Lauterbach will vierte Corona-Impfung für über 60-Jährige

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Brüssel/Berlin, 29. Mrz (Reuters) – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will eine vierte Corona-Impfung für alle über 60-Jährigen. Er werde beim Treffen der Gesundheitsminister der Europäischen Union vorschlagen, dafür eine Empfehlung auszusprechen, sagte Lauterbach am Dienstag in Brüssel vor einer Sitzung mit seinen Amtskollegen. Der Vorstoß sei mit den sozialdemokratischen EU-Gesundheitsministern abgesprochen.

Die Empfehlung solle dann die EU-Kommission veranlassen, sich mit der EU-Zulassungsbehörde EMA abzustimmen, sagte der SPD-Politiker weiter. Zur Begründung verwies Lauterbach auf neue israelische Daten, nach denen eine vierte Impfung das Sterberisiko bei Corona-Infektionen um 80 Prozent verringere. Eine neue Empfehlung sei deshalb „dringend nötig“.

Lauterbach warnte davor, auf einen von den Herstellerfirmen auf neue Virus-Varianten angepassten Impfstoff zu warten. Die Entwicklung verzögere sich. „Die angepassten Impfstoffe erwarte ich für später“, sagte er. September sei jetzt der „Zielmonat“. Dies sei aber zu spät. Auch die EMA hatte Mitte März darauf verwiesen, dass sich die Entwicklung verzögere. In der EU und in Deutschland sei genug Impfstoff vorhanden. Weil die Abgabe an ärmere Länder stocke, drohe, dass Impfstoff-Bestände vernichtet werden müssten. 

In Deutschland hat die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Empfehlung für eine vierteCorona-Impfung bisher für Personen ausgesprochen, die älter als 70 Jahre sind und als Risikopatienten gelten. Ein EMA-Vertreter hatte am 17. März noch gesagt, dass es nicht genügend Belege aus klinischen Studien oder der Praxis gebe, die eine Empfehlung für eine zweite Auffrischungsimpfung stützten.

Man erwarte „im Laufe des Frühjahrs“ weitere Daten. Österreichs Gesundheitsminister Johannes Rausch setzte sich dafür ein, dass die EU auch weiterhin gemeinsam Corona-Impfstoff beschaffen sollte. „Wir haben nicht die Verhandlungsposition den Herstellern gegenüber, es braucht die europäische Solidarität“, sagte er mit Blick auf kleine EU-Staaten vor den Beratungen in Brüssel.

Die EU-Gesundheitsminister wollen auch über die Versorgung von Schwerkranken aus der Ukraine und die Impfung von ukrainischen Kriegsflüchtlingen beraten. Lauterbach sagte, dass es große Impflücken bei den Ankommenden gebe und man die Impfzentren nutzen werde, um diese Menschen zu impfen. „Von den Geflüchteten geht keine akute Gefahr für die Bevölkerung aus“, betonte er. Die fehlenden Impfungen gefährdeten eher die Menschen, die aus der Ukraine kämen.

Lauterbach will vierte Corona-Impfung für über 60-Jährige

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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