Donnerstag, März 19, 2026
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OMR Festival feiert Comeback mit Rekordwerten

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OMR
Ashton Kutcher, Kara Swisher, Speaker, B7 Conference Stage, Sound Ventures, Recode

800+ Speaker:innen, über 1.000 Partner und Aussteller, 250 Masterclasses, die OMR Konferenz, zwei neue Event-Formate, OMR Expo und zahlreiche Live-Acts – das alles konnten die rund 70.000 Besucher:innen bei OMR22 vor Ort in der Hamburger Messe erleben. Die Zusammenkunft der Digitalbranche fand erstmals seit 2019 wieder statt, die nächste Ausgabe soll am 09. und 10. Mai 2023 folgen.

Das OMR Festival ist zurück und sein Comeback ist aus Sicht des Ausrichters OMR geglückt: sowohl die Teilnehmerzahlen sind auf deutlich mehr als 70.000 Teilnehmer:innen gestiegen (2019: 52.000), als auch das Angebot: erstmals deckte das Event alle Messehallen auf dem Hamburger Messegelände ab. Das OMR22 Programm gestalteten über 800+ Top-Sprecher:innen und Referent:innen, darunter Branchen-Expert:innen, Entscheider:innen des Digital Businesses, erfolgreiche Gründer:innen, Investor:innen und sogar Hollywood-Größen wie US-Schauspieler Ashton Kutcher und Regisseur und New York Bestseller Autor Quentin Tarantino.

Das OMR Festival ist damit, gemessen an den Besucherzahlen, in den Kreis der größten Branchenevents weltweit aufgestiegen. Darüber hinaus wurde traditionell für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm gesorgt: Partys an den Ständen der über 500 Aussteller, darunter Branchenriesen wie Meta, Google und Salesforce und insgesamt elf Live-Konzerte von Musik-Acts wie Sido, RIN, Marteria, Kraftklub, Zoe Wees und vielen weiteren.

Die OMR Konferenz – unter anderen mit Ashton Kutcher und Quentin Tarantino

 Die aktuell wichtigsten Digital-Trends wurden am zweiten Festival-Tag auf der Conference-Stage diskutiert. OMR-Gründer Philipp Westermeyer präsentierte mit seiner Keynote “State of the German Internet” zu Beginn einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der digitalen Welt. Donata Hopfen, Geschäftsführerin der Deutschen Fußball-Liga (DFL), skizzierte ihren digitalen Zukunftsplan für die Bundesliga und Autor auch Rutger Bregman und „Gorillas“- Gründer Kagan Sümer berichteten von ihren Gedanken und Plänen.

Der Investor und Autor Matthew Ball beschrieb das Phänomen Metaverse. Er zählt in diesem Bereich weltweit zu den wichtigsten Vordenkern. Für Hollywood-Flair in Hamburg sorgten derweil Schauspieler Ashton Kutcher und New York Times Bestseller-Autor Regisseur Quentin Tarantino, der noch zum frühen Abend erwartet wird. Kurz davor ebenfalls noch geplant ist der Auftritt der Vorstandschefin der Parfümerie-Kette Douglas, Tina Müller, gemeinsam mit Rapperin und Social-Media-Star Shirin David.

Newcomer 2022: FUTURE MOVES – New Mobility Summit und Finance Forward Konferenz

 Auf starkes Interesse bei den Besucher:innen stießen während OMR22 auch die Events, die in diesem Jahr Premiere feierten. Am ersten Tag wurde die Konferenzbühne einen Tag lang Plattform für Visionen, neue Konzepte und zukunftsweisende Projekte im Mobilitätsbereich. Internationale Speaker wie will.i.am, Tony Fadell und weitere berichteten, wie sie die Transformation der Fortbewegung vorantreiben. Für einen erfolgreichen Wandel bedarf es jedoch auch einer neuen Herangehensweise an Stadtplanung und -entwicklung, wie der dänische Star-Architekt Bjarke Ingels berichtete.

Einblicke gaben auch führende Vertreter:innen aus der Autobranche, etwa Henrik Wenders von Audi oder Oliver Blume von Porsche. FUTURE MOVES Host Kai Pflaume begrüßte auch Gründer:innen und CEOs von Mobility-Unternehmen wie FREE NOW, Tier Mobility, Miles Mobility und MOIA sowie vom HVV und der S-Bahn Hamburg. Vodafone und Meta ergänzten die vielfältigen Blickwinkel durch Eindrücke aus der Sicht der Digitalbranche. Die beiden Rennfahrer:innen Felix von der Laden und Sophia Flörsch gaben einen Ausblick auf die Zukunft des Motorsports. FUTURE MOVES wurde initialisiert, um alle die zu vernetzen, die sich mit der Idee einer nachhaltigen, digitalisierten Mobilität identifizieren.

 Erstmals gab es im Rahmen des OMR Festivals eine eigene Bühne für die Transformation der Finanzwelt auf der Finance-Forward-Konferenz. Die spannendsten Köpfe der Branche versammelten sich hier, um zu Trends, Technologien und die wichtigsten Fragen rund um Fintechs, Neobanking und der Kryptoszene zu diskutieren. Mit dabei war Changpeng Zhao, bekannt als CZ, Krypto-Milliardär und Gründer der weltgrößten Kryptobörse Binance. Außerdem sprachen die Gründer von zwei milliardenschweren Smartphone-Banken auf der Bühne: Valentin Stalf von N26 und Nik Storonsky von Revolut.

Nina Pütz ist die Chefin von Ratepay, einer der wichtigsten deutschen Payment-Player. Sie trat ebenfalls auf sowie Henrich Blase, der das Vergleichsportal Check24 aufgebaut hat. Er gibt nur wenig Interviews und tritt nur selten in der Öffentlichkeit auf.

