Montag, März 23, 2026
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Ukraine aktuell 12.05.22

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12. Mai (Reuters)- Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

16.49 Uhr – UN-Menschenrechtsrat geht Berichten über russische Verstöße nach

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen geht Vorwürfen von Verstößen russischer Soldaten in der Ukraine nach. China und Eritrea stimmen gegen die Resolution zur Einrichtung eines Untersuchungsausschusses, zwölf der 47 Länder im Rat enthalten sich. Russlands Mitgliedschaft wurde jüngst ausgesetzt

16.36 Uhr – UN – Mehr als sechs Millionen Menschen aus Ukraine geflüchtet

Mehr als sechs Millionen Menschen sind den Vereinten Nationen zufolge aus der Ukraine geflohen. Die meisten seien über Grenzpunkte zu Polen, der Slowakei, Ungarn und Rumänien in die Europäische Union geflüchtet, teilt das UN-Flüchtlingswerk mit. Innerhalb der Ukraine seien mehr als acht Millionen Menschen auf der Flucht. Vor dem Krieg lebten in dem Land 44 Millionen Menschen.

15.30 Uhr – Scholz begrüßt Finnlands Nato-Beitrittspläne

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Entscheidung Finnlands begrüßt, sich für einen unverzüglichen Beitritt des Landes zur Nato auszusprechen. „In einem Telefonat mit Präsident Niinistö habe ich Finnland die volle Unterstützung der Bundesregierung zugesichert“, twittert er.

14.33 Uhr – Der russische Energieriese GazpromGAZP.MM teilt mit, dass er kein Gas mehr über die Jamal-Europa-Pipeline durch Polen exportieren könne. Hintergrund seien die russischen Sanktionen gegen das Unternehmen, dem der polnische Abschnitt der Pipeline gehört. „Es wurde ein Verbot von Transaktionen und Zahlungen an sanktionierte Unternehmen verhängt“, erklärt der Staatskonzern. „Für Gazprom bedeutet dies ein Verbot der Nutzung einer Gas-Pipeline im Besitz von EuRoPol GAZ für den Transport von russischem Gas durch Polen.“ 

12.56 Uhr – Die von russischen Gegensanktionen betroffenen Gazprom-Germania-Töchter müssen neue Lieferverträge nach Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck möglicherweise zu höheren Preisen abschließen. „Damit diese Preise erbracht werden können, braucht es finanzielle Garantien“, sagt Habeck. „Und die werden wir geben.“

12.51 Uhr – Durch die russischen Gegensanktionen gegen Gazprom Germania werden nach Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck rund zehn Millionen Kubikmeter Gas täglich weniger nach Deutschland geliefert. Dieses Gas könne an anderer Stelle beschafft werden. „Wir werden die Alarmstufe heute nicht ausrufen“, sagt Habeck. Dies sei erst vorgesehen, wenn erhebliche Mengen Deutschland nicht erreichten. Es bleibe bei der Frühwarnstufe.

12.50 Uhr – Russland wird nach Angaben des Außenministeriums in Moskau auf einen Nato-Beitritt seines Nachbarlandes Finnland reagieren. „Ein Nato-Beitritt Finnlands ist eine radikale Änderung der Außenpolitik des Landes“, erklärt das Ministerium. „Russland wird gezwungen sein, sowohl militärisch-technische als auch andere Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um wachsende Bedrohungen für seine nationale Sicherheit zu stoppen.“ Finnland und Russland haben eine rund 1300 Kilometer lange gemeinsame Grenze.

12.30 Uhr – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßt den Willen Finnlands, der Nato beizutreten. Dies habe er in einem Telefonat dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö gesagt, schreibt Selenskyj auf Twitter. „Wir haben auch über die europäische Integration der Ukraine gesprochen. Und – Interaktion bei der Verteidigung.“

12.05 Uhr – Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg stellt Finnland einen raschen Beitritt zu dem Militärbündnis in Aussicht. „Sollte Finnland sich entscheiden, einen Antrag zu stellen, würde es in der Nato herzlich willkommen geheißen, und der Beitrittsprozess würde reibungslos und schnell verlaufen“, erklärt Stoltenberg. Finnland hat zuvor angekündigt, dass es sich unverzüglich um einen Beitritt zu dem Militärbündnis bewerben werde. Eine Mitgliedschaft Finnlands würde sowohl die Sicherheit der Nato als auch die Finnlands stärken, sagt Stoltenberg. „Finnland ist einer der engsten Partner der Nato, eine reife Demokratie, ein Mitglied der Europäischen Union und ein wichtiger Beitrag zur euro-atlantischen Sicherheit.“

11.52 Uhr – Die russische Führung wertet die von Finnland angestrebte Mitgliedschaft in der Nato „definitiv“ als Bedrohung für Russland. Eine Ausweitung des westlichen Militärbündnisses werde Europa und die Welt nicht stabiler machen, sagt der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow, vor der Presse in einer Konferenzschaltung. Der von Finnland unternommene Schritt sei bedauerlich und ein Grund für eine entsprechende Reaktion. Russland sei bereit, jeder Partei, die versuche, sich in der Ukraine zu beteiligen und den militärischen Sondereinsatz zu behindern, die entschiedenste Antwort zu geben. 

11.50 Uhr SPD-Co-Chef Lars Klingbeil hat sich für einen Beitritt der Ukraine in die EU ausgesprochen. „Es ist wichtig, dass wir ein klares Signal senden, dass wir die Ukraine in der EU haben wollen, dass sie Mitglied wird, und dann auch den Kandidatenstatus bekommt“, sagt Klingbeil nach einem Treffen mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba. Die EU müsse jetzt geopolitischer handeln und die Beitrittsperspektive „jetzt schnell für die Ukraine, für andere Länder eröffnen“.

