17.03.22 Marktentwicklungen

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Update: 21:35 Uhr

17. Mrz (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen in der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

CEWE STIFTUNG – Berlin: Der Fotodienstleister trennt sich überraschend von seinem Vorstandsvorsitzenden Christian Friege. Der Vertrag soll wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Unternehmensführung nicht über den 31. Dezember 2022 hinaus verlängert werden, wie die im SDax notierte Firma in einer Pflichtmitteilung bekannt gibt. Eine Entscheidung über einen Nachfolger sei noch nicht getroffen worden.

GETIR – Istanbul: Der türkische Lebensmittellieferdienst wird nach einer neuen Finanzierungsrunde mit rund zwölf Milliarden Dollar bewertet. Es seien 768 Millionen Dollar bei Investoren eingesammelt worden, teilte das Unternehmen mit, das auch in Deutschland stark expandiert und Anbietern wie Gorillas und Flink Konkurrenz macht. Die Runde sei von Mubadala angeführt worden, auch der Abu Dhabi Growth Fund (ADG), Alpha Wave Global, Sequoia Capital und Tiger Global hätten sich beteiligt. Getir-Gründer Nazim Salur sagte, das frische Kapital werde in das Angebot, die Technologie und die Belegschaft gesteckt. Getir wurde 2015 in Istanbul gegründet. Ähnlich wie Gorillas, Flink und auch Delivery HeroDHER.DE liefert Getir die Lebensmittel innerhalb von Minuten aus zentralen kleinen Lagern per Fahrradkurier an die Kunden. Inzwischen ist das Unternehmen in 48 Städten in Europa sowie einigen Metropolen in den USA aktiv. Seit der Gründung hat Getir rund eine Milliarde Dollar bei Investoren eingenommen.

TOYOTA- Tokio: Der japanische Autobauer drosselt ab April seine globale Produktion als Reaktion auf den Chipmangel und die anhaltende Corona-Krise. Das Produktionsziel im April werde um 150.000 auf 750.000 Autos gesenkt, wie Toyota mitteilte. Durchschnittlich sollen weltweit von April bis Juni monatlich nur noch etwa 800.000 Autos produziert werden. Der Wert werde im Mai zehn und im Juni fünf Prozent unter der zu Beginn des Jahres gemachten Prognose liegen.

H&M – Stockholm: Die schwedische Modekette macht ZalandoZALG.DE Konkurrenz und bietet online erstmals auch Kleidung anderer Marken an. Zunächst würden solche Waren nur über die schwedische und deutsche Plattform verkauft, teilte ein Firmensprecher mit. Kunden könnten unter anderen Kleidung von Lee, Wrangler oder Kangol erwerben. Später werde das Angebot auf weitere Märkte ausgeweitet und mit weiteren Marken ergänzt. In Schweden verkauft der Zara-Konkurrent inzwischen auch Second-Mode. Aktuell ist Zalando Europas größter Online-Modehändler, der sich verstärkt auch als Mode-Plattform versteht, über die andere Händler, Modemarken oder stationäre Läden ihre Waren veräußern können. H&M ist hinter der Zara-Mutter InditexITX.MC die weltweit zweitgrößte Modekette.

CINEWORLD – Bangalore: Der Erfolg des jüngsten Spider-Man-Films hat dem weltweit zweitgrößten Kinobetreiber im vergangenen Jahr Auftrieb gegeben. Der Vorsteuerverlust betrug 708 Millionen Dollar nach einem Minus von drei Milliarden Dollar im besonders von den Corona-Restriktionen gebeutelten Jahr 2020. Der britische Konzern will nun von anstehenden Filmstarts wie „Avatar“ und „Top Gun Maverick“ profitieren. Die Zahl der Zuschauer stieg 2021 um 75 Prozent auf 95,3 Millionen. Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie waren allerdings rund 275 Millionen Zuschauer in die mehr als 9000 Kinos der britischen Kette in zehn Ländern geströmt. Die gute Entwicklung im vergangenen Jahr habe gezeigt, wie hoch die Nachfrage nach Unterhaltungsangeboten außerhalb der eigenen vier Wände sei, sagte Cineworld-Chef Mooky Greidinger. Das habe auch der Filmstart von „Spider-Man: No Way Home“ gezeigt.

SCHOELLER-BLECKMANN – Wien: Der Ölfeldausrüster hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dank einer höheren Nachfrage einen Sprung in die Gewinnzone gemacht. Unter dem Strich drehte das Ergebnis auf 21,0 Millionen Euro, nach einem Verlust von 21,7 Millionen Euro in dem von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilte. Die Aktionäre sollen nun eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie erhalten, nachdem sie im Jahr davor leer ausgegangen waren. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland seien noch unklar und würden kaum zuverlässige Prognosen zulassen, erklärte der Konzern. Die Ausgaben für die Suche und Förderung von Öl und Gas sollten in diesem Jahr um 16 Prozent steigen. SBO sei in Sibirien mit einer kleinen Niederlassung vertreten, die auf Service- und Reparaturarbeiten fokussiert sei. Der Umsatzanteil belaufe sich auf einen einstelligen Euro-Millionenbetrag. 

