Balz – Digitaler Euro könnte zahlreiche Vorteile bieten

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Fundscene Livestream Termine

Krieg bremst deutsche Baubranche – „Wir können oft nicht bauen“

0

Berlin, 18. Mai (Reuters) – Anhaltender Materialmangel und steigende Baupreise, mehr Stornierungen und drohende Kurzarbeit: Der Ukraine-Krieg trifft die lange Jahre boomende deutsche Bauindustrie mit voller Wucht und sorgt dafür, dass die Branche ihre Ziele für 2022 einkassiert. Man erwarte für die realen Umsätze nur noch „eine Entwicklung zwischen Null und minus zwei Prozent“, sagte Präsident Peter Hübner vom Branchenverband HDB am Mittwoch in Berlin. Er bezeichnete die Lage als paradox. „Wir wollen bauen, wir sollen bauen, aber wir können oft nicht bauen.“ Grund seien Lieferengpässe bei Baumaterialien und höhere Rohstoffpreise. Dies sorge dafür, dass immer mehr Auftraggeber Projekte verschöben oder gleich stornierten. 

Zum Jahreswechsel hätten alle Ampeln für den Bau noch auf grün gestanden, betonte Hübner. Man habe damals nominal für dieses Jahr noch ein Wachstum von 5,5 Prozent angepeilt. Nach Abzug steigender Baupreise wäre dies real ein Plus von 1,5 Prozent gewesen. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine veränderte die Lage aber völlig. Denn allein ein Drittel der vom Verband befragten Firmen bezieht Material aus diesen beiden Ländern. Neun von zehn Betrieben beklagen direkte oder indirekte Auswirkungen des Krieges auf ihr Unternehmen.

Der Chef des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) zeichnete ein Bild mit trüben Aussichten. Für 2023 rechne er mit einem ähnlichen Umsatz-Rückgang wie im laufenden Jahr. „Wir hoffen, dass wir das Ganze 2024 wieder ins Positive drehen können.“ Positiv sei, dass die Baufirmen trotz der schwierigen Lage weiter Personal einstellen wollen. Man rechne für 2022 mit 920.000 Beschäftigten und so mit einem Plus von 9000.

Beim wichtigen Wohnungsbau, der der Branche jahrelang wachsende Geschäfte beschert hat, erwartet Hübner einen Umsatz-Rückgang in diesem Jahr. „Damit stehen die Ziele der Bundesregierung infrage“, warnte der HDB-Präsident. Denn die Ampel-Koalition hat sich den Bau von jährlich 400.000 Wohnungen zum Ziel gesetzt. Der HDB rechnet für dieses Jahr nur mit rund 320.000 Wohnungen, da das „Bündnis bezahlbarer Wohnraum“ in diesem Jahr auf Sanierung im Bestand setze statt auf Neubauten.

Die Umsatz-Prognose steht laut Hübner unter dem Vorbehalt, „dass sich im weiteren Jahresverlauf keine weiteren Verschärfungen bei Energiepreisen und dem Bezug von Baumaterial ergeben“. Denn die teure Energie treffe die Betriebe enorm. „Für uns ist Diesel das Mega-Thema.“ Diese Abhängigkeit könne man auch so schnell nicht ändern. Einen Anstieg der Energiepreise um 30 Prozent könne die Branche nicht ausgleichen. 

Zudem habe man mit Preissteigerungen zu kämpfen, Firmen könnten teilweise nur mit tagesaktuellen Preisen kalkulieren. Preise für Betonstahlmatten seien binnen Jahresfrist um 70 Prozent gestiegen und für Bitumen um 45 Prozent. „Investoren sind derzeit hochsensibel“, betonte Hübner. Dies gelte vor allem für private Bauherren und dürfte den Wohnungsbau auch 2023 spürbar bremsen, zumal die Kreditzinsen stiegen. Ferner sei bei den Materialengpässen kaum Besserung in Sicht. „Der Krieg legt die engen Lieferketten und Abhängigkeiten brutal und schonungslos offen.“ Dies zeige sich bei einem der größten Stahlwerke in Europa, dem Asowstal-Komplex im ukrainischen Mariupol. Dort, wo sich Soldaten unter Beschuss russischer Truppen verschanzt hatten, dürfte wohl vorerst nicht produziert werden. „Deshalb gibt es bei Stahl eine echte Angebotsverknappung“, warnt Hübner.

Er plädierte dafür, den Produktionsstandort Deutschland weniger abhängig vom Ausland zu machen. Deshalb müsse man mehr heimische Rohstoffe nutzen können. Dies sei vor allem aus Umweltschutzgründen derzeit kaum möglich, kritisierte Hübner.

