Chinas Dienstleister mit stärkstem Einbruch seit Pandemiebeginn

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Peking, 06. Apr (Reuters) – China bekommt die wirtschaftlichen Folgen seiner strikten Null-Covid-Politik mit dem Lockdown von Metropolen wie Shanghai immer stärker zu spüren. Die Geschäfte der Dienstleister liefen im März so schlecht wie seit Beginn der Pandemie vor gut zwei Jahre nicht mehr, wie eine am Mittwoch im Auftrag des Medienhauses Caixin veröffentlichte Unternehmensumfrage zeigt. Demnach brach der Einkaufsmanagerindex im März um 8,2 auf 42,0 Punkte ein. Das stark beachtete Barometer ist damit weit von der Marke von 50 entfernt, ab der es Wachstum signalisiert.

Analysten zufolge leiden vor allem kontaktintensive Dienstleister wie das Transport-, Hotel- und Gaststättengewerbe stark unter den strikten Beschränkungen, mit denen die Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante eingedämmt werden soll. „Insgesamt schwächten sich sowohl die Aktivitäten im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor aufgrund der Epidemie ab“, sagte Ökonom Wang Zhe von der Caixin Insight Group. „Die politischen Entscheidungsträger sollten auf gefährdete Gruppen achten und die Unterstützung für Schlüsselindustrien sowie Klein- und Kleinstunternehmen verstärken.“

Shanghai ordnete inzwischen einen weiteren Massentest seiner 26 Millionen Einwohner an. Bis dieser vorbei sei, halte der Lockdown an, teilten die örtlichen Behören mit. Anschließend werde über eine Aufhebung beraten. Das rigide Vorgehen besorgt auch die deutsche Wirtschaft, ist doch China ihr mit Abstand wichtigster Handelspartner: Zwischen beiden Ländern wurden allein im vergangenen Jahr Waren im Wert von 245,4 Milliarden Euro gehandelt.

Der ökonomischen Folgen des verlängerten Corona-Lockdowns in Shanghai dürften die deutschen Verbraucher noch zu spüren bekommen. „Wir rechnen im Einzelhandel mit spürbaren Auswirkungen des Lockdowns in Shanghai“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, der Nachrichtenagentur Reuters. Ähnliche Entwicklungen hätten bereits in den vergangenen beiden Jahren zu Störungen der Lieferkette und Lieferschwierigkeiten insbesondere bei Unterhaltungselektronik und Spielwaren geführt.

„Darunter könnte in der Folge wie bereits in der Vergangenheit die Produktvielfalt leiden“, sagte Genth. „Es wird dann schlicht weniger Auswahl innerhalb einiger Warengruppen geben, generelle Knappheiten über ganze Sortimente hinweg sind aber nicht zu erwarten.“

Chinas Dienstleister mit stärkstem Einbruch seit Pandemiebeginn

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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