 Philipp Westermeyer, Gründer OMR: “Das OMR22 Comeback ist eine berufliche Leistung, auf die alle Beteiligten sehr stolz sein können. Mein Dank gilt dem ganzen Team, den Speaker:innen, die das Festival besonders gemacht haben und natürlich den zahlreichen Besucher:innen, Partnern und Ausstellern – insbesondere für das Vertrauen, das sie uns entgegengebracht haben nach längerer Zeit ohne Groß-Events. Nach vielen Highlights 2022 werden wir alles daransetzen, um auch bei OMR23 wieder abzuliefern.“

 Dr. Peter Tschentscher, Hamburgs Erster Bürgermeister: „Mit dem OMR Festival steht Hamburg im Mittelpunkt der internationalen Digitalszene. Das Treffen in der Hansestadt setzt neue Trends und Standards, die von hier aus um die Welt gehen. Mit seiner starken Digital- und Kreativszene ist Hamburg der richtige Standort für Europas wichtigstes Branchentreffen, um neue Kontakte zu knüpfen und Kooperationen zu schließen. Vielen Dank an Philipp Westermeyer und das OMR-Team für dieses besondere Festival.”

Bildquelle/ Fotograf: Ronny Barthel

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle OMR by Ramp 106 GmbH

Predium sammelt 1,6 Mio. Euro für die erste umfassende ESG-Softwarelösung für die Immobilienwirtschaft

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predium

Predium hat die erste All-in-One Softwarelösung entwickelt, die ESG Bilanzen von Gebäuden ermittelt, Maßnahmen zur CO2 Reduktion vorschlägt und diese mit einer Investitionsrechnung hinterlegt.

Das Proptech Predium hat seine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 1,6 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Lead-Investoren sind btov Partners und 2bX. Zu den weiteren Investoren zählen die Business Angels Maximilian Viessmann (Viessmann Group), Kristofer Fichtner (Thermondo und ecoworks) und Michael Wax (forto). Das frische Geld wird für die Markterschließung und den weiteren Aufbau des Teams eingesetzt.

Predium ist eine All-in-One-Plattform, die verschiedene Prozessschritte für das nachhaltige Immobilienmanagement an einem Ort zusammenführt. Dies erleichtert es vor allem Projektentwicklern, Immobilienverwaltern und Wohnungsbauunternehmen, praktisch auf Knopfdruck ESG-Ziele für Immobilien zu definieren, Maßnahmen auszuwählen und den Invest finanziell einzupreisen. Bisher mussten diese komplexen Prozessschritte zeitaufwendig einzeln durchgeführt werden.

„Predium ist die richtige Lösung für die Immobilienwirtschaft zur richtigen Zeit. Die Plattform hilft dabei, aus der Pflicht zur Nachhaltigkeit eine Chance zu machen und Immobilien so zu managen, dass sie nicht an Wert verlieren“, erklärt Investor Maximilian Viessmann, CEO der Viessmann Gruppe.

Vom Greenwashing zum Wettbewerbsvorteil: ESG richtig umsetzen

Immobilien sind für 30 Prozent der CO2 Emissionen in Deutschland verantwortlich und verursachen aktuell rund 115 Millionen Tonnen CO2. Bis 2030 sollen diese laut Bundesumweltamt auf 72 Mio. Tonnen CO2 reduziert werden. Dafür müsste die Sanierungsquote im Gebäudebestand von derzeit einem auf zwei Prozent steigen.

Steigende Energiepreise und gesetzliche Vorgaben zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Immobilien erhöhen den Druck auf die Immobilienbranche. So hat sich die deutsche Bundesregierung vor Kurzem auf eine Aufteilung des CO2 Preises zwischen Mieter und Vermieter ab dem 1. Januar 2023 geeinigt. Unternehmen versuchen nun schnell passende ESG-Strategien zu entwickeln. Für viele eine große Herausforderung.

“Häufig fehlt eine aktuelle CO2 Bilanz der Gebäude. Zudem können Unternehmen kurzfristig nicht alle Gebäude sanieren. Es stellt sich die Frage, welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt durchgeführt werden sollten und mit welchen Kosten und Ersparnissen diese im Zeitverlauf einhergehen. Die Antwort hierauf besteht momentan aus einer teuren und umständlichen Mischung aus Excel und Beratungsprojekten. Das ändern wir mit Predium”, erklärt Jens Thumm, Gründer und Geschäftsführer von Predium Technology.

Die Predium-Plattform wurde gemeinsam mit Prof. Kunibert Lennerts vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) als erste All-in-One-Lösung entwickelt, die ESG-Bilanzen ermittelt, Maßnahmen zur CO2 Reduktion vorschlägt und diese mit einer Investitionsrechnung hinterlegt. Mit diesen Erkenntnissen hilft Predium Unternehmen auch im An- und Verkauf von Immobilien, wirtschaftliche Möglichkeiten zu identifizieren. Für die Kunden von Predium ergeben sich somit erhebliche Wettbewerbsvorteile. 

“Unternehmen der Immobilienbranche werden ihre Assets in Zukunft stärker proaktiv nachhaltig managen müssen. Nur die Unternehmen, die die ambitionierten Nachhaltigkeitsziele ökonomisch effizient und sinnvoll erreichen, werden am Markt bestehen können. Hier setzt Predium mit ihrer umfassenden Lösung an”, sagt Jochen Gutbrod, Partner bei btov Partners.

Namhafte Business Angels mit an Bord

Zusammen mit den Lead-Investoren btov Partners und 2bX haben sich viele namhafte Business Angels der Finanzierungsrunde angeschlossen: Maximilian Viessmann, CEO der Viessmann Gruppe, Stefan Loacker, ehemaliger CEO der Helvetia Gruppe, Kristofer Fichtner, Mitgründer von Thermondo und ecoworks, und die Gründer Lisa Gradow (usercentrics), Michael Wax (forto), Florian Brokamp (thinksurance), Christoph Zöller (instaffo) sowie die Investoren Richard Schmitz, Henning Pentzlin und Daniel Reimann-Dubbers.

Bild Die Gründer und Geschäftsführer für Predium: Mohamed Ali Razouane, Jens Thumm und Maximilian Körner (v.l.n.r.), © Predium

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle HOSCHKE & CONSORTEN

Neues Kapital für die Energieunabhängigkeit

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Solar-Start-up Zolar erhält 100 Millionen Euro in Series-C-Finanzierung

Zolar, eine der führenden digitalen Plattformen für private Solarlösungen in Deutschland, realisiert eine Series-C-Finanzierungsrunde über 100 Millionen Euro. Angeführt wird die Series C von dem US-Investor Energy Impact Partners (EIP) und GIC, dem Staatsfond von Singapur und zugleich einem der weltweit größten Investoren. Beide Investoren sehen Climate-Tech als bedeutenden Sektor der Zukunft und Zolar mit seiner Tech-Plattform gut aufgestellt, um den Weg zur Klimaneutralität entschlossen voranzugehen. Des Weiteren beteiligen sich erneut die bestehenden Investoren Inven Capital, Heartcore Capital, Statkraft Ventures und Pirate Impact Capital.

