Europas Börsen mit stabilem Quartalsauftakt – Ölpreis im Blick

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Frankfurt, 01. Apr (Reuters) – Trotz düsterer Konjunkturprognosen sind Europas Börsen stabil in das neue Quartal gestartet. Auch ein etwas schwächer als erwartet ausgefallener Stellenaufbau in den USA konnte am Freitag daran zunächst nichts ändern. Der Dax legte bis zum Nachmittag 0,3 Prozent auf 14.453 Zähler zu, der EuroStoxx50.STOXX50 rückte um 0,5 Prozent vor. Die US-Futures lagen ebenfalls etwas höher.

Im März entstanden zwar mit 431.000 neuen Jobs weniger neue Jobs in den USA als erwartet. Doch wurden die Februar-Zahlen deutlich nach oben korrigiert. Zudem fiel die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote auf 3,6 Prozent von 3,8 im Februar. Damit dürfte annähernd Vollbeschäftigung erreicht sein. 

Der Krieg in der Ukraine hat Ökonomen zufolge jedoch die konjunkturellen Aussichten weltweit zu Beginn des zweiten Quartals deutlich eingetrübt. „Von der Hoffnung auf einen nachhaltigen Post-Corona-Aufschwung bleibt immer weniger übrig“, schrieben die Analysten der Helaba. Einen kleinen Lichtblick habe der Rückgang des Ölpreises geliefert, der sich auf Wochensicht um rund neun Prozent verbilligte. Dennoch sorgt das Thema hohe Energiepreise und die dadurch angeheizte Inflation weiterhin für Nervosität. 

EZB Europa

Mit Spannung warteten Investoren, ob sich bei der außerordentliche Sitzung der Internationalen Energieagentur IEA am Nachmittag andere Staaten den USA anschließen und strategische Ölreserven freigeben könnten. Es sei wahrscheinlich, dass zu den freigegebenen US-Mengen noch weitere hinzukämen, meinte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. „Die akute Angebotsknappheit am Ölmarkt ist dadurch gelindert.“ Der Preis für das Nordseeöl BrentLCOc1fiel um bis zu 2,3 Prozent auf 102,35 Dollar je Fass. Das US-ÖL WTICLc1 rutschte zeitweise unter die 100-Dollar-Marke. Seit vergangenen Freitag sind die Preise für Brent und WTI um rund 12 Prozent gesunken. 

POKER UM RUSSISCHES GAS GEHT WEITER 

Mit Sorge wird zudem die Entwicklung am Gasmarkt beobachtet. Zuletzt hatte Russlands Präsident Wladimir Putin bekräftigt, dass ab dem 1. April ausländische Firmen Gaslieferungen in Rubel zahlen müssten. Abnehmer wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien wollen sich darauf aber nicht einlassen. „Die Tage, in denen die deutsche Wirtschaft mit russischem Gas die Wertschöpfungsketten für viele Produkte aufrechterhalten kann, könnten gezählt sein“, sagt Stratege Jürgen Molnar von Robomarkets. Der europäische Erdgas-FutureTRNLTTFMc1 stieg in der Spitze um 9,1 Prozent auf 132 Euro je Megawattstunde.

An den Metallbörsen verbilligte sich KupferCMCU3 wegen Spekulationen auf einen nachlassenden Rohstoffhunger Chinas um 0,8 Prozent auf 10.290 Dollar je Tonne. Die schwach ausgefallenen chinesischen Konjunkturdaten für März und ein Corona-Lockdown in Shanghai stimmten die Anleger pessimistisch, sagten Analysten.

AUFTRÄGE SCHIEBEN VESTAS AN

Die zuletzt ins Hintertreffen geratenen Dax-Titel Delivery HeroDHERG.DE und ZalandoZALG.DEgingen auf Erholungskurs und legten 6,7 und 4,7 Prozent zu. Übernahmespekulationen schoben StratecSBSG.DE um bis zu 24,7 Prozent auf 126,20 Euro in die Höhe. Mehrere Finanzinvestoren erwägen Insider zufolge einen Einstieg bei dem Laborzulieferer. 

An der Kopenhagener Börse machten VestasVWS.CO mit einer Reihe neuer Aufträge von sich Reden. Die Aktien des dänischen Herstellers von Windturbinen gewannen 5,5 Prozent. Die im SDax.SDAXI notierten NordexNDXG.DE legten mehr als fünf Prozent zu.

Europas Börsen mit stabilem Quartalsauftakt – Ölpreis im Blick

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Titelfoto und Foto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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