Kämpfe nahe Kiew – Fluchtkorridore sollen öffnen

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Lwiw, 12. Mrz (Reuters) – Russlands Streitkräfte haben ihre Angriffe nordwestlich von Kiew und auf andere ukrainische Städte am Samstag Medienberichten und Behörden zufolge fortgesetzt. In der Nähe der Hauptstadt sei am Morgen ein ukrainischer Luftwaffenstützpunkt durch russischen Raketenbeschuss zerstört worden, meldete der ukrainische Ableger der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Auch ein Munitionslager in Wassylkiw sei getroffen worden.

Das britische Verteidigungsministerium erklärte, der Großteil der russischen Bodentruppen befinde sich etwa 25 Kilometer vom Zentrum der ukrainischen Hauptstadt entfernt. Auf Satellitenbildern war zu sehen, wie die Truppen bei ihrem Vormarsch auf Kiew Artillerie abfeuerten. In der umkämpften Hafenstadt Mariupol wurde nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums eine Moschee beschossen, in der mehr als 80 Kinder und Erwachsene – unter anderem aus der Türkei – Zuflucht gesucht hätten. Angaben zu Opfern lagen nicht vor.

Am Morgen heulten in den meisten ukrainischen Städten Luftschutzsirenen auf, wie lokale Medien berichteten. Menschen wurden aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen. Die umzingelten Städte Charkiw, Tschernihiw, Sumy und Mariupol stünden weiterhin unter schwerem Beschuss, erklärte das britische Verteidigungsministerium. Die Ukraine stellt sich auf eine neue Welle von Angriffen auf Kiew, Charkiw und Donbass-Gebiete ein, wie ein Berater des ukrainischen Präsidialstabschefs mitteilte. Die Ukraine gehe aber nicht davon aus, dass sich Belarus den russischen Invasionsstreitkräften anschließen werde.

Über Fluchtkorridore aus Mariupol und anderen Orten sollen Zivilisten am Samstag evakuiert werden, wie die ukrainische stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk in einer Videobotschaft ankündigte. Mehr als zwei Millionen Menschen sind seit Kriegsbeginn aus dem Land geflohen, Hunderttausende sitzen in den belagerten Städten fest. „Ich hoffe, dass der Tag gut verlaufen wird, dass alle geplanten Routen geöffnet werden und dass Russland seine Verpflichtungen zur Einhaltung der Waffenruhe erfüllt“, sagte sie. Am Freitag sei ein weiterer Evakuierungsversuch von Mariupol wegen fortgesetzter Angriffe gescheitert. 

Die ukrainische Regierung will am Samstag erneut versuchen, dorthin Lebensmittel und Medikamente zu liefern. In der südlichen Hafenstadt wurden nach Angaben des Stadtrats mindestens 1582 Zivilisten durch russischen Beschuss und eine zwölftägige Blockade getötet. Hunderttausende sind ohne Nahrung, Wasser, Heizung oder Strom eingeschlossen.

Die Präsidenten Russlands und der Ukraine hatten zuletzt Aussichten auf ein Ende des seit mehr als zwei Wochen anhaltenden Krieges angedeutet, der in Russland als „Spezialoperation“ bezeichnet wird. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Freitag erstmals von „positiven Veränderungen“ in den Verhandlungen mit der Ukraine gesprochen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte einen „strategischen Wendepunkt“ im Krieg zugunsten seines Landes ausgemacht, ohne in Details zu gehen. 

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte unterdessen, russische Truppen hätten bislang 3491 Einrichtungen der militärischen Infrastruktur der Ukraine zerstört. Das Militär werde „die Offensive in der Ukraine auf breiter Front fortsetzen“, zitierten russische Nachrichtenagenturen Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow.

Kämpfe nahe Kiew – Fluchtkorridore sollen öffnen

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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