Sonntag, März 15, 2026
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Bidens Beistands-Äußerungen zu Taiwan sorgen für Verwirrung

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Biden Medien
KIEV, UKRAINE - NOV 21, 2014: Vice President of USA Joe Biden during a meeting with President of Ukraine Petro Poroshenko in Kiev

Tokio/Peking/Taipeh 23. Mai (Reuters) – US-Präsident Joe Biden hat China mit ungewohnt klaren Worten vor einer Einnahme Taiwans gewarnt. Biden bejahte am Montag bei einem Besuch in Japan auf einer Pressekonferenz die Frage eines Reporters, ob die USA Taiwan im Falle eines Angriffs verteidigen würden. „Das ist die Verpflichtung, die wir eingegangen sind“, fügte er hinzu.

Eine solche Beistandszusage würde eine Abkehr der bisherigen US-Politik andeuten, in der sich die USA aus strategischen Gründen nicht eindeutig festlegen. Ein Mitarbeiter Bidens sagte allerdings, die Äußerungen des Präsidenten stellten keine Änderung der US-Politik dar. 

China betrachtet Taiwan als sein Territorium. Taiwan pocht hingegen auf Eigenständigkeit und hat in den USA seinen wichtigen Verbündeten. Das Thema gehört zu den sensibelsten Punkten zwischen den USA und China.

Biden machte seine Äußerungen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem japanischen Regierungschef Fumio Kishida in Tokio. Nachdem er die Reporter-Frage, ob die USA Taiwan bei einem Angriff verteidigen würden, mit „Ja“ beantwortet hatte, fügte er hinzu, die USA seien zwar mit einer Ein-China-Politik einverstanden. Aber die Idee, dass sich China Taiwan mit Gewalt nehme, sei „einfach nicht angemessen“. Er gehe aber davon aus, dass dies nicht passiere oder auch nur versucht werden würde.

Bidens nationale Sicherheitsberater schienen während Bidens Antwort unruhig zu werden. Einige von ihnen blickten zu Boden, als sich der Präsident scheinbar eindeutig äußerte. Anschließend sagte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses, es gebe keine Änderung der US-Politik. Biden hatte sich schon im Oktober ähnlich zur Verteidigung Taiwans geäußert. Auch damals hatte ein Regierungssprecher gesagt, Biden habe damit keine Änderung der US-Politik angekündigt. Ein Experte hatte Bidens Äußerung damals als „Fauxpas“ bezeichnet. 

Die USA stellen Taiwan zwar Mittel zur Selbstverteidigung zur Verfügung. Sie verfolgen aber seit langem eine Politik der „strategischen Zweideutigkeit“ in der Frage, ob sie bei einem Angriff Chinas militärisch eingreifen würden.

Aus China kam umgehend Kritik an Bidens Äußerungen. Es werde keine Zugeständnisse oder Kompromisse in Bezug auf Chinas Souveränität und territoriale Integrität gaben, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Taiwan begrüßte Bidens Worte indes. Man danke der US-Regierung für die Bekräftigung ihres Taiwan-Engagements, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Taiwan werde zudem seine Maßnahmen zur Verteidigung weiter verstärken und die Zusammenarbeit mit Ländern wie den USA und Japan vertiefen, um seine Sicherheit zu gewährleisten.

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Bahnticket-Preise im Nahverkehr stärker gestiegen als Inflationsrate

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Berlin, 23. Mai (Reuters) – Die Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen. Seit 2015 erhöhten sie sich um durchschnittlich 19,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Die Verbraucherpreise insgesamt legten in diesem Zeitraum dagegen nur um 16,2 Prozent zu. „Zuletzt waren die Preise für Tickets zwar ebenfalls gestiegen, allerdings deutlich weniger als die Verbraucherpreise insgesamt“, erklärten die Statistiker. So zahlten Fahrgäste im vergangenen April 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, während die Inflationsrate wegen stark steigender Energie- und Nahrungsmittelpreise bei 7,4 Prozent lag. 

