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Russland will wieder Staatsanleihen begeben – „Große Pläne“

Moskau, 08. Sep – Die russische Regierung will noch in diesem Monat erstmals seit Kriegsbeginn gegen die Ukraine im Februar den Anleihemarkt anzapfen. Der Markt solle zunächst einmal getestet werden, sagte Finanzstaatssekretär Timur Maksimow am Donnerstag auf einem Finanzforum in Moskau. Das Volumen werde daher zunächst sehr niedrig sein.

Russland hatte die Kreditaufnahme über Staatsanleihen, die es zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet, im Februar ausgesetzt – kurz bevor der Krieg gegen die Ukraine begann, der beispiellose westliche Sanktionen gegen Moskau auslöste. Das Finanzministerium habe „große Pläne“ für die Kreditaufnahme im Jahr 2023, hatte Maksimow bereits im Juli angekündigt.

Sogenannte OFZ-Anleihen waren früher bei ausländischen Investoren beliebt: Am 1. März hielten sie 17,8 Prozent der im Umlauf befindlichen Papiere im Wert von 15,61 Billionen Rubel. Anleger aus den als „unfreundlich“ bezeichneten Ländern sitzen nun faktisch auf ihren Beständen an russischen Aktien und Anleihen fest. Russlands größte Kreditgeber wie die Sberbank und VTB gelten als Hauptkäufer von Staatsschulden.

Im Juni hat Russland seine ausländischen Gläubiger nicht mehr bedient. Zwei Bonds waren davon betroffen: Eine bis 2036 laufende Staatsanleihe in Euro und ein bis 2026 laufendes Papier in Dollar. Für beide zusammen wurden insgesamt 100 Millionen Dollar an Zinsen fällig, mit denen die Investoren für ihren Kredit an den russischen Staat entlohnt werden sollten. Es ist der erste Zahlungsausfall seit der Russischen Revolution 1917, als die Bolschewiken Schulden aus der Zarenzeit nicht anerkannten.

Wegen der westlichen Sanktionen ist Russland weitgehend vom westlich dominierten internationalen Zahlungsverkehr abgeklemmt. Etwa die Hälfte der russischen Gold- und Devisenreserven – rund 300 Milliarden Dollar – sind dadurch eingefroren. Noch schwerer wiegt, dass das Clearinghaus Euroclear nach russischen Angaben die Zahlungen nicht abwickelt. Dort werden Wertpapiere verwahrt und Transaktionen abgewickelt.

Die meisten Ratingagenturen haben sich nach Kriegsbeginn aus Russland zurückgezogen. Normalerweise würden sie die Kreditwürdigkeit des Landes nach einem Zahlungsausfall herabstufen. Das wiederum hätte höhere Zinskosten für Moskau zur Folge, da sich Investoren das gestiegene Risiko mit steigenden Zinsen bezahlen lassen würden. 

Russland will wieder Staatsanleihen begeben – „Große Pläne“

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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