Die deutschen Wirtschaftsbeziehungen zu Russland und zur Ukraine

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22. Feb (Reuters) – Die eskalierende Krise in der Ostukraine schreckt auch die deutsche Wirtschaft auf. Kein Wunder, ist sie doch insbesondere in Russland stark engagiert. Nachfolgend ein Überblick über die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland und zur Ukraine:

RUSSLAND

– UNTERNEHMEN: Fast die Hälfte der ursprünglich 6300 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung hat sich seit 2011 vom russischen Markt zurückgezogen. Nach Angaben der AHK sind aktuell noch 3651 deutsche Unternehmen vor Ort aktiv. Die Unternehmen beschäftigten 2019 mehr als 277.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

– INVESTITIONEN: Durch den Trend zur Lokalisierung stiegen in den vergangenen Jahren die deutschen Direktinvestitionen in Russland. Sie betrugen rund 25 Milliarden Euro. Deutsche Unternehmen gehören damit zu den aktivsten ausländischen Investoren in Russland. Neben dem hohen Modernisierungsbedarf und dem guten Image der Marke „Made in Germany“ locken vor allem die vergleichsweise hohen Gewinnmargen, so der DIHK. Auch der erweiterte Binnenmarkt der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) mit 180 Millionen Verbrauchern gehört demnach zu den Pluspunkten. 

– AUSSENHANDEL: Der deutsch-russische Warenhandel summierte sich 2021 auf knapp 60 Milliarden Euro – ein Zuwachs von rund einem Drittel, in dem sich die zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise widerspiegeln. Die Summe entspricht einem Anteil von gut zwei Prozent am gesamten deutschen Warenaustausch mit anderen Ländern. Russland belegt damit Rang 13 der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Aus Russland wurden Waren im Wert von rund 33 Milliarden Euro geliefert, vor allem Rohstoffe wie Erdgas und Rohöl – das Land ist größter Energielieferant Deutschlands. Nach Russland exportiert wurden Waren im Wert von fast 27 Milliarden Euro, vor allem Maschinen, Fahrzeuge und Elektrotechnik.

UKRAINE

– UNTERNEHMEN: Rund 2000 aktive Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung gibt es aktuell im Land. Die zählen etwa 50.000 Mitarbeiter. Der Großhändler Metro etwa betreibt 26 Märkte in der Ukraine und kam dort zuletzt auf rund 800 Millionen Euro Umsatz.

– INVESTITIONEN: Deutsche Direktinvestitionen in der Ukraine betrugen 2019 laut Deutscher Bundesbank 3,6 Milliarden Euro.

– AUSSENHANDEL: Die Handelsbeziehungen entwickeln sich nach dem pandemiebedingten Einbruch 2020 wieder positiv. 2021 legten die deutschen Exporte dorthin um 17,2 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro zu. Die deutschen Importe wuchsen sogar 22,9 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro. Das Handelsvolumen lag damit bei 8,5 Milliarden Euro, knapp ein Fünftel mehr als 2020. Die Ukraine befindet sich damit aktuell auf Rang 41 der wichtigsten deutschen Handelspartner.

(Quellen: Statistisches Bundesamt, DIHK, Bundesbank, Gtai)

Die deutschen Wirtschaftsbeziehungen zu Russland und zur Ukraine

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Titelfoto: Symbolfoto

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