Sonntag, August 2, 2026
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Klöckner will Kritik von Habeck nicht kommentieren

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Robert Habeck und Julia Klöckner (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) will die massive Kritik des früheren Vizekanzlers und Wirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) an ihrer Person nicht kommentieren.

„Der vorliegende Fall ist einer von mehreren Mandatsverzichten in dieser Wahlperiode“, sagte ein Sprecher Klöckners der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). „Der Mandatsverzicht von Abgeordneten ist ein üblicher parlamentarischer Vorgang, der von der Bundestagspräsidentin nicht kommentiert wird.“

Habeck hatte zuvor in der „taz“ seinen Rückzug aus dem Bundestag angekündigt und dabei massive Kritik unter anderem an Klöckner geübt. „Sie war noch nie in der Lage, Dinge zusammenzuführen“, sagte der Grünen-Politiker.


Foto: Robert Habeck und Julia Klöckner (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Umfrage: Flüchtlingskrise für viele Treiber des AfD-Erfolgs

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Flüchtlingskrise von 2015 gilt für viele Deutsche als Treiber des AfD-Erfolgs. 50 Prozent der Bundesbürger sehen die hohen AfD-Werte heute als direkte Folge des damaligen Flüchtlingszuzugs, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage für die Fernsehsender RTL und ntv hervorgeht. 48 Prozent führen die Erfolge hingegen auf andere Ursachen zurück.

Unter den Anhängern von CDU/CSU (59 Prozent) und AfD (58 Prozent) ist die Überzeugung verbreitet, dass die Flüchtlingskrise ausschlaggebend war. Bei SPD- (46 Prozent), Grünen- (33 Prozent) und Linken-Anhängern (27 Prozent) überwiegt dagegen die Einschätzung, dass andere Gründe wie Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik oder wirtschaftliche Ängste entscheidender seien.

40 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem privaten Umfeld bis heute Probleme gibt, die auf die Zuwanderung 2015 zurückzuführen seien. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) sieht auch in der eigenen Stadt oder Gemeinde entsprechende Schwierigkeiten. In Großstädten mit über 500.000 Einwohnern liegt dieser Wert sogar bei 61 Prozent.

Auffällig ist die politische Spaltung. Während SPD-, Grünen- und Linken-Anhänger überwiegend keine Probleme wahrnehmen, stimmen fast alle AfD-Anhänger zu. 80 Prozent berichten von Problemen im persönlichen Umfeld und sogar 88 Prozent in ihrer Stadt oder Gemeinde.

Ob es richtig war, 2015 die hohe Zahl von Flüchtlingen nach Deutschland zu lassen, spaltet die Bevölkerung bis heute. 46 Prozent halten die Entscheidung der damaligen Bundesregierung für richtig, 41 Prozent meinen, man hätte die Menschen an den Grenzen zurückweisen sollen. Unter Anhängern der Grünen (85 Prozent) und SPD (67 Prozent) überwiegt klar die Zustimmung, auch bei der Linken (71 Prozent) gibt es eine deutliche Mehrheit. Die Anhänger der Union hingegen sind in dieser Frage in zwei gleich große Lager gespalten. AfD-Anhänger sehen es hingegen fast geschlossen anders. 92 Prozent halten die Entscheidung für falsch, nur vier Prozent für richtig.

Auch beim Blick auf die langfristigen Folgen ist die Gesellschaft gespalten. 43 Prozent glauben, dass die Flüchtlingskrise Deutschland stärker verändert habe als die Wiedervereinigung, 50 Prozent sehen die Einheit von 1990 als prägender. Besonders AfD-Wähler vertreten mit 88 Prozent die Ansicht, die Flüchtlingskrise habe die Republik stärker geprägt als die Wiedervereinigung.

Die Umfrage unter 1.006 Erwerbstätigen wurde vom 22. und 25. August 2025 durchgeführt.


Foto: Flüchtlinge in einer „Zeltstadt“ (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Söder wünscht Habeck "viel Glück außerhalb der Politik"

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Robert Habeck (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem angekündigten Rückzug von Robert Habeck (Grüne) aus dem Bundestag wünscht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister einen guten Start mit neuen Projekten.

Er wünsche Habeck „viel Glück außerhalb der Politik“, sagte Söder der „Bild“ (Mittwochsausgabe). „Denn in der Politik war er ja sehr erfolglos.“ Söder fügte hinzu: „Geh mit Gott – Hauptsache, weit weg.“ Er sagte außerdem, er werde „weiterhin mit Freude bayerische Weiß- und fränkische Bratwürste essen“. Der CSU-Politiker reagierte damit auf eine Aussage Habeck, wonach ihn das „fetischhafte Wurstgefresse von Markus Söder“ nerve.

