Donnerstag, August 13, 2026
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US-Jobmarkt mit überraschend gutem Jahresstart – 467.000 neue Stellen

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Washington, 04. Feb (Reuters) – Die US-Wirtschaft hat trotz der Omikron-Welle zu Jahresbeginn weit mehr Stellen geschaffen als erwartet.

Im Januar entstanden 467.000 neue Jobs, wie die Regierung am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Jobaufbau von 150.000 gerechnet nach revidiert 510.000 im Dezember. In einer ersten Schätzung war nur ein Wert von 199.000 für Dezember genannt worden.

Jobmarkt

Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote stieg zugleich auf 4,0 von zuvor 3,9 Prozent. Angesichts des wieder rund laufenden Jobmarkts und der hohen Inflation hat US-Notenbankchef Jerome Powell eine Zinswende für März angedeutet und die Finanzmärkte auf weitere Schritte nach oben vorbereitet. 

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Nordirische Brexit-Kontrollen müssen vorerst in Kraft bleiben

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Belfast, 04. Feb (Reuters) – Der nordirische Alleingang zur Abschaffung bestimmter Brexit-Vereinbarungen mit der Europäischen Union ist vorerst ausgebremst. Ein Gericht in Belfast ordnete am Freitag an, dass die in Nordirland vorgesehenen Zollkontrollen von Lebensmitteln und Agrarprodukten, die von der britischen Hauptinsel kommen, bis auf weiteres beizubehalten sind. Die Richter setzten für den 7. März eine Anhörung an, auf der der Fall weiter vertieft werden soll.

Der nordirische Landwirtschaftsminister Edwin Poots hatte am Mittwoch angeordnet, die Kontrollen abzuschaffen. Die Anordnung wurde zwar nicht umgesetzt, löste aber umgehend scharfe Kritik der EU aus, die von einem Vertragsverstoß sprach, denn die Kontrollen wurden im Rahmen der Brexit-Verhandlungen vereinbart. Sie sind Teil des sogenannten Nordirland-Protokolls.

Brexit

Dieses sieht vor, dass trotz Großbritanniens Austritt aus der Europäischen Union die EU-Binnenmarktregeln in Nordirland weiterhin gelten. In der Folge wurden die Kontrollen des Warenverkehrs auf die Seegrenze zwischen der britischen Hauptinsel und Nordirland verlagert. Damit soll eine harte Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindert werden, durch die – so die Befürchtungen – die Gewalt zwischen Protestanten und Katholiken wiederaufflammen könnte.

Die in Nordirland mitregierende protestantische Partei DUP, der Poots angehört und die für eine engere Anbindung an Großbritannien eintritt, lehnt das Nordirland-Protokoll jedoch ab. Am Donnerstag war aus Protest gegen die Vereinbarung sogar der Regierungschef Nordirlands, Paul Givan, zurückgetreten.

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Tier-NFTs spülen Geld in Artenschutz-Projekte

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Artenschutz

Johannesburg, 04. Feb (Reuters) – Mit digitalen Sammelbildern von Tieren sammelt ein Streaming-Dienst für Wildtier-Aufnahmen Geld für Artenschutz-Projekte ein. WildEarth verkaufte nach eigenen Angaben bislang etwa 1000 sogenannte Non-Fungible Token (NFTs) zum Preis von jeweils etwa 200 US-Dollar. Von den Einnahmen gingen 40 Prozent an Betreiber von Reservaten.

Die Initiative ermögliche es Enthusiasten, sich als Paten ihrer Lieblingstiere zu fühlen, sagte Graham Wallington, Mitgründer von WildEarth. Gleichzeitig eröffne es eine mögliche neue Einnahmequelle für Tierschutz-Projekte weltweit.