Angesichts stark gestiegener Energiekosten will die Bundesregierung mit einem befristeten 9-Euro-Ticket den Öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen. Käufer können Busse und Bahnen zwischen Juni und August für neun Euro pro Monat bundesweit nutzen. Das ist knapp ein Drittel dessen, was Haushalte im Schnitt für Bus- und Bahntickets aufwendeten: 2020 gab jeder Haushalt durchschnittlich rund 24 Euro pro Monat für Fahrkarten aus. Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es noch rund 33 Euro monatlich. „Ein Grund für den Rückgang der Ausgaben dürfte sein, dass die Menschen während der Pandemie seltener öffentliche Verkehrsmittel nutzten“, so die Statistiker.

Das 9-Euro-Ticket gilt im gesamten Nahverkehr – also in allen öffentlichen Verkehrsmitteln abgesehen von Fernzügen etwa der Deutschen Bahn[RIC:RIC:DBN.UL] oder von Flixtrain. Die DB will es ab diesen Montag verkaufen. Der Bundesrat stimmte am Freitag dem Gesetz zu, das den verantwortlichen Ländern den Ausfall von 2,5 Milliarden Euro an Einnahmen für die drei Monate aus dem Bundeshaushalt sichert. 

Der Personenverkehr mit Bus und Bahn spielt EU-weit eine untergeordnete Rolle: Nur knapp ein Fünftel des motorisierten Personenverkehrs entfielen in der EU im Jahr 2019 auf öffentliche Verkehrsmittel, 81 Prozent auf das Auto. In Deutschland lag der Anteil des öffentlichen Personenverkehrs demnach mit 17 Prozent noch unter dem EU-Durchschnitt.

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EU-Kommission will europäische Schuldenregeln erst 2024 wieder anwenden

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Brüssel, 23. Mai (Reuters) – Die EU-Kommission hat wie erwartet vorgeschlagen, die europäischen Schuldenregeln auch 2023 noch ausgesetzt zu lassen. Die Brüsseler Behörde verwies am Montag auf die hohe Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine, der zu geringeren Wachstumsraten und einer höheren Inflation führt. Eigentlich sollten die Regeln, die die Neuverschuldung von EU-Staaten auf drei Prozent und die Gesamtverschuldung auf 60 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung begrenzen, ab 2023 wieder greifen. Sie sind seit 2020 ausgesetzt, um den Ländern im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie mehr Spielraum zu geben. 

Der sogenannte Stabilitätspakt soll den Wert des Euro schützen und zu große Unterschiede innerhalb der Währungsunion verhindern. Gegen die Regeln wurde in der Vergangenheit aber immer wieder verstoßen, ohne dass dies spürbare Konsequenzen gehabt hätte. Die südlichen EU-Länder fordern seit längerem eine Reform. Die Kommission betonte, die Ausnahmeklausel solle jetzt 2024 nicht mehr genutzt werden. In ihrer Frühjahresprognose hatte die Behörde zuletzt ihre Wachstumserwartungen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine deutlich gestutzt. Für die Euro-Zone wird dieses Jahr nur noch ein Plus von 2,7 statt bisher 4,0 Prozent erwartet. Die konjunkturelle Erholung von der Pandemie fällt also schwächer aus. 

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte am Freitag nach einem G7-Treffen gesagt, die Wirtschaftsdaten würden nicht zwingend dafür sprechen, die EU-Schuldenregeln noch ein weiteres Jahr auszusetzen. „Deutschland jedenfalls wird davon keinen Gebrauch machen.“ Die im Grundgesetz verankerte, wegen der Pandemie aber ebenfalls seit 2020 ausgesetzte Schuldenbremse solle 2023 wieder eingehalten werden. Das kommt bei der Neuverschuldung einer Vollbremsung nahe. 

Die EU-Kommission hatte im März bereits angekündigt, die sogenannte Zwanzigstel-Regel für hoch verschuldete Staaten 2023 nicht anwenden zu wollen. Danach müssen Euro-Länder mit einer Schuldenquote von über 60 Prozent jedes Jahr ein Zwanzigstel der Differenz zwischen 60 Prozent und der tatsächlichen Quote abbauen. Das würde vor allem Griechenland und Italien hart treffen, die die höchsten Schuldenstände haben. Rund um den Globus sind die Schulden in der Corona-Krise nach oben geschossen, so dass ein Abbau um ein Zwanzigstel auch immer anspruchsvoller wird.

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Lagarde – EZB beendet Negativzinsen wohl bis Ende September

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Frankfurt, 23. Mai (Reuters) – Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Worten ihrer Präsidentin Christine Lagarde wohl noch im Sommer den Negativzinsen ein Ende bereiten.

