Donnerstag, März 19, 2026
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Inflationssorgen ziehen US-Börsen nach unten

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Frankfurt, 19. Mai (Reuters) – Die Bremswirkung der steigenden Inflation auf die US-Wirtschaft treibt die Anleger an der Wall Street weiter um. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor am Donnerstag 1,4 Prozent auf 31.048 Punkte, der breiter gefasste S&P 500 fiel um 1,1 Prozent auf 3881 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte 0,8 Prozent tiefer bei 11.330 Punkten.

Sinkende Gewinne von Einzelhandelsriesen wie Target  machten Börsianern zufolge deutlich, wie sich der Teuerungsschub auf die Kaufkraft der Amerikaner auswirkt. „Die Verbraucherkomponente beginnt sich jetzt abzuschwächen, was die Aussicht verstärkt, dass wir tatsächlich auf eine Rezession zusteuern“, sagte Randy Frederick, Investmentexperte bei Charles Schwab. Der Konsum ist der Hauptmotor, die Verbraucherausgaben machen mehr als zwei Drittel der Wirtschaftstätigkeit aus.

In den Abwärtssog geriet mit Kohl’s ein weiterer US-Einzelhändler. Die Aktien stürzten um rund sieben Prozent ab, nachdem die Kaufhauskette ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt hatte. Cisco System schraubte seine Umsatzerwartungen wegen der Lieferengpässe im Komponentensektor ebenfalls herunter. Die Titel gaben rund zehn Prozent ab.

Für gute Stimmung bei seinen Aktionären sorgte hingegen Canada Goose mit einer optimistischen Gewinnprognose. Die Firma zeigte sich von der starken Nachfrage nach seinen Luxusparkas und -jacken ermutigt. Die Aktien stiegen um rund zehn Prozent.

Inflationssorgen ziehen US-Börsen nach unten

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Eine bearishe Positionierung erhöht das Risiko eines Marktumschwungs

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Schwierige Zeiten für Banken Energie Konsum Erholung Marktumschwung

Ein aktueller Marktkommentar von Pascal Menges, Head of Equity Investment Process and Research bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM):

Steht die Weltwirtschaft kurz vor einer Rezession? Die jüngsten Veränderungen in der Positionierung der Anleger könnten darauf hindeuten. Wohin man auch blickt, der Pessimismus der Anleger ist da: in den Portfolio-Exposures, in den Vertrauensumfragen, in der Korrelation innerhalb der Anlageklassen und in der Korrelation zwischen den Aktienstilen.

Die Marktpositionierung oder Marktstimmung ist eine der wichtigsten Kräfte, die zur Bildung der Bewertung von Finanzanlagen beiträgt.  J.M. Keynes‘ „Animal Spirits“ – so der wirtschaftswissenschaftliche Fachausdruck – bringen diesen psychologischen Aspekt der Finanzmärkte allegorisch zum Ausdruck: Während auf lange Sicht die Fundamentaldaten die Preisentwicklung von Vermögenswerten bestimmen, sind auf kürzere Sicht Übertreibungen und psychologische Verzerrungen an der Tagesordnung, und auch heute ist dies nicht anders. Grafik 1 zeigt verschiedene Anzeichen für den Pessimismus, der sich seit Jahresbeginn aufgebaut hat:

  • Die Umfragen zur Anlegerstimmung befinden sich auf historischen Tiefstständen: Der Einbruch dieser Umfragen zu Beginn des Jahres fiel insbesondere mit dem Massenausstieg der Privatanleger aus Wachstumstiteln zusammen. Seitdem ist dieser Pessimismus weiterhin sehr ausgeprägt und mit den schwärzesten Stunden der Finanzmärkte vergleichbar.

  • Die Aktienengagements der Hedgefonds, die über ihr Beta auf diese Anlageklasse geschätzt werden, wurden seit Anfang des Jahres drastisch reduziert. Derzeit befinden sie sich im dritten Quartil ihrer Geschichte – ein bereits sehr niedriges Niveau.

