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Donnerstag, Dezember 8, 2022

PGIM-Studie: Nachlassende Konjunktur leitet für Private Markets-Anleger neue Ära ein

Expertenmeinungen

Hier finden Sie die aktuelle Pressemitteilung von PGIM:

Private Market-Fonds konnten ihr Volumen seit der globalen Finanzkrise nahezu verdreifachen. Mehr als 35 % des in den USA durch Anleihen oder Aktien neu aufgelegten Kapitals stammte im vergangenen Jahr aus diesem Segment. Doch die vergleichsweise optimalen Marktbedingungen, die diesen kometenhaften Aufstieg ermöglicht haben, ändern sich aktuell und bringen sowohl neue Risiken als auch Chancen für die Anleger mit sich. Dies zeigt eine aktuelle Studie von PGIM, dem globalen Investmentmanagement-Unternehmen von Prudential Financial, Inc. (NYSE: PRU) mit einem Volumen von nahezu 1,3 Billionen US-Dollar.

Die neueste Megatrends-Studie von PGIM „Eine neue Ära für Private Markets” kommt zu dem Schluss, dass das Verschärfen der monetären Bedingungen und die sich abschwächende Konjunktur für Anleger zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt. So müssen sie sich zunehmend verschwimmenden Grenzen zwischen privaten und öffentlichen Vermögenswerten stellen, Liquiditätssorgen angehen und neuere Segmente der privaten Kreditmärkte erkunden. Die Studie basiert auf Analysen von mehr als 40 Anlageexperten aus den Bereichen Private Alternatives, Immobilien, Fixed Income und Aktien sowie unter Beteiligung von mehr als einem Dutzend führender Wissenschaftler, Investoren und Marktforschern.

„Die steigende Wahrscheinlichkeit in den USA, Europa und den Schwellenländern, eine harte Landung zu erleben, wird der erste Härtetest seit der globalen Finanzkrise sein. Entscheidend ist, ob Finanzinstitute aus dem Nichtbankensektor das Risiko diversifiziert und ein fundiertes Marktbild erstellt haben, oder ob sie neue, versteckte Risikoherde geschaffen haben“, erklärt Shehriyar Antia, Head of Thematic Research bei PGIM.

DIE BESTEN STEHEN AUF DEM PRÜFSTAND

Neue Anbieter von Privatkrediten müssen sich im Abschwung bewähren

Banken und Finanzunternehmen haben sich vermehrt aus risikoreicheren Segmenten der Kreditvergabe zurückgezogen. Nicht zuletzt deswegen ist die direkte Kreditvergabe durch private Kreditfonds von weniger als 10 Mrd. USD im Jahr 2006 auf über 400 Mrd. USD im Jahr 2021 gestiegen. Viele der neuen Private Markets-Anbieter haben jedoch noch keinen kompletten Kreditzyklus durchlaufen. Sie verfügen daher möglicherweise noch nicht über dasselbe Know-how erfahrener Unternehmen im Bereich Abwicklung und Restrukturierung.

KI-gestützte Fintech-Plattformen und Anbieter kurzfristiger Kredite stehen vor großen Herausforderungen

In den vergangenen zehn Jahren ist eine Vielzahl an Fintech Kredit-Plattformen entstanden, die Privatpersonen und kleinen Unternehmen unbesicherte Kredite anbieten und diese dann in Asset-Backed Securities (ABS) verbriefen. Jedoch haben Kreditverluste und Ausbuchungen bei „Buy-now, pay-later“-Krediten bereits bei einigen ABS-Emittenten zu höheren Finanzierungskosten geführt. Dies wiederum weckt Zweifel hinsichtlich der Rentabilität dieses Geschäftsmodells.

Die Direktkreditvergabe muss sich weiterentwickeln, um attraktive Anlagemöglichkeiten zu finden

Private-Equity- und gesponserte Kredite machen inzwischen mehr als 70 % des direkten Kreditvolumens aus. Der Großteil davon entfällt auf größere Transaktionen, bei denen ausreichend Kapital in einem ausgeprägten Wettbewerb zur Verfügung steht. In Bereichen, in denen das Kapital knapper ausfällt, können jene Anbieter von Direktkrediten attraktive Fremdkapitallösungen bereitstellen, bei denen Beziehungen zu mittelständischen Unternehmenseigentümern bestehen und die ein maßgeschneidertes Underwriting durchführen.

