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Freitag, Februar 3, 2023

Inflation setzt den Deutschen Studien zufolge immer stärker zu

Expertenmeinungen

Berlin/Frankfurt, 25. Okt – Der anhaltende Inflationsschub macht den Deutschen mehr und mehr zu schaffen. Besonders ärmeren Haushalten setzen die immer höheren Preise zu, wie aus der am Dienstag veröffentlichten jährlichen Befragung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hervorgeht. „Rund 90 Prozent der Befragten treibt die Inflation um“, sagte DSGV-Präsident Helmut Schleweis bei der Vorstellung des Vermögensbarometers 2022. Rund zwei Drittel der Befragten verzichteten in ihrem Alltagsleben auf früher übliche Ausgaben. „Mehr als die Hälfte will sich weiter einschränken.“ Besonders Haushalte mit niedrigen Einkommen unter 1000 Euro seien betroffen. „Hier müssen bereits 83 Prozent auf Alltägliches verzichten.“

Nicht nur Geringverdiener machen sich laut der Umfrage Sorgen. „Der Druck kommt auch in der Mittelschicht an, die bisher vergleichsweise gut über die Runden gekommen ist und nicht von staatlichen Transferleistungen abhängig war“, führte Schleweis aus. Auch 58 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen von über 2500 Euro verzichteten bereits im Alltag. Die Verbraucherpreise waren im September angetrieben durch einen massiven Anstieg bei den Energiepreisen so stark gestiegen wie seit Anfang der 1950er Jahre nicht mehr. Die Inflationsrate kletterte auf 10,0 Prozent- nach europäischer Messung (HVPI) sogar auf 10,9 Prozent.

Schleweis zufolge muss die EZB deshalb massiv gegensteuern. „Ich halte in diesem Jahr zwei Zinsschritte mit 75 Basispunkten für angemessen“, sagte Schleweis. Die nächste Zinssitzung findet bereits diesen Donnerstag statt. Volkswirte gehen mehrheitlich davon aus, dass die Währungshüter dann die Schlüsselsätze wie im September um 0,75 Basispunkten anheben werden. Damit würde der Leitzins dann bei 2,00 Prozent liegen und der Einlagensatz, der aktuell maßgebliche Zins an den Finanzmärkten, bei 1,50 Prozent.

Wegen der Kaufkraftverluste infolge der Inflation legen die Deutschen bereits weniger Geld zur Seite. Die Sparquote der privaten Haushalte lag laut Statistischem Bundesamt im ersten Halbjahr bei 11,1 Prozent. Das entspricht in etwa dem vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie 2019 erreichten Niveau (11,0 Prozent). Die Quote liegt aber weit unter dem im ersten Halbjahr 2021 gemessenen Rekordwert von 18,2 Prozent.

DZ BANK – GELDVERMÖGEN SINKT

Die anhaltend hohe Inflation lässt auch das Geldvermögen der Deutschen in diesem Jahr einer Untersuchung der DZ Bank zufolge schrumpfen. Der Wertverlust auf das verzinsliche Geldvermögen betrage voraussichtlich 395 Milliarden Euro, wie das Bankhaus am Dienstag mitteilte. „Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind das über 4700 Euro pro Kopf“, heißt es darin. Studienautor Michael Stappel zufolge liegt das an der sehr hohen Teuerung. Diese sorge für einen negativen Durchschnitts-Realzins in Höhe von minus 6,9 Prozent – trotz der mittlerweile eingeleiteten Zinswende der EZB. Das sei ein neuer Negativrekord und liege um 4,4 Prozentpunkte tiefer als im vergangenen Jahr. 

Insgesamt beträgt das Geldvermögen der Haushalte den Angaben zufolge derzeit rund 7,7 Billionen Euro. Im ersten Halbjahr sei es durch Kursverluste bei Wertpapieren um 1,8 Prozent gesunken – und das, obwohl über 160 Milliarden Euro gespart und neu angelegt worden seien. Ähnliche Zahlen hatte zuletzt die Bundesbank vorgelegt. Mit Blick auf das kommende Jahr rechnet Stappel damit, dass das private Geldvermögen bei freundlicherer Stimmung an den Aktienmärkten wieder zulegen werde. 

Inflation setzt den Deutschen Studien zufolge immer stärker zu

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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