Nestle will mit Preiserhöhungen Ergebnis schützen

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Zürich, 17. Feb (Reuters) – Verbraucher müssen im laufenden Jahr mit weiter steigenden Preisen für Produkte des Nahrungsmittelriesen Nestle rechnen. Der Hersteller von Nespresso, Maggi und KitKat reagiert damit auf die steigenden Kosten für Rohstoffe, Verpackung, Energie und Transport. „Es gibt fast keinen Bereich im Unternehmen, der von der Inflation ausgenommen ist“, sagte Konzernchef Mark Schneider am Donnerstag bei der Veröffentlichung des Jahresergebnisses. Die Einkaufskosten dürften 2022 stärker steigen als im Vorjahr. „Das ist etwas, was wir in unserer Preisgestaltung widerspiegeln müssen.“

Erhöhen große Anbieter wie Nestle ihre Preise, dürfte dies der globalen Inflation weitere Nahrung geben. In der größten Volkswirtschaft, den USA, kletterten die Verbraucherpreise zu Jahresbeginn so rasant wie seit 40 Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten im Januar 7,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa bezeichnete Inflation kürzlich als „signifikantes Risiko“ für die Weltwirtschaft.

Nestle beschleunigte die Preiserhöhungen im vierten Quartal 2021 auf 3,1 Prozent. Diese Maßnahme wirkt sich allerdings nur verzögert auf das eigene Ergebnis aus. Angesicht der stärker steigenden Einkaufskosten sank die bereinigte operative Marge leicht auf 17,4 Prozent. Für das laufende Jahr stellte das Schweizer Unternehmen einen Wert zwischen 17,0 und 17,5 Prozent in Aussicht. „Ist das konservativ?“, frage Schneider. „Ja, denn in einem volatilen Umfeld mit erheblicher Inflation um uns herum und der Ungewissheit, was im weiteren Verlauf des Jahres passieren wird, ist es richtig, konservativ zu sein.“

NESTLE EILT KONKURRENZ DAVON

Nestle

Stabile Margen sind gemessen an anderen Branchenvertretern bereits ein Erfolg. Die britische Unilever hatte kürzlich gewarnt, dass die Margen 2022 schrumpfen dürften, weil der Hersteller von Langnese-Eis oder Knorr-Suppen den Preisanstieg nicht komplett auf die Konsumenten abwälzen könne. Nestle schlägt sich unter anderem deshalb besser, weil Schneider das Portfolio seit Jahren auf Wachstum und höhere Margen trimmt. Alleine 2021 vollzog der Konzern aus Vevey am Genfersee Käufe und Verkäufe von Unternehmensteilen im Wert von insgesamt fast zehn Milliarden Franken. Während Nestle das nordamerikanische Wassergeschäft abstieß, übernahm die Firma etwa den Vitaminhersteller The Bountiful Company.

Die Konzentration auf Wachstumsgeschäfte schlug sich auch im Abschluss für 2021 nieder. Getrieben vom Verkauf eines Pakets am Kosmetikkonzern L’Oreal kletterte der Gewinn um 38,2 Prozent auf 16,9 Milliarden Franken. Der Umsatz zog auf 87,1 Milliarden Franken an, in der Pandemie griffen die Kunden besonders oft zu Kaffee oder Heimtiernahrung. Damit erreichte Nestle ein um Zukäufe, Verkäufe von Sparten und Währungseinflüsse bereinigtes Plus von 7,5 Prozent, den höchsten Wert seit 2011. Schneider sagte, 2022 sei gut angelaufen. Für das Gesamtjahr peilt er ein organisches Wachstum von rund fünf Prozent an.

„Die Fundamentaldaten waren selten so stark und haben den Abstand zur Konkurrenz vergrößert, die mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat, wie wir in den letzten Wochen gesehen haben“, erklärte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Berschy. „In Anbetracht der anhaltenden Marktunsicherheiten sind wir der Meinung, dass Nestle ein Muss ist.“ 

Nestle will mit Preiserhöhungen Ergebnis schützen

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