Montag, September 21, 2026
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Wirtschaftsministerium will Erneuerbaren-Vorrang einschränken

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Windräder (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundeswirtschaftsministerium plant, zentrale Elemente des Erneuerbaren-Ausbaus infrage zu stellen.

Mit einem „Netzpaket“ soll der sogenannte Einspeise- und Anschlussvorrang für erneuerbare Energien im Stromnetz eingeschränkt werden, berichtet „Tagesspiegel Background“ unter Berufung auf mehrere Personen aus der Erneuerbaren-Branche mit Einblick in die Materie. Das Netzpaket ist demnach parallel zur anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geplant.

Neue Windkraft- und Solaranlagen sollen demnach nicht mehr „unverzüglich“ angeschlossen werden, wie im EEG vorgesehen. Konkret: Falls im jeweiligen Netzgebiet im Vorjahr mehr als drei Prozent des Stroms aus Erneuerbaren abgeregelt wurden, sollen die Betreiber der neuen Anlagen für bis zu zehn Jahre auf die gesetzliche Entschädigung für die Abregelung ihres Stroms verzichten. Eine Abregelungsquote von drei Prozent gilt dabei bereits heute in vielen Regionen. Das Abregeln ist eine Maßnahme der Netzbetreiber, um das Netz stabil zu halten. Es bedeutet, dass Erneuerbaren-Anlagen ihren Strom bei Stromüberschuss nicht ins Netz einspeisen können.

Als weitere Einschränkung ist den Branchen-Insidern zufolge geplant, dass Verteilnetzbetreiber jeweils eigene Anschlussverfahren für Windkraft- und Solaranlagen ab einer Leistung von 135 Kilowatt festlegen dürfen. Da es in Deutschland mehr als 800 Verteilnetzbetreiber gibt, würde dies den Anschluss neuer Anlagen deutlich verlangsamen, wird in der Erneuerbaren-Branche befürchtet. Bisher gilt für Erneuerbare-Energien-Anlagen ein einheitlicher Anschlussvorrang gegenüber Anlagen mit Fossilenergie wie etwa Erdgas. Das Bundeswirtschaftsministerium äußerte sich nicht zu der Frage, ob es Veränderungen beim Einspeise- und Anschlussvorrang plant.

Kritik an den Plänen kommt von Vertretern der mehr als 1.000 Energiegenossenschaften in Deutschland, die in Solar-, Wind- und Bioenergie investieren. „Diese Investitionen der Bürgerinnen und Bürger benötigen verlässliche Rahmenbedingungen“, sagte Jan Holthaus, Vorstand des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV), auf Anfrage. Hierzu gehörten klare „Regelungen zur Refinanzierung und ein sicherer Netzzugang“. Ohne diese Rahmenbedingungen würden die Teilhabe der Menschen und damit notwendige Investitionen und die Akzeptanz der Energiewende ausgebremst, so Holthaus.


Foto: Windräder (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bahn-Sicherheitsgipfel nach Tod eines Zugbegleiters nächsten Freitag

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Schweigeminute nach Tod von Zugbegleiter am 04.02.2026, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz reagiert die Bahn mit einem Krisentreffen.

Am kommenden Freitag findet nach Informationen der „Bild am Sonntag“ aus Teilnehmerkreisen in Berlin ein großer Sicherheitsgipfel statt, um Maßnahmen gegen die zunehmende Gewalt in Zügen zu beraten. Konkret soll es um eine Bodycam-Pflicht für Zugbegleiter, mehr Sicherheitspersonal in Zügen und den Schutz von Bahnhöfen gehen.