11.33 Uhr – Putin-Vertrauter Medwedew warnt vor Konflikt von Russland und Nato

Dmitri Medwedew, einer der engsten Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, warnt den Westen wegen dessen militärischer Hilfe für die Ukraine vor einem Konflikt zwischen Russland und Nato. „Ein solcher Konflikt birgt stets das Risiko, in einen vollständigen Atomkrieg zu münden“, erklärt Medwedew, der Putins Stellvertreter an der Spitze des russischen Sicherheitsrates ist, auf Telegram. „Nato-Länder, die Waffen in die Ukraine pumpen, Truppen für den Einsatz westlicher Ausrüstung ausbilden, Söldner entsenden und die Übungen von Bündnisstaaten in der Nähe unserer Grenzen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines direkten und offenen Konflikts zwischen der Nato und Russland.“ Russland und die USA sind mit Abstand die größten Atommächte. Russland verfügt über etwa 6257 Atomsprengköpfe, während die drei Atommächte der Nato – die USA, Großbritannien und Frankreich – zusammen laut der in Washington ansässigen Arms Control Association etwa 6065 Sprengköpfe haben.

11.26 Uhr – In der Region der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben des UN-Menschenrechtsrates bislang rund tausend Leichen geborgen worden. Viele der überprüften Menschenrechtsverletzungen könnten als Kriegsverbrechen eingestuft werden. Das Ausmaß ungesetzlicher Tötungen, einschließlich der Indizien für Hinrichtungen in Gebieten nördlich von Kiew, sei schockierend, sagt Michelle Bachelet, die Vorsitzende des in Genf ansässigen Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen, per Video-Schaltung. Der Rat wird im Laufe des Tages entscheiden, ob Ermittler mit einer offiziellen Untersuchung der Ereignisse in Raum Kiew und anderen Regionen seit der russischen Invasion beauftragt werden. Russland weist Vorwürfe zurück, dass bei dem von ihm so bezeichneten militärischen Sondereinsatz Zivilisten ein Ziel seien.


11.25 Uhr – Kuleba – Macron-Vorschlag kann EU-Beitritt nicht ersetzen

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat betont, dass sein Land nicht auf eine EU-Beitrittsperspektive verzichten werde. Zum Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron einer neuen europäischen Gemeinschaft sagt Kuleba, dass die Zielrichtung noch unklar sei. Auf keinen Fall sei es akzeptabel, wenn dies als Alternative zu einem EU-Kandidatenstatus gedacht sein sollte.

10.20 Uhr – Russland meldet Beschuss ukrainischer Stellungen

Das russische Militär hat zwei Munitionslager der ukrainischen Streitkräfte in der nördlichen Region Tschernihiw beschossen, wie russische Nachrichtenagenturen melden. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilt zudem mit, das Militär habe ein ukrainisches Luftabwehr-Raketensystem vom Typ S-300 in der Region Charkiw im Osten und eine Radarstation nahe der Hafenstadt Odessa im Süden des Landes zerstört.

10.15 Uhr – Johnson – Kaum Rückkehr zu normalen Beziehungen mit Putin möglich

Der britische Premierminister Boris Johnson sieht kaum eine Möglichkeit für eine Normalisierung der Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin. Auf die Frage in einem Interview des Radiosenders LBC, ob Putin wieder auf der Weltbühne willkommen geheißen werden könnte, wenn er Reue zeige, sagte Johnson: „Reue wird für Wladimir Putin jetzt sehr schwierig sein … nichts ist unmöglich, nehme ich an, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie wir die Beziehungen zu Putin jetzt wieder normalisieren können.“ Es bestehe das Risiko, dass sich die Situation von 2014 wiederhole, als Russland die Krim annektierte und trotz der damaligen Sanktionen und Verhandlungen des Westens nun die Ukraine angegriffen habe. Auch wenn es zu einem Abkommen der Ukraine mit Russland komme, bestehe das Risiko, dass Putin wieder das Gleiche tun würde. Die Antwort laute also nein, keine Normalisierung der Beziehungen, „und das Vereinigte Königreich ist sich dessen sehr bewusst.“

09.05 Uhr – Die Ukraine setzt nach Angaben von Außenminister Dmytro Kuleba nicht auf eine schnelle EU-Mitgliedschaft, möchte aber einen EU-Kandidatenstatus. „Es ist ganz wichtig, einen Platz für die Ukraine zu reservieren“, sagt Kuleba in der ARD. „Wir hören sehr oft, dass die Ukraine zur europäischen Familie gehört. Jetzt kommt es darauf an, einen Platz zu reservieren.“ Er wolle in Berlin über einen EU-Kandidatenstatus für sein Land reden.

08.50 Uhr – Großbritannien – Ukraine setzt Gegenoffensive im Raum Charkiw fort

Die ukrainischen Streitkräfte setzen laut britischen Angaben ihren Gegenangriff nördlich der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten des Landes fort. Sie hätten mehrere Städte und Dörfer in Richtung der russischen Grenze zurückerobert, wie das britische Verteidigungsministerium in einem Lagebericht über Twitter mitteilt. Es gebe Berichte, wonach Russland Einheiten aus dem Gebiet abgezogen habe. Die russischen Truppen müssten demnach wohl zunächst ihre Verluste ersetzen und sich auf das Ostufer des Flusses Siwerskyj Donez zurückziehen.

07.15 Uhr – Russland wirft Ukraine Beschuss von Dorf nahe Grenze vor

Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, wirft ukrainischen Einheiten den Beschuss des Dorfes Solochi nahe der Grenze vor. Dabei seien ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt worden. Die russischen Behörden in der Grenzregion haben der Ukraine wiederholt den Beschuss russischen Territoriums vorgeworfen. Die Regierung in Kiew hat nicht erklärt, dass für solche Angriffe ukrainische Einheiten verantwortlich seien.