  • Während sich die Korrelation zwischen Anleihen und Aktien durch den jüngsten gemeinsamen Rückgang dieser beiden Anlageklassen erheblich verschlechtert hat, sind die Korrelationen innerhalb der Anlageklassen deutlich gestiegen. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist diese Korrelation innerhalb der Anlageklassen (Anleihen, Währungen und Rohstoffe) von 57% auf 71% gestiegen. Wenn diese Korrelation schnell auf ein so hohes Niveau ansteigt, bedeutet dies, dass der Markt beginnt, auf der Grundlage eines gemeinsamen Faktors zu handeln, und dieser gemeinsame Faktor ist in der Regel Misstrauen gegenüber Risiken. Dieses Misstrauen wird normalerweise durch einen großen wirtschaftlichen Schock ausgelöst – meistens durch eine Rezession.

  • Aktien sind von der Zunahme dieser Korrelation innerhalb der Anlageklasse nicht ausgenommen. Noch auffälliger ist, dass die Korrelation zwischen Wachstumsaktien und Value-Aktien im Zeitraum 2020-2021 zwar einbrach, diese Anomalie sich aber wieder auflöst. Im Mai 2020 war die Korrelation mit 96% am höchsten, während der historische Durchschnitt bei 90% lag.  Im Januar 2021 war die Korrelation auf 11% zurückgegangen. Diese Zahlen, die auf den MSCI World Indizes basieren, sind in Wahrheit nicht regionalspezifisch: Die europäischen und amerikanischen Indizes zeigen ähnliche Entwicklungen. Der Markt behandelt die beiden Stile zunehmend ähnlich und unterstreicht damit die Geldklinge, die hinter der Rotation zu Beginn des Jahres steckt. In diesem Stadium deutet diese „bärische“ Rotation immer mehr darauf hin, dass es sich in Wirklichkeit um einen „Bärenmarkt“ mit einer Rotation handelt – ein weiteres deutliches Zeichen für den herrschenden Pessimismus an den meisten Märkten.

Das Problem mit dem Faktor „Stimmung“ ist natürlich, dass er immer auf zwei Arten interpretiert werden kann: entweder als „trend following“-Signal oder als Contrarian-Signal. Im ersten Fall ist die negative Stimmung eine Aufforderung, bei der Portfolioallokation vorsichtiger zu sein und vor allem Bargeld und Diversifikationsquellen zu bevorzugen. Im zweiten Fall drohen den Märkten starke Rückschläge, die mit sehr wenig Liquidität einhergehen können und die Nerven der Anleger strapazieren. Wie bereits in früheren Ausgaben dieser wöchentlichen Kolumne erwähnt, gibt es nur wenige Wirtschaftsstatistiken, die mit dieser extremen Negativität der Anleger übereinstimmen.

Kurz gesagt, die Verlangsamung scheint unvermeidlich, aber wir sind noch nicht so weit. Eine Trendwende, der auf einem Stimmungsumschwung beruht, erscheint uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht unmöglich. Chart 1: Indikatoren für die Marktstimmung: AAII-Umfrage (1. Graphik von oben), Beta von Hedgefonds auf Aktien (2. Graphik von oben), durchschnittliche Korrelation innerhalb der Anlageklasse (3. Graphik von oben) und Korrelation Wachstum/Value (MSCI, 4. Graphik von oben).

1. Graphik Quelle: Bloomberg, LOIM
2. Graphik Quelle: Bloomberg, LOIM
3. Graphik Quelle: Bloomberg, LOIM
4. Graphik Quelle: Bloomberg, LOIM

Graphiken Quelle: Bloomberg, LOIM

Eine bearishe Positionierung erhöht das Risiko eines Marktumschwungs

Foto von Pascal Menges, Head of Equity Investment Process and Research bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM)

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Im EZB-Rat wird Ruf nach raschem Handeln laut – Vize mahnt zur Vorsicht

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Frankfurt/Berlin, 19. Mai (Reuters) – In der Führungsetage der Europäischen Zentralbank wird der Ruf nach schnellem Handeln im Kampf gegen die hohe Inflation lauter. Dies belegen auch die am Donnerstag veröffentlichten Protokolle der Zinssitzung des EZB-Rats von Mitte April. „Einige Mitglieder sahen es als wichtig an, ohne unnötigen Verzug zu handeln“, heißt es darin. In dem Gremium sei zudem Sorge über die hohe Inflation laut geworden. Die Teuerungsrate ist mit zuletzt 7,4 Prozent im Euroraum weit über das Ziel der Europäischen Zentralbank von 2,0 Prozent hinausgeschossen.