An dem Treffen unter der Leitung von Bahn-Vorstandschefin Evelyn Palla nehmen neben dem Management der Deutschen Bahn auch Vertreter der Bundespolizei, Gewerkschaften, Verbände sowie weiterer Eisenbahnunternehmen teil. Ziel ist eine spürbare Verbesserung des Schutzes für Personal und Fahrgäste.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), der ebenfalls an dem Gipfel teilnimmt, sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich begrüße die Initiative der Bahnchefin, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen. Nach dem schrecklichen Angriff auf einen Zugbegleiter müssen wir alles prüfen, um die Sicherheit zu verbessern.“ Schnieder verwies zudem auf die Rolle der Bundesländer: „Alle Vorschläge müssen auch mit den Ländern erörtert werden, da diese im öffentlichen Personennahverkehr die Sicherheitsanforderungen vorgeben.“

Hintergrund des Gipfels ist der Tod des 36-jährigen Zugbegleiters Serkan C., der Anfang Februar nach einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz niedergeschlagen worden war und kurz darauf an einer Hirnblutung verstarb.


Foto: Schweigeminute nach Tod von Zugbegleiter am 04.02.2026, via dts Nachrichtenagentur

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Schnitzer warnt vor Gas-Erpressung durch die USA

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Gasspeicher (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer warnt davor, dass Deutschland sich erpressbar machen könnte, wenn es Flüssiggas fast ausschließlich aus den USA importiert.

„Ich finde es nicht glücklich, dass wir uns so abhängig machen“, sagte die Münchner Ökonomin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Und ich würde nicht ausschließen, dass Trump uns irgendwann androht, den Gashahn zuzudrehen, wenn er Zugeständnisse von uns will“. Deutschland bezieht mehr als 90 Prozent seiner Flüssiggas-Importe aus den USA.

Es gebe noch andere Lieferanten auf der Welt, fügte Schnitzer hinzu und nannte Katar und Norwegen als Beispiele. Kurzfristige Einkäufe würden allerdings die Preise in die Höhe treiben.

Die Ökonomin rief zur Schaffung einer strategischen Gasreserve auf. „Es ist ratsam, eine Gasreserve zu haben“, sagte sie. „Wenn es zu einer ernsthaften Krise käme, in welcher Form auch immer, wären wir zumindest für eine gewisse Zeit abgesichert.“

Mit Blick auf die niedrigen Temperaturen schloss Schnitzer nicht aus, dass sparsameres Heizen notwendig wird. „Wir haben von der Politik noch nicht das Signal bekommen, dass wir eine Versorgungskrise haben“, sagte sie. „Sollte es bis in den März oder April hinein sehr kalt sein und das Gas tatsächlich knapper werden, könnte man die Leute auffordern, zurückhaltender zu heizen.“


Foto: Gasspeicher (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Innenminister gegen Boykott der Fußball-WM wegen Trump

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Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) lehnt einen Boykott der Fußball-WM aus Protest gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump ab.

„Ich kann Forderungen nach einem Boykott der Fußball-WM nicht nachvollziehen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Ich habe nämlich noch sehr genau in Erinnerung, wie die Debatten um die Fußballweltmeisterschaft in Katar liefen, und habe schon damals die Meinung vertreten: Spielt Fußball und hört auf, zu versuchen, Politik zu machen. Das wäre auch mein Ratschlag für all diejenigen, die sich mit dem Thema jetzt beschäftigen.“

Dobrindt sagte allerdings, dass er das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE, an dem sich unter anderem die jüngste Kritik an Trump derzeit entzündet, ebenfalls für kritikwürdig hält. „Die Bilder, die wir in den USA sehen, wirken auf uns alle mehr als befremdlich“, sagte der CSU-Politiker dem RND. „So ein Vorgehen ist bei professionell ausgebildeten und agierenden Polizeikräften wie in Deutschland vollkommen undenkbar und würde auch in keiner Weise von politisch Verantwortlichen geduldet.“ Ähnlich hatte sich zuvor Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) geäußert.


