Elektro- und Metall-Industrie schwächelt – Verfehlt auch 2022 Vorkrisenniveau

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Berlin, 18. Feb (Reuters) – Die deutsche Metall- und Elektro-Industrie leidet immer noch unter der Corona-Krise und ist weit von alter Stärke entfernt. Im vergangenen Jahr produzierten die Betriebe nur 4,5 Prozent mehr als im Jahr davor und somit deutlich weniger als ursprünglich angenommen, wie der Branchenverband Gesamtmetall am Freitag mitteilte.

„Verschärfte Lieferengpässe und explosionshaft steigende Preise für Energie, Material und Vorleistungen bremsten die Erholung nach zwei Rezessionsjahren in Folge trotz guter Auftragslage immer stärker aus“, bilanzierte Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer. 2019 war die M+E-Produktion um 4,5 Prozent und 2020 um 14 Prozent geschrumpft.

Um dies auszugleichen, hätte es 2021 über 20 Prozent Wachstum geben müssen. So liegt die Produktion den Angaben zufolge aber noch immer um 14 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018. Gesamtmetall zeigte sich auch für dieses Jahr skeptisch. „Da zum Jahresstart weiterhin 77 Prozent der M+E-Firmen Produktionshemmnisse aufgrund von Materialmangel meldeten, wird das Vorkrisenniveau von 2018 auch 2022 verfehlt werden“, erklärte Kroemer.

„Die Kosten steigen schneller als die Erlöse, was die Erholung zusätzlich bremst und die finanziellen Möglichkeiten für Investitionen und Innovationen gerade in den massiv vom Strukturwandel betroffenen Zuliefererunternehmen weiter einschränkt.“

Die Erholung 2021 fiel demnach unterschiedlich aus: Während die Produktion im Fahrzeugbau um fünf Prozent fiel und 32 Prozent unter das Vorkrisenniveau 2018 sank, konnten die Elektroindustrie (plus zehn Prozent), die Hersteller von Metallerzeugnissen (plus acht Prozent) und der Maschinenbau (plus sieben Prozent) Teile des Einbruchs wettmachen. Die höheren Kosten bleiben ein Problem: Im Dezember mussten die Industriebetriebe in Deutschland laut Gesamtmetall für Erdgas 234 Prozent und für Strom 92 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr.

Elektro- und Metall-Industrie schwächelt – Verfehlt auch 2022 Vorkrisenniveau

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