06.50 Uhr – Die EU und Japan wollen bei den Sanktionen gegen Russland insbesondere im Energiebereich enger zusammenarbeiten. „Wir begrüßen die immer stärkere Haltung Japans gegenüber Russland“, sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Beratungen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida in Tokio. Kishida zufolge soll die Kooperation mit der EU unter anderem im Energiebereich verstärkt werden. Japan hat sich den Sanktionen der G7 und der EU gegen den russischen Energiesektor angeschlossen, obwohl es von Öl- und Gasimporten auch aus Russland abhängig ist. Von der Leyen zufolge will die EU sich stärker in Asien engagieren, wo es erhebliche regionale Spannungen gibt. „Die Europäische Union will im Indopazifik eine aktivere Rolle übernehmen. Wir wollen mehr Verantwortung in einer für unseren Wohlstand so wichtigen Region übernehmen.“

05.00 Uhr – Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hält es für möglich, dass Deutschland schon im kommenden Winter einen russischen Gasboykott verkraften könnte. „Wenn wir zum Jahreswechsel volle Speicher haben, wenn zwei der vier von uns angemieteten schwimmenden LNG-Tanker schon am Netz angeschlossen sind und wenn wir deutlich an Energie sparen, können wir im Fall eines Abrisses der russischen Gaslieferungen einigermaßen über den Winter kommen“, sagt Habeck der Zeitung „Wirtschaftswoche“. Weniger Verbrauch sei das A und O. Wenn Industrie und Privatleute zehn Prozent des Verbrauchs einsparten, „dann sind das die entscheidenden Prozente, um nicht in eine Notlage zu geraten. Da sollten alle mitmachen.“ Mehr Effizienz sei ein wesentlicher Hebel gegen Putin.

Ukraine aktuell 12.05.22

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Wichtige Entwicklungen zur Börse.

12. Mai 2022 Marktentwicklungen

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12. Mai (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

DELIVEROO- Berlin: Der britische Essenslieferdienst hat eine Einigung mit der Gewerkschaft GMB für seine 90.000 selbstständigen Fahrer erzielt. „Dieser Deal ist der erste dieser Art in der Welt“, sagte der GMB-Beauftragte Mick Rix. Den Fahrern sei es dadurch möglich, in Tarifverhandlungen zu treten und Zuschüsse auszuhandeln. Aktuell verdienen Deliveroo-Fahrer den Mindestlohn plus Kosten. Die Arbeitsverhältnisse in der sogenannten „Gig“-Economy, in der Aufträge kurzfristig vergeben werden, stehen seit einiger Zeit in Misskredit und wurden bereits vor Gerichten rund um den Globus angefochten. Die EU knüpft sich aktuell das Thema Scheinselbstständigkeit vor.

INSTACART – Bangalore: Der Lebensmittellieferdienst aus den USA strebt an die Börse. Das gab Instacart in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht bekannt, allerdings ohne Angaben zum Zeitpunkt des geplanten Aktienmarktdebüts zu machen oder der angepeilten Bewertung. Ein Firmensprecher wollte sich dazu ebenfalls nicht äußern. Instacart ist zwar während der Coronapandemie mit seinem Angebot stark gewachsen, Einkäufe bis an die Wohnungstür zu liefern, musste aber erst kürzlich seine Firmenbewertung um fast 40 Prozent auf rund 24 Milliarden Dollar nach unten korrigieren. Insidern zufolge arbeitet das Startup aus San Francisco beim Börsengang mit Goldman SachsGS.N und JP MorganJPM.N zusammen. 

AT&S – Wien: Der steirische Leiterplattenhersteller will seine Aktionäre stärker am Gewinn beteiligen. Aufgrund der positiven Entwicklung soll für das Geschäftsjahr 2021/22 (per Ende März) eine höhere Dividende von 78 Cent je Aktie sowie eine Sonderdividende von 12 Cent je Aktie ausgeschüttet werden, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt sollen die Anteilseigner damit eine Dividende von 90 Cent je Aktie erhalten. Zuletzt wurden 39 Cent je Aktie gezahlt. Das Jahresergebnisse will AT&S am 17. Mai veröffentlichen.

OTE TELECOM – Athen: Die griechische Telekom-Tochter hat ihren Gewinn zum Jahresstart dank Einsparungen in die Höhe geschraubt. Das Nettoergebnis kletterte um fast 28 Prozent auf 129,5 Millionen Euro, wie OTE Telecom mitteilte. Wegen der hohen Energiekosten und politischen Unsicherheiten setzt das Unternehmen, an dem die Deutsche Telekom mit 46 Prozent beteiligt ist, weiterhin auf Kostensenkungen, will aber trotzdem auch in den Breitbandausbau und 5G-Angebote investieren. Die Deutsche Telekom gibt am Freitag Einblick in das abgelaufene Quartal.

NISSAN – Tokio: Der drittgrößte japanische Automobilhersteller hat dank Kostenreduzierung und einem schwächerem Yen einen Gewinn im vierten Geschäftsquartal 2021/22 erzielt. Der Betriebsgewinn sprang auf 56 Milliarden Yen (414,82 Million Euro) nach einem Verlust von 19 Milliarden im Vorjahr, wie Nissan mitteilte. Von Refinitiv befragte Analysten waren von 38,3 Milliarden Yen ausgegangen. Für das angelaufene Finanzjahr 2022/23 erwartet Nissan einen Betriebsgewinn von 250 Milliarden Yen. Von Refinitiv befragte Analysten waren von 318,5 Milliarden Yen ausgegangen.

FOXCONN – Taipeh: Der Apple -Zulieferer rechnet wegen der stagnierenden Nachfrage seiner Verbraucherelektronikkunden mit einer Wachstumspause. Im zweiten Quartal werde der Umsatz auf Vorjahresniveau verharren, kündigte der weltgrößte Auftragselektronikhersteller an. Im ersten Quartal waren die Erlöse trotz Chipengpässen, Lieferschwierigkeiten und Covid-Ausbrüchen in China noch um vier Prozent gewachsen. Der Gewinn legte um fünf Prozent auf 29,45 Milliarden Taiwan-Dollar (umgerechnet 944 Millionen Euro) zu. 

