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Freitag, Dezember 9, 2022

Helaba dank gestiegener Gebühreneinnahmen mit Gewinnplus

Expertenmeinungen

Frankfurt, 04. Aug (Reuters) – Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat im ersten Halbjahr von sprudelnden Gebühreneinnahmen profitiert. Das Vorsteuerergebnis legte um 11,6 Prozent auf 327 Millionen Euro zu, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. „Das erste Halbjahr war maßgeblich geprägt durch die vielschichtigen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine“, erklärte Bankchef Thomas Groß. Vor diesem Hintergrund zeigte er sich mit dem Nettogewinn von 223 (Vorjahr: 201) Millionen Euro zufrieden und stellte für 2022 einen Vorsteuergewinn von mehr als einer halben Milliarde Euro in Aussicht.

Gewinntreiber waren im ersten Halbjahr die Provisionseinnahmen, die binnen Jahresfrist um rund 20 Prozent auf 269 Millionen Euro stiegen. Die Bank profitierte dabei vor allem von höheren Einnahmen aus Gebühren für die Kontoführung, den Zahlungsverkehr und für das Wertpapier- und Depotgeschäft.

RISIKOLAGE BEI DER HELABA ENTSPANNT

Zwar bildete die Helaba „angesichts größer werdender Unsicherheiten“ erneut Risikovorsorge, doch waren es mit 85 (141) Millionen Euro deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum. „Die Risikolage ist aktuell entspannt“, sagte Groß bei der Vorlage der Geschäftszahlen. „Wir sehen keine Kreditausfälle.“ Auf Russland bezogen hat die Helaba aktuell netto 1,3 Milliarden Euro im Feuer. Die Landesbank nutzt ihr Frühwarnkonzept aus der Pandemie, um kritische Kreditportfolien zu identifizieren. Aktuell schätzt die Bank den Wert ihres Portfolios, das von Lieferengpässen und von der Energiekrise betroffen ist, auf 13 Milliarden Euro.

Auswirkungen der schwachen Konjunktur beobachtet die Helaba in einem ihrer Kernbereiche: In der Immobilien- und Baufinanzierung hätten bereits mehrere Bauträger ihre Geschäfte wegen höherer Kosten und gestiegener Zinsen gebremst. Immobilien in Top-Lage entwickelten sich dennoch gut, erklärte Groß.

RECHTSSTREITIGKEITEN MIT SOCIETE GENERAL ÜBER CUM-EX BEENDET

Zu den Kosten eines Rechtsstreits mit der französischen Societe General über die Zuständigkeit für den Steuerschaden durch sogenannte Cum-Ex-Aktiengeschäfte wollte sich die Helaba nicht äußern. Sie hatte in einem Verfahren in der zweiten Instanz gegen Societe General verloren und musste den verursachten Steuerschaden selbst bezahlen. Auf eine Berufung beim Bundesgerichtshof verzichtete die Landesbank, wie der Bankchef bestätigte.

Traute sich Bankchef Groß noch im März angesichts des Ukraine-Krieges keine Prognose für den Jahresgewinn zu, gibt es jetzt mehr Gewissheit über die Entwicklungen bei der Bank. „Für das Gesamtjahr 2022 erwarten wir ein Vorsteuerergebnis von über 500 Millionen Euro – vorausgesetzt, dass es keine weiteren massiven Verwerfungen gibt, die kurzfristig zu einem Wirtschaftseinbruch führen“, sagte Groß. Im Vorjahr verdiente das Institut 569 Millionen Euro vor Steuern.

Helaba dank gestiegener Gebühreneinnahmen mit Gewinnplus

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

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