Investor KKR steigt bei Hensoldt mit hohem Gewinn aus

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München, 01. Apr (Reuters) – Der Finanzinvestor KKR hat den Höhenflug bei Aktien aus der Rüstungsbranche zum Ausstieg beim Rüstungselektronik-Hersteller Hensoldt genutzt. Die US-Beteiligungsfirma, die das Unternehmen aus Taufkirchen bei München im Herbst 2020 an die Börse gebracht hatte, verkaufte ihre restlichen knapp 8,8 Millionen Aktien über Nacht zum Preis von jeweils 24,50 Euro an institutionelle Investoren, wie mehrere mit der Platzierung vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag sagten. Damit erlöst KKR noch einmal rund 215 Millionen Euro.

Für die Amerikaner hat sich das Engagement bei Hensoldt gelohnt: Sie hatten die Radar-Sparte 2016 für 1,1 Milliarden Euro aus dem AirbusA-Konzern herausgelöst. Mit dem Verkauf seiner Anteile hat der Finanzinvestor nach Reuters-Berechnungen mehr als 1,6 Milliarden Euro eingenommen. Die tatsächliche Rendite dürfte noch deutlich höher sein – Private-Equity-Firmen finanzieren gewöhnlich den Großteil des Kaufpreises mit Schulden, die sie den erworbenen Unternehmen aufbürden.

Mit dem Rückzug von KKR steigen die Chancen von Hensoldt, wieder in den Kleinwerteindex SDax aufzusteigen. Der Börsenwert liegt inzwischen bei 2,8 Milliarden Euro. Knapp 50 Prozent der Aktien sind jetzt im Streubesitz. Jeweils 25,1 Prozent liegen beim deutschen Staat und bei dem italienischen Rüstungskonzern Leonardo.

Der Preis für das letzte KKR-Aktienpaket lag acht Prozent unter dem Hensoldt-Schlusskurs vom Donnerstag von 26,50 Euro, aber deutlich über den 21 Euro, die KKR vor vier Wochen bei einer ersten Platzierung erzielt hatte. Am Freitag gab die Aktie des Hersteller von Hightech-Kameras für Tornado-Flugzeuge, von Panzer-Periskopen und Radarsystemen für den Eurofighter an der Frankfurter Börse fünf Prozent auf 25,20 Euro nach. Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine hat sich der Börsenwert von Hensoldt mehr als verdoppelt. Die Anleger setzen auf eine breit angelegte Aufrüstung Europas unter dem Eindruck des Kriegs gegen die Ukraine. Die Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz, 100 Milliarden Euro zusätzlich für die Bundeswehr auszugeben, hat die Aktienkurse beflügelt.

Investor KKR steigt bei Hensoldt mit hohem Gewinn aus

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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