Foto: Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Versorger gegen Förderung für Wärmepumpen in neuen Fernwärmegebieten

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Fernwärme-Leitung (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In Städten und Gemeinden sowie in Teilen der Wirtschaft wächst die Sorge, dass sich zu wenig Kunden für neu ausgebaute Wärmenetze entscheiden und Versorger auf ihren Investitionskosten sitzenbleiben.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schlägt deshalb vor, Wärmepumpen in den betreffenden Gebieten finanziell nicht mehr zu unterstützen. „Eine Doppelförderung von Wärmenetzen und Wärmepumpen ist keine gute Idee“, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing der „Welt am Sonntag“. „Dort wo das Ausbaugebiet feststeht, sollte die Förderung für Wärmepumpen deshalb entfallen.“

Zusammen mit weiteren Verbänden fordert der VKU Änderungen im Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie bei der Heizungsförderung. „Die Schlechterstellung von leitungsgebundenen Netzen gegenüber gebäudebezogenen Einzelheizlösungen ist zu beseitigen“, heißt es in einem Konzeptpapier, über das die „Welt am Sonntag“ berichtet. Verfasser sind unter anderem der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der VKU. In einem reformierten GEG solle zudem die Fokussierung auf Gebäudeeffizienz beseitigt werden.

Auch der Deutsche Städtetag fürchtet hohe Kosten und zu wenig Erlöse. „Wenn die Städte Gebiete für den Neu- oder Ausbau von Wärmenetzen ausweisen, besteht keine Verpflichtung für die Eigentümer, die Wärmeinfrastruktur zu nutzen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Christian Schuchardt, der „Welt am Sonntag“. „Dies schafft Unwägbarkeiten für die Versorger, die vor langfristigen Investitionen in Milliardenhöhe stehen. Es kann nicht so laufen, dass Städte und Versorger in Vorleistung gehen und am Ende greifen die Bürger dann doch zur eigenen Wärmepumpe.“

Bis Ende Juni dieses Jahres müssen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern eine fertige Planung für neue Fernwärmenetze vorlegen. Der Deutsche Städtetag rechnet mit Ausbaukosten von mehr als 43 Milliarden Euro bis 2030.


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Streeck warnt vor neuer Designerdroge Cychlorphin

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Hendrik Streeck (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), hat vor der neuen Designerdroge Cychlorphin gewarnt, die zuletzt auch in Deutschland nachgewiesen wurde.

„Synthetische Opioide wie Cychlorphin sind extrem hochpotent und lebensgefährlich“, sagte Streeck der „Rheinischen Post“. „Bereits kleinste Dosierungsfehler können tödlich sein. Besonders gefährlich wird es, wenn diese Substanzen anderen Drogen beigemischt werden – oft ohne dass die Konsumentinnen und Konsumenten davon wissen“, warnte Streeck.

Er mahnte rasche Maßnahmen an, um gegensteuern zu können. „Das Auftreten solcher Stoffe zeigt klar: Wir brauchen dringend ein verlässliches Monitoring- und Frühwarnsystem, das neue Entwicklungen früh erkennt und schnell warnt“, sagte der CDU-Politiker.

„Gleichzeitig muss Naloxon flächendeckend verfügbar sein, und wir brauchen ein dauerhaft und verlässlich finanziertes Hilfesystem“, sagte Streeck. Bei Naloxon handelt es sich um ein Gegengift zu Opioiden, das lebensrettend sein kann. Seit geraumer Zeit finden immer mehr Formen synthetischer Opioide Verbreitung in Deutschland. Sie sind um ein Vielfaches stärker als Heroin.


Foto: Hendrik Streeck (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Schnitzer: "Gen Z arbeitet mehr als die Generationen vor ihr"

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Junge Leute mit Laptop (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, hat die Arbeitsbereitschaft junger Menschen gegen Kritik verteidigt.

„Die Gen Z arbeitet mehr als die Generationen vor ihr“, sagte die Münchner Ökonomieprofessorin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Die jungen Menschen sind schneller im Arbeitsmarkt und arbeiten auch mehr Stunden als früher.“ Viele könnten sich ihr Studium gar nicht leisten, ohne zu arbeiten.

