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Freitag, Februar 3, 2023

Maßnahmen zum Energiesparen in die Praxis umsetzen

Expertenmeinungen

DBU fördert Start-ups aus Augsburg und Gundelfingen

Angesichts der aktuellen Energiekrise plädiert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) für eine schnelle Umsetzung von energiesparenden Maßnahmen in allen Bereichen der Gesellschaft. Zwei von der DBU geförderte Green Start-ups aus Bayern und Baden-Württemberg wollen mit vielversprechenden digitalen Geschäftsmodellen die Realisierung der Energie- und Mobilitätswende für private Haushalte sowie Unternehmen weltweit beschleunigen.  

„Im Kampf gegen die Klimakrise und zur Gewährleistung der Energieversorgung und -sicherheit brauchen wir einen gesamtgesellschaftlichen Paradigmenwechsel“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Insbesondere das Energiesparen und die Energieeffizienz sind nach seinen Worten entscheidend. Bonde: „Energie optimal nutzen – das muss in der Energiekrise Priorität haben.“  Einsparpotenziale gebe es reichlich. „Mit der Förderung von Green Start-ups wollen wir diese Potenziale heben und rasch in die Umsetzung bringen“, so Bonde.

Private Haushalte für Energie- und Mobilitätswende mobilisieren

Um private Haushalte und auch Unternehmen bei Entscheidungen für nachhaltige Energie-Investitionen zu unterstützen, arbeitet das Augsburger Start-up Reonic an einer innovativen Software. Diese soll durch multienergetische Simulationen und eine Wissensdatenbank dabei helfen, Kompetenzen im Bereich erneuerbare Technologien bei Energie- und Mobilitätsdienstleistern zu steigern. „Damit bieten wir eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Investitionen von Kundinnen und Kunden“, so Reonic-Mitgründer und Geschäftsführer Lars-Manuel Schneider.

Zudem könne die Software auf die Webseite zum Beispiel von Autohäusern oder Stadtwerken eingepflegt werden. So sei eine „digitale und wissenschaftlich korrekte“ Beratung über ökologische und wirtschaftliche Rentabilität von energetischen Systemen möglich, sagt Schneider. Mithilfe der DBU-Förderung arbeitet das Start-up nun an einer zusätzlichen Software für energieintensive Unternehmen.

„Mit künstlicher Intelligenz sollen dabei ökonomisch wie ökologisch sinnvolle und ganzheitliche Energie-Konzepte erstellt werden“, erläutert Schneider. Darüber hinaus ist für 2023 eine digitale Vernetzungsplattform geplant. Der Reonic-Geschäftsführer: „Privathaushalte sollen so von regionaler Expertise für Energie- und Mobilitätslösungen profitieren.“

Energieeffizienz-Check für Unternehmen weltweit

Das Green Start-up eeaser aus Gundelfingen in Baden-Württemberg will wiederum mit einem digitalen Tool die Umsetzung energiesparender Maßnahmen in der Industrie beschleunigen – insbesondere in Ländern, in denen die Energieeffizienz noch niedrig ist. Ein Grund für die Idee: Im industriellen Bereich fehlt es oft an geeigneten Informationen über Kosten und Nutzen, so eeaser-Gründer Martin Haagen. Dabei seien Fortschritte in diesem Sektor entscheidend, um weltweite Klimaziele zu erreichen.

„Wir bieten Unternehmen daher digitale und niedrigschwellige Energieeffizienz-Checks an“, sagt Haagen. „Nutzerinnen und Nutzer geben ihre Daten in unsere Web-App ein, der von uns entwickelte Algorithmus untersucht diese Angaben und leitet daraus wirtschaftliche Lösungen zur Energieoptimierung sowie das Einsparpotenzial ab.“ Da Unternehmen nach Haagens Worten durch die vorgeschlagenen Maßnahmen zugleich Kosten sparen, steige die Bereitschaft für die Umsetzung in der Praxis.

„Außerdem wird weder neue Messtechnik installiert, noch müssen die Firmen besucht werden“, sagt Haagen. Um Unternehmen für das Geschäftsmodell zu gewinnen, sollen Lizenzen an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren größerer Projekte vergeben werden. Aktuell decke die Software Energiesparmaßnahmen für Druckluftanlagen ab. Mit der DBU-Förderung soll diese um weitere Module wie Beleuchtung, Prozesswärme, Belüftung und Kühlung erweitert sowie die Datenerfassung optimiert werden. „Mit unserem schnellen und kosteneffizienten Ansatz befähigen wir Unternehmen Energie zu sparen – häufig mehr als 25 Prozent“, so Haagen.

Bild: Symbolfoto

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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