Diese sei weniger umweltbelastend als die bisherigen Haupt-Geldbringer Tourismus und Jagden. „Wir müssen eine Lösung finden, die es Leuten ermöglicht, die Wildnis von zu Hause aus zu schützen.“

Artenschutz

Bei NFTs handelt es sich um Echtheits- und Eigentumsnachweise für digitale Objekte wie Bilder, Videos oder Musikstücke. WildEarth bietet unter anderem NFTs von Tlalamba an, einer vier Jahre alten Leopardin und Star des Djuma Game Reserve in Südafrika. Der Kauf bietet Zugang zu exklusiven Fotos, Videos und Informationen rund um das Tier. Im Falle der Tlalamba-NFTs dürfen Käufer sogar über die Namen ihrer beiden Jungen abstimmen.

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Nato-Generalsektär Stoltenberg wird Norwegens Notenbankchef

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Oslo, 04. Feb (Reuters) – Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wechselt dieses Jahr auf den Posten des norwegischen Notenbankchefs.

Das gab die Regierung in Oslo am Freitag bekannt.

Notenbankchef

Bis der derzeit im Ukraine-Konflikt als Krisenmanager geforderte Nato-Chef das Amt übernehmen kann, soll ab März die Vizechefin der Notenbank, Ida Wolden Bache, die Position kommissarisch ausfüllen.

Stoltenberg hat bei früherer Gelegenheit betont, dass er seine Amtszeit bei der Nato bis Ende September ausfüllen will. 

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Nike verklagt Verkäufer von Sportschuh-NFTs

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Sport

Frankfurt, 04. Feb (Reuters) – Nike verklagt eine Handelsplattform für Markenartikel wegen des Verkaufs von nicht autorisierten Sportschuh-Bildern als sogenannte Non-Fungible Token (NFTs). StockX verletze damit Markenrechte, teilte der US-Sportartikel-Hersteller mit. Außerdem verwirre es Kunden. Nike fordert Schadenersatz in ungenannter Höhe.

Keine der beiden Firmen war zunächst für einen Kommentar erreichbar. Über die Online-Plattform StockX, die bei einer Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr mit insgesamt 3,8 Milliarden Dollar bewertet wurde, können Nutzer Schuhe, Taschen und andere Waren kaufen und verkaufen.

Sport

Bei NFTs handelt es sich um Echtheits- und Eigentumsnachweise für digitale Objekte wie Bilder, Videos oder Musikstücke. Nike zufolge hat StockX mehr als 500 NFTs mit Nike-Schuhen verkauft, die „in der nahen Zukunft“ in reale Exemplare eingetauscht werden könnten. Nike bezeichnete die Bedingungen hierfür als undurchsichtig und die Preise als überzogen.

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Anlegern stehen schwierige Wochen bevor

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Frankfurt, 04. Feb (Reuters) – Nach dem turbulenten Jahresauftakt ist eine Beruhigung der Börsen nicht in Sicht. Es gebe zahlreiche Faktoren, die erneute Kursausschläge auslösen könnten, warnt etwa Victor Zhang, Chef-Anleger des Vermögensverwalters American Century.

Da sei zunächst die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik der Notenbanken. „Höhere Zinsen bedeuten höhere Kreditkosten, die zusammen mit der steigenden Inflation die Gewinnmargen der Unternehmen bedrohen“, erläutert Zhang.

Gleichzeitig gebe es keine Hinweise, dass sich die Lieferketten-Probleme rasch auflösten, zumal die wieder steigenden Infektionszahlen die Lage eher noch verschärften. Außerdem hätte eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine schwerwiegende Folgen für Europa: „Russland liefert fast ein Drittel des europäischen Erdgases und Rohöls, das größtenteils durch die Ukraine transportiert wird.“

UNTERSTÜTZUNG DURCH BILANZSAISON ERHOFFT

Analyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank in Essen ist etwas zuversichtlicher: Er habe den Eindruck, dass die Stimmung an der Börse derzeit schlechter sei als die tatsächliche Lage. „Ein Blick auf den Zustand der US-Unternehmen offenbart in vielen Fällen eine sehr hohe Liquiditätsposition in Verbindung mit einer sehr niedrigen Verschuldung. Dies führt zu hohen Aktienrückkaufsquoten und zu gesteigerten Übernahmeaktivitäten und wirkt stützend auf die Aktienmärkte.“ Dividendenpapiere blieben daher die aussichtsreichste Anlageform.

