Aktienbörsen können von Ölpreis-Verfall nicht profitieren

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Frankfurt, 31. Mrz (Reuters) – Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag schwächer tendiert. Zwar schickten Spekulationen auf eine massive Freigabe strategischer Ölreserven durch die USA und anderer Staaten den Ölpreis auf Talfahrt. Wegen mangelnder Fortschritte bei den Gesprächen über eine Waffenruhe in der Ukraine und des weiterhin hohen Inflationsdrucks hielt sich die Erleichterung der Aktienanleger darüber aber in Grenzen. Dax und EuroStoxx50 gaben jeweils 1,3 Prozent auf 14.414,75 beziehungsweise 3905,72 Punkte nach. Der US-Standardwerteindex Dow Jones.DJI büßte 0,4 Prozent ein. 

Investoren könnten sich derzeit nur schwer zu Käufen durchringen, da auf der einen Seite die Kämpfe in der Ukraine weitergingen und gleichzeitig eine „Stagflation“ drohe, sagte Anlagestratege Peter McCallum von der Investmentbank Mizhuo. Ein Lichtblick sei aber dass ein Großteil der negativen Nachrichten schon in den Kursen enthalten seien. Unter Stagflation verstehen Experten eine stagnierende Wirtschaft bei gleich steigender Inflation. 

USA PLANEN REKORD-FREIGABE VON ÖLRESERVEN

Einem Insider zufolge will die Regierung um US-Präsident Joe Biden bis zu 180 Millionen Barrel auf den Markt werfen, um den aktuellen Angebotsengpass zu verringern und einen weiteren Preisanstieg zu verhindern. Außerdem wurde für Freitag ein außerordentliches Treffen der Internationalen Energieagentur IEA einberufen, bei dem andere Staaten sich den USA anschließen könnten. „Außergewöhnliche Zeiten verlangen nach außergewöhnlichen Maßnahmen“, sagte Analystin Susannah Streeter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown. „Die Freigabe von einer Million Barrel pro Tag für die kommenden sechs Monate deutet darauf hin, dass im Ukraine-Konflikt keine rasche Lösung erwartet wird.“ 

Der Preis für die Ölsorte BrentLCOc1 aus der Nordsee fiel um 4,6 Prozent auf 108,21 Dollar je Barrel (159 Liter). Börsianer warnten aber, dass dieser Rückgang nur vorübergehend sei. „Der Durchschnittspreis wird höher bleiben als zu Jahresbeginn erwartet und sich in der Inflation widerspiegeln“, sagte Charles-Henry Monchau, Chef-Anleger der Syz Bank. „Das bedeutet, dass die Notenbanken keine andere Wahl haben werden, als die Zinsen anzuheben.“ Die Fed aus den USA und die Bank von England haben damit schon begonnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) ziert sich noch.

Nervös machte Börsianer die Ankündigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Gas-Lieferungen seines Landes müssten ab Freitag in Rubel bezahlt werden. Die westlichen Abnehmer lehnen diese Umstellung ab. Vor diesem Hintergrund stieg der europäische Erdgas-Future um fast fünf Prozent auf 122 Euro je Megawattstunde. 

ZUKÄUFE VON FRESENIUS KOMMEN GUT AN – CHINA-WERTE IM MINUS

Am deutschen Aktienmarkt stand Fresenius im Fokus. Der Gesundheitskonzern stärkt seine Medikamenten-Sparte Kabi mit zwei Zukäufen im Volumen von mehr als 700 Millionen Euro. Fresenius-Titel stiegen um zwei Prozent. 

Abwärts ging es dagegen für die US-Papiere chinesischer Firmen. So fielen die Aktien des Suchmaschinen-Betreibers Baidu und seiner Beteiligung iQIYIIQ.O, eines Streaming-Anbieters, um sieben beziehungsweise acht Prozent. Wegen eines Streits um den Zugang zu Unterlagen chinesischer Wirtschaftsprüfer setzte die US-Börsenaufsicht SEC Baidu den Angaben zufolge auf eine Liste von Firmen, denen ein Ausschluss von der US-Börse droht.

Aktienbörsen können von Ölpreis-Verfall nicht profitieren

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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