Mehr Unabhängigkeit durch smarte Energielösungen

Seit 2016 bietet Zolar seinen Kundinnen und Kunden mit dem Zolar Online-Konfigurator einen sehr einfachen und digitalen Zugang zu individuellen Solarlösungen. Mit dem neuen Kapital, das zu 100 Prozent aus Eigenkapital besteht, will das Climate-Tech-Unternehmen des Gründers Alex Melzer neue Produkte auf den Markt bringen. Die App des Unternehmens, der zolar Compass, soll unter anderem um ein Energiemanagement-System inklusive eines dynamischen Stromtarifs erweitert werden.

Dadurch soll die Solarstromversorgung von Eigenheimbesitzenden intelligent gesteuert und ihre Energieunabhängigkeit und Kostenersparnis maximiert werden. Die App erkennt beispielsweise den günstigsten Zeitpunkt für das Laden eines E-Autos und startet den Ladevorgang automatisch. Alex Melzer, CEO von Zolar, erläutert: „Unser Ziel ist es, bis 2030 zehn Millionen Haushalte in Europa entweder mit einer Solaranlage oder mit erneuerbarer Energie zu versorgen.

Die Klimakrise, Fragen der Energiesicherheit und die stark steigenden Kosten für Öl und Gas bedeuten, dass wir sehr schnell handeln müssen. Indem wir den Einstieg und die Nutzung von Solarenergie so einfach wie möglich machen, bringen wir mehr Tempo in den Ausbau der Erneuerbaren und den Weg zu 100-prozentiger Unabhängigkeit.“

14 Millionen freie Dächer – die Chance für Unabhängigkeit von Öl und Gas

Der Markt bietet enormes Potenzial. Von den 16 Millionen Dächern auf Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sind mehr als 14 Millionen noch ohne Solaranlage. Eine der derzeit größten Herausforderungen für den Ausbau der Photovoltaik auf Privatdächern sind die limitierten Installationskapazitäten im Handwerk. Über die Finanzierung soll deshalb auch das Zolar Partnernetzwerk von aktuell 500 lokalen Handwerksbetrieben bis 2025 auf 3000 Partner ausgebaut werden.

„Mit unserer digitalen Plattform können sich unsere Partnerbetriebe auf das fokussieren, was sie am besten können: die Installation. Wir übernehmen für sie alle Prozesse, wie Auftragsvermittlung, Planung und Abrechnung, und schaffen damit zusätzliche Installationskapazitäten im Handwerk“, so CEO Melzer. Noch in diesem Jahr startet das Climate-Tech-Unternehmen mit der Eröffnung eines eigenen Schulungszentrums eine Ausbildungsoffensive, um mehr Fachkräfte im qualifizierten Schnellverfahren für die Energiewende auszubilden.

„Die Nachfrage nach grüner Energie wird auf unserem Weg zur Klimaneutralität stark zunehmen. Climate-Tech wird die Wirtschaft von morgen definieren“, sagt Matthias Dill, Managing Partner Europe bei Energy Impact Partners. „Unsere Investition in Zolar ist Teil unserer Mission, weltweit Start-ups zu unterstützen, die auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft entschlossen vorangehen.“

Choo Yong Cheen, Chief Investment Officer of Private Equity bei GIC erläutert: „Unsere Investition in Zolar ist ein Beleg dafür, dass GIC grüne Innovationen und den Übergang zu sauberer Energie unterstützt. Der Klimawandel wird die Investitionen in den kommenden Jahrzehnten bestimmen und den Ausbau kohlenstoffarmer Energien beschleunigen. Zolar hilft Hausbesitzern, ihren CO2-Fußabdruck deutlich zu reduzieren – das ist entscheidend für die globalen Aktivitäten zur Dekarbonisierung.“

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle TLGG GmbH

Geldabflüsse überschatten bei Bank Bär ehrgeizigere Ziele

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Zürich, 19. Mai (Reuters) – Der Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär schraubt seine mittelfristigen Finanzziele hoch. Dank höherer Einnahmen und Sparmaßnahmen will die Zürcher Bank das bereinigte Verhältnis von Kosten zu Erträgen für den Zeitraum 2023 bis 2025 unter 64 Prozent drücken, wie Bär am Donnerstag mitteilte. Doch damit will sich Konzernchef Philipp Rickenbacher nicht zufrieden geben.

Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte die Bank sogar die Schallmauer von 60 Prozent durchbrechen, wie er sagte. Im laufenden Jahr sehe sich Bär auf Kurs, den bisher angepeilten Wert von weniger als 67 Prozent zu erreichen. Doch während die neuen Ziele etwas ambitionierter ausfielen als Experten erwartet hatten, vergraulte Bär mit Geldabflüssen in den ersten vier Monaten 2022 die Anleger. Die Bär-Aktie notierte am Morgen 5,7 Prozent tiefer.

Bär will die Abhängigkeit von der Transaktionsfreude der Kunden weiter reduzieren und stärker auf stabile Einnahmen setzen. „Wir leiten eine neue Phase des profitablen Wachstums ein und bauen dabei auf der Transformation auf, die wir seit 2020 erfolgreich verfolgen“, erklärte Rickenbacher. So sollen mehr Kunden die Verwaltung ihrer Vermögen voll der Bank überlassen. 120 Millionen Franken will Bär bis 2025 einsparen, indem das Geldhaus seine geographische Präsenz strafft und verstärkt Technologie nutzt.

Gleichzeitig will Bär in den kommenden drei Jahren zusätzliche 400 Millionen Franken in Technologie investieren. Bär stellte in Aussicht, für ihre Kunden verstärkt digitale Anlagen zu erschließen. Mit der Einstellung von neuen Mitarbeitern und Zukäufen solle das Wachstum weiter vorangetrieben werde. Rickenbacher rechnet angesichts der zunehmende Bedeutung von Größenvorteilen mit einer Konsolidierung in der Branche. 

