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Donnerstag, Februar 2, 2023

Weniger Gründungen von größeren Firmen – Frauen unterrepräsentiert

Expertenmeinungen

Berlin, 14. Nov (Reuters) – Auch wegen wirtschaftlicher Unsicherheit durch die Folgen der Corona-Krise und des Ukraine-Kriegs werden in Deutschland weniger große Unternehmen gegründet. Von Januar bis September wurden gut 89.200 neue Betriebe registriert, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Dies waren 7,3 Prozent weniger Betriebe als im stark von der Corona-Krise geprägten Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem Vorkrisenniveau (erstes bis drittes Quartal 2019) gab es einen Rückgang um 5,3 Prozent. 

Frauen sind zudem bei Gründungen strukturell seit Jahren unterrepräsentiert, wie aus einer Studie der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Im langjährigen Durchschnitt entfallen 39 Prozent der Existenzgründungen insgesamt auf Frauen und nur 19 Prozent bei innovativen, wachstumsorientierten Start-ups. Zentrale Hürden für die Gründungstätigkeit von Frauen seien kulturell und gesellschaftlich bedingt, aber auch die Finanzierung spiele eine wichtige Rolle. Vor allem der Zugang zu Wagniskapital (Venture Capital) ist für Frauen deutlich schwieriger als für Männer. Frauen geführte innovative, wachstumsorientierte Start-ups erhielten im Schnitt seltener Venture Capital (VC) – und wenn, dann niedrigere Summen.

Mit 83 Prozent entfällt die überwiegende Mehrheit der VC-Deals in Deutschland laut Studie auf rein männlich besetzte Gründungsteams, elf Prozent auf gemischte Teams und nur fünf Prozent auf rein weibliche Gründerinnenteams. „An dieser Verteilung hat sich in den letzten fünf Jahren nahezu nichts verändert.“ In diesem männlich dominierten Bereich erschwerten Vorurteile und gewachsene Netzwerke VC-Finanzierungen für Gründerinnen deutlich. „Im deutschen VC-Markt besteht ein ausgeprägtes Gender Funding Gap“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Der Blick auf die vergangenen zehn Jahre zeige, dass Gründerinnen (61 Prozent) seltener Finanzmittel einsetzten als Gründer (68 Prozent). Wurde Kapital genutzt, dann von Frauen im Schnitt mit gut 13.000 Euro nur halb so viel wie von Männern. Das habe auch strukturelle Gründe, erklärte die KfW: „Frauen gründen häufiger im Nebenerwerb, seltener im Gründungsteam oder mit Mitarbeitern, häufiger im Dienstleistungsbereich und seltener mit Wachstumswunsch.“

Weniger Gründungen von größeren Firmen – Frauen unterrepräsentiert

Quelle: Reuters

Titelfoto: Bild von Dylan Leagh auf Pixabay

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