In der neuen Woche öffnen unter anderem ein halbes Dutzend Dax-Firmen ihre Bücher. Dazu gehören der Elektrotechnik-Konzern Siemens sowie dessen Beteiligung Siemens Energy. Bei dem Energietechnik-Spezialisten erwarten Experten Details über eine mögliche Komplettübernahme der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa, die Siemens Energy die Bilanzen verhagelt. Im Ausland geben der Kosmetik-Anbieter L’Oreal, der Unterhaltungskonzern Walt Disney sowie die Getränke-Hersteller Coca-Cola und PepsiCo Ergebnisse bekannt.

Anleger

ZINSERHÖHUNGSSPEKULATIONEN SETZEN AKTIENMÄRKTEN ZU

In den vergangenen Tagen dominierten allerdings Zinserhöhungsspekulationen die Entwicklung am Aktienmarkt. Weil unter anderem die Europäische Zentralbank (EZB) eine erste Anhebung im laufenden Jahr nicht mehr ausschloss, gab der Dax unter dem Strich rund ein halbes Prozent nach. Damit stand er vor dem vierten Wochenverlust in Folge. Das ist die längste Serie seit dem Börsen-Crash vom März 2020.

Vor diesem Hintergrund seien alle Augen auf die US-Inflationsdaten am Donnerstag gerichtet, sagt Robert Greil, Chef-Anlagestratege des Bankhauses Merck Finck. „Auch in den USA bleiben die Energie- und die Nahrungsmittelpreise sowie temporäre Effekte vorerst die größten Inflationstreiber.“ Da die Löhne aber stärker stiegen als in Europa sei der Preisdruck dort hartnäckiger. Experten zufolge ist die US-Teuerungsrate im Januar auf 7,2 Prozent gestiegen. Dies könnte Spekulationen auf raschere und drastischere Zinserhöhungen der Notenbank Fed neue Nahrung geben.

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Einzelhandel der Euro-Zone im Dezember mit erheblichen Umsatzeinbußen

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Berlin/Brüssel, 04. Feb (Reuters) – Inmitten der Omikron-Welle haben die Einzelhändler der Euro-Zone im Dezember massive Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. In dem vom Weihnachtsgeschäft geprägten Monat fielen die Erlöse um 3,0 Prozent zum Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet, nach einem Plus von 1,0 Prozent im November. Die deutschen Einzelhändler machten im Dezember ein überdurchschnittliches Minus von 5,5 Prozent.

Euro

Die Branche rechnet hierzulande jedoch im Jahresverlauf mit weniger Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie und damit auch mit wieder schneller steigenden Einnahmen.

Einzelhandel der Euro-Zone im Dezember mit erheblichen Umsatzeinbußen

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Familienkasse zahlt erstmals über 50 Mrd Euro aus

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Berlin, 04. Feb (Reuters) – Die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) geführte Familienkasse hat im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von über 50 Milliarden Euro ausgezahlt. Die Ausgaben für Kindergeld und Kinderzuschlag für über 16,7 Millionen Kinder stiegen um knapp zwei Milliarden Euro auf 48,9 Milliarden Euro, wie die Familienkasse am Freitag mitteilte.

Hinzu kam der einmalige Kinderbonus von 150 Euro zur Abfederung der Corona-Pandemie. Dafür wurden gut 2,6 Milliarden Euro aufgewandt. Etwa 757.000 Familien erhielten zudem einen Kinderfreizeitbonus von 100 Euro, der Familien mit kleinem Einkommen in der Pandemie die Teilnahme an Ferien- und Freizeitangeboten ermöglichen sollte. Finanziert werden die Familienleistungen aus Steuergeldern. 