In den ersten vier Monaten 2022 seien die verwalteten Vermögen des Instituts um fünf Prozent auf 457 Milliarden Franken gesunken. Dieser Rückgang sei auf die negative Marktentwicklung, Bereichsverkäufe und den Abbau von Fremdfinanzierungen durch Kunden zurückzuführen. Kunden in Asien hätten angesichts des unsicheren wirtschaftlichen und politischen Umfeldes ihre Risiken zurückgefahren. Dies sorgte in den ersten vier Monaten konzernweit für Nettoabflüsse in Höhe von 2,7 Milliarden Franken. Zuflüsse habe das Geldhaus dagegen von Kunden aus Deutschland und Großbritannien verbucht.

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Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

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Nordkorea fährt Medikamentenproduktion wegen Corona-Ausbruch hoch

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Seoul, 19. Mai (Reuters) – Nordkorea fährt die Produktion von Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln wie Sterilisatoren und Thermometern hoch, um den Corona-Ausbruch in dem abgeschotteten Land zu bekämpfen. Auch die Produktion traditioneller koreanischer Medikamente zur Linderung von Fieber und Schmerzen soll erhöht werden, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag meldete. Sie seien „wirksam zur Vorbeugung und Heilung der bösartigen Krankheit“. Laut KCNA wurden innerhalb von 24 Stunden mindestens 262.270 neue Fälle von Fieber und ein weiteres Todesopfer gemeldet. Damit steigt die Zahl der Ansteckungen offiziellen Angaben zufolge auf 1.978.230. 

Seit Bekanntwerden der Pandemie in Nordkorea wurden insgesamt 63 Todesfälle gemeldet. Es gibt aber keine offizielle Bestätigung, ob die Erkrankten mit dem Coronavirus infiziert sind, da das Land nur über sehr geringe Testkapazitäten verfügt. Nordkorea, das lange Zeit als coronafrei galt, hatte vor einer Woche den Ausbruch der Infektionskrankheit bestätigt und einen landesweiten Lockdown verhängt. Die UN-Menschenrechtsorganisation hatte vor „verheerenden“ Folgen für die 25 Millionen Einwohner des Landes gewarnt.

In Ermangelung von Covid-Impfstoffen und -Medikamenten riefen die staatlichen Medien dazu auf, Schmerzmittel und Antibiotika zu verwenden sowie Hausmittel zu greifen wie das Gurgeln mit Salzwasser oder das Trinken von Weidenblättertee. „Tausende Tonnen Salz wurden schnellstens nach Pjöngjang transportiert, um eine antiseptische Lösung herzustellen“, meldete KCNA.

Südkorea und die USA haben Nordkorea ihre Hilfe angeboten, aber nach Angaben des stellvertretenden nationalen Sicherheitsberaters in Seoul keine Antwort erhalten. US-Präsident Joe Biden will Südkorea und Japan während seiner ersten Asienreise in dem Amt in den nächsten Tagen besuchen. Überschattet wird sein Besuch von einem befürchteten erneuten Raketentest Nordkoreas. US-Geheimdienstinformationen zufolge könnte es vor, während oder nach der Reise einen nordkoreanischen Atomtest, den Test einer Langstreckenrakete oder auch beides geben, sagte der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan. „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.“ Die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea werde Biden nicht besichtigen.

Nordkorea fährt Medikamentenproduktion wegen Corona-Ausbruch hoch

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Condor trotzt wachsender Konkurrenz der Lufthansa-Töchter

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Frankfurt, 19. Mai (Reuters) – Der Ferienflieger Condor will den Angriff der Lufthansa auf touristischen Strecken abwehren und nach der Corona-Krise zu alter Stärke zurückfinden. „Ich gehe davon aus, dass die Condor wachsen wird – wenn es nach mir geht, ziemlich deutlich“, sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Flottenstärke von wieder 60 mittelfristig wäre „eine feine Nummer“. Durch die Sanierung nach der Pleite des früheren Mutterkonzerns Thomas Cook 2019 schrumpfte die Flotte um zehn Prozent auf 53 Flugzeuge. „Derzeit hat finanzielle Stabilität jedoch oberste Priorität. Sobald das geschehen ist, können wir auch wachsen.“ Dank Sanierung und produktiverer neuer Flugzeuge könne die Airline künftig 200 Millionen Euro Betriebsgewinn im Jahr machen.

Der Lufthansa macht der Airline-Chef schwere Vorwürfe, da deren Ferienflugtöchter Eurowings in Europa und Eurowings Discover auf der Langstrecke Condor immer mehr Konkurrenz machen. „Lufthansa hat die Eurowings Discover gegründet, weil sie gern die Condor vernichten will“, sagte der Manager. Die „Billigproduktion auf der Langstrecke“ des deutschen Marktführers werde die viel kleinere Condor vielleicht 30, 40 Millionen Euro Betriebsergebnis jährlich kosten. Beide Unternehmen überstanden die Corona-Krise nur mit staatlichen Finanzhilfen und müssen jetzt schnell wieder Geld verdienen. Die Lufthansa baut dafür ihr Tourismus-Flugangebot verstärkt aus, da sich ihr Kerngeschäft Geschäftsreisen viel langsamer erholt als Urlaubsreisen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hält Condor in dem schon länger schwelenden Streit vor, den üblichen Wettbewerb zu scheuen. 

Eurowings Discover biete auf den gleichen Strecken, teilweise zu den gleichen Zeiten Flüge wie Condor an, auch auf wenig gefragten Routen wie von Frankfurt nach Anchorage/Alaska. Das sei kein Wettbewerb, sondern Verdrängung, sagte Teckentrup. Von Frankfurt aus konkurrierten die beiden Airlines auf sämtlichen rund 30 Kurz- und Mittelstrecken der Condor, vor der Pandemie nur auf einem Dutzend. Auf der Langstrecke rivalisierten sie um 15 Ziele, drei Mal mehr als früher. „Also wird es krachen“, sagte der Condor-Chef. Das heißt, auf manchen Strecken käme es zum Preiskampf. Die Airline will sich zudem neue Langstreckenziele suchen und anders als früher auf Volumenmärkte wie New York oder San Francisco setzen. 