„Ausgehend von den derzeitigen Aussichten werden wir wahrscheinlich in der Lage sein, die negativen Zinssätze bis zum Ende des dritten Quartals zu beenden“, erklärte Lagarde am Montag in einem Blogbeitrag auf der EZB-Website. Der Einlagensatz der EZB liegt derzeit bei minus 0,5 Prozent.

Dies bedeutet, dass die Banken Gebühren für das Parken von Bargeld bei der Zentralbank zahlen müssen. „Wenn sich die Inflation mittelfristig bei zwei Prozent stabilisiert, wird eine schrittweise weitere Normalisierung der Zinssätze in Richtung des neutralen Zinssatzes angemessen sein“, fügte Lagarde hinzu und öffnete sogar die Tür für eine weitere Anhebung der Zinssätze, „wenn die Wirtschaft des Euro-Raums überhitzt“.

An den Finanzmärkten wird allgemein für den Juli mit einer Zinserhöhung der EZB gerechnet. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat jüngst gesagt, nach einer ersten Zinsanhebung im Euro-Raum könnten aus seiner Sicht schnell weitere Erhöhungen folgen.

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Ökonomen zum unerwarteten Anstieg des Ifo-Index

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US-Wirtschaft Ifo Inflation Inflationsrate Auftragseinbruch Ökonomen

Berlin, 23. Mai (Reuters) – Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 93,0 Punkte von 91,9 Zählern im Vormonat und damit das zweite Mal in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Top-Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Rückgang auf 91,4 Punkte erwartet. In ersten Reaktionen hieß es dazu:

FRITZI KÖHLER-GEIB, KFW-CHEFVOLKSWIRTIN:

„Die Stimmung in den deutschen Unternehmen steigt und zeigt sich seit dem russischen Überfall auf die Ukraine deutlich stabiler als zu Beginn der Corona-Krise im Frühling 2020. Leider ist aktuell aber auch eine schnelle Aufholbewegung wie ab dem Frühsommer 2020 außer Sichtweite, denn von dem vor Kriegsausbruch erwarteten Konsumboom bleibt wenig übrig. Wegen des Krieges werden die Energiepreise längerfristig hoch sein und damit die Kaufkraft belasten. Außerdem ist davon auszugehen, dass es durch Chinas strikte Lockdowns selbst bei kleinen Corona-Ausbrüchen immer wieder zu Störungen in den globalen Lieferketten kommen kann. Diese stehen infolge des Krieges sowieso unter zusätzlichem Stress. Für den Rest des Jahres erwarte ich deshalb nur moderat positive Quartalswachstumsraten, auch stagflationäre Tendenzen sind durchaus möglich.“

ANDREAS SCHEUERLE, DEKABANK:

„Die Lage ist gut, die Risiken bleiben. Die deutschen Unternehmen beurteilen die laufenden Geschäfte deutlich besser als im Vormonat. Noch läuft die Konjunktur dank der Nachholeffekte nach dem Ende der Corona-Restriktionen. Dies überlagert aktuell Probleme an anderen Stellen. Doch diese Hilfe ebbt mit der Zeit ab und die Einkommen der Konsumenten erodieren in Folge der Inflation immer weiter. Zudem werden in den kommenden Monaten die ohnehin schon gestressten Lieferketten in Folge der harten Lockdowns in China an mehreren Stellen Risse bekommen. Das ist zunächst ein Problem der nahen Zukunft, doch der ungenügende Impfstoff und die Null-Covid-Strategie Chinas können jederzeit neue Einschränkungen nach sich ziehen. Und über allem schweben die Risiken des Ukrainekriegs. Kein Wunder also, dass die Konjunkturerwartungen anhaltend pessimistisch sind.“

JÖRG KRÄMER, COMMERZBANK-CHEFVOLKSWIRT:

„Die Erholung des Ifo-Geschäftsklimas geht vor allem auf eine bessere aktuelle Geschäftslage im Dienstleistungssektor zurück, der von der Lockerung der Corona-Beschränkungen profitiert. Dagegen ist die Stimmung in der Industrie trotz einer leichten Entspannung weiter gedrückt. Denn die Null-Corona-Politik in China sowie kriegsbedingte Lieferprobleme dürften den Nachschub für die deutsche Industrie aus dem Ausland weiter stocken lassen. Die Konjunkturrisiken bleiben nach unten gerichtet. Für das zweite Quartal erwarten wir eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts.“

ALEXANDER KRÜGER, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE PRIVATBANK.