„Jetzt auf die Jungen zu schimpfen, finde ich verfehlt. Mit diesen Unterstellungen und Schuldzuweisungen muss Schluss sein“, kritisierte Schnitzer. „Es sind übrigens oft die Älteren, die meinen, sie hätten genug gearbeitet – und sich für die Rente mit 63 oder jetzt 64 entscheiden.“

Die Wirtschaftsweise wandte sich auch gegen die Einschätzung, junge Menschen mieden das Risiko und strebten vermehrt in den Staatsdienst. „Von wegen. Die stehen bei uns nicht Schlange. In München wollen viele lieber zu BMW“, sagte sie. Zugleich stellte Schnitzer den Beamtenstatus von Lehrern infrage. „Lehrer müssen nicht Beamte sein“, sagte sie. „Professoren im Übrigen auch nicht.“


Foto: Junge Leute mit Laptop (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dobrindt: Viele Hinweise zu Anschlag auf Berlins Stromnetz erhalten

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Alexander Dobrindt (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) trägt die Auslobung einer Belohnung des Bundes von einer Million Euro zur Aufklärung des Anschlags auf das Berliner Stromnetz Früchte.

„Seit Auslobung der Belohnung ist eine Vielzahl von Hinweisen eingegangen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Denen geht das BKA nun nach, deswegen kann man auch jetzt noch nicht sagen, ob eine Spur dabei ist.“ Dobrindt sagte zugleich: „Klar ist aber, dass es die Belohnung nur für valide, also erfolgreiche Hinweise gibt, die also zur Ergreifung des oder der Täter führen.“

Der CSU-Politiker hält die Belohnung, die bis zum 24. Februar befristet ist, für aussichtsreich. „Wir glauben, dass es innerhalb der linksextremistischen Szene sehr unterschiedliche Einschätzungen über den Erfolg des Anschlags gibt, in dessen Folge tausende Berliner tagelang bei Minusgraden ohne Strom und Heizung auskommen mussten“, sagte er dem RND. „Darum kann ich mir gut vorstellen, dass aus dieser Szene Hinweise auf die Täter kommen könnten.“

Dabei seien Belohnungen „grundsätzlich befristet, um deutlich zu machen, dass die Aufklärung von Kriminaldelikten nicht auf die lange Bank geschoben wird und etwaige Mitwisser keine 12 Monate Zeit haben, um zu überlegen, ob sie auf der richtigen Seite stehen wollen“. Sie seien „ein Anreiz, zeitnah notwendige Informationen zu liefern“.


Foto: Alexander Dobrindt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Mütterrente kostet 13,5 Milliarden Euro im Jahr

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Seniorin (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Mütterrente hat seit ihrer Einführung im Jahr 2014 rund 119 Milliarden Euro an Kosten verursacht. Das geht aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervor, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten.

Derzeit kostet die Mütterrente demnach pro Jahr rund 13,5 Milliarden Euro, die von der Rentenversicherung getragen werden. Es geht dabei um die bessere Anerkennung der Erziehungsleistung von Frauen der älteren Generation – konkret von jenen, die vor 1992 Kinder zur Welt gebracht haben.

Ab 2027 ist eine erneute Ausweitung der Mütterrente geplant, wodurch die jährlichen Kosten noch mal um 5 Milliarden Euro wachsen. Diese zusätzlichen Milliarden sollen aus Steuermitteln finanziert werden. Die Gesamtkosten für die Mütterrente, wenn auch aus verschiedenen Töpfen beglichen, steigen dann auf rund 18,5 Milliarden Euro jährlich.