PROFITABEL IM NÄCHSTEN JAHR

Im laufenden Geschäftsjahr werde Condor wie alle Airlines rote Zahlen schreiben, da die starke Nachfrage im Sommer den miserablen Winter nicht ausgleichen könne. Der kommende Winter werde für die Branche besser laufen, wenn es keinen Rückschlag in der Corona-Pandemie gebe. Für das nächste, im Oktober beginnende Geschäftsjahr peilt Teckentrup schwarze Zahlen an. „Ich bin überzeugt, wir können da profitabel sein – unter der Annahme, das wird ein ordentlicher Winter wie vor Corona und es folgt ein ordentlicher Sommer wie vor Corona.“

Das Geschäftsjahr 2022/23 wird das letzte volle unter Teckentrups Führung, denn Ende nächsten Jahres hört der 64-Jährige nach fast zwei Jahrzehnten als Condor-Chefpilot auf. Ein Thema für seinen Nachfolger wird die weitere Modernisierung der betagten Flotte. Ab diesem Jahr wird bis 2024 auf der Langstrecke die Boeing 767 gegen 16 neue Airbus A330neo ausgetauscht. Danach soll die zurzeit 35 Maschinen große Kurz- und Mittelstrecke angepackt werden. Auf dieser fliegt Condor fast nur Airbus und könnte Teckentrup zufolge komplett auf Boeing umstellen. „Ich finde es grundsätzlich attraktiv, Flugzeuge von beiden Herstellern zu haben.“

Dabei hat auch der vor zwei Jahren eingestiegene neue Eigentümer, der Finanzinvestor Attestor mitzureden. Dass dieser langfristig engagiert bleibt, dafür spricht Teckentrup zufolge dessen Anlagehorizont, der nicht durch feste Rückzahlfristen seitens seiner Geldgeber wie Universitätsstiftungen begrenzt ist. „Bisher haben wir für jedes Problem eine gute Lösung gefunden, ich kann mich über nichts beklagen.“

Condor trotzt wachsender Konkurrenz der Lufthansa-Töchter

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

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Kohlenstoffabscheidung: Die Anfänge einer 1-Billion-Dollar-Industrie?

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Kohlenstoff

Ein Kommentar von Dimitry Dayen, Senior Research Analyst für Erneuerbare Energien und Umweltdienstleistungen bei Clearbridge Investments, Teil von Franklin Templeton:

„Der beste Weg, den Klimawandel abzumildern, ist die rasche Umstellung des Energieökosystems von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare und saubere Energieträger. Allerdings ist dies noch nicht überall durchführbar. Und selbst die ehrgeizigeren Dekarbonisierungsszenarien sehen vor, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen noch Jahrzehnte andauern wird.

Bei der Kohlenstoffabscheidung geht es darum, das in Kraftwerken und großen industriellen Prozessen erzeugte CO2 aufzufangen, zu konzentrieren und zu einem Speicherort – meist unter der Erde – zu transportieren, wo es über einen langen Zeitraum gelagert werden kann. Ein weiterer Ansatz zur Kohlenstoffabscheidung ist die direkte Abscheidung aus der Luft (Direct Air Capture = DAC). Dieser zielt darauf ab, CO2-Emissionen direkt aus der Atmosphäre zu entfernen. DAC hat den Vorteil, dass er überall auf der Welt eingesetzt werden kann, wo geologische Lagerstätten zur Verfügung stehen. 

Eine große Aufgabe bzw. Herausforderung bedeutet auch immer eine immense Marktchance. Laut der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) sind etwa 20 % der zur Erreichung des 1,5°C-Szenarios erforderlichen Emissionsminderungen in irgendeiner Form mit Kohlenstoffabscheidung verbunden. Dies entspricht der Beseitigung von 7,38 Gt CO2 pro Jahr (7.380.000.000 Tonnen), was je nach Kohlenstoffpreis (dem Betrag Steuer, die von den Emittenten erhoben wird, um Anreize für Emissionsreduzierungen zu schaffen) zu erheblichen Einnahmen für die künftige Kohlenstoffabscheidungsindustrie führt. Ein Beispiel: Schweden hat mit 137 $/Tonne ab April 2021 die höchste nationale Kohlenstoffsteuer der Welt, doch sind die Emissionen dort seit 2012 nur um 8 % gesunken, was weit unter dem Wert der Ziele des Pariser Abkommens liegt.

Dies deutet darauf hin, dass die Kohlenwasserstoffpreise möglicherweise deutlich steigen könnten. Unter der Annahme, dass $137/ Tonne ein 1,5°-Szenario abbildet, würde die Kohlenstoffabscheidungsindustrie einen möglichen Gesamtmarkt von 1 Billion Dollar erreichen. Die Skalierbarkeit und der Bedarf an großen Kapitalinvestitionen in diesem Sektor in Verbindung mit den bestehenden Eigenkapitalinvestitionen in die Kohlenstoffabscheidung erklären das Interesse der großen Ölkonzerne und Regierungen an diesem Markt. Theoretisch besteht für Unternehmen, die Projekte zur Kohlenstoffabscheidung entwickeln, ein erhebliches Ertragspotenzial.

Hälfte der Projekte befinden sich in den USA

Derzeit gibt es weltweit nur 27 operative Projekte zur Kohlenstoffabscheidung, davon 13 in den USA, die allerding nur einen sehr kleinen Teil der CO2-Emissionen einfangen. Diese Zahl müsste auf Hunderte oder sogar Tausende von Anlagen weltweit anwachsen. Regierungen und der Privatsektor werden deshalb das Wachstum der Kohlenstoffabscheidung gemeinsam vorantreiben. Im Oktober 2021 bewilligte das US-Energieministerium 20 Millionen Dollar zur Unterstützung der Bundesstaaten bei der Einführung der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung.