TELEFONICA- Berlin: Der spanische Telekomkonzern hat im ersten Quartal einen Umsatzrückgang und Ergebniseinbruch hinnehmen müssen. Die Erlöse fielen um neun Prozent auf 9,41 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte, zu dem auch Telefonica DeutschlandO2Dn.DE gehört. Das Nettoergebnis brach um ein Fünftel auf 706 Millionen Euro ein. Telefonica leidet zum einen unter der Inflation und zum anderem unter dem scharfen Wettbewerb auf dem wichtigen Heimatmarkt, wo eine Konsolidierung ansteht. Telefonica bekräftigte die Jahresziele.

GFT TECHNOLOGIES – Frankfurt: Der IT-Dienstleister hat nach einem starken Jahresauftakt und anhaltend kräftiger Nachfrage nach Digitalisierungsprojekten seine Jahresziele angehoben. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) schnellte im ersten Quartal um 37 Prozent auf 18,52 Millionen Euro nach oben, wie das Unternehmen mitteilte. Der Vorsteuergewinn nahm sogar um 91 Prozent auf 13,42 Millionen Euro zu. „Wir sehen besonders starkes Wachstum in der Region Americas und in Asien,“ erklärte Finanzchef Jochen Ruetz. „Unsere Kunden dort sind Vorreiter in der Nutzung modernster Technologien“, führte er aus. Der Krieg in der Ukraine belastete das Geschäft von GFT bisher nicht. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen jetzt dank eines hohen Auftragseingangs ein Umsatzwachstum um 27 Prozent auf rund 720 Millionen Euro. Bisher wurden 680 Millionen Euro angestrebt. Das bereinigte Ebitda soll um 22 Prozent zulegen. Noch Anfang März wurde ein Plus von 17 Prozent in Aussicht gestellt.

JOST – Frankfurt: Der LKW-Zulieferer hat das erste Quartal mit einem Rekord bei Umsatz und Ergebnis abgeschlossen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) legte um 15,5 Prozent auf 34,4 Millionen Euro zu, wie Jost mitteilte. Der Umsatz kletterte um mehr als ein Fünftel auf knapp 312 Millionen Euro. Mit Preiserhöhungen konnte Jost einen nicht unerheblichen Teil seiner gestiegenen Rohmaterial-, Energie- und Logistikkosten wettmachen. „Die Nachfrage nach unseren Produkten ist sowohl im Transport als auch in der Landwirtschaft gegenüber dem Vorjahr signifikant gestiegen. Insbesondere in Nordamerika konnten wir unsere Marktposition weiter stärken“, sagte Vorstandschef Joachim Dürr. Die Ziele für 2022 bekräftigte er: Umsatz und bereinigtes Ergebnis sollen weiter um einem mittleren einstelligen Prozentsatz steigen.

VERBIO – Düsseldorf: Die stark wachsende Nachfrage nach Biokraftstoffen hat Verbio in den ersten neun Monaten des Bilanzjahres 2021/22 Bestmarken bei Umsatz und Gewinn beschert. Bei einem Umsatzanstieg um 72,6 Prozent auf 1,237 Milliarden Euro schnellte das operative Ergebnis (Ebitda) um knapp 180 Prozent auf 314,9 Millionen Euro. Der Vorstand bekräftigte seine bereits Ende April angehobenen Jahresziele, die ein Ebitda von 430 Millionen Euro vorsehen statt 300 Millionen. 

ENCAVISE – Düsseldorf: Der Wind- und Solarparkbetreiber hat im ersten Quartal kräftig zugelegt. Der Umsatz schnellte um 53 Prozent auf 90,4 Millionen Euro und das operative Ergebnis (Ebitda) um 64 Prozent auf 64,4 Millionen Euro nach oben, wie die Gesellschaft mitteilte. Encavis habe in den ersten drei Monaten auch von günstigen Wetterbedingungen profitiert. „Wesentlicher Treiber unseres Wachstums ist und bleibt aber der planmäßige Kapazitätsaufbau unseres Wind- und Solarparkportfolios, unabhängig von saisonalen und quartalsbezogenen Schwankungen“, erklärte Finanzvorstand Christoph Husmann. Im Gesamtjahr peilt er eine Umsatzsteigerung um 14 Prozent auf mehr als 380 Millionen Euro an und ein Plus beim Ebitda von elf Prozent auf über 285 Millionen Euro.

WIENERBERGER – Wien: Der weltweit größte Ziegelproduzent hat zum Jahresauftakt dank einer hohen Nachfrage seinen Gewinn verdoppelt. Bei um 45 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro gestiegenen Erlösen kletterte der operative Gewinn (Ebitda) auf 228 Millionen Euro von 106 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Dank einer anhaltend hohen Nachfrage, speziell im Bereich der Renovierung, habe Wienerberger in allen Geschäftsbereichen und vor allem in Nordamerika zulegen können. Das benötigte Gasvolumen sei zu 90 Prozent bereits im Vorfeld gesichert worden. Dennoch seien Notfallpläne erarbeitet worden, sollte die Gasverfügbarkeit in Europa eingeschränkt sein. An den Zielen hält der Konzern trotz der geopolitischen Unsicherheiten, der steigenden Inflation und höherer Zinsen fest. Das Ebitda werde unverändert zwischen 750 bis 770 Millionen Euro erwartet.

SIXT – Düsseldorf: Der Autovermieter hat im ersten Quartal Rekordwerte erzielt. Der Umsatz schnellte um rund 76 Prozent auf 580,8 Millionen Euro, wie Sixt mitteilte. Das Vorsteuerergebnis vervielfachte sich auf 93,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 13,7 Millionen vor Jahresfrist. Für den weiteren Verlauf rechnet der Vorstand mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Mietwagen nach Abklingen der Corona-Pandemie. Zudem werde das Angebot an Neufahrzeugen knapp bleiben und damit das hohe Preisniveau anhalten. Daher bekräftigte der Vorstand seine Jahresziele, die einen deutlichen Umsatzanstieg vorsehen und ein Vorsteuerergebnis von 380 bis 480 Millionen Euro. 