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos erwartet, dass die Inflation auch in den nächsten Monaten hoch bleiben wird. Doch wegen der großen Unsicherheit mit Blick auf Preisentwicklung und Konjunktur gelte es für die Geldpolitik, „graduell und vorsichtig“ vorzugehen, mahnte der Spanier bei einem Videoauftritt.

Bundesbankchef Joachim Nagel und auch andere Währungshüter haben eine Zinswende für Juli ins Auge gefasst. Der niederländische Zentralbankchef Klaas Knot brachte sogar die Möglichkeit einer Anhebung um einen halben Prozentpunkt ins Spiel, falls die Inflation in den nächsten Monaten auf noch breiterer Basis stehe oder zulege. Zudem müssen Banken Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank horten. Dieser sogenannte Einlagesatz liegt aktuell bei minus 0,5 Prozent. Der eigentliche Schlüsselsatz liegt bei 0,0 Prozent. 

WANN ENDEN ANLEIHENKÄUFE?

Auf ihrer nächsten Sitzung am 9. Juni könnte die Europäische Zentralbank die Weichen für die Zinswende stellen. Als Vorstufe dazu dürften die milliardenschweren Anleihenkäufe eingestellt werden. Das Ende hat die EZB für das dritte Quartal ins Auge gefasst, doch zuletzt war auch ein Aus für Ende Juni von einigen Währungshütern ins Spiel gebracht worden.

De Guindos sagte dazu nun: „Ich würde erwarten, dass es eher früher als später im dritten Quartal dazu kommen wird.“ Ein erster Zinsschritt könnte „einige Zeit“ danach folgen. EZB-Chefin Christine Lagarde hatte jüngst erläutert, dass mit „einiger Zeit“ auch einige Wochen gemeint sein könne.

Im EZB-Rat wird Ruf nach raschem Handeln laut – Vize mahnt zur Vorsicht

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Credit-Suisse-Großaktionär fordert Ablösung von Konzernchef Gottstein

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Credit Suisse Schweiz Greensill CS
SANKT MORITZ, SWITZERLAND - AUGUST 16, 2018: Credit Suisse, swiss bank sign on window in Sankt Moritz, Switzerland

Zürich, 19. Mai (Reuters) – Credit-Suisse-Großaktionär Artisan Partners fordert Verwaltungsratspräsident Axel Lehmann auf, einen Nachfolger für Konzernchef Thomas Gottstein zu suchen. Unter der Leitung Gottsteins sei es bei der Schweizer Großbank nicht gut gelaufen, sagte Fondsmanager David Samra der Nachrichtenagentur Reuters. „Es gibt keinen Grund, wieso jemand wie er vernünftigerweise in seiner Rolle bleiben sollte.“

Artisan, die Angaben von Refinitiv zufolge rund 1,5 Prozent an Credit Suisse hält und damit zu den zehn größten Eignern gehört, ist der erste bedeutende Aktionär, der Gottstein öffentlich die Unterstützung entzieht.

Credit Suisse machte in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit einer Reihe von Fehlschlägen Schlagzeilen. Nach einem milliardenhohen Verluste mit dem Hedgefonds Archegos, der Notschließung der Greensill-Fonds sowie Bestechungs- und Betrugsverfahren hat die Bank inzwischen zwar die Risiken zurückgefahren, bekommt das aber auch in mauen Erträgen zu spüren.

Credit-Suisse-Großaktionär fordert Ablösung von Konzernchef Gottstein

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EZB-Bankenaufseher in Sorge wegen Schleichwegen von Banken nach Brexit

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Frankfurt/Berlin, 19. Mai (Reuters) – Die EZB will die Geschäftspraxis vieler global operierender Investmentbanken beschränken, Kunden in der Euro-Zone auch nach dem Brexit weiter von London aus zu betreuen. Der oberste EZB-Bankenaufseher Andrea Enria kündigte am Donnerstag in einem Blog „bindende Entscheidungen“ für Investmentfirmen an. Dies werde von Fall zu Fall geschehen. Damit könnten sie dazu gebracht werden, Personal und Handelsaktivitäten in den Euroraum zu verlagern.