„Indexanstieg hin oder her: Die Laune von Unternehmen bleibt schlecht. Mehr als Pessimismus lässt die globale Gemengelage auch nicht zu. Der massive Materialmangel wird die Produktion noch lange an die Kette legen. Die Probleme wären auch dann nicht sofort vom Tisch, wenn der Ukraine-Krieg plötzlich enden würde. Denn die Neujustierung von Lieferketten wird dauern, pandemiebedingt auch wegen China. Auch für den Post-Corona-Konsumboom sieht es wegen des starken Inflationsanstieg und Angebotsengpässen schlecht aus. Das Fragezeichen  hinter einer sich im zweiten Halbjahr 2022 stärker belebenden Wirtschaft wird größer.“

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Ifo-Experte – Inflationssorgen und Lieferprobleme belasten den Handel

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Berlin, 23. Mai (Reuters) – Steigende Preise und Lieferprobleme machen dem Ifo-Institut zufolge dem deutschen Einzelhandel zu schaffen. „Inflationssorgen belasten den Handel“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe am Montag zu der Mai-Umfrage seines Instituts unter mehr als 9000 Firmen aller Branchen. „Es besteht die Sorge vor einer sinkenden Kauffreude der Verbraucher.“

Dies sei aber nicht das einzige Problem der Handelsbranche. „80 Prozent der Händler bekommen nicht alle Produkte, die sie bestellt haben.“ Hauptgrund dafür sei die angespannte Corona-Lage in China, wegen der viele Waren nicht verschifft werden können. So wurde etwa die Wirtschaftsmetropole Shanghai wochenlang in einen Lockdown geschickt. China ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Deutschlands.

Insgesamt hat sich die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen im Mai aber ungeachtet des Ukraine-Krieges überraschend aufgehellt. „Die deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig“, sagte Wohlrabe. Ein Grund dafür seien die Dienstleister, die von der Lockerung der Corona-Auflagen profitierten – vor allem der Tourismus und die Restaurants.

Schwieriger sei die Lage in der exportabhängigen Industrie. „Hier zeichnet sich keine Entspannung bei den Lieferengpässen ab“, sagte der Ifo-Experte. Die Nachfrage nach Industrieprodukten habe einen Dämpfer erhalten, was auch an den deutlich gestiegenen Preisen liegen könnte. Ingesamt seien die Preiserwartungen der Unternehmen zwar gesunken. „Preiserhöhungen bleiben aber auf der Tagesordnung“, sagte Wohlrabe.

Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 93,0 Punkte von 91,9 Zählern im Vormonat und damit das zweite Mal in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Rückgang auf 91,4 Punkte erwartet.

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Habeck verlangt von Ungarn eine Ende der Blockade des Öl-Embargos

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Davos, 23. Mai (Reuters) – Im Ringen um ein Öl-Embargo der EU gegen Russland hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck Ungarn vor einer weiteren Blockade gewarnt. Einige Staaten verhinderten Solidarität in der EU, sagte der Grünen-Politiker am Montag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. „Es gibt verschiedene Lösungen für verschiedene Länder“. Er könne sich auch Ausnahme-Regelungen für Ungarn oder andere vorstellen. Die Debatte müsse aber in einer gemeinsamen Position der EU münden. „Ich erwarte von jedem, auch von Ungarn, dass sie an einer Lösung arbeiten.“ Es könne nicht sein, dass sich jemand zurücklehne und auf sein Abkommen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin setze. „Das wichtigste ist, zusammenzubleiben.“

Seit Wochen versucht die EU ein Öl-Embargo gegen Russland auf den Weg zu bringen. Die Kommission hatte einen abgestuften Verzicht bis Ende des Jahres für die meisten Ländern vorgeschlagen und längere Fristen für Ungarn und andere Staaten in Aussicht gestellt. Ungarn hat dies bislang jedoch abgelehnt und auf die engen Beziehungen sowie die Abhängigkeit von Russland verwiesen. Ein Embargo kann nur einstimmig in der EU beschlossen werden.