Aus der Führung der SPD-Bundestagsfraktion gibt es deutliche Kritik am Rückzug von Habeck aus dem Bundestag. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Wiese, sagte der „Bild“, dass der Rückzug von Habeck ein „schwieriges Demokratieverständnis“ offenbare. „Als gewählter Abgeordneter ist es das höchste Gut, die Menschen im Wahlkreis zu vertreten.“

Es gebe „keinen Grund, den Abgang zu machen, nur weil man nicht mehr in der ersten Reihe im Scheinwerferlicht steht“, sagte Wiese: „De Maizière, Müntefering oder jetzt Olaf Scholz waren und sind nach ihren hohen Ämtern in ihren Wahlkreisen weiter für die Bürger ansprechbar.“ Sie kümmerten sich um die Belange der Bürger – „wie es sich gehört“.


Foto: Robert Habeck (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Gericht: Apple Watch darf nicht als "CO2-neutral" beworben werden

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Apple-Logo (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt (dts Nachrichtenagentur) – Der Apple-Konzern darf seine „Apple Watch“ nicht mit dem Label „CO2 neutrales Produkt“ bewerben. Das teilte das Landgericht Frankfurt am Main am Dienstag mit.

Diese Entscheidung wurde demnach getroffen, nachdem die Deutsche Umwelthilfe gegen die Werbung des Unternehmens geklagt hatte. Die 6. Kammer für Handelssachen stellte fest, dass die Werbung irreführend sei und gegen das Wettbewerbsrecht verstoße.

In der Urteilsbegründung heißt es, dass die Verbraucher aufgrund des Pariser Übereinkommens von 2015 davon ausgehen, dass eine CO2-Kompensation bis etwa 2050 gesichert sei. Apple hatte sich auf ein Waldprojekt in Paraguay berufen, um den CO2-Ausgleich zu gewährleisten. Das Gericht stellte jedoch fest, dass die Pachtverträge für 75 Prozent der Projektfläche nur bis 2029 bestehen und somit keine langfristige CO2-Kompensation garantiert werden könne.

Zusätzlich wurde die Argumentation von Apple, dass ein Verra-Pufferkonto zur Absicherung der Pachtverlängerungen eingerichtet wurde, als unzureichend erachtet. Das Gericht kommt zu dem Schluss, dass die Möglichkeit, das Projekt lediglich zu überwachen, nicht ausreiche, um eine nachhaltige CO2-Kompensation zu gewährleisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main angefochten werden.


Foto: Apple-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Innungskrankenkassen drängen auf Strukturreformen

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Pressekonferenz: IKK e.V. am 26.08.2025, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Innungskrankenkassen drängen auf Strukturreformen. Die gesetzliche Krankenversicherung werde bei steigenden Leistungsausgaben insgesamt zunehmend auch zum Auffangbecken für staatliche Aufgaben, wie die gemeinsame Vertretung der Innungskrankenkassen am Dienstag in Berlin mitteilte. Schon im vierten Quartal 2024 verbuchte die GKV ein Defizit von 6,2 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr rechnen die Kassen mit einem Fehlbetrag von 46 Milliarden Euro. 88 von 94 Krankenkassen erhöhen ihre Zusatzbeiträge, während weitere Anhebungen bereits angekündigt sind. Für Arbeitnehmer bedeute das weniger Netto vom Brutto, sagte Hans Peter Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Für Arbeitgeber – insbesondere im Mittelstand – bedeute dies stärkeren Druck bei den Lohnnebenkosten.

„Wenn die Regierung in dieser Situation nun allein auf Darlehen setzt, verdreht sie die Realität“, so Wollseifer. Aus Beitragszahlern würden künstlich Schuldner gemacht, obwohl sie in Wahrheit den Staatshaushalt subventionieren, so der Vorstandsvorsitzende. „Das ist nicht nur finanzpolitisch fragwürdig, sondern Augenwischerei und ein Schlag ins Gesicht all jener, die das Gesundheitswesen finanzieren.“

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des IKK e.V. belege den massiven Stimmungsumschwung, so der Verein. 65 Prozent der Befragten sehen inzwischen die zu hohen Beitragssätze als eines der drängendsten Probleme im Gesundheitswesen – im Vorjahr sagten das noch 46 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich auch das Plädoyer für eine strikte Zweckbindung der GKV-Beiträge. 82 Prozent der Versicherten verlangen, dass ihre Gelder ausschließlich für Leistungen an die GKV-Mitglieder verwendet werden. Das ist ein Anstieg um 15 Prozentpunkte binnen eines Jahres.

