Verhafteter russischer Wissenschaftler gestorben

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London, 03. Jul (Reuters) – Der vor wenigen Tagen wegen des Verdachts auf Landesverrat verhaftete russische Wissenschaftler Dmitri Kolker ist seinem Anwalt zufolge gestorben. „Er ist gestern gestorben“, sagte sein Anwalt Alexander Fedulow am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. „Morgen werden wir Beschwerde wegen seiner Inhaftierung einlegen.“ Kolker war in Sibirien verhaftet und nach Moskau geflogen worden, obwohl er seinem Anwalt zufolge an fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs litt.

Kolkers Familie erklärte vor einigen Tagen, der Doktor der Physik und Mathematik sei aus einem Krankenhaus in der sibirischen Stadt Nowosibirsk abgeholt worden, wo er über eine Sonde ernährt worden sei. Mitarbeiter des Geheimdienstes FSB hätten ihn auf einen Flug nach Moskau gebracht. Der Familie zufolge sei Kolker beschuldigt worden, mit Sicherheitsdiensten in China zusammenzuarbeiten, wo er zuvor wissenschaftliche Vorträge gehalten hatte. Familienmitglieder beteuerten seine Unschuld.

Am Samstag meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass, dass ein zweiter Wissenschaftler in Nowosibirsk wegen des Verdachts auf Landesverrat festgenommen worden sei. Es ist nicht klar, ob die beiden Fälle miteinander in Verbindung stehen. In den vergangenen Jahren wurde eine Reihe russischer Wissenschaftler verhaftet und des Verrats angeklagt, weil sie angeblich sensibles Material an Ausländer weitergegeben haben sollen. Kritiker des Kremls sagen, die Verhaftungen seien oft unbegründet und auf Paranoia der russischen Führung zurückzuführen. Landesverrat wird in Russland mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestraft.

Verhafteter russischer Wissenschaftler gestorben

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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