Trotz entsprechender Aufforderungen der Europäischen Zentralbank, die für die Aufsicht über die größten Geldhäuser im Euroraum zuständig ist, sind Investmentbanken dieser Bitte nur zögerlich nachgekommen. Laut Enria geht es auch darum, dass das Risikomanagement mit den im Euroraum geltenden aufsichtsrechtlichen Regeln im Einklang stehen müsse.

Der Italiener nannte zudem im Zusammenhang mit dem Brexit geschaffene Mantelgesellschaften Grund zu „sehr realer Sorge“. Diese könnten im Euroraum operieren, würden aber trotz der mit dem Standort verbundenen Regulierungsauflagen in puncto Risikomanagement und Finanzinfrastruktur komplett auf Zentren in Drittstaaten zurückgreifen. 

Im Januar 2020 hat Großbritannien die Europäische Union (EU) verlassen. Die auf der Insel ansässige Finanzindustrie hat auch den direkten Zugang zum EU-Binnenmarkt verloren. Im Zuge des schrittweisen EU-Ausstiegs wurde Banken der „EU-Pass“ entzogen, der sie im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) berechtigt, ihre dortigen Kunden mit lediglich einer einzigen im EWR lizensierten Gesellschaft zu bedienen. Mehrere internationale Banken sind daher dazu übergegangen, Geschäftsstandorte von London auf Zweigstellen im Euroraum zu verlagern.

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Bundestag beschließt Corona-Steuerhilfen

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Berlin, 19. Mai (Reuters) – Der Bundestag hat weitere Steuerhilfen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie beschlossen. Das vierte Corona-Steuerhilfegesetz wurde am Donnerstag mit den Stimmen der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP sowie der oppositionellen Union verabschiedet. Unternehmen können bestimmte Investitionen für 2022 schneller bei der Steuer absetzen, wovon sich die Regierung Impulse für die wirtschaftliche Erholung verspricht.

Sie können zudem stärker als bisher Verluste mit früheren Gewinnen verrechnen und damit ihre Steuern für die vergangenen Jahre verringern. Für Arbeitnehmer wird die Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag bis Ende 2022 verlängert. Steuerzahler erhalten zudem mehr Zeit für die Abgabe ihrer Steuererklärung. 

Unternehmen sollen in Milliardenhöhe von einer auf das laufende Jahr begrenzten degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter profitieren. Im steuerlichen Sinne umfasst das nicht nur tragbare oder fahrbare Dinge, sondern einen Großteil aller Investitionen – etwa Maschinen, den Fuhrpark oder auch die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die degressive Abschreibung ist mit knapp zehn Milliarden Euro an erwarteten Steuermindereinnahmen für die Jahre 2022 bis 2025 der bei weitem teuerste Posten des Steuerhilfegesetzes. Das Gesamtpaket wird mit Kosten von rund zwölf Milliarden Euro beziffert.

Angehoben wird für Beschäftigte in Pflege, Krankenhäusern und Arzt-Praxen die Steuerbefreiung der Corona-Boni. Bis zu 4500 Euro bleiben steuerfrei. Dies soll auch für freiwillige oder tarifliche Zahlungen der Arbeitgeber gelten. Die Bundesregierung stellt rund eine Milliarde Euro für Corona-Boni für Beschäftigte in Krankenhäusern und in der Pflege bereit. Dies sollte am Abend in einem eigenen Gesetz vom Bundestag beschlossen werden.

Bundestag beschließt Corona-Steuerhilfen

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Versorger EDF erwartet noch höhere Kosten wegen Atomstrom-Ausfällen

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Paris, 19. Mai (Reuters) – Der französische Energiekonzern EDF hat erneut vor milliardenschweren Mehrkosten infolge der Atomstromausfälle im Zuge der Wartung und Reparatur seiner Kraftwerke gewarnt. Die bisherigen Schätzungen dürften um 4,5 Milliarden Euro überschritten werden, teilte der staatliche Versorger am Donnerstag mit. Das operative Ergebnis (Ebitda) werde damit um 18,5 Milliarden Euro belastet statt um 14 Milliarden wie zuletzt prognostiziert. Der Vorstand hatte bereits zwei Mal zuvor seine Kostenschätzungen angehoben. Die Produktionsprognose für 2022 liegt nun bei 280-300 Terawattstunden (TWh) statt bei 295-315 TWh.