Krieg bremst deutsche Baubranche – „Wir können oft nicht bauen“

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Fundscene Livestream Termine

Ampel streicht Schröder die Alt-Kanzler-Privilegien

0
Schröder Rosneft Schröder Gazprom
Former German Chancellor Gerhard Schroeder attends the award ceremony for the 2011 CCTV Chinese Annual Economic Figures in Beijing, China, 12 December 2011.

Berlin, 18. Mai (Reuters) – Die Ampel-Koalition will SPD-Altkanzler Gerhard Schröder die bisherige Ausstattung mit Mitarbeitern und Büros im Bundestag vorerst streichen. Die Versorgungsbezüge und den Personenschutz soll der 78-Jährige aber behalten dürfen, wie die haushaltspolitischen Sprecher von SPD, Grünen und FDP am Mittwoch mitteilten. Formal werde das Büro des früheren Bundeskanzlers ruhend gestellt. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Kosten für Personal und Reisen der Mitarbeiter im Büro des Alt-Kanzlers auf knapp 419.000 Euro. Ausgaben für die Büroräume und deren Ausstattung sind dabei nicht berücksichtigt. Auf Schröders umstrittene Russland-Kontakte und den Ukraine-Krieg gingen die Haushaltspolitiker nicht ein. 

Die Amtsausstattung ehemaliger Regierungschefs soll sich künftig generell aus ihren Verpflichtungen ergeben. „Der Haushaltsausschuss fordert die Bundesregierung auf, sicherzustellen, dass die Amtsausstattung ehemaliger Bundeskanzlerinnen und Bundeskanzler nach der fortwirkenden Verpflichtung aus dem Amt erfolgt und nicht statusbezogen“, heißt es in dem Reuters vorliegenden Antragsentwurf der Ampel für einen Beschluss des Haushaltsausschusses der Bundestages. Der Ausschuss dürfte dies in seiner am Donnerstag beginnenden Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2022 beschließen. Auch die Union hatte eine Streichung des Büros gefordert, wollte darüber hinaus aber auch die Versorgungsbezüge Schröders kippen.

KREISE: KEINE AUSWIRKUNGEN FÜR MERKEL-AUSSTATTUNG

Für die Amtsausstattung von Alt-Kanzlerin Angela Merkel (CDU), der neben Schröder einzigen noch lebenden ehemaligen Regierungschefin, hat die Neuregelung nach Angaben aus der Koalition vorerst keine Konsequenzen. „Das bedeutet erst mal gar nichts für Merkel“, sagte ein Haushaltspolitiker. Die Regelung greife erst, wenn Merkel irgendwann einmal keine nachgelagerten Aufgaben aus dem Amt mehr wahrnehme. „Die Formulierung ist übrigens schon lange Forderung des Bundesrechnungshofes gewesen“, hieß es unter Verweis auf den Ampel-Vorschlag.

„Gerhard Schröder nimmt keine fortwirkende Verpflichtung aus dem Amt als ehemaliger Bundeskanzler mehr wahr“, erklärten Dennis Rohde (SPD), Sven-Christian Kindler (Grüne) und Otto Fricke (FDP). „Somit entfällt der Grund für die personelle und räumliche Ausstattung des ehemaligen Bundeskanzlers.“ Kindler sprach von einer grundsätzlichen Regelung unabhängig von Einzelfällen. Dem Alt-Kanzler warf er vor: „Gerhard Schröder ist nur noch als Lobbyist für russische Staatsunternehmen tätig, nicht mehr im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland.“

Schröders Büro waren zuletzt noch vier Mitarbeiterstellen zugeordnet. Die Beschäftigten hatten die Zusammenarbeit aber bereits vor Wochen aufgekündigt und darum gebeten, an anderer Stelle eingesetzt zu werden. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar war Schröder wegen seiner Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin verstärkt in die Kritik geraten. Auch die SPD-Führung ging auf Distanz und forderte ihn auf, alle seine Posten bei den russischen Energieunternehmen Nord Stream und Rosneft aufzugeben. Parteichefin Saskia Esken legte ihm den Parteiaustritt nahe. Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler einer rot-grünen Bundesregierung.

Ampel streicht Schröder die Alt-Kanzler-Privilegien

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Copyright [Chinalmages] /Depositphotos.com

Fundscene Livestream Termine

Krupp-Stiftung will bei Thyssen starker Ankeraktionär bleiben

0

Düsseldorf, 18. Mai (Reuters) – Die Krupp-Stiftung hält ungeachtet der jahrelangen Dividendenschwäche dem größten deutschen Stahlkonzern Thyssenkrupp die Treue. „Wir sind eine stabile, verlässliche Ankeraktionärin des Unternehmens“, sagte die Vorsitzende des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Ursula Gather, am Dienstagabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV). „Wir haben nicht vor, uns von unserem Anteil zu trennen.“ Die Stiftung ist mit 20,93 Prozent größter Einzelaktionär des immer wieder kriselnden Konzerns. Dieser hat für die vergangenen drei Geschäftsjahre keine Dividende gezahlt.

