US-Börsen schwächeln – Zinshammer hallt nach

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Frankfurt, 22. Sep – Die Stimmung an der Wall Street bleibt einen Tag nach der Zinskeule der US-Notenbank gedämpft. Der Dow-Jones-Index verlor am Donnerstag 0,3 Prozent auf 30.095 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,8 Prozent auf 3760 Punkte nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,5 Prozent auf 11.054 Zähler.

Die Fed hatte die amerikanischen Leitzinsen wie erwartet das dritte Mal in Folge um 75 Basispunkte angehoben und weitere Erhöhungen bis zum Jahresende signalisiert. „In Zukunft wird der Markt überempfindlich auf jede Art von Fed-Kommentaren und Daten reagieren“, sagte Investment-Experte Brian Klimke von Cetera Financial. Die kommende Zeit könne also stürmisch werden, doch es gebe auch Anlass zu vorsichtigem Optimismus. „Die Bewertungen sind viel besser als zu Beginn des Jahres, die Gewinnschätzungen wurden gesenkt, was es leichter macht, sie zu übertreffen.“

BRITISCHE NOTENBANK ENTTÄUSCHT ANLEGER 

Die britische Notenbank hob den Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 2,25 Prozent an. Zahlreiche Börsianer hatten wegen der anhaltend hohen Inflation mit einem Schritt von 0,75 Prozentpunkten gerechnet. Die britische Devise ging zunächst in die Knie, erholte sich anschließend aber und stand bei 1,1262 Dollar.

Da immer mehr Mitglieder des Führungsgremiums für kräftigere Zinsschritte plädierten, bleibe unklar, ob sich die BoE im November zu einer deutlicheren Anhebung durchringen könne, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Mehrheitlich erwarten Investoren einen erneuten Anstieg um einen halben Prozentpunkt. „Vorerst hat sich die Kluft zwischen den Zinssätzen in den USA und Großbritannien in dieser Woche jedoch vergrößert, was bedeutet, dass dem Pfund weiterhin die Parität zum Dollar droht“, sagte Devisenexperte Samuel Fuller vom Broker Financial Markets Online.

Die Bank von Japan (BoJ) wich dagegen nicht von ihrer Niedrigzinspolitik ab. Um die Talfahrt der Landeswährung zu stoppen, intervenierte sie allerdings der japanischen Regierung zufolge erstmals seit 1998 wieder am Devisenmarkt. Daraufhin fiel der Dollar auf 142,08 Yen, nachdem er zuvor auf ein 24-Jahres-Hoch von 145,89 Yen gestiegen war.

KURSRAKETE BEI THERAPIEFIRMA SPERO – RÜCKRUF BEI TESLA

Am US-Aktienmarkt gerieten wachstumsabhängige Tech-Konzerne unter Druck. „Der kurzfristige Katalysator (für den Markt) werden die Gewinne des dritten Quartals sein. Wenn die Gewinne nicht so schlecht ausfallen wie derzeit erwartet, könnte dies eine erste Unterstützung für den Markt sein“, sagte Sam Stovall, Chief Investment Stratege bei CFRA Research.

Bei Tesla verdarb ein Fahrzeugrückruf die Laune der Anleger. Die Aktien des E-Auto-Herstellers fielen um mehr als drei Prozent. Rund 1,1 Millionen Teslas müssen in den USA in die Werkstatt wegen möglicher Probleme im Zusammenhang mit den automatischen Fenstersystemen.

Salesforce punktete hingegen mit seinen Mittelfrist-Zielen. Die Aktien des Softwarehauses stiegen um 2,8 Prozent. Der SAP-Rivale will seine Erlöse bis 2026 auf 50 Milliarden Dollar fast verdoppeln.

Der Einstieg des britischen Pharmariesen GSK hievte Spero Therapeutics in schwindelerregende Kurshöhen. Die Aktien des US-Arzneimittelentwicklers verteuerten sich um 287 Prozent auf 3,18 Dollar. GSK beteiligt sich im Rahmen einer Lizenzvereinbarung für sein experimentelles Antibiotikum für komplizierte Harnwegsinfektionen an Spero. Dabei werden eine Vorauszahlung in Höhe von 66 Millionen US-Dollar für das orale Antibiotikum geleistet und außerdem für neun Millionen Dollar Aktien erworben.

US-Börsen schwächeln – Zinshammer hallt nach

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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