DELIVEROO – London: Der britische Essenslieferdienst will seinen Verlusten ein Ende setzen. Ziel sei es, in rund zwei Jahren die Gewinnschwelle zu knacken, teilte Deliveroo mit. Davon hat sich das Unternehmen zunächst allerdings weiter entfernt. Im vergangenen Jahr weitete sich der bereinigte Kernverlust auf 131 Millionen Pfund (umgerechnet 156,3 Millionen Euro) aus nach elf Millionen Pfund in 2020. Deliveroo begründete die Entwicklung mit höheren Marketingausgaben und Technologieinvestitionen. Im laufenden Jahr soll der Wert der über die Deliveroo-Plattform getätigten Bruttotransaktionen um 15 bis 25 Prozent zulegen. Das ist deutlich weniger als im vergangenen Jahr, als dieser Wert in der Coronapandemie mit vielerorts geschlossenen Restaurants um 70 Prozent kletterte. 

VOLKSWAGEN – London: Der Autokonzern ist einer Allianz zum nachhaltigen und sozialverträglichen Abbau von Rohstoffen für Elektroautos beigetreten. Die Wolfsburger schlossen sich der Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA) an, der bereits General MotorsGM.N und FordF.Nangehören, wie Reuters erfuhr. Dabei geht es darum, Rohstoffe wie Kobalt und Lithium für Batteriezellen aus zertifiziertem Abbau zu beziehen. „In vielen Fällen kauft der Volkswagen Konzern die Rohstoffe nicht selbst ein“, sagte Einkaufsvorstand Murat Aksel. „Aber wir wollen wissen, woher sie kommen und unter welchen Bedingungen sie abgebaut und verarbeitet werden.“ Die 2006 gegründete IRMA umfasst sowohl Käufer als auch Produzenten von Mineralien, Investoren, Gewerkschaften, Gemeindevertreter und unabhängige Experten.

UBS – Zürich: Das Asset Management der Schweizer Großbank verkauft seine Beteiligung an einem japanischen Immobilien-Gemeinschaftsunternehmen an den US-Finanzinvestor KKRKKR.N. Die Transaktion soll im April abgeschlossen werden und wird eine 20-jährige Zusammenarbeit mit der Mitsubishi Corporation8058.T beenden, teilte UBS mit. UBS rechnet mit einem Gewinn und einem Anstieg des Kernkapitals (CET1) im Asset Management von rund 0,9 Milliarden Dollar. Das Vermögensverwaltungs-, Asset-Management- und Investment-Banking-Geschäft von UBS in Japan sind von dem Verkauf nicht betroffen.

SUSE – Berlin: Der Linux-Softwareanbieter wächst weiter. Der Umsatz habe im ersten Geschäftsquartal zu Ende Januar bereinigt um 16 Prozent auf 155 Millionen Dollar zugelegt, teilte das international tätige Unternehmen mit Hauptsitz in Nürnberg mit. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) sei hingegen um 14 Prozent auf 52,3 Millionen Dollar gefallen. Das Minus hing unter anderem mit Einmaleffekten durch eine neue Rechnungslegung in Folge der Übernahme der Rancher-Plattform im Vorjahr zusammen. Suse bestätigte die Prognose für 2022, wonach die Erlöse prozentual im mittleren bis hohen Zehnerbereich sowie das Ebitda im mittleren Dreißigerbereich steigen sollen. Dazu soll auch der jüngste Zukauf NeuVector, ein Anbieter von Container-Sicherheitsanwendungen, beitragen. Suse, dessen Firmenname für „Software und System-Entwicklung“ steht, ist im vergangenen Jahr an die Frankfurter Börse gegangen.

DIC ASSET – Frankfurt: Der Frankfurter Gewerbeimmobilien-Investor hat sich vorzeitig die Mehrheit am bayerischen Rivalen VIB VermögenVIH1n.DE gesichert. 15 Prozent der VIB-Aktionäre hätten das Angebot über 51 Euro je Aktie angenommen, 36 Prozent habe DIC Asset parallel am Markt zugekauft, teilte das Unternehmen mit. Die VIB-Aktie lag mit 45,50 Euro zuletzt unter dem Angebot, das der Vorstand des Unternehmens aus Neuburg an der Donau für zu niedrig gehalten hatte. Der Investor, der sich auf Logistik- und Industrie-Immobilien spezialisiert hat, wird damit mit 1,41 Milliarden Euro bewertet. Das Übernahmeangebot läuft noch bis Freitag.

