Fernsehkonzern RTL senkt Ausblick – Umsatz auf Rekordhoch

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Berlin, 05. Aug (Reuters) – Der europäische Fernsehkonzern RTL hat wegen der Werbeflaute in Folge der Wirtschaftsabkühlung, hohen Inflation und des Ukraine-Kriegs seinen Ausblick gekappt. Es werde nun für das laufende Jahr mit einem bereinigten Betriebsergebnis (Ebita) von 1,05 bis 1,15 Milliarden Euro gerechnet, teilte die Bertelsmann-Tochter am Freitag mit, die an 64 Fernsehsendern, neun Streaming-Diensten und 36 Radiostationenbeteiligt ist. Die RTL-Aktie fiel im frühen Handel um mehr als drei Prozent.

Bisher hatte RTL für 2022 ein Ergebnis von 1,15 Milliarden Euro prognostiziert, was einer Stagnation zum Vorjahr entsprochen hätte. Beim Umsatz peilt RTL – auch dank positiver Wechselkurseffekte – eine Spanne zwischen 7,3 bis 7,5 Milliarden Euro an, statt der zunächst erwarteten 7,4 Milliarden Euro nach 6,6 Milliarden Euro in 2021. Jüngst hat der US-Technologieriese Facebook wegen schwächelnder Werbemärkte einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen.

Im ersten Halbjahr kletterte das bereinigte Betriebsergebnis um 3,7 Prozent auf 501 Millionen Euro. Der Umsatz legte vor allem dank reger Geschäfte von RTL Nederland sogar um 8,7 Prozent auf bisher nie erreichte knapp 3,3 Milliarden Euro zu. Firmenchef Thomas Rabe sagte mit Blick auf die Zahlen, RTL könne „auch in herausfordernden Zeiten starke Finanzergebnisse“ erzielen. Inzwischen investiert RTL ähnlich wie die US-Medienkonzerne Warner Bros und Walt Disney immer mehr Geld in den Ausbau der Streamingangebote RTL+ und Videoland in den Niederlanden, die mittlerweile auf 4,5 Millionen zahlende Abonnenten kommen. Bis Ende 2026 sollen es zehn Millionen sein und eine Milliarde Umsatz. Zum Vergleich: Streaming-Pionier Netflix zählt im Wirtschaftsraum Emea, zu dem neben Europa auch der Nahe Osten und Afrika gehören, aktuell knapp 73 Millionen Abonnenten. Laut Rabe wird es in Kürze mehr Details zu den künftigen Inhalten und Preisen für RTL+ geben.

BLICK AUF GEPLANTE FUSION IN FRANKREICH

RTL strebt zusammen mit dem französischen Mischkonzern Bouygues den Zusammenschluss der beiden französischen Fernsehsender-Töchter TF1 und M6 an. Allerdings könnte die Fusion am Widerstand des französischen Kartellamtsscheitern. Ein für Anfang September anberaumtes Treffen will Rabe nutzen, um die Wettbewerbshüter doch noch zu überzeugen, grünes Licht zu geben. „Wir werden an den Anhörungen teilnehmen und unsere sehr überzeugende Sicht für einen Zusammenschluss vortragen. Es gibt keinen Plan B, sondern einen Plan A, auf den wir uns konzentrieren.“ Er sei weiterhin der Meinung, eine Marktkonsolidierung sei im Wettbewerb mit den globalen Tech-Plattformen notwendig. Noch im Herbst rechnet Rabe mit einer Entscheidung der Aufsichtsbehörde.

Fernsehkonzern RTL senkt Ausblick – Umsatz auf Rekordhoch

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

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