Familienkasse zahlt erstmals über 50 Mrd Euro aus

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Bundesregierung droht Telegram mit rechtlichen Schritten

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Berlin, 04. Feb (Reuters) – Die Bundesregierung droht dem Messenger-Dienst Telegram mit rechtlichen Schritten bei Verbreitung von Hetze und hat Kontakt zur Konzernspitze. „Die Rechtslage ist eindeutig“, sagte Justizminister Marco Buschmann (FDP) der „Rheinischen Post“ und dem „Bonner General-Anzeiger“.

Telegram müsse Ansprechpartner für deutsche Behörden benennen, wenn zu Straftaten aufgerufen werde. „Wir werden beispielsweise prüfen, ob und wo Telegram Vermögen hat, in das wir im Falle eines rechtskräftigen Bußgeldbescheides vollstrecken können.“

Derzeit gebe es zwei Bußgeldverfahren, die Zustellung sei aber nicht erfolgreich gewesen. Man brauche Ausdauer, um an die Firma in Dubai heranzukommen. Innenministerin Nancy Faeser (SPD) twitterte, man habe Kontakt zur Konzernspitze hergestellt. „In einem ersten konstruktiven Gespräch zur weiteren Zusammenarbeit haben wir vereinbart, den Austausch fortzusetzen und zu intensivieren.“

Bundesregierung

Buschmann sagte, Telegram sei mehr als ein Messengerdienst und habe öffentliche Funktionen eines sozialen Netzwerkes. Seinen rechtlichen Verpflichtungen komme es aber nicht nach. Telegram wird unter anderem von radikalen Impfgegnern und Querdenkern genutzt, um sich für sogenannte Spaziergänge gegen die Corona-Maßnahmen zu vernetzen.

Der Thüringer Verfassungsschutz hatte etwa beklagt, dort würden besonders viele konkrete Umsturzfantasien verbreitet. Auf der Plattform tummelten sich auch besonders viele Rechtsextremisten. Innenministerin Faeser hatte als letztes Mittel zeitweise sogar eine Abschaltung ins Gespräch gebracht. Sie hatte sich aber vor allem für ein europäisches Vorgehen ausgesprochen.

Bundesregierung droht Telegram mit rechtlichen Schritten

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Unter Anlegern tobt Debatte über Value und Growth

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Growth

Ein Kommentar von Pascal Menges, Head of Equity Investment Process and Research bei Lombard Odier IM:

„Unter den Anlegern tobt seit einiger Zeit eine Debatte über Value und Growth. Dabei weist die relative Performance zwischen den beiden Stilen Spitzenwerte auf, wie sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen wurden. Anleger sollten sich allerdings nicht zu sehr für den einen oder anderen Stil entscheiden: Es ist wichtiger, sich auf Qualität zu konzentrieren und Alpha in Growth- oder Value-Aktien zu erzielen. So wurden im Zeitraum 2020-2021 viele „langweilige“ Qualitätsunternehmen zurückgelassen, die jetzt zunehmend attraktiv erscheinen. Mit dem Eintritt in einen Konjunkturzyklus und der Normalisierung des EPS-Wachstums werden diese „langweiligen Unternehmen“ wahrscheinlich ein Comeback bei Anlegern feiern, die zunehmend widerstandsfähige Portfolios aufbauen wollen.

Wert versus Wachstum

Die Art der Wachstums- und Substanzwerte ändert sich rasch. Mit dem Eintritt in eine neue Marktphase wird unserer Meinung nach die Qualität der wichtigste Faktor sein. In den letzten Jahrzehnten waren die wöchentlichen Performance-Spreads zwischen Value-Titeln, d.h. billigeren Unternehmen, und Growth-Titeln, d.h. ertragsstarken Unternehmen, eher gedämpft. Diese Spannen lagen selten außerhalb einer engen Spanne von +/-0,8 %. 

