Die deutschen Wirtschaftsbeziehungen zu Russland und zur Ukraine

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24. Feb (Reuters) – Der russische Angriff auf die Ukraine schreckt auch die deutsche Wirtschaft auf. Kein Wunder, ist sie doch insbesondere in Russland stark engagiert. Nachfolgend ein Überblick über die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland und zur Ukraine:

RUSSLAND

– UNTERNEHMEN: Fast die Hälfte der ursprünglich 6300 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung hat sich seit 2011 vom russischen Markt zurückgezogen. Nach Angaben der Auslandshandelskammer (AHK) sind aktuell nur noch etwa 3651 deutsche Unternehmen vor Ort aktiv. Die Unternehmen beschäftigten 2019 mehr als 277.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Umgekehrt wurden zuletzt 164 russisch geführte Unternehmen in Deutschland gemeldet, die mehr als 8100 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von 31,6 Milliarden Euro erwirtschaften. 1,9 Prozent des Umsatzes aller auslandskontrollierten Unternehmen in Deutschland erwirtschafteten 2019 jene mit Hauptsitz in Russland. Zum Vergleich: Auf Unternehmen mit Hauptsitz in den USA entfielen 17,9 Prozent.

– INVESTITIONEN: Durch den Trend zur Lokalisierung stiegen in den vergangenen Jahren die deutschen Direktinvestitionen in Russland. Sie betrugen rund 25 Milliarden Euro. Deutsche Unternehmen gehören damit zu den aktivsten ausländischen Investoren in Russland. Neben dem hohen Modernisierungsbedarf und dem guten Image der Marke „Made in Germany“ locken vor allem die vergleichsweise hohen Gewinnmargen, so der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Auch der erweiterte Binnenmarkt der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) mit 180 Millionen Verbrauchern gehört demnach zu den Pluspunkten. 

– AUSSENHANDEL: Der deutsch-russische Warenhandel summierte sich 2021 auf knapp 60 Milliarden Euro – ein Zuwachs von rund einem Drittel, in dem sich die zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise widerspiegeln. Die Summe entspricht einem Anteil von 2,3 Prozent am gesamten deutschen Warenaustausch mit anderen Ländern. Die Bedeutung Russlands für den deutschen Außenhandel ist damit im vergangenen Jahrzehnt gesunken: Im Rekordjahr 2012, das ebenfalls durch hohe Energiepreise geprägt war, hatte der Anteil noch 4,1 Prozent betragen. Aktuell belegt Russland Rang 13 der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. 

Aus Russland wurden Waren im Wert von rund 33 Milliarden Euro geliefert und damit 54 Prozent mehr als im ersten Corona-Jahr 2020 – vor allem Rohstoffe wie Erdgas und Rohöl, auf die 59 Prozent der Importe entfallen. Das Land ist damit größter Energielieferant Deutschlands. Auch Metalle, Mineralöl- und Kokereierzeugnisse sowie Kohle wurden in großen Mengen importiert.

Nach Russland geliefert wurden Waren „Made in Germany“ im Wert von fast 27 Milliarden Euro. Maschinen (5,8 Milliarden Euro), Kraftwagen und Kraftwagenteile (4,4 Milliarden) sowie chemische Erzeugnisse (3,0 Milliarden) wurden besonders nachgefragt.

UKRAINE

– UNTERNEHMEN: Rund 2000 aktive Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung gibt es aktuell im Land. Die zählen etwa 50.000 Mitarbeiter. Der Großhändler Metro etwa betreibt 26 Märkte in der Ukraine und kam dort zuletzt auf rund 800 Millionen Euro Umsatz.

– INVESTITIONEN: Deutsche Direktinvestitionen in der Ukraine betrugen 2019 laut Deutscher Bundesbank 3,6 Milliarden Euro.

– AUSSENHANDEL: Die Handelsbeziehungen entwickeln sich nach dem pandemiebedingten Einbruch 2020 wieder positiv. 2021 legten die deutschen Exporte dorthin um 17,2 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro zu. Die deutschen Importe wuchsen sogar 22,9 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro. Das Handelsvolumen lag damit bei 8,5 Milliarden Euro, knapp ein Fünftel mehr als 2020. Die Ukraine befindet sich damit aktuell auf Rang 41 der wichtigsten deutschen Handelspartner.

(Quellen: Statistisches Bundesamt, DIHK, Bundesbank, Gtai)

Die deutschen Wirtschaftsbeziehungen zu Russland und zur Ukraine

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Titelfoto: Symbolfoto 

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