Fed-Rally an US-Börsen geht weiter – Energiesektor fester

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Frankfurt/New York, 17. Mrz (Reuters) – Einen Tag nach dem Einläuten der Zinswende haben sich die US-Börsen weiter nach oben gearbeitet. Der Dow-Jones-Index.DJI und der S&P 500.SPXlagen am Donnerstag bei 34.364 und 4399 Punkten je 0,9 Prozent im Plus. Die Technologiebörse Nasdaq.IXIC gewann 1,1 Prozent auf 13.579 Punkte. Die Anleger waren mit der Nachlese des Fed-Zinsentscheids beschäftigt. Die Notenbank hatte wie erwartet den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation um einen Viertel Punkt auf die neue Zielspanne von 0,25 bis 0,50 Prozent angehoben.

Zudem signalisierte die Fed einen aggressiveren Zinserhöhungszyklus, als es viele Experten erwartet hatten. „Der Markt versucht immer noch, ein Gefühl dafür zu bekommen, was diese neuesten Nachrichten der Fed für die Zukunft bedeuten“, sagte Portfolio-Manager Adam Phillips vom Vermögensverwalter EP Wealth Advisors. Momentan sehe es so aus, dass es immer noch Vertrauen in die Fähigkeit der Fed gebe, eine Rezession zu vermeiden. Es gebe aber auch einiges in der Fed-Erklärung, was der Erleichterung der Anleger und der Höhe der unmittelbaren Kursanstiege entgegenstehe, sagte Aktienstratege Philip Marey von der Rabobank. 

Im Fokus der Anleger blieben auch die Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen. „Es bleibt abzuwarten, ob der Optimismus hinsichtlich eines möglichen Friedensschlusses übertrieben ist.“ Nach Angaben des Kreml laufen die Gespräche inmitten der Kämpfe auf Hochtouren, Darstellungen über deutliche Fortschritte seien aber nicht wahr.

BOE TRITT AUFS BREMSPEDAL – KRIEG TRÜBT KONJUNKTURAUSSICHTEN

Der Konflikt und seine wirtschaftlichen Folgen bringen die Notenbanken weltweit im Kampf gegen die Teuerung in die Bredouille. Die Bank of England (BoE) hob am Donnerstag wie zwar erwartet den Schlüsselsatz um einen Viertel Prozentpunkt auf 0,75 Prozent an. Die Notenbanker deuteten für die kommenden Monate aber behutsamere Erhöhungen als bislang erwartet an. Der Krieg verkompliziere auch für die BoE die eigentlich immer noch fest angestrebte und notwendige rasche geldpolitische Neuausrichtung, urteilten die Analysten der NordLB.

Am Ölmarkt bestimmte die Angst vor Versorgungsengpässen durch den Ukraine-Krieg das Marktgeschehen. Die Warnung der Internationalen Energieagentur IEA vor Ausfällen russischer Lieferungen trieb den Preis für das Nordseeöl BrentLCOc1 wieder über die 100-Dollar-Marke. Es verteuerte sich um bis zu 9,4 Prozent auf 107,26 Dollar. Spekulationen auf Konjunkturhilfen in China beflügelten indes die Preise von Metallen wie AluminiumCMAL3= und PalladiumXPD=.

KRIEGSTHEMEN DOMINIEREN IM UNTERNEHMENSSEKTOR

Angesichts der steigenden Ölpreise zählten Aktien aus dem Energiesektor zu den Gewinnern. Titel des Schieferöl-Produzenten Occidental PetroleumOXY.N kletterten um mehr als sieben Prozent. Auch die Papiere von Devon EnergyDVN.N, APAAPA.O, Marathon OilMRO.N und Diamondback EnergyFANG.O zogen an. Aktien der schwergewichtigen Öl-Konzerne ChevronCVX.N und ExxonMobilXOM.N legten 1,5 und zwei Prozent zu.

Anleger von Düngemittel-Herstellern setzten auf eine erfolgreiche Kompensierung von ausbleibenden Rohstofflieferungen aus Osteuropa. Aktien von NutrienNTR.TO und CF IndustriesCF.N gewannen 4,8 und 2,8 Prozent. Nutrien will seine Kali-Produktion im zweiten Halbjahr hochfahren. Die Preise für Kali, ein wichtiges Ausgangsmaterial für stickstoffhaltige Düngemittel, sind in die Höhe geschossen, seit Wirtschaftssanktionen gegen Russland nach dessen Einmarsch in die Ukraine verhängt wurden. Auch die Titel der Dünge- und Salzunternehmen MosaicMOS.N und Intrepid PotashIPI.N zogen um 5,5 und 13,6 Prozent an.

Die Aussicht auf ein Gesamtjahresergebnis über Markterwartungen versetzte Anleger bei Dollar GeneralDG.N in Kauflaune. Die Aktien des Discounters stiegen um 3,3 Prozent. Da immer mehr Amerikaner bei ihren Einkäufen aufs Geld schauen, rechnet das Unternehmen für 2022 mit einem Umsatzplus von etwa zehn Prozent. Der Gewinn werde zwölf bis 14 Prozent zulegen.

Fed-Rally an US-Börsen geht weiter – Energiesektor fester

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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