Europas Börsen stabilisiert – Bleiben angezählt

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Frankfurt, 01. Jul (Reuters) – Zum Auftakt des neuen Monats lässt der Verkaufsdruck an Europas Börsen nach. Dax und EuroStoxx stiegen am Freitag um jeweils etwa 0,2 Prozent auf 12.822 und 3458 Punkte.

Mit einem Minus von gut elf Prozent hatte der deutsche Leitindex den schwärzesten Juni seiner Geschichte verbucht. Für sein pan-europäisches Pendant war es mit ähnlich starken Verlusten der schwächste Juni seit zwölf Jahren. Der vergangene Monat sei zwar traditionell eher schwach, sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. „In diesem Jahr allerdings taumelt der Dax wie ein angeschlagener Boxer durch den Ring und dürfte zumindest bis zum Jahrestief bei 12.439 Punkten in den kommenden Stunden oder Tagen runtergezählt werden. Was danach kommt, ist ungewiss.“ 

GASPREIS ZIEHT WEITER AN – KUPFER ERNEUT AUF TALFAHRT

Wegen der Gaskrise werde eine Rezession immer wahrscheinlicher, warnte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. „Es gibt schlichtweg keine Mittel gegen einen Gaslieferstopp außer das Abschalten weiter Teile der deutschen Wirtschaft. Wir alle wissen, wie die Wirtschaftsdaten im Lockdown 2020 ausgesehen haben. Ein Lieferstopp könnte einen erneuten Shutdown erzwingen.“ Der europäische Erdgas-Future stieg um 1,2 Prozent auf ein Drei-Monats-Hoch von 149,75 Euro je Megawattstunde. 

Konjunkturpessimismus prägte die Stimmung an den übrigen Rohstoffmärkten. Der Kupferpreis fiel um 3,5 Prozent und lag mit 7970,50 Dollar je Tonne so niedrig wie zuletzt vor eineinhalb Jahren. Nicht einmal ermutigende Konjunkturdaten aus China hellten die Stimmung auf, schrieben die Analysten der ANZ Bank. „Dies deutet darauf hin, dass der dortige Aufschwung aus Sicht der Anleger einen möglichen Abschwung in den Industriestaaten nicht aufwiegen kann.“ Dies drückte den europäischen Index für die Bergbau-Branche.SXPP um bis zu 2,1 Prozent auf ein Sieben-Monats-Tief von 546,54 Punkten. 

MILLIARDEN-ABSCHREIBUNG SETZT SIEMENS ZU – CHIPWERTE TIEFER

Bei den Unternehmen stand Siemens im Rampenlicht. Der Mischkonzern muss Milliarden auf seine Energietechnik-Beteiligung Siemens Energy abschreiben, weil deren Kurs in den vergangenen Monaten eingebrochen ist. Damit werde theoretisch die Grundlage für einen beschleunigten Ausstieg von Siemens bei Siemens Energy geschaffen, kommentierte Simon Toennessen von der Investmentbank Jefferies. Siemens werde aber sicher erst die Komplettübernahme von Siemens Gamesa durch Siemens Energy abwarten. Die Aktien von Siemens fielen zunächst auf ein Zwei-Jahres-Tief von 95,01 Euro und stiegen anschließend um 0,2 Prozent auf 97,28 Euro. Siemens Energy drehten ebenfalls ins Plus und gewannen 1,4 Prozent. 

Unter Verkaufsdruck gerieten die Chipwerte, deren europäischer Branchenindex 1,1 Prozent nachgab. Zu den größten Verlierern zählte der deutsche Hersteller InfineonI, dessen Titel um bis zu fünf Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 21,94 Euro fielen. Börsianer verwiesen auf einen Medienbericht, wonach Unternehmen die Bestellungen beim weltgrößten Auftragsfertiger TSMC kürzen. Außerdem schüre der überraschend schwache Ausblick von Micron die Furcht vor einem Abschwung der Branchenkonjunktur. Der US-Konzern rechnet für das laufende Quartal mit einem Umsatz von 7,2 Milliarden Dollar, plus/minus 400 Millionen Dollar. 

Europas Börsen stabilisiert – Bleiben angezählt

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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