Gleichzeitig sinkt die Zufriedenheit mit der Gesundheitspolitik auf ein niedriges Niveau. Nur noch etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Menschen sind aktuell zufrieden oder sehr zufrieden, während es 2024 noch 39 Prozent waren. Alarmierend ist die Entwicklung in der Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen, die die Hauptlast der Finanzierung trägt. Hier äußern Dreiviertel (74 Prozent) deutliche Unzufriedenheit.

Angesichts dieser Entwicklungen fordern die Innungskrankenkassen drei kurzfristige Maßnahmen, um die Eskalation zu stoppen. Erstens müsse die Bundesregierung die Versorgung von Bürgergeld-Beziehern vollständig und kostendeckend aus Steuermitteln finanzieren, anstatt Jahr für Jahr eine Lücke von rund zehn Milliarden Euro in die GKV-Haushalte zu reißen. „Zweitens müssen gesetzliche Ausgabensteigerungen kritisch überprüft werden, wenn sie keinen nachweisbaren Mehrwert in der Versorgung bringen“, ergänzte Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des Verbands. „Dazu zählen insbesondere die geplante Entbudgetierung im fachärztlichen Bereich oder die Erhöhung des Apothekenfixums.“

Drittens brauche es ein verbindliches Ausgabenmoratorium, bis die Ergebnisse der eingesetzten Expertenkommission vorliegen und in politische Reformen übersetzt sind. „Die GKV steht am Wendepunkt. Jetzt braucht es keine Symbolpolitik und keine Verschuldungstaktik, sondern Mut zur ordnungspolitischen Korrektur“, so Wollseifer.

„Die Politik gefährdet nicht nur das Prinzip der Solidarität, sondern auch das Vertrauen von Millionen Versicherten und Arbeitgebern in unser Gesundheitssystem, wenn sie weiter auf Zeit spielt“, sagte Müller. Besonders drängend sei dabei die verantwortungsgerechte Finanzierung versicherungsfremder Leistungen. Diese werden aktuell aus Beiträgen gestemmt, obwohl es sich um originär staatliche Aufgaben handele. Der Bundeszuschuss ist seit 2017 nicht mehr erhöht worden. „Der Staat muss seiner Verantwortung nachkommen und darf den Bundeshaushalt nicht dauerhaft aus Beiträgen der Sozialversicherung quersubventionieren“, so Müller.

Die Innungskrankenkassen legen daher erneut ein Bündel von Reformvorschlägen vor, das Einnahmen und Ausgaben gleichermaßen adressiert. Auf der Einnahmeseite verlangen sie die Einbeziehung neuer Erwerbs- und Geschäftsmodelle wie die digitale Plattformarbeit in die solidarische Finanzierung. Zudem soll ein Teil der staatlichen Einnahmen aus Genusssteuern – allein 17 Milliarden Euro jährlich aus Tabak- und Alkoholsteuern – zweckgebunden an die GKV zurückfließen.

Auf der Ausgabenseite betonen die Innungskrankenkassen die Notwendigkeit, Steuerungs- und Prüfrechte wieder auszubauen – von Krankenhausabrechnungen bis zu Ausschreibungen im Arznei- und Hilfsmittelbereich. Gleichzeitig müssten evidenzbasierte Entscheidungen darüber gefördert werden, welche Leistungen im Katalog bleiben. Um Wartezeiten zu reduzieren und den Zugang zur Versorgung zu verbessern, müsse die Primärversorgung zudem gestärkt werden.


Foto: Pressekonferenz: IKK e.V. am 26.08.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Kassenverbandschef kritisiert Sozialpolitik der Bundesregierung

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Krankenhaus (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der neue Vorstandschef des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, hat die Bundesregierung für ihre Sozialpolitik scharf kritisiert. „Ich spüre von der Reform des Sozialstaats nichts. Gesundheit wird im Kanzleramt wie ein C-Thema behandelt“, sagte Blatt dem „Handelsblatt“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt einen „Herbst der Reformen“ angekündigt.

Blatt warnte vor dramatischen Folgen für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). „Ohne politische Reformen fährt die GKV mit Ansage gegen die Wand.“ Er forderte eine gesetzliche Ausgabenbremse, die die Kassen verpflichtet, nicht mehr auszugeben als sie einnehmen. Außerdem müssten versicherungsfremde Leistungen – etwa die Krankenkassenbeiträge für Bürgergeldempfänger – künftig vom Staat finanziert werden. Das würde die GKV nach Einschätzung von Experten um rund zehn Milliarden Euro im Jahr entlasten.