Habeck verlangt von Ungarn eine Ende der Blockade des Öl-Embargos

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Ukraine schließt Waffenruhe derzeit aus

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Kiew, 23. Mai (Reuters) – Die Ukraine schließt einen sofortigen Waffenstillstand mit Russland aus und ist nicht dazu bereit, der Regierung in Moskau territoriale Zugeständnisse zu machen. „Der Krieg muss mit der vollständigen Wiederherstellung der territorialen Integrität und Souveränität der Ukraine enden“, schrieb der Stabschef des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. Am Montagmorgen heulten wieder in der gesamten Ukraine Warnsirenen, die russischen Streitkräfte setzten ihre Offensive im Osten und Süden des Landes fort. Vor allem im Donbass und dem Gebiet der Stadt Mykolajiw im Süden tobten zum Teil heftige Kämpfe. 

Polens Präsident Andrzej Duda sprach am Sonntag als erster ausländischer Staatschef seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar persönlich vor dem Parlament in Kiew und betonte dabei: „Nur die Ukraine hat das Recht, über ihre Zukunft zu entscheiden.“ Russland müsse sich komplett aus dem Land zurückziehen. Wenn auch nur ein Zentimeter ukrainischen Bodens aus wirtschaftlichen oder politischen Erwägungen heraus geopfert werde, wäre dies auch ein „enormer Schlag“ für den gesamten Westen, warnte Duda. Die Frage, unter welchen Bedingungen der Krieg beendet werden könnte, rückt zunehmend ins Zentrum der Diskussion. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte zuletzt nur betont: „Russland darf diesen Krieg nicht gewinnen, die Ukraine muss bestehen.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eingeräumt, die Lage in der umkämpften Ostregion Donbass sei „extrem schwierig“. Sein Berater Mychailo Podoljak schloss zugleich aber eine unmittelbare Kampfpause aus, wie sie von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und dem italienischen Regierungschef Mario Draghi ins Gespräch gebracht worden war. Damit würde sich die Ukraine nur selbst schaden, da Russland nach einer Waffenruhe nur umso härter zuschlagen würde, sagte der Berater des ukrainischen Präsidenten: „Sie starten dann eine neue Offensive, noch blutiger und größer angelegt.“ Kiew werde auch keine Konzessionen machen, die auf Gebietsabtretungen hinausliefen, fügte er hinzu.

Die heftigsten Gefechte lieferten sich beide Seiten zuletzt im Gebiet der Zwillingsstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk nordwestlich von Luhansk im Osten der Ukraine, wie ein Berater des Innenministeriums sagte. Die russischen Truppen versuchen bereits seit Mitte April, die Reihen hier zu schließen und die ukrainischen Verbände einzukesseln. Serhij Gajdaj, der Gouverneur von Luhansk, sagte im lokalen Fernsehen, die russischen Truppen verfolgten eine Taktik der „verbrannten Erde“. Sie wollten Sjewjerodonezk „auslöschen“. 

„AUFGABE IST EXTREM SCHWIERIG“ 

Russische Soldaten durchkämmten unterdessen das Gelände des Stahlwerks Asowstal in Mariupol nach Minen und Sprengfallen, die sowohl ukrainische als auch russische Truppen platziert haben sollen. „Die Aufgabe ist extrem schwierig, der Feind hat seine eigenen Landminen gelegt und wir haben auch Tretminen gelegt, um ihn zu blockieren. Wir haben noch etwa zwei Wochen Arbeit vor uns“, sagte ein russischer Soldat, der als Namen nur seinen Kampfnamen ‚Babai‘ angab. Die Minen werden kontrolliert gesprengt und die Straßen des Stahlwerks mit Bulldozern von Trümmern befreit. „In den letzten zwei Tagen wurden über 100 Sprengkörper zerstört. Die Arbeiten gehen weiter.“ 

Russland hatte am Freitag erklärt, die letzten ukrainischen Kämpfer aus Asowstal hätten sich ergeben. Die Ukraine hat diese Entwicklung bislang nicht bestätigt. Die Ukraine strebt einen Gefangenenaustausch mit Russland an. In Moskau wurden dagegen Stimmen laut, die gefangengenommenen ukrainischen Soldaten vor Gericht zu stellen. Bundesjustizminister Marco Buschmann zeigte sich besorgt über die Kriegsgefangenen von Mariupol. „Die massiven Verstöße Russlands gegen das Völkerrecht sind völlig inakzeptabel – sie erfüllen uns aber auch mit großer Sorge mit Blick auf die Bevölkerung der Ukraine und die nun in Gefangenschaft geratenen Soldaten“, sagte Buschmann der „Rheinischen Post“.