SWISS RE- Zürich: Der Schweizer Rückversicherer fährt die Versicherung für Öl- und Gasunternehmen ab Juli 2023 weiter zurück. 2025 soll die Hälfte der Prämien aus dieser Branche von Unternehmen kommen, die sich glaubwürdig zu Netto-Null-Emissionszielen bis ins Jahr 2050 verpflichtet haben. Bis 2030 sollen die Öl- und Gasportfolios dann nur noch Firmen mit einer Netto-Null-Verpflichtung enthalten. Bereits ab Juli dieses Jahres sollen Unternehmen und Projekte nicht mehr versichert werden, deren Förderung zu mehr als zehn Prozent aus der Arktis kommt. Ausgenommen davon ist die norwegische Öl- und Gasindustrie.

GRENKE – Düsseldorf: Die auf Leasing von IT und Büroausstattung spezialisierte Firma hat im vergangenen Jahr mehr verdient und will ihre Aktionäre mit einer höheren Dividende an den Zuwächsen beteiligen. Netto stieg der Gewinn 2021 dank eines Verkaufserlöses auf 95 (Vorjahr: 88,4) Millionen Euro, ohne Veräußerungsgewinn lag das Ergebnis bei 72,2 Millionen Euro, wie Grenke mitteilte. Das Leasingneugeschäft sank wegen der Corona-Pandemie auf 1,7 (2,0) Milliarden Euro. Die Dividende soll auf 0,51 (0,26) Euro je Aktie angehoben werden. Für das laufende Jahr kündigte der Vorstand ein Leasingneugeschäft von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro an und einen Gewinn nach Steuern von 75 bis 85 Millionen. Bis 2024 sollen sich das Leasingneugeschäft und der Gewinn nach Steuern ohne Sondereffekte gegenüber 2021 verdoppeln. 

Entwicklung 10 03 22

AIRBUS – Paris: Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern ist einem Medienbericht zufolge an dem Cybersicherheitsgeschäft des französischen Softwareunternehmens AtosATOS.PA interessiert. Das berichtete der Sender BFM TV unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Airbus habe in den vergangenen Wochen eine möglichen Übernahme von Atos geprüft, aber ein kompletter Kauf sei derzeit kein Thema, sagte einer der Insider dem Bericht zufolge. 

HAMBORNER REIT – Frankfurt: Die Immobilienfirma traut sich in diesem Jahr keine großen Sprünge zu. Für Erlöse und Pachten werde 2022 mit 84 bis 86 Millionen Euro nach 84,4 Millionen im Vorjahr gerechnet, teilte Hamborner Reit mit. Für die in der Branche wichtige Ergebniszahl FFO erwartet das Management 46,5 bis 50,5 Millionen Euro nach 53,1 Millionen. Hier dürften sich höhere Kosten für Instandhaltung bemerkbar machen, teilte die Firma mit. Vorläufige Zahlen für 2021 hatte Hamborner Reit schon im Februar bekanntgegeben. Mittelfristig solle der Immobilienbestand auf zwei Milliarden Euro ausgebaut werden. Das jährliche Akquisitionsvolumen solle sich auf durchschnittlich 100 Millionen Euro belaufen. Für das vergangene Jahr solle eine Dividende von 0,47 Euro pro Aktie gezahlt werden. 

FOXCONN- Taipeh: Der Apple Zulieferer nimmt laut einem internen Dokument, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, seine Produktion in Shenzhen teilweise mit Hilfe einer „Covid-Blase“ wieder auf. Wie der weltgrößte Hersteller von Auftragselektronik mitteilt, wurde dafür gesorgt, dass einige Mitarbeiter in einer Blase leben und arbeiten – eine Regelung, die von der lokalen Regierung wegen des Anstiegs von Coronavirusinfektionen gefordert wurde. Wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen bestätigen, soll die Maßnahme noch bis mindestens Sonntag aufrechterhalten werden.

TESLA – Shanghai: Der Elektroautobauer will sein Bestes tun, um die Produktion in der Fabrik in Shanghai aufrechtzuerhalten. „Wir erfüllen alle Anforderungen der Regierung für Tests und zur weiteren Epidemieprävention und tun gleichzeitig unser Bestes, um die Produktion sicherzustellen und Schwierigkeiten gemeinsam zu überwinden“, erklärt das Unternehmen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Produktion in Shanghai war zunächst für zwei Tage ausgesetzt worden, wie aus einer internen Mitteilung hervorgeht, da China die Maßnahmen zur Eindämmung des jüngsten Ausbruchs des Virus verschärft.

RENESAS – Tokio: Der Chip-Hersteller teilt mit, dass nach dem Erdbeben der Stärke 7,3 drei seiner Werke in Japan auf Erdbebenschäden überprüft werden sollen. Der Konzern fertigt fast ein Drittel aller Mikroprozessor-Chips, die weltweit in Autos verbaut werden.

17.03.22 Marktentwicklungen

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Wichtige Entwicklungen zur Börse.

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