House of Cars – Was machen wir eigentlich in Zukunft mit den Garagen?

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Ein Kommentar von Audun Wickstrand-Iversen, Portfolio Manager DNB Fund Disruptive Opportunities bei DNB Asset Management:

In Ladenburg, in Deutschland, befindet sich die erste Garage der Welt, die 1910 von Carl Benz, dem Vater des Automobils, gebaut wurde. Die Unterbringung und leichte Zugänglichkeit des Autos war Teil des urbanen Konzepts. Unsere Vorstellungen vom Auto und von der Stadt ändern sich durch rasche und anhaltende Veränderungen der Technologie, der Vorschriften und des Verbraucherverhaltens.

Apple kündigte vor Weihnachten an, dass sie bis 2025 ein Auto ohne Lenkrad und Pedale entwickeln werden. Ist es dann noch ein Auto? In den nächsten 12 Monaten werden Robotertaxis die Straßen von San Francisco, Dubai, Peking, München und Paris bevölkern. Was passiert dann mit unserer Leistung und unserem Umgang mit dem Auto? Und was machen wir mit dem Haus des Autos, der Garage?

Was
Foto von Audun Wickstrand-Iversen (Quelle: DNB Asset Management)

8.480 Stunden im Jahr geparkt

Die Autos sind im Durchschnitt 96,8 Prozent der Zeit geparkt und werden somit nur 3,2 Prozent der Zeit genutzt. Das bedeutet, dass wir das Auto durchschnittlich 280 Stunden im Jahr nutzen, also knapp 12 Tage, während es ganze 8.480 Stunden im Jahr geparkt ist. Das sind zwei Tonnen Stahl, die zu 80 Prozent leer sind, wenn sie von einer Person gefahren werden. Und genau an dieser Stelle entsteht der Bedarf an Parkplätzen. Das Auto steht still, es wird nicht benutzt.

Die Parkhäuser entstanden in den 1930er Jahren und verstärkten in den 1950er Jahren ihren Einfluss auf das Stadtzentrum, um den Menschen den Zugang zu Geschäften und Büros zu ermöglichen. In den Vereinigten Staaten gibt es schätzungsweise eine Milliarde Parkplätze, also etwas mehr als vier Plätze pro Auto. Allein San Francisco verfügt über 440.000 Straßenparkplätze, und der größte Parkplatz der Welt, die West Edmonton Mall in Alberta, Kanada, hat 20.000 Stellplätze. Das entspricht der Wohnfläche von 500 Häusern.

Aus Garagen werden Wohnheime

Stellen wir uns eine Welt vor, in der selbstfahrende Elektroautos, die man sich teilt, anstatt sie zu besitzen, die Straßen der Stadt bevölkern. In Phoenix, Arizona, ist es seit 2019 möglich, ein selbstfahrendes Auto zu bestellen, das mit Waren oder Personen nach Hause kommt. Diese Autos sind ständig unterwegs, nehmen Fahrgäste auf und setzen sie ab oder stehen zum Aufladen in bestimmten Bereichen. Was passiert dann mit den Parkplätzen? Und vor allem mit der Garage? Brauchen wir sie? Können wir sie für etwas anderes nutzen?

Eine Garage ist oft rund 20 Quadratmeter groß, und wenn man einen Keller mit einer Deckenhöhe von 2,6 Metern aushebt, hat man plötzlich ein kleines städtisches Wohnheim auf zwei Etagen. Mit Solarzellen auf dem Dach, Regenwasser in geschlossenen Systemen und einem kleinen Raum im Keller mit LED-Leuchten für den Anbau von Salat, Kräutern und Beeren entsteht ein grünes städtisches Wohnheim.

Technologie, Vorschriften und Verhaltensmuster auf der ganzen Welt bedeuten, dass die Zeit des Autos in der Stadt vorbei ist. In einigen Jahren werden wahrscheinlich Drohnen und Elektrohubschrauber (eVOTL) in Drohnenkorridoren mit Waren und Personen über die Stadtgebiete fliegen und den Bedarf des Autos weiter reduzieren.

Der Umbruch, die starke Veränderung des Stadtbildes, hat begonnen. Das nennen wir bei DNB Asset Management „Disruptive Opportunities“.

House of Cars – Was machen wir eigentlich in Zukunft mit den Garagen?

Titelfoto und Foto von Audun Wickstrand-Iversen (Quelle: DNB Asset Management)

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