KWS SAAT – Frankfurt: Stark gestiegene Kosten bremsen den Saatguthersteller. Der operative Gewinn (Ebit) sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2021/22 um knapp vier Prozent auf 186 Millionen Euro, wie KWS Saat mitteilte. Der Umsatz stieg indes um mehr als 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. „Wir verzeichnen aufgrund stark gestiegener Preise für Agrarprodukte einerseits eine hohe Nachfrage nach Saatgut, andererseits sehen wir uns teils erheblichen Kostensteigerungen gegenüber“, sagte Finanzchefin Eva Kienle. „Zudem belasten die Auswirkungen des Ukrainekriegs unsere Ertragslage.“ Für das Gesamtjahr erwartet KWS nun aber ein Umsatzplus von etwa zehn (bisher: sechs bis acht) Prozent. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll weiter acht bis neun Prozent betragen.

ZEAL NETWORK – Berlin: Der Hamburger Lottovermittler hat seinen Umsatz zum Jahresstart dank Neukunden erhöht. Die Erlöse kletterten um elf Prozent auf 25,1 Millionen Euro, wie das für die Marken Lotto24 und Tipp24 bekannte Unternehmen mitteilte. Das Betriebsergebnis (Ebitda) verdoppelte sich auch dank gesunkener Personalaufwendungen nahezu auf 8,9 Millionen Euro. „Das gibt uns Schubkraft für Investitionen in weiteres Wachstum dieses Jahr“, sagte Finanzchef Jonas Mattsson. Zeal Network bestätigte den Jahresausblick.

GRENKE – Frankfurt: Die auf Leasing von IT und Büroausstattung spezialisierte Firma profitiert von einem wachsenden Neugeschäft und einer geringeren Risikovorsorge. Der Gewinn sei im ersten Quartal um 46,8 Prozent auf 20,5 Millionen Euro gestiegen, teilte Grenke mit. „Damit sind wir zurück auf Wachstumskurs und liegen voll im Plan, unsere Gesamtjahresguidance für 2022 mit einem prognostizierten Gewinn von 75 bis 85 Millionen Euro zu erreichen“, sagte Vorstandschef Michael Bücker. Für 2022 erwarte Grenke unverändert ein Leasingneugeschäft zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden Euro nach 1,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Zudem gehe der Vorstand perspektivisch davon aus, dass sich das Leasingneugeschäft im Jahre 2024 im Vergleich zu den 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2021 verdoppeln wird.

SYNLAB – Düsseldorf: Europas größte Laborkette ist unter anderem Dank der hohen Nachfrage nach COVID-19-Tests mit kräftigen Zuwächsen ins Jahr gestartet. Der Umsatz legte im ersten Quartal um 13,1 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro zu und das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) um 10,1 Prozent auf rund 360 Millionen Euro. „Wir vertrauen auf die Tragfähigkeit unserer Aktivitäten im derzeitigen volatilen Umfeld und sind überzeugt, dass wir unseren Wachstumskurs auch dank unserer laufenden Investitionen ungebrochen fortsetzen können“, erklärte Vorstandschef Mathieu Floreani. Er hob seine Umsatzerwartungen für 2022 leicht an und peilt nun 3,1 Milliarden Euro an statt 3,0 Milliarden wie noch im März. Die Ebitda-Marge soll 24 bis 25 Prozent erreichen statt 23 bis 25 Prozent.

VARTA – Berlin: Der schwäbische Batteriehersteller bekommt die steigenden Rohstoffpreise und Energiekosten sowie die Folgen des Ukraine-Kriegs zu spüren. Der Umsatz sei im ersten Quartal um rund neun Prozent auf 185,3 Millionen Euro zurückgegangen, teilte der AppleAAPL.O-Zulieferer mit. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) fiel sogar um etwa 36 Prozent auf 38,1 Millionen Euro.

Finanzchef Armin Hessenberger begründete das unter anderem damit, dass die steigenden Kosten nur zeitverzögert an Kunden weitergegeben werden könnten. Außerdem müsse Varta Projekt- und Anlaufkosten für die Produktion von großformatigen Lithium-Ionen-Zellen verkraften, die erst 2024 für erste Einnahmen sorgen würden. Trotz der Probleme hält Varta an den Jahreszielen fest, wonach der Umsatz um bis zu zehn Prozent auf 950 Millionen Euro bis eine Milliarde Euro steigen und das bereinigte Ebitda zwischen 260 und 280 Millionen Euro liegen soll.

STMICRO – Paris: Der französisch-italienische Chiphersteller will seinen Jahresumsatz deutlich in die Höhe schrauben. Spätestens bis 2027 sollten jährlich mehr als 20 Milliarden Dollar erlöst werden, stellte STMicro in Aussicht. Das Geschäft werde von der anhaltend hohen Nachfrage der Autobranche, Industrie und der Smartphone-Hersteller befeuert. Für dieses Jahr peilt das Unternehmen einen Umsatz von 15,3 Milliarden Dollar an.

STRÖER – Düsseldorf: Der Werbeflächenvermarkter hat zum Jahresauftakt einen Wachstumssprung geschafft. Bei einem Umsatzplus von 23 Prozent auf den Rekordwert von 385 Millionen Euro stieg das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) um 29 Prozent auf 73 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Ströer habe dank seiner flexiblen Aufstellung die Auswirkungen der Pandemie und die dämpfenden gesamtwirtschaftlichen Effekte aus dem Ukraine-Krieg begrenzen und gleichzeitig Chancen und Potenziale in digitalen Geschäftsfeldern nutzen können, hieß es zur Begründung der positiven Entwicklung.

12. Mai 2022 Marktentwicklungen

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Wichtige Entwicklungen zur Börse.

12. Mai 2022 Dax niedriger erwartet – Weitere US-Preisdaten im Blick

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Frankfurt, 12. Mai (Reuters) – In Erwartung weiterer Hinweise zur US-Geldpolitik wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Donnerstag niedriger starten. Am Mittwoch hatte er dank Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Corona-Lockdowns in China 2,2 Prozent im Plus bei 13.828,64 Punkten geschlossen. Hier lesen.

Grafik: AgenaTrader, Download der Grafik.

