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Sonntag, Dezember 4, 2022

Bundesbank-Präsident – Geldhäuser haben Tempo der Zinswende gut verkraftet

Expertenmeinungen

Frankfurt, 11. Nov  – Die deutschen Geldhäuser haben aus Sicht von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel die hohe Geschwindigkeit der geldpolitischen Zinswende der EZB bislang gut weggesteckt. Diese sei zwar von vielen erhofft worden und könne dazu beitragen, die Ertragslage der Banken zu stärken.

„Doch das schnelle Tempo und die Höhe der Schritte kam dann doch für viele überraschend“, sagte Nagel am Freitag in einer Rede zur Rolle der Banken im Finanzsystem im rheinland-pfälzischen Annweiler am Trifels laut Redetext. Durch einen kurzfristig höheren Zinsaufwand würden die Zinserträge zumindest zeitweise gemindert. Auch Verluste bei Wertpapieren belasteten die Bilanzen. „Eine existenzielle Bedrohung sollte dies aber für sich betrachtet bei kaum einem Kreditinstitut hervorrufen“, führte Nagel aus.

Der Bundesbank-Präsident verwies darauf, dass Geldhäuser tendenziell eher länger laufende Kredite vergeben und sich selbst eher kurzfristig refinanzieren. Bei fester Zinsbindung ergibt sich daraus ein Zinsänderungsrisiko. Dieses hätten viele Institute aber gut gemanagt, sagte Nagel. „Beispielsweise, weil sie Kapitalpuffer bereits freiwillig erhöht haben“, merkte er an. „Unter anderem deswegen konnten einige bereits jetzt schon ihre Nettozinserträge steigern.“

Nagel machte zudem klar, dass er im Kampf gegen die aktuell hohe Inflation erneute Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) für notwendig hält. Er werde sich für weitere Anhebungen der Leitzinsen einsetzen, sagte er. „Um die hohen Inflationsraten wieder zurückzuführen, muss die Geldpolitik deutliche Zeichen setzen und einen langen Atem haben.“ Die EZB hat die Zinsen ab dem Sommer in rascher Abfolge bislang um insgesamt 2,0 Prozentpunkte angehoben.

Der Leitzins, zu dem sich Banken Geld bei der Notenbank leihen, liegt inzwischen bei 2,0 Prozent. Der Einlagensatz, den Geldhäuser für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank bekommen, beträgt 1,5 Prozent. Noch zu Jahresbeginn hatte dieser bei minus 0,5 Prozent gelegen, was Strafzinsen für die Institute bedeutete.

Bundesbank-Präsident – Geldhäuser haben Tempo der Zinswende gut verkraftet

Quelle: Reuters

Titelfoto: Bild von Jonny Belvedere auf Pixabay

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