Jüngere Politiker in der Koalition, aber auch Experten, sehen die Mütterrente kritisch, weil das Rentensystem wegen der Alterung der Gesellschaft ohnehin unter großem finanziellem Druck stehe. Der CDU-Wirtschaftsrat – ein Lobbyverband außerhalb der Partei – forderte zuletzt die Abschaffung der Mütterrente. Diese wurde Mitte 2014 eingeführt. Frauen mit Geburten vor 1992 waren bei der Rentenberechnung zuvor stark benachteiligt: Während für nach 1992 geborene Kinder drei Erziehungsjahre angerechnet werden, war es bei Müttern und Vätern von früher geborenen Kindern zuvor nur ein Jahr.

2014 wurde die angerechnete Erziehungszeit bei älteren Frauen mit der Mütterrente I zunächst von einem auf zwei Jahre erhöht. Damals lagen die jährlichen Kosten laut Rentenversicherung bei etwa 7 Milliarden Euro. 2019 wurde die Anrechnungszeit noch mal um sechs Monate erhöht (Mütterrente II): auf zweieinhalb Jahre. Damit stiegen die jährlichen Kosten zunächst auf mehr als 12 Milliarden Euro. Mit der Mütterrente III, die im vergangenen Dezember im Bundestag beschlossen wurde, soll schließlich eine Ausweitung um weitere sechs Monate auf drei Jahre folgen – und damit eine komplette Gleichstellung der Erziehungszeiten für Kinder, die vor und nach 1992 geboren wurden.


Foto: Seniorin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Litauen mahnt europäischen "Plan B" für Sicherheit an

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Inga Ruginiene (Archiv), via dts NachrichtenagenturVilnius (dts Nachrichtenagentur) – Laut Litauens Ministerpräsidentin Inga Ruginiene betreibt ihr Land trotz aller Bündnistreue der Nato bereits Vorsorge für den Ernstfall. „Man weiß nie, was passieren kann“, sagte Ruginiene der „Welt am Sonntag“. Deshalb müsse die „absolute Top-Priorität“ darin liegen, „die EU zu stärken“.

Angesichts möglicher Veränderungen der US-Sicherheitsgarantien setzt Litauen auf Abschreckung und Eigenvorsorge. „Ich hoffe, dass wir die US-Streitkräfte in Litauen behalten werden. Wir glauben an ein starkes Nato-Bündnis“, sagte Ruginienė.

Zugleich machte sie deutlich, dass ihr Land auch alternative Szenarien mitdenkt: „Wir müssen also sehr hart daran arbeiten, dass die Nato stark bleibt. Aber wir müssen gleichzeitig hart daran arbeiten, die EU zu stärken.“ Europa müsse in der Lage sein, „Verantwortung“ zu übernehmen, falls Washington seine Rolle verändere.

Konkret bereitet sich Litauen auch auf den Fall vor, dass Bündnishilfe nicht sofort greift. „Auch wenn wir ein starkes Bündnis haben und Artikel 5 gilt, wissen wir, dass wir für eine kurze Zeit zunächst allein wären“, sagte Ruginiene mit Blick auf mögliche Angriffsszenarien. In dieser Phase müsse Litauen die Lage stabilisieren, „bis unsere Partner eintreffen“. Deshalb sei die Präsenz europäischer Truppen zentral: „Wenn jemand unser Land angreift, dann attackiert er nicht Litauen, sondern die EU.“

Ruginiene verwies auf eine Reihe hybrider Bedrohungen aus Weißrussland und Russland, darunter gezielte Luftraumverletzungen. „Wir registrieren unterschiedliche Angriffe. Aktuell zum Beispiel Ballons, die von Belarus aus gezielt in unseren Luftraum eindringen“, sagte sie. Dabei handle es sich um „eine Mischung aus Schmuggel, weil damit etwa Zigaretten zu uns geschickt werden, und hybridem Angriff“. Hybride Angriffe und Provokationen seien aus ihrer Sicht die größte Gefahr. „Grundsätzlich behandeln wir alle Bedrohungen aus Belarus oder Russland als Fragen der nationalen Verteidigung“, erklärte die Regierungschefin.


Foto: Inga Ruginiene (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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