Mittelständler plädieren bei Klimaschutz für Flexibilität

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Berlin, 17. Feb (Reuters) – Deutsche Mittelständler können einer Studie zufolge beim Klimaschutz am besten mit flexiblen Instrumenten leben. Die Betriebe favorisieren etwa Maßnahmen wie die CO2-Steuer oder den Emissionsrechtehandel, die ihnen individuellen Gestaltungsspielraum geben, wie aus einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) hervorgeht, die Reuters am Donnerstag vorlag.

„Auf den ersten Blick hat es uns überrascht, dass mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen auch ordnungsrechtliche Ge- und Verbote gutheißen“, erklärte Studienleiter Hans-Jürgen Wolter. „Allerdings bieten solche tendenziell ineffizienten Vorgaben den Unternehmen weitgehende Planungssicherheit, weil einmal genehmigte Anlagen üblicherweise Bestandsschutz genießen.“

Die Ampelkoalition von SPD, Grünen und FPD will den Klimaschutz deutlich vorantreiben. Die meisten Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe sind laut IfM für die Risiken sensibilisiert, die sich durch den Klimawandel ergeben. Deshalb fließen Aspekte des Umweltschutzes in ihre unternehmerischen Entscheidungen ein. So gaben mehr als die Hälfte der Firmen bei einer Umfrage des IfM Bonn 2021 an, bereits in den drei vorangegangenen Jahren umweltrelevante Innovationen umgesetzt zu haben.

Schutz

„Aufgrund ihrer besseren personellen und finanziellen Ressourcenausstattung fällt es den großen Unternehmen naturgemäß leichter als kleinen und mittleren Unternehmen, Umweltproduktinnovationen zu initiieren“, erläuterte Wolter. Im Vergleich mittelständischer und nicht-mittelständischer Firmen mit ähnlicher Ressourcenausstattung zeige sich, dass mehr Familienunternehmen Umweltprozessinnovationen umgesetzt hätten.

Nach Ansicht der Familienunternehmen wären auf lokaler Ebene aber auch informelle Lösungen wie verbindliche Selbstverpflichtungen und Kooperationsabkommen erwägenswert, um das umweltpolitische Engagement von Firmen zu fördern.

Skeptisch geben sich laut Studie Mittelständler und Vertreter von managergeführten Unternehmen mit Blick auf sogenannte informationelle Lösungen – wie Labels etwa in der Lebensmittelindustrie oder Veröffentlichungspflichten. Dies favorisiert nur rund jede zehnte Firma. Das IfM betonte, die Politik sollte umweltpolitische Maßnahmen generell so einfach wie möglich halten, „damit auch kleine Unternehmen ohne hoch spezialisiertes Personal gut damit zurechtkommen“.

Mittelständler plädieren bei Klimaschutz für Flexibilität

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