Dax nach Dax scheitert Dax mit
ScreenShot: AgenaTrader 11Mai 2022

Da die US-Verbraucherpreise weniger stark zurückgegangen sind als erhofft, richten Anleger ihre Aufmerksamkeit nun auf die Erzeugerpreise. Experten erwarten für April eine Teuerung im Jahresvergleich von 8,9 Prozent nach 9,2 Prozent im Vormonat. Sollte auch diese Zahl höher ausfallen als gedacht, wird dies den Spekulationen auf drastischere Zinserhöhungen der Fed neue Nahrung geben.

Daneben beschäftigt Investoren eine Welle von Firmenbilanzen. Aus dem Dax legten unter anderem der Versorger RWE, der Versicherer Allianz und der Technologiekonzern Siemens Zahlen vor.

Schlusskurse europäischer Indizes am vorangegangenen HandelstagStand
Dax<.GDAXI>13.828,64
Dax-Future<FDXc1>13.521,00
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.647,87
EuroStoxx50-Future<STXEc1>3.529,00
Schlusskurse der US-Indizes am vorangegangenen HandelstagStandVeränderung
Dow Jones<.DJI>31.834,11-1,0 Prozent
Nasdaq<.IXIC>11.364,24-3,2 Prozent
S&P 500<.SPX>3.935,18-1,6 Prozent
Asiatische Indizes am DonnerstagStandVeränderung
Nikkei<.N225>25.823,45-1,5 Prozent
Shanghai<.SSEC>3.070,20+0,4 Prozent
Hang Seng<.HSI>19.649,77-0,9 Prozent

Dax niedriger erwartet – Weitere US-Preisdaten im Blick

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Wichtige Entwicklungen zur Börse.

Steigende Kosten drücken Gewinn von HeidelbergCement

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Frankfurt, 11. Mai (Reuters) – Steigende Energie- und Transportkosten haben das Ergebnis des Baustoffkonzerns HeidelbergCement im ersten Quartal belastet. Die höheren Aufwendungen hätten nur teilweise durch Preiserhöhungen ausgeglichen werden können, erklärte der Hersteller von Zement, Beton und Zuschlagstoffen am Mittwoch. Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen sackte von Januar bis März um gut ein Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab auf 145 Millionen Euro.

Der Dax-Konzern schnitt damit viel schlechter ab, als vom Unternehmen befragte Analysten erwartet hatte. Die Prognose lag bei 363 Millionen Euro. „Das erste Quartal 2022 war kein einfaches für HeidelbergCement“, sagte Vorstandschef Dominik von Achten.

Der Umsatz wuchs zum Jahresauftakt hingegen etwas stärker als erwartet um zwölf Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Die Absatzmengen lagen zumeist auf dem Vorjahresniveau. Trotz sich verdüsternder Aussichten für die Baukonjunktur aufgrund Materialmangels, steigender Kosten und Zinsen hält der Konzern an seinem optimistischen Ausblick fest. Der Umsatz soll – zum Teil dank Preiserhöhungen – stark steigen, das operative Ergebnis leicht gegenüber dem Vorjahr zulegen.

„Die Nachfrage nach unseren Baustoffen ist trotz der anhaltend volatilen Marktbedingungen in allen Regionen weiter hoch“, erklärte von Achten. Analysten erwarten den Betriebsgewinn für das Gesamtjahr dagegen leicht unter Vorjahr. 

Steigende Kosten drücken Gewinn von HeidelbergCement

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Metro steigert Umsatz und operativen Ertrag – Russland belastet aber

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Düsseldorf, 11. Mai (Reuters) – Die Folgen des Ukraine-Kriegs sorgen beim Großhändler Metro für Verluste. Die Düsseldorfer mussten im abgelaufenen Quartal rund 319 Millionen Euro abschreiben, mehr als 200 Millionen Euro davon auf ihre Aktivitäten in Russland und der Ukraine. Unter dem Strich stand daher ein Verlust von 284 Millionen Euro, wie Metro am Mittwoch mitteilte. In anderen Ländern lief es dagegen deutlich besser – Metro hatte erst im April dank anziehender Geschäfte mit Hotels und Restaurants nach dem Ende zahlreicher Corona-Auflagen sowie steigender Preise die Prognosen angehoben. 

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 legten Umsatz und operativer Ertrag deutlich zu. Der Umsatz kletterte – getrieben auch durch rasantes Wachstum im Geschäft mit der Belieferung von Gastronomen und Hoteliers – auf 6,2 (Vorjahr: 5,0) Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda stieg auf 157 (114) Millionen Euro. Metro hatte im April erklärt, im Geschäftsjahr 2021/22 ein Umsatzwachstum von neun bis 15 Prozent statt bislang drei bis sieben Prozent zu erwarten. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) solle leicht bis moderat steigen, nachdem zuvor Zahlen auf dem Vorjahresniveau vorhergesagt wurden. 

Der Konzern hatte angekündigt, auch mit Blick auf Mitarbeiter und Kunden in Russland aktiv bleiben zu wollen. Metro hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2020/21 in Russland mit 93 Märkten einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro eingefahren. In der Ukraine kam der Großhändler zuletzt auf einen Jahresumsatz von rund 800 Millionen Euro. Im zweiten Quartal zogen die Umsätze in Russland nun in lokaler Währung um 15,8 Prozent an. Metro führte dies auch auf Inflation und Hamsterkäufe der Bevölkerung zurück.

Metro steigert Umsatz und operativen Ertrag – Russland belastet aber

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Experten rechnen mit mehr Insolvenzen – „Die Nervosität ist spürbar“

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Berlin, 11. Mai (Reuters) – Insolvenzexperten erwarten einen Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland. Derzeit zeichne sich zwar noch keine grundsätzliche Trendwende ab, da Insolvenzen immer ein nachgelagerter Effekt seien, erklärte der Berufsverband der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID) am Mittwoch. Mit dem Andauern des Ukraine-Krieges und seinen Auswirkungen würden wirtschaftliche Folgen aber künftig auch deutsche Unternehmen mehr belasten.