„Ein weiterer sehr wesentlicher Anstieg der Kosten für außerordentliche nukleare Ausfälle, die mit historisch hohen Strompreisen einhergehen“, kommentierten die Analysten von JP Morgan. „Wir sehen noch keine Untergrenze für das Ausfallrisiko, da der Schweißkorrosionsfehler der SIS-Rohre systembedingt ist und die gesamte Nuklearflotte von EDF überprüft wird“, fügten sie hinzu.

EDF verfügt in Frankreich über 56 Reaktoren und ist für etwa 70 Prozent der Stromversorgung des Landes verantwortlich. Der Versorger hat ein Programm zur Überprüfung seines Atom-Kraftwerksparks gestartet. 

Zwölf Reaktoren seien jetzt vom Netz und würden auf Spannungskorrosion untersucht, erklärte der stellvertretende Leiter der Nuklearproduktion von EDF, Regis Clement. Bisher seien Korrosionen an vier Reaktoren festgestellt worden. 

Der Leiter der französischen Nuklearaufsichtsbehörde ASN hatte zuletzt erklärt, dass die Behebung von Korrosionsproblemen in den Reaktoren von EDF einen „groß angelegten“ Plan erfordern und „mehrere Jahre“ dauern würde. Er warnte davor, dass möglicherweise weitere Reaktoren abgeschaltet werden müssten.

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Easyjet hofft auf guten Sommer – Buchungen über Vorkrisen-Niveau

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London, 19. Mai (Reuters) – Der britische Billigflieger Easyjet setzt dank anziehender Buchungen auf ein gutes Geschäft in den kommenden Ferienmonaten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unseren Plänen für den Sommer fast das Flugniveau von 2019 erreichen werden“, sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren am Donnerstag. In den vergangenen zehn Wochen hätten die Buchungen rund sechs Prozent über dem Niveau vor der Corona-Krise 2019 gelegen. Dies sei sehr vielversprechend. Urlauber würden zwar immer noch vergleichsweise spät buchen, aber der Nachholbedarf nach der Virus-Pandemie zeige sich deutlich.

Im ersten Geschäftshalbjahr (per Ende März 2022) erzielte Easyjet einen Verlust von 545 (Vorjahr: 701) Millionen Pfund und lag damit im Rahmen seiner Erwartungen. „Die aufgestaute Nachfrage und die Aufhebung der Reisebeschränkungen sorgten für eine starke und anhaltende Erholung des Geschäfts, die durch unsere Maßnahmen noch verstärkt wurde“, erklärte Lundgren.

Eine genauere Prognose für das zweite Geschäftshalbjahr wollte er nicht machen. Allerdings dürften höhere Treibstoffpreise und ein festerer Dollar für zusätzliche Kosten sorgen. „Wir gehen davon aus, dass wir im dritten Quartal 90 Prozent der Kapazitäten des Geschäftsjahres 2019 erreichen werden“, betonte der Airline-Chef. Im vierten Quartal dürften es dann sogar rund 97 Prozent sein, wobei die Erträge aus verkauften Tickets derzeit 15 Prozent über denen von 2019 liegen. 

An der Börse lagen die Easyjet-Aktien nach Gewinnen zum Handelsstart am Vormittag knapp ein Prozent im Minus. 

Der irische Konkurrent RyanairRYA.I will nach den Verlusten in der Corona-Krise der vergangenen zwei Jahre in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Man wolle dieses Jahr eine „angemessene Profitabilität“ erreichen, hatte Europas größter Billigflieger zu Wochenanfang erklärt. In dem im März abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 verringerte Ryanair den Fehlbetrag auf 355 Millionen Euro, nach einer Milliarde Euro Verlust im Vorjahreszeitraum. „Die Erholung bleibt fragil“, sagte Konzernchef Michael O’Leary, der auch noch keine Prognose wagte.

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Börsengang-Volumen in Hongkong auf Neun-Jahres-Tief

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Hongkong, 19. Mai (Reuters) – Die Konjunkturabkühlung und regulatorische Hürden in China halten Firmen zunehmend von einem Börsengang in Hongkong ab. Das Volumen der Neuemissionen fiel in diesem Jahr bisher um 90 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar, wie aus Daten des Anbieters Refinitiv hervorgeht. Das ist so wenig wie zuletzt 2013. Im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt schon 20,7 Milliarden Dollar.