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Dax legt zu Wochenbeginn deutlich zu – Ifo im Fokus

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Frankfurt, 23. Mai (Reuters) – Der Dax ist zu Wochenbeginn mit Schwung in den Handel gestartet. Der deutsche Leitindex gewann in den ersten Minuten 1,4 Prozent auf 14.173 Zähler. Investoren befürchteten jedoch, dass die Gewinne schnell wieder in sich zusammenfallen könnten. „Der Deutsche Aktienindex ist aktuell vergleichbar mit einem Flugzeug, das zu viel Gepäck geladen hat. Es gibt immer wieder Versuche, abzuheben, die dann aber scheitern“, sagte Jochen Stanzl, Analyst bei CMC Markets. Die Furcht vor aggressiven Zinserhöhungsschritten in den USA und den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges machen den Investoren derzeit zu schaffen. 

Mit Spannung erwarteten die Investoren die Veröffentlichung des Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Analysten erwarteten für Mai einen Rückgang auf 91,4 Punkte von 91,8 Zählern im Vormonat. 

Unter den Einzelwerten sorgten Siemens Energy für Gesprächsstoff. Sie legten im MDax mehr als drei Prozent zu. Das Unternehmen will seine spanische Windkraft-Tochter Siemens Gamesa komplett übernehmen. Siemens Energy bietet 18,05 Euro je Aktie in bar, wie das Energietechnik-Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung am Samstag in München mitteilte. Siemens Gamesa legten sechs Prozent zu. Im Dax standen die Deutsche Bank und Daimler Truck mit einem Plus von drei und 2,7 Prozent an der Spitze des Leitindex.

Dax legt zu Wochenbeginn deutlich zu – Ifo im Fokus

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OMV-Tochter Borealis und Adnoc legen Angebotspreis für Milliarden-IPO fest

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Dubai, 23. Mai (Reuters) – Die OMV-Chemietochter Borealis und die Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) wollen beim Börsegang ihres Kunstoff-Joint-Ventures Borouge etwa zwei Milliarden Dollar einsammeln. Der Angebotspreis sei mit 2,45 Dirham (0,67 Dollar) je Aktie festgelegt worden, teilte Borouge am Montag mit. Der Börsenaspirant kommt damit auf eine Bewertung von rund 20 Milliarden Dollar. 

Laut Borouge gibt es bereits Zusagen von Investoren im Ausmaß von rund 570 Millionen Dollar. Darunter seien die staatliche Holdinggesellschaft ADQ aus Abu Dhabi, der Abu Dhabi Pensionsfonds, die Emirates Investment Authority, die indische Familie Adani, die International Holding Company, die Multiply Group und Alpha Dhabi. 

Borouge erzeugt Kunststoffe für die Auto- und die Verpackungsindustrie sowie für den medizinischen Bereich und Kunststoffrohre. Das Unternehmen zielt auf die wachsende Nachfrage von Kunden im Nahen Osten und in Asien ab. Der Konzern gliedert sich in die Produktionsgesellschaft Borouge ADP und die Verkaufs- und Marketinggesellschaft Borouge Pte. Adnoc hält 60 Prozent an der Borouge ADP, Borealis 40 Prozent. An Borouge Pte halten beide Unternehmen je die Hälfte.

Insgesamt sollen etwa drei Milliarden Aktien oder zehn Prozent des Aktienkapitals an der Börse in Abu Dhabi (ADX) notieren. Die Angebotsfrist startet an diesem Montag und läuft für Privatanleger bis zum 28. Mai, für institutionelle Investoren bis zum 30. Mai. Die Aktionäre sollen halbjährlich Dividenden erhalten, wobei die Ausschüttung von den Investitionsplänen und den Marktbedingungen abhänge. Erwartet wird, dass die Aktien am 3. Juni zum Handel zugelassen werden.

OMV-Tochter Borealis und Adnoc legen Angebotspreis für Milliarden-IPO fest

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