Lauterbach appelliert an Länder – Hotspot-Regelung stärker nutzen

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Berlin, 25. Mrz (Reuters) – Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen appelliert Gesundheitsminister Karl Lauterbach an die Bundesländer, ähnlich wie Mecklenburg-Vorpommern Hotspot-Regelungen anzuwenden. Dies müsse jetzt auch genutzt werden, etwa wenn die Notfallversorgung in Krankenhäusern nicht mehr einwandfrei funktioniere oder planbare Eingriffe verschoben werden müssten, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz fallen die meisten Einschränkungen in der Corona-Pandemie weg. In Hotspots kann das öffentliche Leben aber weiter eingeschränkt werden. Die Umsetzung ist allerdings uneinheitlich, außerdem fehlen klare Kriterien für Hotspots. 

In Mecklenburg-Vorpommern sind die bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen bis Ende April verlängert worden. Das gesamte Land wurde zum Hotspot erklärt. Das angrenzende Schleswig-Holstein hat dagegen die meisten Einschränkungen aufgehoben – wegen meist milderer Verläufe mit der aktuellen Omikron-Variante. Lauterbach sagte, eine größere Einheitlichkeit wäre wünschenswert. 

„Es ist leider keine gute Situation“, sagte er mit Blick auf die jüngsten Rekord-Infektionszahlen. Vermutlich liege die tatsächliche Zahl der Ansteckungen derzeit bei etwa 600.000 pro Tag – doppelt so viel wie offiziell ausgewiesen. Die genaue Dunkelziffer sei nicht bekannt, aber vermutlich hoch. Es reiche nicht aus, abzuwarten und auf den Frühling und Sommer zu hoffen, in dem die Zahlen erfahrungsgemäß deutlich zurückgehen. „Man kann im Moment der Infektion kaum ausweichen.“ Gefährdet seien vor allem ungeimpfte Ältere über 60 Jahre. 

Am Freitag wies das Robert-Koch-Institut (RKI) 296.498 Positiv-Tests binnen 24 Stunden aus. Das sind rund 1350 Fälle weniger als vor einer Woche. Weitere 288 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Am Donnerstag war mit 318.387 Neuinfektionen erstmals die Schwelle von 300.000 überschritten worden.

MARBURGER BUND – KRANKENHÄUSER UND ÄRZTE STARK BELASTET 

„Die Pandemie ist noch nicht vorbei – im Gegenteil“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Gefährdet seien vor allem die 2,2 Millionen Ungeimpfte über 60. Susanne Johna vom Marburger Bund – der Interessensvertretung der Ärzte – verwies zudem auf mehr Corona-Patienten in den Krankenhäusern, die zu 90 Prozent auf Normalstationen lägen. Es gebe aktuell über 25.000 positiv auf das Coronavirus getestete Patienten, 60 Prozent mehr als Anfang Februar. Bedenklich sei auch, dass momentan viel Personal ausfalle. „Also mehr Belastung auf den Schultern von weniger Personal.“ Viele Ärzte seien zunehmend frustriert und fürchteten, im Herbst wieder in einer ähnlichen Lage zu sein. 

Lauterbach warb erneut für eine allgemeine Impfpflicht, um besser auf künftige Wellen vorbereitet zu sein. Er sei optimistisch, dass dies am Ende gelinge und es im Parlament eine Mehrheit dafür gebe. In Deutschland gebe es deutlich mehr ungeimpfte Ältere als etwa in Großbritannien, weswegen Lockerungen hier ein wesentlich höheres Risiko bedeuteten. 

Nach Angaben des Marburger Bundes gibt es in allen Bundesländern Corona-bedingte Probleme in Krankenhäusern. Die Uniklinik Münster biete beispielsweise im Wesentlichen nur noch eine Notfallversorgung an, so Johna. Insgesamt müssten drei von vier Krankenhäusern bei ihrem Angebot Abstriche machen.

Lauterbach appelliert an Länder – Hotspot-Regelung stärker nutzen

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Titelfoto: Symbolfoto

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