Die australische Regierung investiert über einen Zeitraum von 10 Jahren mehr als 300 Millionen AUD$ in die Technologie. Die norwegische Regierung hat 1,7 Milliarden Euro für das sogenannte Nordlichtprojekt bereitgestellt, ein zukunftsweisendes gemeinsames Projekt von Equinor, Shell und Total, dessen Ziel es ist, CO2 in Industrieanlagen in der Region Oslofjord (Zement und Energie aus Abfall) abzufangen, zu komprimieren und als Transport per Schiff und Pipeline zur dauerhaften Lagerung in Stauseen in 2.500 bis 3.000 Metern Tiefe zu bringen.

Auf privater Seite sind die großen Ölkonzerne weltweit führend bei den Investitionen in Kohlenstoffabscheidung. Die wichtigsten Akteure sind eine Kombination aus etablierten Energie- und Rohstoffunternehmen und eine Handvoll innovativer Privatunternehmen, mit denen sie häufig zusammenarbeiten. Dazu gehören Carbon Engineering und Climeworks, die beiden führenden DAC-Unternehmen aus Kanada bzw. der Schweiz – wichtige Namen, die man in dieser aufstrebenden Branche im Auge behalten sollte. Unter den großen Ölkonzernen sind Exxon, Chevron und Total führend bei der Kohlenstoffabscheidung.

Exxon besitzt derzeit Anlagen zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung in Wyoming, die in der Lage sind, Abscheidung von sieben Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vorzunehmen. Exxon verfügt auch über ein geplantes Zentrum für die Kohlenstoffabscheidung in Houston, wo nach Schätzungen des Unternehmens bei vollständiger Umsetzung bis 2040 jährlich 100 Millionen Tonnen CO2 gespeichert werden könnten (so viel, als wenn eines von 12 US-Autos von der Straße entfernt werden würde – oder grob geschätzt 22 Millionen Autos).

Fazit

Die Technologie zur Kohlendioxidabscheidung ist insofern umstritten, als sie die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen ermöglicht und die Bemühungen um ein Netz, das zu 100 % aus erneuerbaren Energien besteht, erheblich behindert. Doch die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen könnte noch ein Jahrzehnt oder länger wachsen (wenn auch mit geringeren Raten), und fossile Brennstoffe werden noch lange ein Teil des Energie-Ökosystems bleiben. Daher kann sich die Kohlenstoffabscheidung zu einer großen globalen Industrie entwickeln, die bis auf 1 Billion Dollar pro Jahr anwachsen könnte. Wir erwarten, dass Investoren, Aktivisten, Unternehmensleitungen und politische Entscheidungsträger in den kommenden Jahren verstärkt mit dieser Technologie arbeiten werden.“

Kohlenstoffabscheidung: Die Anfänge einer 1-Billion-Dollar-Industrie?

Foto von Dimitry Dayen (Quelle: Clearbridge / Franklin Templeton)

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19.Mai 2022 Der Börsen Vormittag

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Frankfurt, 19. Mai (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:

11:00 Uhr – Sprudelnde Gewinne ermuntern Anleger zum Einstieg bei Schoeller-Bleckmann. Die Aktien des Ölfeld-Ausrüsters steigen um zwei Prozent und sind damit die einzigen Gewinner im Wiener Leitindex ATX. Das Betriebsergebnis vervierfachte sich den Angaben zufolge im abgelaufenen Quartal auf 15,5 Millionen Euro.

10.30 Uhr – Spekulationen auf eine nahende Zinswende im Euroraum stützen den Euro. Die Gemeinschaftswährung legt zeitweise um 0,4 Prozent auf 1,0506 Dollar zu. Vergangenen Freitag war sie mit 1,0348 Dollar auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren gefallen. „Beinahe täglich melden sich führende EZB-Vertreter zu Wort, um den Märkten gegenüber Handlungsbereitschaft angesichts hoher Inflation zu signalisieren“, schreiben die Analysten der LBBW in einem Kommentar. Viele stimmten in den inzwischen recht lauten Chor derjenigen ein, die eine Zinserhöhung der EZB im Juli mehr als nur andeuteten. Am Mittwoch sprach sich unter anderem EZB-Ratsmitglied Pablo Hernandez de Cos für eine Normalisierung der Geldpolitik aus.

10.07 Uhr – Die zuletzt anziehende Nachfrage bei den Ticketbuchungen macht Easyjet attraktiv. Die Aktien des britischen Billigfliegers legen in London 2,7 Prozent zu. Nach Angaben des Unternehmens lagen die Buchungen in den vergangenen zehn Wochen konstant über dem Niveau aus den Zeiten vor der Corona-Krise. Im ersten Geschäftshalbjahr hat Easyjet einen Verlust von 545 Millionen Pfund verbucht. Das Minus lag im Rahmen der Erwartungen des Konzerns. Seit Jahresbeginn haben die Aktien rund zehn Prozent an Wert verloren.

09.55 Uhr – Angebliche Unregelmäßigkeiten bei einer Schweizer Tochter setzen Orpea zu. Die Aktien des Altenheim-Betreibers, der auch in Deutschland zahlreiche stationäre und ambulante Einrichtungen unterhält, fallen an der Börse in Paris um gut acht Prozent. Dem Radiosender France Info zufolge hat die Sparte Kauforg überteuerte Rechnungen gestellt. Außerdem seien Managern hohe Gehälter gezahlt wurden, obwohl diese auch vom Mutterkonzern Orpea bezahlt worden seien. Orpea kommt seit Monaten wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Heim-Insassen nicht aus den Schlagzeilen.

09.52 Uhr – Ein Quartalsgewinn unter den Markterwartungen setzt Royal Mail zu. Die Aktien des britischen Brief- und Paketzustellers fallen in London um gut sieben Prozent, so stark wie zuletzt vor zweieinhalb Monaten. Das Betriebsergebnis lag den Angaben zufolge im abgelaufenen Quartal bei umgerechnet 894 Millionen Euro. Parallel dazu kündigte das Unternehmen als Reaktion auf höhere Kosten Einsparungen von 413 Millionen Euro bis zum Jahresende an.

09.43 Uhr – Der Dax rutscht tiefer ins Minus und notiert knapp eine Stunde nach Handelsbeginn 2,2 Prozent schwächer bei 13.699 Zählern. Die Furcht vor schnell steigenden Zinsen in den USA und die Folgen für die Wirtschaft treibt die Anleger um.