Die im Verband organisierten Insolvenzverwalter berichten von einem gestiegenen Beratungsbedarf bei Firmen mit erhöhtem Energieverbrauch. „Die Nervosität ist spürbar“, sagte der VID-Vorsitzende Christoph Niering. „Die Investoren- und Bankenseite sind gerade bei diesen Unternehmen zunehmend zurückhaltender.“

Die Zahl der beantragten sogenannten Regelinsolvenzen in Deutschland sank im April zum Vormonat um 20,8 Prozent, nach plus 27 Prozent im März, wie das Statistische Bundesamt zu vorläufigen Daten mitteilte. Diese geben frühe Hinweise auf die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen. Hier liegen bisher Zahlen für Februar vor. Damals meldeten die Amtsgerichte 1132 Unternehmensinsolvenzen und damit 5,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Firmenpleiten waren in der Corona-Pandemie durch gesetzliche Sonderregelungen und Wirtschaftshilfen zeitweise deutlich zurückgegangen. Seit Mai 2021 sind keine Sonderregeln aufgrund der Corona-Pandemie mehr in Kraft.

Der VID mahnte einen vorsichtigen Umgang mit weiteren staatlichen Hilfen infolge des Ukraine-Kriegs an. „Angesichts der bevorstehenden Transformationsprozesse, die Wirtschaft und Gesellschaft bewältigen müssen, muss man hinterfragen, ob die Rettung von insolventen Unternehmen um jeden Preis noch zukunftsfähig ist“, sagte Niering. „Durch die Zahlung von Hilfsgeldern nach dem Gießkannenprinzip bleiben dringend benötigte Fachkräfte in Unternehmen gebunden, die kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell mehr haben.“ Notwendige Strukturveränderungen dürften nicht durch staatliche Eingriffe hinausgezögert werden.

Der sogenannte Gravenbrucher Kreis sprach sich dagegen aus, die Insolvenzantragspflicht erneut auszusetzen. Die Gruppe von Experten, die viele große Insolvenzverfahren leiten, plädiert dafür, in Reaktion auf die aktuelle Krise Fristen für die Finanzplanung von Firmen zu verkürzen. Nach geltendem Recht müssen Führungskräfte einen Insolvenzantrag stellen, wenn sie nicht in der Lage sind, eine positive Fortführungsprognose für ihr Unternehmen für die nächsten zwölf Monate darzulegen. „Nach Ansicht des Gravenbrucher Kreises sollte diese Planungsfrist in der aktuellen Krisensituation auf sechs Monate halbiert werden.“

Experten rechnen mit mehr Insolvenzen – „Die Nervosität ist spürbar“

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Porsche stellt Experten für Kapitalmarktkommunikation ein

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Hamburg, 11. Mai (Reuters) – Porsche treibt die Vorbereitungen für seinen Börsengang voran. Um die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt, Analysten und Ratingagenturen zu verbessern, richtete der Vorstand des zu Volkswagen gehörenden Sportwagenherstellers ein Ressort für Investor Relations ein. Die Leitung der neu gegründeten Abteilung habe zu Monatsanfang Björn Scheib übernommen, teilte Porsche am Mittwoch mit. Der 51-Jährige arbeitete von 2009 bis 2021 in dieser Funktion beim Stuttgarter Konkurrenten Daimler. Danach gründete er die Firma Fyncon, die Unternehmen bei Börsengängen berät. Zuletzt habe Scheib als Head of IR and Capital Markets das Münchner Luftfahrtunternehmen Lilium beim Gang an die US-Technologiebörse Nasdaq begleitet.

Scheib berichtet an Lutz Meschke, der als stellvertretender Vorstandschef von Porsche für die Ressorts Finanzen und IT zuständig ist.

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

ILO – Fast fünf Millionen Jobs in der Ukraine seit Kriegsbeginn verloren

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London, 11. Mai (Reuters) – Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar sind in der Ukraine nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) rund 4,8 Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Arbeitsplatzverluste machten damit etwa 30 Prozent der ukrainischen Erwerbsbevölkerung vor Kriegsbeginn aus, teilt die ILO unter Verweis auf eine eigene Studie mit.

Sie könnten auf sieben Millionen steigen, wenn die Feindseligkeiten länger andauerten. Andererseits könnten 3,4 Millionen Arbeitsplätze im Falle eines Waffenstillstands schnell wieder entstehen. Die ILO warnte zudem, dass der Krieg auch die Arbeitslosigkeit in den Nachbarländern der Ukraine wie etwa Polen, die viele Flüchtlingen aufnehmen, in die Höhe treiben könnte. Auch zentralasiatische Länder könnten betroffen sein, wenn Wanderarbeiter in Russland ihre Arbeit verlören und heimkehrten.

Die ILO verwies darauf, dass der Konflikt die Wirtschaft in der Ukraine mit ihren vormals rund 44 Millionen Einwohnern weitgehend lahmgelegt, die Exporte abgewürgt und Millionen Menschen in die Flucht getrieben habe. „Die wirtschaftlichen Störungen in Verbindung mit der starken Binnenvertreibung und den Flüchtlingsströmen führen zu massiven Verlusten bei Beschäftigung und Einkommen“, so die Studie. „Die russische Aggression in der Ukraine hat zu einer verheerenden humanitären Krise geführt und die schnellste erzwungene Bevölkerungsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst.“

Wegen des russischen Angriffs sind mehr als fünf Millionen Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflohen. Der Großteil der Flüchtlinge wurde in Nachbarländern der Ukraine wie Polen und Rumänien aufgenommen. Schätzungsweise 1,2 Millionen von ihnen seien vor der Invasion in Arbeitsverhältnissen beschäftigt gewesen, erklärt die ILO. Sollte der Krieg länger andauern, werde dies die Arbeitsmärkte und Sozialsysteme in diesen Ländern nachhaltig unter Druck setzen und die Arbeitslosigkeit wahrscheinlich in die Höhe treiben.

