Keine rasche Einigung in Chemie-Tarifrunde in Sicht

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Hamburg, 21. Mrz (Reuters) – In den Tarifverhandlungen für die bundesweit 580.000 Beschäftigten der Chemieindustrie zeichnet sich kein rascher Kompromiss ab. Nach Angaben der Arbeitgeber ist man sich in den seit Montag in Hannover laufenden Gesprächen mit der Gewerkschaft IG BCE in einigen Punkten zwar näher gekommen. „Bei ein paar Sachen können wir einen Haken machen“, sagte ein Sprecher des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) am Dienstag. Die Frage sei, wie der von der Gewerkschaft vorgeschlagene kurz laufende Tarifvertrag aussehen könne, mit dem die Tarifpartner die wirtschaftliche Unsicherheit während des Ukraine-Kriegs überbrücken könnten. Derzeit würden dazu noch verschiedene Modelle verhandelt.

Für die Arbeitgeber spiele eine Rolle, wieviel an Einmalzahlung möglich sei, um eine dauerhafte Belastung für die Unternehmen gering zu halten. Die IG BCE komme aus der anderen Richtung und wolle auch dauerhafte Tabellenerhöhungen vereinbaren. „Da haben wir uns noch nicht auf irgendetwas geeinigt“, sagte der BAVC-Sprecher. Die Chancen für eine Einigung stünden 50 zu 50. Ein Abschluss dürfe nicht übers Knie gebrochen werden. „Die nächste Verhandlungsrunde ist schon in 14 Tagen. Das wäre genau so möglich.“

Die IG BCE erklärte, die Positionen lägen noch auseinander. „Die Arbeitgeberseite hat noch einiges vor sich, um über die Brücke zu gehen, die wir bauen wollen“, sagte ein Sprecher. Aus Sicht der Gewerkschaft müssen drei Dinge in Einklang gebracht werden: Die Forderung der Arbeitgeber nach einer Einmalzahlung, der Wunsch der Gewerkschaft nach tabellenwirksamen Komponenten und die Laufzeit eines Tarifvertrags. Eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen spielt die aktuelle Inflationsrate. Die IG BCE war ohne genau bezifferte Lohnforderung in die Tarifverhandlungen gegangen. Sie will einen Abschluss oberhalb der Teuerungsrate erreichen. 

In Hannover hatte am Montag die auf zwei Tage angesetzte erste Gesprächsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft auf Bundesebene begonnen. Überschattet werden die Verhandlungen vom Ukraine-Krieg, der alle wirtschaftlichen Prognosen über den Haufen geworfen hat. 

Keine rasche Einigung in Chemie-Tarifrunde in Sicht

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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