09.40 Uhr – Ein Übernahmeangebot des Vermögensverwalters Brookfield beschert HomeServe einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien der Wasser-, Heizungs- und Elektroinstallateur-Firma steigen in London um fast zwölf Prozent auf ein 13-Monats-Hoch von 1175 Pence. Brookfield bietet den Angaben zufolge 1200 Pence je Aktie oder insgesamt umgerechnet 4,8 Milliarden Euro. „Das Angebot ist vernünftig aber nicht umwerfend“, kommentiert Analyst Joe Brent von der Investmentbank Liberum. Das lasse die Tür für eine Gegen-Offerte offen.

09.30 Uhr – Der Kauf zusätzlicher Anteile durch Großaktionär Derichebourg beschert Elior den größten Kurssprung seit eineinhalb Jahren. Die Aktien des Caterers steigen in Paris um 13,5 Prozent auf 3,44 Euro. Der Firmen- und Behörden-Dienstleister Derichebourg stockte seine Beteiligung den Angaben zufolge auf fast 20 von zuvor knapp fünf Prozent auf.

09.20 Uhr – Eine Gewinnwarnung drückt EdF ins Minus. Die Aktien des Versorgers fallen in Paris um zwei Prozent. Dem Unternehmen zufolge schmälern Inspektionen und Wartungsarbeiten an Kernkraftwerken die Atomstrom-Produktion. Dadurch werde der Gesamtjahresgewinn voraussichtlich um 18,5 Milliarden statt 14 Milliarden Euro geschmälert.

08.00 Uhr – Evotec setzen sich bei Lang & Schwarz mit einem Plus von einem Prozent an die MDax-Spitze. Das Hamburger Biotechunternehmen und die spanische Pharmafimra Almirall teilten am Morgen mit, eine strategische Allianz zur Entdeckung und Entwicklung neuartiger Therapeutika für schwere Hautkrankheiten einzugehen.

07.35 Uhr – Folgende Aktien werden am Donnerstag mit einem Dividendenabschlag gehandelt:

Deutsche UnternehmenAngaben in EuroSchlusskursDividende
Deutsche Boerse AG<DB1Gn.DE>164,203,20
SAP SE<SAPG.DE>91,501,95
Uniper SE<UN01.DE>24,240,07
1&1 AG<1U1.DE>19,080,05
Takkt AG<TTKG.DE>15,741,10

19.Mai 2022 Der Börsen Vormittag

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Kommende Livestreamtermine im Mai.

Stabwechsel im Aufsichtsrat der Deutschen Bank – Wynaendts soll übernehmen

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Frankfurt, 19. Mai (Reuters) – Bei der Deutschen Bank beginnt eine neue Ära. Nach einem holprigen Jahrzehnt, in dem Deutschlands größtes Bankhaus Milliardenverluste schrieb, den Einbruch des Aktienkurses sah, aber auch die Weichen für eine Neuaufstellung legte, verlässt Aufsichtsratschef Paul Achleitner das Frankfurter Geldhaus.

Sollte alles nach Plan laufen, werden die Anteilseigner dem ehemaligen Chef des niederländischen Versicherungsriesen Aegon, Alexander Wynaendts, am Donnerstag auf der virtuellen Hauptversammlung den Weg freimachen, um Achleitner als Chefkontrolleur nachzufolgen. Im November hatte die Bank den 61-jährigen Niederländer nach langer Suche zur Wahl vorgeschlagen.

„Ich blicke heute zurück auf bewegte Jahre in einer schwierigen Phase für unsere Bank“, sagte Achleitner auf dem virtuellen Treffen. „Ich verlasse die Deutsche Bank in der tiefen Überzeugung, dass wir alle gemeinsam in den vergangenen Jahren die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt haben“, führte der 65-jährige aus. Als Achleitner den Aufsichtsratsvorsitz 2012 übernommen habe, sei die Bank nur vordergründig stark und stabil gewesen, schrieb Konzern-Chef Christian Sewing in einer email an die Beschäftigten. „Heute wissen wir: Es brauchte viele Jahre und tiefgreifende Veränderungen, um die Deutsche Bank wieder in die Spur zu bringen.“ 

Der Stabswechsel fällt in eine Zeit, in der der Finanzkonzern wieder an Stabilität gewonnen hat. Erst kürzlich meldete die Bank den siebten Quartalsgewinn in Folge – den höchsten seit neun Jahren.

Vorstandschef Sewing hatte 2019 einen umfassenden Konzernumbau eingeleitet, um das Geldhaus wieder auf einen stabilen Gewinnkurs zu führen. Abteilungen wurden geschlossen, besonders riskante Teile des Investmentbanking abgestoßen und es wurden harte Sparschritte auf den Weg gebracht. Im Zuge der Rosskur sollen weltweit 18.000 Stellen wegfallen. 

Mit Herrn Wynaendts beginne für die Deutsche Bank eine neue Ära, sagte Andreas Thomae, Portfoliomanager der Fondsgesellschaft Deka – ein wichtiger Anteileigner der Bank – laut Redetext. Anders als sein Vorgänger werde er hoffentlich die Bank durch eine etwas ruhigere Phase steuern. Die Deka halte ihn für den richtigen Mann an der Aufsichtsratsspitze. Kritisch hatte sich im Vorfeld des Aktionärstreffens dagegen die Fondsgesellschaft Union Investment geäußert. Sie hatte angekündigt, sich gegen Wynaendts als Nachfolger von Achleitner auszusprechen. Fondsmanagerin Alexandra Annecke nannte als Grund dafür Ämterhäufung.

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Warum der Weltwirtschaft eine Triple-Rezession droht

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Berlin, 19. Mai (Reuters) – Ein Unglück kommt selten allein, lautet ein altes Sprichwort. Für die Weltwirtschaft könnte es in diesem Jahr zutreffen, droht ihr doch das Triple – eine parallele Rezession der drei wichtigsten Wirtschaftsmächte USA, China und Euro-Zone. „Die Risiken eines weltweiten rezessionären Dreiklangs steigen derzeit von Tag zu Tag“, warnt Havard-Ökonom Kenneth Rogoff. Dabei sind die Gründe für den möglichen Absturz durchaus verschieden: In den Vereinigten Staaten könnte der Aufschwung von den Zinserhöhungen der mächtigen Notenbank Fed abgewürgt werden, in der Volksrepublik droht Ungemach durch die strikte Null-Covid-Politik Pekings, während Europa die ökonomischen Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine zu schaffen machen.