WICHTIGE ÜBERLEGUNGEN FÜR INVESTOREN

„Diese neue Dynamik der Private Markets ist zwar komplex, bietet dafür aber für langfristige, erfahrene Anleger eine Reihe attraktiver Möglichkeiten“, so Taimur Hyat, Chief Operating Officer bei PGIM. „Investoren sollten in diesen turbulenten Zeiten die Liquidität, die Sekundärmärkte und das Verhalten der Private-Equity-Geber genau im Auge behalten.“

Evaluierung flexiblerer Investitionsansätze, die sowohl öffentliche als auch private Märkte umfassen

Ein Kreditrisikoansatz, der private und öffentliche Kredite getrennt voneinander betrachtet, ist aufgrund der zunehmenden Überschneidungen und Wechselwirkungen zwischen den beiden Bereichen nicht mehr angemessen. So können Teile desselben zugrundeliegenden Unternehmenskredits in Kreditverbriefung, CLOs oder sogar privaten Kreditfonds stecken. Diese zunehmende Übertragbarkeit der zugrundeliegenden Kredite bedeutet – unabhängig von der Struktur – dass eine getrennte Allokation in öffentliche und private Schuldtitel weniger Diversifizierungsvorteile bietet.

Entwicklung eines differenzierteren Verständnisses von Liquidität

In dem Maße, wie Chief Investment Officers ihre Allokationen über Private Markets aufstocken – US-Pensionskassen haben beispielsweise ihre Allokation in Private Markets in den letzten zehn Jahren verdoppelt – suchen viele nach einem tieferen Verständnis des gesamten Liquiditätsprofils ihres Portfolios. Sekundärmärkte, die Privatmarktinvestoren Liquidität zur Verfügung stellen, können ein wichtiges Instrument für das Portfoliomanagement sein, insbesondere für diejenigen Anleger, die an strenge Allokationsziele gebunden sind.

Genaue Beobachtung fällig werdender neuer Schuldtitel für attraktive Risiko-Ertrags-Chancen

Neuere Segmente der Private Markets bieten in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld möglicherweise größere Renditechancen. Infrastrukturkredite sind nach wie vor eine aufsteigende, aber dennoch unterschätzte Anlageklasse. Insbesondere aufgrund potenziell bevorstehender Ertragsspannungen und Blasen an überhitzten Private-Equity-Märkten.

Prüfen der Integration von Private Alternatives im Rahmen von beitragsorientierten Vorsorgeplänen, wo es angemessen erscheint

Die meisten Versicherten von Defined Contribution Plans (DC) haben einen langfristigen Anlagehorizont, der sich gut mit der geringeren Liquidität und der gebundenen Kapitalstruktur der Private Markets vereinbaren lässt. Chief Investment Officers, die für leistungsorientierte und DC-Pläne in Ländern wie den USA, Großbritannien und Australien zuständig sind, sollten die Möglichkeiten für eine verantwortungsvolle Einbeziehung von Privatmarktanlagen in DC-Pläne sorgfältig abwägen, so wie sie es auch bei ihren leistungsorientierten Plänen handhaben.

„Defined Contribution Pläne der Arbeitgeber sind eine großartige Möglichkeit, die Investitionen in Private Markets zu demokratisieren, indem sie den einzelnen Anlegern den Zugang zu den Renditen ermöglichen, die in Privatmarktanlagen möglich sind“, so Taimur Hyat. „Private Real Estate ist bereits in einigen Pensionsplänen über Terminfonds verfügbar und kann jüngeren Anlegern Wachstumschancen bieten sowie Inflationsschutz und Einkommen für diejenigen, die sich dem Ruhestand nähern oder ihn bereits erreicht haben.“

Mehr Informationen erhalten Sie im Megatrends-Paper „Eine neue Ära für Private Markets” und besuchen Sie PGIMs Megatrends 360, wo Sie nach Anlageklassen, Themen und Regionen geordnete Einblicke in das Anlagegeschäft erhalten.

PGIM-Studie: Nachlassende Konjunktur leitet für Private Markets-Anleger neue Ära ein

Foto von Shehriyar Antia (Quelle: PGIM)

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