Zudem dringt Blatt auf Strukturreformen im Gesundheitswesen. Krankenhäuser müssten Leistungen stärker bündeln und Abläufe digitalisieren, um Kosten zu senken und Qualität zu sichern. „Ohne Reformen steigt der Zusatzbeitrag Anfang 2026 auf über drei Prozent“, warnte der Kassenverbandschef.


Foto: Krankenhaus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Studie: Unheimliche virtuelle Menschen lösen Immunantwort aus

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VR-Brille (Archiv), via dts NachrichtenagenturHamburg (dts Nachrichtenagentur) – Unheimliche virtuelle Menschen lösen aufgrund ihres abweichenden Aussehens eine Immunantwort aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag vorgestellte Studie der Universität Hamburg.

Der sogenannte „Uncanny Valley Effekt“ beschreibt, dass Menschen nachempfundene Roboter oder digitale Charaktere, sogenannte „virtual agents“ (VA), bei Testpersonen ablehnende Reaktionen auslösen können. Dies sei insbesondere der Fall, wenn die künstlichen Abbilder als unheimlich oder seltsam empfunden werden. Dieser Eindruck kann etwa durch unstimmige Proportionen oder eine unnatürliche Körperhaltung entstehen.

Die Wissenschaftler der Universität Hamburg haben Testpersonen in einer virtuellen Umgebung mit humanoiden VA konfrontiert und anschließend die Konzentration des sekretorischen Immunglobulins A (slgA) gemessen. Dieser Antikörper ist im Speichel der Menschen nachweisbar und ein Indikator für die Immunaktivität einer Person. So konnten die Forscher nachweisen, dass das Immunsystem auf VA mit abweichendem Aussehen mit einer Erhöhung des slgA-Spiegels reagiert.

Sie verglichen die slgA-Immunreaktion auf die „unheimlichen VA“ mit Veränderungen in der slgA-Konzentration, die nach dem Kontakt mit optimierten, deutlich menschlicheren VA sowie einfachen Cartoon-VA gemessen wurden. In diesen Testszenarien konnte keine Steigerung der Immunantwort im Speichel nachgewiesen werden.

„Das zeigt, dass die menschliche Wahrnehmung abweichende äußere Merkmale auch bei virtuellen Abbildern anscheinend als potenzielle Bedrohung für die Gesundheit ansieht und unterstützt somit die sogenannte `Pathogen-Vermeidungs-Hypothese` als mögliche Erklärung des `Uncanny Valley Effekts`“, sagte Esther Diekhof, Leiterin der Arbeitsgruppe Neuroendokrinologie am Fachbereich Biologie.

Abweichende Merkmale würden fälschlicherweise als Anzeichen einer Erkrankung angesehen und das Immunsystem bereite sich vermutlich darauf vor, eine Ansteckung zu verhindern. Das könnte ein wichtiger Grund für die Ablehnung und Vermeidung der „unheimlichen VA“ sein.

In den ergänzenden Fragebögen, in denen die 66 Testpersonen sowohl das Aussehen der virtuellen Kontakte als auch die eigenen Empfindungen reflektierten, zeigten sich allerdings keine großen Unterschiede in der Bewertung der drei VA-Gruppen. Das weise laut Forschungsteam darauf hin, dass die Immunantwort unbewusst ablaufe. „Das Gehirn leitet aus den optischen Informationen relativ automatisch eine potenzielle Gefahr ab und aktiviert vorsorglich das Immunsystem“, so Diekhof. Dabei gelte: Lieber einmal falsch zu bewerten als eine Krankheitsbedrohung nicht zu erkennen.

Eine vergleichbare Immunreaktion konnte bereits nachgewiesen werden, wenn die virtuelle Kontaktperson nieste und damit eindeutig symptomatisch war. In der aktuellen Studie standen nun ausschließlich leichte Abweichungen im äußeren Erscheinungsbild, insbesondere im Mund- und Augenbereich, im Fokus.

Den Forschern ging es darum, dass sich die Probanden in einer möglichst realistischen virtuellen Umgebung den `virtual agents` näherten und für längere Zeit direkten Augenkontakt aufnehmen mussten. „Die Aufgabe, die seltsam aussehende virtuelle Kontaktperson zum Lächeln zu bringen, machte es unmöglich, ihnen aus dem Weg zu gehen oder Abstand zu halten – was eine Ansteckung vermeiden würde“, sagte Frank Steinicke, Leiter der Arbeitsgruppe Mensch-Computer-Interaktion am Fachbereich Informatik.

