Habeck – Haben Energiepartnerschaft mit Katar vereinbart

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Dubai/Berlin, 20. Mrz (Reuters) – Deutschland hat nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck mit Katar eine Energiepartnerschaft vereinbart, um sich von russischen Öl- und Gaslieferungen zu lösen. Habeck traf dazu am Sonntag in Doha den Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani. Die Unternehmen, die mit ihm gereist seien, würden nun mit der katarischen Seite in Vertragsverhandlungen einsteigen, sagte Habeck seinem Ministerium zufolge nach dem Treffen. Habeck wurde von rund 20 Firmenvertretern vor allem aus dem Energiebereich begleitet. Das Staatsunternehmen QatarEnergy erklärte, die seit Jahren ergebnislos geführten Gespräche beider Seiten über Gaslieferungen sollten nun vorangetrieben werden.

Der Grünen-Politiker sagte der ARD, Deutschland habe sich mit Energieimporten abhängig gemacht von Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin. Nun müsse man mit schwierigen Partnern in einen politischen Austausch kommen und diesen fortsetzen. Kritiker werfen der absoluten Monarchie Katar vor, geringere Menschenrechtsstandards zu haben als westliche Staaten. „Man muss jetzt mit verschiedenen Partnern, die ihre Eigenheiten haben, versuchen in Gespräche zu kommen, um daraus auch eine Dynamik des Besseren zu entfalten“, sagte Habeck. Denn durch den Druck Europas und der internationalen Gemeinschaft habe es bereits Verbesserungen gegeben – wenn auch „weit davon entfernt, den deutschen Standards zu genügen“.

Der Grünen-Politker will auf seiner Reise in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten Möglichkeiten für den Bezug von Wasserstoff und verflüssigtem Erdgas (LNG) ausloten. „Ziel der Reise ist, mittelfristig eine Wasserstoff-Partnerschaft aufzubauen, das heißt es politisch zu flankieren“, hatte Habeck vor dem Abflug in Berlin gesagt. Er wolle Unternehmen dabei unterstützen, kurzfristig LNG-Fördermöglichkeiten zu prüfen. Die Unternehmen, die die Gasversorgung in Deutschland sicherstellten, sollten einen politischen Rahmen erhalten, um von russischem Gas unabhängig zu werden.

HABECK – DÜRFEN HUNGER NACH GAS NICHT WEITER VERMEHREN

Die Bundesregierung will wegen der russischen Invasion in der Ukraine die Gasversorgung in Deutschland auf eine breitere Basis stellen. Bisher deckte Deutschland rund 55 Prozent seines Gasbedarfs mit russischem Erdgas. In Norddeutschland sollen LNG-Terminals errichtet werden, damit Flüssiggastanker dort anlegen können. Dies dauert allerdings mehrere Jahre. 

Habeck bekräftigte, dass der Gasverbrauch in Deutschland reduziert werden müsse. „Wir sollten aufhören, den Hunger nach Gas noch zu vermehren“, sagte der Vizekanzler der ARD. So sollten in Häuser keine neuen Gasheizungen mehr eingebaut werden.“ Zudem sollte es die nötigen Gelder geben für Gebäudedämmung. Man könne die Gasversorgung sicherstellen, da die Speicherbetreiber per Gesetz gezwungen seien, die Speicherstände zum nächsten Winter hochzuhalten. Allerdings müssten die Firmen auch Gas kaufen können. „Deswegen werden wir noch vorübergehend russisches Gas brauchen“, räumte Habeck ein. „Wir können die strategischen Fehler – der letzten Jahrzehnte muss man ja sagen – nicht innerhalb von drei Wochen ungeschehen machen.“

Habeck – Haben Energiepartnerschaft mit Katar vereinbart

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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