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Montag, Januar 30, 2023

Trotz Warnung der Revolutionsgarden weitere Proteste im Iran

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Dubai, 30. Okt – Im Iran halten die Proteste gegen die Obrigkeit in der Islamischen Republik trotz einer ultimativen Warnung der mächtigen und einflussreichen Revolutionsgarden an. Auch am Sonntag kam es erneut zu Kundgebungen, vor allem an Dutzenden Universitäten im Land. In auf Internet-Netzwerken geteilten Videos sind der Einsatz von Tränengas zu sehen, teilweise auch Schüsse auf Demonstranten. 

Die Revolutionsgarden hatten am Samstag Regierungsgegner vor weiteren Protesten gewarnt. „Geht nicht mehr auf die Straßen. Heute ist der letzte Tag der Unruhen“, sagte der Kommandeur der in der Islamischen Republik mächtigen Organisation, Hussein Salami. Bislang hatten sich die Revolutionsgarden nicht an der Niederschlagung der Proteste beteiligt.

Die Proteste halten bereits seit sieben Wochen an und haben mittlerweile weite Bevölkerungsschichten erreicht. Zuletzt wurde auch der Tod des geistlichen Oberhauptes Ajatollah Ali Chamenei gefordert. Begonnen hatten die Proteste mit dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Polizeigewahrsam. Sie war von Sittenwächtern festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch falsch getragen haben soll. 

Die Videos in sozialen Netzwerken konnten am Sonntag nicht von Reuters auf ihre Echtheit überprüft werden. Sie zeigen Konfrontationen zwischen Studenten und Sicherheitskräften. In einem der Videos sind Schüsse aus nächster Nähe auf Studenten in einer Universität in der Hauptstadt Teheran zu sehen. In anderen Videos sind sie zu hören. Ähnliches soll sich in anderen Städten zugetragen haben. 

Seit Ausbruch der Zusammenstöße Mitte September sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen landesweit mindestens 283 Demonstranten ums Leben gekommen, darunter 44 Minderjährige. Zudem seien 34 Sicherheitskräfte getötet worden. Mehr als 14.000 Festnahmen gab es den Angaben zufolge in 132 Städten und kleineren Orten, darunter 253 Studenten. 

Mehr als 300 iranische Journalisten forderten unterdessen in einer gemeinsamen Stellungnahme die Freilassung von zwei ihrer Kollegen. „Etemad“ und andere Zeitungen veröffentlichten den Aufruf am Sonntag. Niloofar Hamedi und Elaheh Mohammadi waren wegen ihrer Berichterstattung über den Tod von Amini in Polizeigewahrsam festgenommen worden. Hamedi hatte ein Foto von Aminis Eltern auf Twitter veröffentlicht. Darauf ist zu sehen, wie sie sich in einem Krankenhaus in Teheran umarmen, während ihre Tochter im Koma lag. Mohammadi schrieb über Aminis Beerdigung in ihrer kurdischen Heimatstadt Sakes. Der iranische Geheimdienst und der Nachrichtendienst der Revolutionsgarden beschuldigten die beiden am Freitag, Agenten des US-Geheimdienstes CIA zu sein. Dem Iran zufolge stecken die Erzfeinde USA, Israel und andere westliche Ländern hinter den Unruhen.

Trotz Warnung der Revolutionsgarden weitere Proteste im Iran

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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