Für den Börsenplatz Hongkong sind das genauso schlechte Nachrichten wie für die Investmentbanken, die in der Region rund ein Drittel ihrer Einnahmen mit Kapitalmarktgeschäften betreiben. Der Hongkonger Börsenbetreiber HKEX0388. ist auf der weltweiten Rangliste auf Platz zehn von drei abgerutscht.

Frank Bi, Partner der Anwaltskanzlei Ashurst, erklärte die Entwicklung auch mit der verschlechterten finanziellen Lage von Börsenkandidaten. Dadurch komme es zu Verzögerungen. So legte erst kürzlich der Fintech-Arm des chinesischen Onlinehändlers JD.com seinen Börsengang in Hongkong auf Eis.

Chinas „Uber for trucks“-Version Full Truck Alliance will vor der Zweitnotierung die Ergebnisse einer Untersuchung der Cyber-Sicherheitsbehörde abwarten. Investoren seien gerade sehr vorsichtig, sagte Analyst Sumeet Singh vom Finanzhaus Aequitas. Zusätzlich zu den weltweiten Unsicherheiten kämen noch die Lockdowns in China sowie die verschärfte Regulierung von Technologiefirmen in der Volksrepublik.

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Indonesien hebt Exportverbot von Palmöl wieder auf

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Jakarta, 19. Mai (Reuters) – Indonesien will sein Exportverbot für das weltweit begehrte Palmöl ab Montag aufheben. Die Lage bei der Versorgung mit heimischem Speiseöl habe sich verbessert, begründete Präsident Joko Widodo am Donnerstag. Der weltweit größte Exporteur von Palmöl hat seit dem 28. April die Verschiffung gestoppt, um damit die steigenden Preise für heimisches Speiseöl zu dämpfen.

Die Entscheidung zur Aufhebung des Exportverbots sei auch deshalb getroffen worden, weil die Regierung das Wohlergehen der 17 Millionen Beschäftigten in der Palmölindustrie im Auge habe, so der Präsident in einer Videoerklärung. Palmöl macht mehr als ein Drittel des weltweiten Pflanzenölmarktes aus, wobei rund 60 Prozent des Angebots auf Indonesien entfallen.

„Der Durchschnittspreis für (loses) Speiseöl lag vor dem Exportverbot im April bei 19.800 Rupiah pro Liter“, sagte Widodo. „Nach dem Verbot fiel er auf etwa 17.200 bis 17.600 Rupiah pro Liter.“ Ursprünglich sollte der Preis erst bis auf 14.000 Rupiah (rund 0,90 Euro) fallen, bevor eine Aufhebung des Exportverbots für Palmöl beschlossen werden sollte. Der Druck auf eine frühere Lockerung war zuletzt aber gewachsen, da die Landwirte gegen die fehlende Nachfrage nach ihren Palmfrüchten protestierten.

Palmöl ist das weltweit am meisten produzierte, verbrauchte und gehandelte Pflanzenfett. Sein Marktanteil liegt bei etwa 40 Prozent. Es wird in Schokoladen, Kosmetika und Putzmitteln verwendet. Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums zufolge werden im laufenden Jahr insgesamt 77 Millionen Tonnen produziert.

Indonesien lieferte bislang 60 Prozent des weltweiten Bedarfs. Malaysia kommt als Nummer zwei auf einen Marktanteil von 25 Prozent. Die größten Abnehmer sind Indien, China, Pakistan und Bangladesch. In den vergangenen beiden Jahren hatte die Coronavirus-Pandemie die Ernten beeinträchtigt, weil die Arbeitsmigration in den Plantagen Südostasiens eingeschränkt worden war. 

Stark anziehende Preise für Rohstoffe und Energie sowie Lieferprobleme setzen der mittelständisch geprägten Süßwarenindustrie in Deutschland zu. Allein im April seien die Preise für Palmöl um 73,3 Prozent gestiegen, klagte der Branchenverband BDSI. Der Ukraine-Krieg verschärfe die Situation nun drastisch. „Diese in dieser Form noch nie dagewesenen Belastungen treffen die Betriebe in der Breite und immer häufiger in existenzbedrohendem Maße.“

Indonesien hebt Exportverbot von Palmöl wieder auf

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