Für die gemeinnützige Stiftung sei die Beteiligung an Thyssenkrupp das einzige Asset, sagte Gather, die auch dem Aufsichtsrat angehört. Die Stiftung sei auf die Dividendenzahlungen angewiesen. Dank der Rücklagen könne sie wohl noch zwei, drei Jahre ausharren, ehe sie ihre Fördergelder von jährlich etwa 17 bis 18 Millionen Euro kürzen müsste. Für diese Summe benötige die Stiftung eine Dividende von 15 Cent je Aktie. Die Stiftung fördert Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Kultur, Bildung, Gesundheit und Sport.

„Die Stiftung hat noch nie einen Anteil verkauft“, betonte Gather. Der Rückgang von einst 25,1 Prozent auf die jetzige Höhe sei auf zwei Kapitalerhöhungen zurückzuführen, bei denen die Krupp-Stiftung keine Aktien zeichnete. Die frühere Rektorin der Technischen Universität Dortmund steht seit 2013 an der Spitze der Stiftung. Damals trat sie die Nachfolge des im Alter von 99 Jahren verstorbenen Firmenpatriarchen Berthold Beitz an.

Mit Martina Merz als Vorstandsvorsitzende steht seit Oktober 2019 eine Frau ebenfalls an der Spitze des Konzerns. Merz verfolge umsetzungsstark ihre Ziele, sagte Gather. Sie unterstützt die gegenwärtig wegen der Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg ausgesetzten Pläne für eine Verselbstständigung der Stahlsparte ebenso wie den geplanten Teil-Börsengang der Wasserstofftochter Nucera. Merz derzeitiger Vertrag als Vorstandschefin läuft Ende März 2023 aus, so dass bald entschieden werden muss, ob und wie es weitergeht. Auf die Frage, ob sie eine Verlängerung des Vertrags von Merz begrüßen würde, entgegnete Gather: „Darüber muss der Aufsichtsrat entscheiden. Ich halte sehr viel von ihr.“

Krupp-Stiftung will bei Thyssen starker Ankeraktionär bleiben

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Fundscene Livestream Termine

SAP-AR-Chef Plattner – Nachfolger soll aus Aufsichtsrat kommen

0

Berlin, 18. Mai (Reuters) – SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner will seinen Nachfolger aus den eigenen Reihen rekrutieren. „Ich hoffe, dass wir ein Mitglied des Aufsichtsrats für diese Aufgabe gewinnen können und nicht jemanden von außen holen müssen“, sagte Plattner am Mittwoch auf der virtuellen Hauptversammlung des Walldorfer Softwareriesen. Er wolle in die „richtigen Hände übergeben“. Das sei für ihn eine emotionale Aufgabe. Der Wahlkalifornier, der erstmals seit Ausbruch der Coronapandemie wieder persönlich am Aktionärstreffen teilnahm, ist als letzter der Gründer noch bei dem inzwischen 50 Jahre alten Unternehmen tätig. 

Der 78-jährige SAP-Mitgründer hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, den Aufsichtsrat für weitere zwei Jahre führen zu wollen und sich dafür 2022 wiederwählen lassen zu wollen. Das rief scharfe Kritik von Aktionärsvertretern wie von Union Investment und Deka hervor. Plattner ist seit 2003 Aufsichtsratschef und hält rund sechs Prozent an dem Dax-Konzern, der gerade eine Komplett-Transformation zu einem Cloudunternehmen durchläuft.

Plattner begründete das Festhalten an seiner Position: „Leider hat sich eine Nachfolgemöglichkeit, die wir konkret in das Auge gefasst haben, aus gesundheitlichen Gründen zerschlagen. Daher arbeiten wir jetzt an einer neuen Lösung.“ Er wolle eine „geordnete Nachfolge“, sagte er. „Über das konkrete Anforderungsprofil beraten wir im Nominierungsausschuss.“ Im vergangenen Jahr hatte Plattner versprochen, mindestens ein halbes Jahr vor Ende der Amtszeit 2024, einen Vorschlag für seine Nachfolge zu präsentieren.

SAP-AR-Chef Plattner – Nachfolger soll aus Aufsichtsrat kommen

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Fundscene Livestream Termine