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EZB-Modell geht von niedrigerem Zinsgipfel aus als der Finanzmarkt

Washington/Frankfurt, 13. Okt – Bei der EZB wird Insidern zufolge ein neues ökonomisches Modell diskutiert, das von einem niedrigeren Zins-Höchststand ausgeht als am Finanzmarkt derzeit erwartet wird. Diese Modellanalyse der EZB-Expertenstäbe könne als wichtiger Input in künftigen Diskussionen eine Rolle spielen, sagten vier Insider, die mit der Situation vertraut sind, der Nachrichtenagentur Reuters. Das neue Modell „Target-Consistent Terminal Rate“ gehe davon aus, dass die EZB ihren Einlagensatz lediglich bis auf 2,25 Prozent anheben müsse, um die Inflation wieder zur Notenbank-Zielmarke von zwei Prozent zu bringen. 

Die neue Modellberechnung liegt deutlich unter der Schätzung am Finanzmarkt für den Einlagenzins. Dort wird aktuell damit gerechnet, dass die EZB auf ihrem Zinserhöhungskurs den Satz bis auf knapp über drei Prozent anheben wird. Aktuell liegt der Einlagenzins nach zwei Zinserhöhungen der Währungshüter bei 0,75 Prozent. Das deutet darauf hin, dass Expertenstäbe der EZB den Inflationsdruck für moderater halten könnten als Anleger an den Börsen und sogar einige Zentralbanker. Das neue Modell sei kürzlich bei einer Tagung der Währungshüter in Zypern vorgestellt worden, hieß es. 

Den Insidern zufolge sei die Berechnung dabei unterschiedlich aufgenommen worden. Viele Währungshüter hätten einige der Grundannahmen kritisiert. Die Euro-Wächter hätten zwar darin übereingestimmt, den im Modell aufgeführten Zinssatz in ihren Erwägungen zu berücksichtigen. Aber sie hätten entschieden, ihn nicht als geldpolitische Prognose einzusetzen, oder ihn in der offiziellen Kommunikation zu verwenden. Der Haupteinwand sei gewesen, dass ökonomischen Modelle zuletzt eher schlecht funktioniert hätten, sagten die Insider. Daher bestünde wenig Vertrauen in einen Indikator, der so weit unter den aktuellen Schätzungen am Finanzmarkt liege. 

Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab. Der EZB war zuletzt vielfach vorgeworden worden, ihre Experten hätten den massiven Inflationsschub im Euro-Raum zu spät erkannt.

EZB-Modell geht von niedrigerem Zinsgipfel aus als der Finanzmarkt

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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