Russischen Brauereien droht der Hopfen auszugehen

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Berlin, 08. Apr (Reuters) – Den russischen Brauereien droht wegen der westlichen Sanktionen der Hopfen auszugehen. Sie baten deshalb das Landwirtschaftsministerium angesichts drohender Engpässe um Hilfe bei der Suche nach Ersatz für den überwiegend importierten Hopfen, wie die Zeitung „Kommersant“ am Freitag berichtete. Hopfen ist ein wichtiger Aromastoff bei der Herstellung von Bier. Die in russischem Besitz befindlichen Brauereien importieren bislang 98 Prozent der jährlich benötigten 7000 bis 7500 Tonnen – und zwar hauptsächlich aus Deutschland, der Tschechischen Republik und den USA.

Russlands einheimische Brauereien trifft der Engpass zur Unzeit, sehen sie sich doch mit einer höheren Nachfrage konfrontiert. Grund dafür ist, dass etliche europäische Konkurrenten wie Carlsberg und Heineken nach dem Krieg gegen die Ukraine ihren Rückzug vom russischen Markt angekündigt haben. Die meisten Betriebe verfügten aktuell noch über genügend Hopfen für die kommenden Monate, so der russische Brauereiverband. Sie könnten aber im Sommer in ernste Probleme geraten, sollte die Versorgung mit Hopfen unterbrochen werden. 

Der Verband forderte die Regierung deshalb dazu auf, den Aufbau einer lokalen Produktion zu unterstützen, auch wenn dieser Prozess wohl einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Der Verband der russischen Hopfenproduzenten schätzt, dass er mehr als 500 Millionen Rubel (5,8 Millionen Euro) an jährlichen staatlichen Subventionen für drei bis fünf Jahre benötigen würde, um die Produktion bis 2030 auf 1000 Tonnen zu steigern, berichtete die Zeitung. 

Auch die deutschen Bierbrauer spüren die wirtschaftlichen Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine. „Für die Brauereien in Deutschland ist die Entwicklung dramatisch: Wir beobachten bei Rohstoffen, Verpackungen, Energie und Logistik nie gekannte Preissteigerungen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, der Nachrichtenagentur Reuters.

„Die Kosten schießen durch die Decke, sie drohen völlig aus dem Ruder zu laufen.“ Es sei daher wenig überraschend, dass solch drastische Kostensteigerungen auf den Endpreis umgelegt werden müssten. Leere Regale seien gleichwohl nicht zu befürchten, so der Bund. Nach dessen Angaben gibt es in Deutschland mehr als 1500 Brauereien und Braustätten.

Russischen Brauereien droht der Hopfen auszugehen

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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