In den letzten Monaten wurden die Aktienmärkte jedoch von starken Ausschlägen erschüttert, die es seit 20 Jahren nicht mehr gegeben hat. Ausschläge von mehr als zwei Standardabweichungen galten bisher als außergewöhnlich und waren weitgehend auf Zeiten wie die globale Finanzkrise beschränkt. Seit dem Ausbruch der Pandemie haben sich die weltweiten Aktienmärkte von einer Phase starker Kursverluste – wöchentlich etwa 30 % – so schnell wie nie zuvor erholt. Folglich haben die wöchentlichen Schwankungen zwischen Wachstum und Wert seit Anfang 2020 sechsmal vier Standardabweichungen erreicht.  Dieses Jahr hat nach demselben Muster begonnen.

Diese Episoden der Outperformance von Value-Aktien gegenüber Growth-Aktien zeigen, dass die Aktienmärkte eine extreme stilistische Positionierung aufweisen. Value-Unternehmen liegen seit 2015, dem Jahr, in dem die Negativzinsen stärker in den Vordergrund traten, hinter dem Markt zurück, und die Situation wurde durch die Pandemie noch verschärft (Abbildung 2).

Eine neue Phase für die Märkte

Wir treten nun in eine neue Phase für die globalen Aktienmärkte ein, die von neuen makroökonomischen Bedingungen geprägt ist: strukturell höhere Inflation, steigende Zinsen, zunehmend restriktivere Finanzierungsbedingungen und eine Normalisierung der Wachstumsdynamik nach einer langen Phase massiver finanzieller und fiskalischer Unterstützung. Die Präferenzen der Anleger verschieben sich, und wir beobachten eine Rotation in Richtung Value.

So sind beispielsweise wachsende Unternehmen jetzt gleichmäßiger über eine größere Bandbreite von Sektoren verteilt, was Druck auf die Bewertungen ausübt. Dieser Druck wird durch zwei Dynamiken noch verschärft. Erstens setzen steigende Zinssätze die Bewertungen von langfristigen Vermögenswerten wie wachstumsstarken, verlustbringenden Unternehmen unter Druck, bei denen der Endwert eine wichtige Komponente der Gesamtbewertung ist. Zweitens sind zwei Branchen – europäische Banken sowie Öl- und Gasproduzenten – in der Vergangenheit stark von idiosynkratischen Ereignissen wie fallenden Zinsen und Rohstoffpreisen sowie einer verstärkten Regulierung betroffen gewesen, was sie unverhältnismäßig stark in die Kategorie „Value“ gedrückt hat. Die Veränderung der makroökonomischen Bedingungen führt zu einer längst überfälligen Erholung dieser Branchen.

Die Anleger müssen sich jedoch bewusst sein, dass die Grenze zwischen Value- und Growth-Titeln durchlässig ist. In den letzten 12 Monaten hat sich der Anteil der harten zyklischen Werte wie Industrie- und Energiewerte sowie Finanzwerte erhöht, die zum Nachteil von IT- und Gesundheitstiteln in das Wachstumslager aufsteigen.

Qualität wird der wichtigste Faktor sein

Unter solchen Marktbedingungen besteht die Gefahr, dass die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt werden. Wir sind der Meinung, dass sie sich nicht vereinfachend auf ein Extrem (Value) auf Kosten des anderen Extrems (Growth) konzentrieren sollten. Wie aus Abbildung 3 hervorgeht, verändern sich die Eigenschaften von Wachstums- und Substanzwerten rasch. Wir sind der Ansicht, dass in einer neuen Marktphase die Qualität der wichtigste Faktor sein wird. Wir würden Qualitätsunternehmen als solche definieren, die über Marktzyklen hinweg starke finanzielle Merkmale aufweisen – Kapitaleffizienz, starker Cashflow, geringe Abhängigkeit von den Kapitalmärkten – und dabei unsere Excess Economic Return-Methode anwenden.“

Unter Anlegern tobt Debatte über Value und Growth

Titelfoto von Pascal Menges (Quelle: LOIM)

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