„Rechnet man diese Flüchtlinge zu den Arbeitslosen hinzu, würde die Arbeitslosenquote in Polen von drei Prozent auf 5,3 Prozent steigen“, heißt es in der Studie. Der Krieg könnte sich auch auf Länder in Zentralasien auswirken, die stark von den finanziellen Überweisungen der in Russland arbeitenden Migranten abhängig sind. Ein wirtschaftlicher Abschwung in Russland, das durch westliche Sanktionen und die Kosten des Krieges unter Druck gerät, könnte dazu führen, dass Arbeitsmigranten ihre Arbeit verlieren und in ihre Heimat zurückkehren, erklärt die ILO.

Zudem habe der der Krieg weltweit schwere Folgen für die Menschen und den Arbeitsmarkt. Er verschärfe den Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise und bedrohe Arbeitsplätze und Reallohnzuwächse, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die sich immer noch von der Corona-Pandemie erholen müssen, so die Studie.

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Google will über 300 Verlagen Geld für News zahlen

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Brüssel/Berlin, 11. Mai (Reuters) – Google will mehr als 300 Verlegern in Deutschland, Frankreich und anderen EU-Ländern Geld für ihre Nachrichten zahlen. „Bisher haben wir Vereinbarungen mit mehr als 300 nationalen, lokalen und spezialisierten Nachrichtenpublikationen in Deutschland, Ungarn, Frankreich, Österreich, den Niederlanden und Irland getroffen, und viele weitere Gespräche laufen noch“, sagte Google-Managerin Sulina Connal am Mittwoch in einem Blogpost des US-Konzerns. Zwei Drittel der Gruppe seien deutsche Verlage, darunter „Spiegel“, Zeit“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Offen blieb, wie viel Google den Verlagen zahlt.

Zudem soll ein Tool eingeführt werden, um es weiteren Pressehäusern zu erleichtern, sich zu beteiligen. Das Tool bietet den Verlagen eine erweiterte Vereinbarung zur Nachrichtenvorschau. Dies soll es Google erlauben, gegen eine Lizenzgebühr Textausschnitte und Vorschaubilder – Snippets und Thumbnails – zu zeigen. Der Schritt folgt auf die Verabschiedung bahnbrechender EU-Urheberrechtsvorschriften vor drei Jahren. Diese verpflichten Google und andere Online-Plattformen dazu, Musiker, Künstler, Autoren, Nachrichtenverleger und Journalisten für die Nutzung ihrer Werke zu bezahlen.

Verlage gehören zu den schärfsten Kritikern von Google und drängen Regierungen seit langem, dafür zu sorgen, dass Online-Plattformen eine faire Vergütung für ihre Inhalte zahlen. Australien hat solche Zahlungen 2021 zur Pflicht gemacht, während Kanada im vorigen Monat ein ähnliches Gesetz eingeführt hat. In Deutschland streiten Google und Verlage seit Jahren über die Auslegung des sogenannten Leistungsschutzrechts. 

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) äußerte sich skeptisch zu Googles Vorgehen. „Wir haben in der Sache bereits mehrfach deutlich gemacht, dass wir Googles Angebot einerseits begrüßen, weil das Unternehmen damit grundsätzlich anerkennt, dass es für Presseinhalte bezahlen muss“, so der BDZV. Auf der anderen Seite liege die Auswahl der Partnerfirmen allein bei Google. „Die Ausschüttung der Gelder an die Verlagshäuser geschieht damit weiter willkürlich.“ 

Die Verwertungsgesellschaft Corint Media, die die Rechte von Verlagen vertritt, reagierte kritisch. „Die geplante massenhafte und schnelle Einholung von Lizenzen zu Dumping-Preisen ist eine weitere Eskalationsstufe, die nun im Streit zwischen den Digitalplattformen und den Presseverlegern von Google gezündet wurde.“ Statt für die Nutzung von Presseinhalten eine angemessene Vergütung mit den Verwertungsgesellschaften und Einzelverlagen zu einheitlichen Preisen und Konditionen auszuhandeln, versuche Google, einen allein festgelegten, marktmissbräuchlich geringen Preis für die Rechte festzusetzen. Man warne Presseverleger, „sich Rechte an ihren Inhalten, dem Herzstück ihres Geschäfts, für Glasperlen abkaufen zu lassen“.

Corint Media schätzt die auszuschüttende Summe auf rund zehn Millionen Euro. Dies sei weniger als in Australien, erklärte die Verwertungsgesellschaft. Dort, wo der Markt rund ein Drittel des deutschen Markts ausmache, zahle Google aufgrund schärferer gesetzlicher Regeln bis zu 100 Millionen Euro an Verlage.

Google will über 300 Verlagen Geld für News zahlen

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Dax mit größtem Tagesgewinn seit sechs Wochen

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Dax nach Dax scheitert Dax mit

Frankfurt, 11. Mai (Reuters) – Nachfolgend die Kurse ausgewählter Indizes zum Xetra-Handelsschluss am Mittwoch: Grafik AgenaTrader Download

Dax nach Dax scheitert Dax mit
ScreenShot: AgenaTrader 11Mai 2022
Index-Stände17:30 11.05.22Plus/Minus in Prozent
Dax<.GDAXI>13.828,64+2,2
MDax<.MDAXI>28.613,42+2,1
TecDax<.TECDAX>2.977,95+1,7
SDax<.SDAXI>12.948,18+1,7
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.641,57+2,4
Stoxx50<.STOXX50>3.555,89+1,4
ATX<.ATX>3.081,81+1,8
Dow Jones<.DJI>32.499,01+1,1
Nasdaq<.IXIC>11.741,20+0,0
S&P 500<.SPX>4.037,15+0,9
Umsatz aller Dax-WerteStand 11.05.22
in Millionen Stück107,658
in Milliarden Euro5,022
Ölpreis in Dollar je Barrel17:30 11.05.22Plus/Minus in Prozent
Brent<LCOc1>107,19+4,6
WTI<CLc1>104,98+5,2

(zusammengestellt vom Reuters Marktteam)

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