Krieg in der Ukraine und EZB lassen Dax abrutschen

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Frankfurt, 10. Mrz (Reuters) – Geplatzte Hoffnungen auf eine baldige Waffenruhe in der Ukraine und die Aussicht auf eine mögliche Zinswende im Euro-Raum haben den Dax am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Für große Enttäuschung sorgte, dass es bei dem Gespräch zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba keinen Durchbruch zur Beendigung des Krieges gegeben hat.

Die EZB beschloss wiederum zwei Wochen nach Ausbruch des Kriegs in der Ukraine, ihre milliardenschweren Anleihenkäufe im dritten Quartal auslaufen zu lassen. Den Schlüsselzins beließen die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Der Dax.GDAXI verlor 3,7 Prozent auf 13.341 Zähler. Für den EuroStoxx50 ging es am Nachmittag 2,9 Prozent bergab. Der EuroEUR= zog nach dem EZB-Entscheid deutlich an auf 1,1101 Dollar nach zuvor 1,1035 Dollar. 

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Dax EZB Ukraine
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Anleger hatten große Erwartungen in das Treffen des ukrainischen und russischen Außenministers im türkischen Antalya gesetzt. Allein die Ankündigung hatte gereicht, um den Dax am Mittwoch knapp acht Prozent nach oben zu treiben. „Das ergebnislose Treffen hat den Märkten einen neuen Dämpfer versetzt“, sagte ein Händler. „Ohne ernst gemeinte Friedensverhandlungen steht eine Erholung auf wackeligen Beinen“, konstatierte auch Christian Henke vom Brokerhaus IG.

ÖLPREIS STEIGT WIEDER

An den Rohstoffmärkten konnten die Anleger ihre Furcht vor Versorgungsengpässen wegen der Ukraine-Krieges nicht abschütteln. Der Brent-Preis blieb zwar deutlich unter seinen Höchstständen von Montag, legte jedoch in der Spitze wieder knapp sechs Prozent auf 117,56 Dollar je Fass zu. Am Mittwoch hatten Spekulationen auf eine Ausweitung der Ölförderung der Vereinigten Arabischen Emirate die Preise deutlich abrutschen lassen.

Auch bei den Metallen ging es nach dem Preisrutsch vom Vortag wieder bergauf. Aluminium, das im Flugzeug- und Automobilbau benötigt wird, notierte zeitweise fast sechs Prozent höher bei 3535 Dollar je Tonne. Der Handel mit dem zur Stahl-Herstellung benötigten Nickel, das sich zuletzt um mehr als das Doppelte auf ein Rekordhoch verteuert hatte, blieb an der Metallbörse LME ausgesetzt. Das für Autokatalysatoren verwendete Palladium, dessen Haupt-Exporteur Russland ist, verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 2973 Dollar je Feinunze. Gold war ebenfalls wieder gefragt und notierte 0,6 fester bei 2004 Dollar je Feinunze. 

BMW-AKTIEN NACH ZAHLEN AUF TALFAHRT 

Bei den Einzelwerten gerieten vor allem Autoaktien unter die Räder. BMW rutschte trotz eines höheren Gewinns im vergangenen Jahr um bis zu 7,8 Prozent auf 70,22 Euro ab und hielt damit die rote Laterne im Dax. Die Anleger hätten bereits mit einem guten Ergebnis gerechnet, begründete ein Händler den Kursrutsch. Der europäische Autoindex gab fast fünf Prozent nach. Im Dax notierten Mercedes Benz, Volkswagen und Continental zwischen 5,9 und 5,3 Prozent schwächer. 

Im MDax machten Investoren einen Bogen um Hugo Boss. Der Modekonzern enttäuschte laut Börsianern mit seinem Ausblick und der Dividende. Die Aktien verloren mehr als acht Prozent. Zugegriffen haben Anleger dagegen bei den Aktien von K+S, die sich um sechs Prozent verteuerten.

Der Salz- und Düngemittelhersteller bekräftigte trotz des Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Unsicherheiten für die Agrarmärkte seine Jahresziele. Zudem zieht K+S nach dem Verkauf seines amerikanischen Salzgeschäfts auch eine Trennung von seinen übrigen Salzaktivitäten in Betracht.

Krieg in der Ukraine und EZB lassen Dax abrutschen

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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