Hessische Sparkassen – Einzelinteressen Bremsklotz für Spitzeninstitut

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Düsseldorf, 08. Mrz (Reuters) – Die Sparkassen in Hessen und Thüringen geben ungeachtet von Widerständen die Hoffnung auf ein gemeinsames Spitzeninstitut im öffentlich-rechtlichen Lager nicht auf. Er werde „nicht müde, dafür zu werben, dass wir als Sparkassen-Finanzgruppe den Weg zu einem Zentralinstitut weiterverfolgen und sehr klar die Rahmenbedingungen dafür definieren“, sagte Stefan Reuß, der seit Januar amtierende geschäftsführende Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen, am Dienstag in Frankfurt.

„In unserer Organisation gibt es Partikularinteressen, die ihre eigene rationale Logik haben mögen, wenn man sich den vermeintlichen Luxus erlaubt, nicht das Ganze zu sehen, von dem man aber nun einmal ein Teil ist“, beklagte er. In der Summe führten diese Partikularinteressen „nicht wirklich zu überzeugenden Ergebnissen“. Mit dem Verkauf der Berliner Hyp an die LBBW sei eine Chance vertan worden. „Wir müssen diese Entscheidung akzeptieren“, sagte Reuß. Sein Verband wolle aber Treiber für ein Zentralinstitut bleiben.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis, trommelt seit Jahren für ein Spitzeninstitut im öffentlich-rechtlichen Finanzsektor, stößt damit aber auch in den eigenen Reihen auf Widerstand. Kern eines solchen Geldhauses könnte eine Verzahnung der sparkasseneigenen DekaBank mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sein.

Zuletzt hatten sich die ostdeutschen Sparkassen (OSV) zurückhaltend zu einem Spitzeninstitut geäußert – zunächst müssten Risiken im Landesbankensektor gesenkt werden. Die westfälischen Sparkassen forderten zwar ebenfalls eine Konsolidierung, zunächst müsse es aber eine stärkere Professionalisierung im öffentlich-rechtlichen Lager geben.

Die Sparkassen in Hessen und Thüringen konnten im vergangenen Jahr die Folgen der Corona-Krise hinter sich lassen. Das Betriebsergebnis nach Bewertung stieg nach einem Rückgang im Vorjahr 2021 um knapp 35 Prozent auf 975 Millionen Euro, das Eigenkapital sei zudem gestärkt werden. Für neue Unsicherheiten sorgen indes die Folgen des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine und die westlichen Sanktionen gegen Russland, sagte Reuß.

Auch wenn es angesichts der Bilder aus der Ukraine fast schon unangemessen erscheine: „Wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, welche Auswirkungen dieser Krieg und vor allen Dingen die Sanktionen gegen Russland für die deutsche Wirtschaft haben werden“, betonte er. „Momentan gehen wir noch davon aus, dass sich das Kreditgeschäft unserer Sparkassen dynamisch entwickeln wird.“ 

Hessische Sparkassen – Einzelinteressen Bremsklotz für Spitzeninstitut

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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