Die Ergebnisse zeigten, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Anstieg des slgA-Spiegels und dem empfundenen Eintauchen in der Situation gibt. „Eine als glaubhaft erlebte virtuelle Realität scheint die wahrgenommene gesundheitliche Bedrohung durch seltsam aussehende `virtual agents` zu verstärken“, so Steinicke.


Foto: VR-Brille (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet schwach – Eskalation im Fed-Streit

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Dienstag mit Kursgewinnen in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.050 Punkten berechnet und damit 0,9 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Qiagen, die Deutsche Telekom und Eon, am Ende die Commerzbank, die Deutsche Bank und Airbus.

Auf dem Parkett ging es am Morgen vor allem um die Eskalation im Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und der Federal Reserve. Trump hatte zuvor angekündigt, die Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, weil sie angeblich in mindestens einem Hypothekenvertrag falsche Angaben gemacht haben soll. In dem Streit geht es schon länger um die Leitzinsen – Trump will eine Senkung, während die Notenbank zögert.

„Die Börsianer beobachten das Geschehen um die Fed ganz genau“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. Der Vorgang um Cool habe das Potenzial, für neue Unsicherheit an der Wallstreet zu sorgen. „Dabei geht es aktuell nicht nur um die Frage, was tatsächlich an den Vorwürfen dran ist“, so Altmann. „Es geht um Donald Trumps Möglichkeit, die Fed mit neuen Ernennungen schneller auf die von ihm gewollte Linie niedrigerer Zinsen zu bringen.“

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmorgen etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1617 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8608 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 68,32 US-Dollar; das waren 48 Cent oder 0,7 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


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Juso-Vorsitzender lehnt Unions-Forderungen nach Wehrpflicht ab

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Philipp Türmer (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Bundesvorsitzende der Jusos, Philipp Türmer, hat Forderungen aus der Union zurückgewiesen, das Wehrdienstgesetz so umzuschreiben, dass eine Wehrpflicht automatisch kommt, falls die Bundeswehr zu wenige Freiwillige gewinnen sollte. „Wir sind gegen Pflichtelemente, wir sind auch gegen aktivierbare Möglichkeiten im Gesetz, die Pflicht dann eben doch wieder einzuführen“, sagte Türmer den Fernsehsendern RTL und ntv.

Die Koalition dürfe keine Hintertür ins Gesetz einbauen. „Wir brauchen jetzt eine klare Entscheidung, und diese Entscheidung muss lauten, wir setzen auf Freiwilligkeit.“ Um Russland von einem Angriff auf Nato-Gebiet abzuschrecken, benötige man hochqualifizierte Zeit- und Berufssoldaten, die sich freiwillig verpflichteten, so Türmer. „Das erreicht man eben nicht mit einer Pflicht, sondern mit attraktiveren Bedingungen.“ Alle großen europäischen Länder setzten auf Freiwilligkeit. „Jedes Jahr 700.000 junge Männer zwangsweise einzuziehen, das wäre ja übertrieben.“


Foto: Philipp Türmer (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Azubivergütung in Gesundheits- und Pflegeberufen am höchsten

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Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Der Verdienst von Auszubildenden in Deutschland ist stark vom Beruf abhängig, den sie erlernen. Überdurchschnittlich verdienten im Jahr 2024 Auszubildende in Gesundheits- und Pflegeberufen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte. Ihr Monatsverdienst lag im Schnitt bei 1.310 Euro brutto.

Ausbildungen in Schifffahrtberufen, wie etwa zum Schiffbauer, wurden mit 1.236 Euro brutto im Monat ebenfalls hoch vergütet. Im Handwerk verdienten Auszubildende im Durchschnitt 1.008 Euro brutto im Monat. Die geringste Vergütung erhielten Auszubildende in Künstlerberufen. Auszubildende in Bereichen wie beispielsweise Musik, Fotografie oder Grafikdesign hatten einen monatlichen Bruttoverdienst von durchschnittlich 914 Euro.

Der Verdienst von Auszubildenden steigt zudem mit der Größe des Ausbildungsunternehmens. Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten zahlten ihren Auszubildenden 2024 ein durchschnittliches Bruttomonatsgehalt von 929 Euro. Auszubildende in Unternehmen mit 50 bis 99 Beschäftigten verdienten 1.083 Euro brutto im Monat. In Unternehmen mit 1.000 oder mehr Beschäftigten erhielten Auszubildende im Schnitt 1.494 Euro brutto im Monat.

Im April 2024 haben Auszubildende in Deutschland über alle Ausbildungsjahre hinweg im Durchschnitt 1.238 Euro brutto im Monat verdient. Bei Frauen lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst in der Ausbildung mit 1.302 Euro etwas höher als bei Männern (1.187 Euro), so das Bundesamt.


Foto: Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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