USA

Wie ernst es um die US-Konjunktur steht, zeigt ein Blick auf das Verbrauchervertrauen: Dieses Barometer ist im Mai auf den tiefsten Stand seit 2011 abgestürzt, weil die hohe Inflation von aktuell 8,3 Prozent an der Kaufkraft der Konsumenten nagt. Und wenn die anfangen zu knausern, gerät der Aufschwung in Gefahr: Schließlich machen die Konsumausgaben etwa 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der weltgrößten Volkswirtschaft aus. Die Notenbank Fed hat die Gefahr erkannt. Sie hat jüngst die größte Zinserhöhung seit 22 Jahren gewagt und will weitere folgen lassen, um die Inflation in Schach zu halten. Das allerdings hat einen unschönen Nebeneffekt. Da dadurch Zinsen für Kredite – etwa für Investitionen von Unternehmen oder auch für den Konsum – teurer werden, kann das den Aufschwung bremsen.

Am Immobilienmarkt schlägt das schon durch. Die Zahl der neu begonnenen Projekte für den Wohnungsbau fiel im April, ebenso die der Baugenehmigungen. Mit einem Durchschnittszins von 5,30 Prozent bei Verträgen zur Baufinanzierung mit 30-jähriger Laufzeit wurde zuletzt der höchste Wert seit Juli 2009 erreicht. Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten mehr als 100 Ökonomen beziffern daher die Gefahr, dass die US-Wirtschaft in den nächsten 24 Monaten in eine Rezession abtaucht, auf 40 Prozent.

„Da die Fed scheinbar das Bedürfnis verspürt, ‚aufzuholen‘, um die Kontrolle über die Inflation und die Inflationserwartungen wiederzuerlangen, erhöht ein schnelles Tempo aggressiver Zinserhöhungen die Wahrscheinlichkeit eines geldpolitischen Fehltritts“, warnt ING-Chefökonom James Knightley. „Der könnte ausreichen, um die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen.“ Der Chefanlagestratege der Bank of America, Michael Hartnett, wird noch deutlicher: „‚Inflationsschock‘ verschlimmert sich, ‚Zinsschock‘ beginnt gerade, ‚Rezessionsschock‘ kommt“, schrieb er kurz und knapp an Kunden.

CHINA

China hat nicht mit Inflation und steigenden Zinsen zu kämpfen, sondern mit seiner Corona-Politik. Bestes Beispiel dafür ist die Finanzmetropole Shanghai: Die mehr als 25 Millionen Einwohner zählende Riesenstadt steckt seit Wochen in einem Lockdown fest, der die Wirtschaft lähmt. Dutzenden anderen Großstädten geht es ähnlich. Mindestens 373 Millionen Menschen in Städten, die 40 Prozent der chinesischen Wirtschaftsleistung ausmachen, sind einer Analyse der Ökonomen der japanischen Finanzgruppe Nomura davon betroffen. Die Folgen lassen sich an den Konjunkturdaten ablesen.

Die Immobilienverkäufe brachen im April so stark ein wie seit 16 Jahren nicht mehr, während die Industrie ihre Produktion drosselte, der Einzelhandel weniger umsetzte und die Investitionen unerwartet schwach wuchsen. Zugleich schnellte die Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. „Die Pandemie hat relativ große Auswirkungen auf den Wirtschaftsbetrieb“, musste der Sprecher des Statistikamtes, Fu Linghui, in dieser Woche einräumen. „Womöglich steckt die chinesische Volkswirtschaft bereits in der Rezession“, warnt Top-Ökonom Rogoff. Auf Hilfe von außen kann der Exportweltmeister kaum zählen. „Denn gleichzeitig lässt die hohe globale Nachfrage als wichtige Konjunkturstütze nach“, sagt DZ-Bank-Ökonomin Monika Boven. Schließlich kühlt die Konjunktur auf den wichtigen Absatzmärkten USA und Europa gerade ab.

Die staatlich unterstützte nationalistische Boulevardzeitung „Global Times“ sah sich angesichts der geballten Risiken bereits zu einer Warnung gezwungen, die verdeutlich, wie nervös die Führung in Peking geworden ist: „Wer darauf setzt, dass China von einer selbstverschuldeten Rezession bedroht ist, wird die Folgen seiner Fehler tragen“.

EURO-ZONE

Europa macht wie den USA die hohe Inflation zu schaffen, mehr noch aber der Krieg in der Ukraine. „Mit jeder Woche, die der Krieg andauert, wächst der wirtschaftliche Schaden für Europa“, warnt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Besonders ein Lieferstopp oder ein Embargo von russischem Erdgas und -öl können die Konjunktur abstürzen lassen. „Solche Beschränkungen würden die europäische Wirtschaft in den kommenden beiden Jahren in eine Rezession treiben“, betont Fratzscher.

Ein abruptes Ausbleiben russischer Gaslieferungen dürfte die Produktion in Europas größer Volkswirtschaft Deutschland in den ersten zwölf Monaten um 114 bis 286 Milliarden Euro einbrechen lassen, wie aus einer Studie des Wissenschaftlers Tom Krebs von der Universität Mannheim hervorgeht. Das entspräche einem Verlust von rund drei bis acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zusätzlich könnten die Verbraucher wegen steigender Energiepreise weniger für andere Güter ausgeben und die Unsicherheit zunehmen, was die Wirtschaftsleistung um weitere zwei bis vier Prozent reduzieren würde.

Damit wäre durch ein kurzfristiges Erdgas-Embargo ein wirtschaftlicher Einbruch auf das Niveau des Corona-Jahres 2020 oder der Finanzkrise im Jahr 2009 zu erwarten, schreibt der Professor für Volkswirtschaftslehre. Es „könnte jedoch auch zu einer Wirtschaftskrise führen, wie sie (West)Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg nicht erlebt hat“, warnt Krebs. Kommt es so, würden wohl die gesamte Euro-Zone und die EU schrumpfen.

Warum der Weltwirtschaft eine Triple-Rezession droht

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