Ukraine-Krise hält europäische Anleger in Atem

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Frankfurt, 21. Feb (Reuters) – Die Ukraine-Krise taucht europäische Anleger erneut in ein Wechselbad der Gefühle. Dax und EuroStoxx50 gaben am Montag ihre anfänglichen Gewinne ab. Am Vormittag notierten der deutsche Leitindex und sein pan-europäisches Pendant jeweils knapp im Minus bei 15.038 beziehungsweise 4057 Punkten. Der Moskauer Leitindex RTS rutschte um drei Prozent ab, nachdem er zunächst 2,5 Prozent zugelegt hatte.

Auf der einen Seite schürte der geplante Gipfel von US-Präsident Joe Biden und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konflikts. Auf der anderen Seite machte die anhaltende russische Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine Investoren nervös. „Die Lage bleibt hochgefährlich“, warnte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG.

„Eine militärische Intervention Moskaus hätte fatale Folgen für die russische Wirtschaft. Zum einen würden Sanktionen Russland hart treffen und zum anderen wäre Moskau vorerst von den Finanzmärkten abgeschnitten.“ Insidern zufolge haben die USA entsprechende Schritte bereits vorbereitet.

ÖL-ANLEGER AUF RICHTUNGSSUCHE – US-DOLLAR WENIGER GEFRAGT

Vor diesem Hintergrund ging auch der Ölpreis auf eine Berg- und Talfahrt. Die Sorte Brent aus der Nordsee notierte zuletzt 0,5 Prozent im Plus bei 94,02 Dollar je Barrel (159 Liter). „Wenn es zu einer russischen Invasion in die Ukraine kommt, könnte Brent die Marke von 100 Dollar überspringen, selbst wenn ein Iran-Deal abgeschlossen wird“, warnte Analyst Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia.

In den vergangenen Tagen hatten Spekulationen auf eine Lockerung der US-Sanktionen gegen Iran und die Rückkehr iranischen Rohöls auf den Weltmarkt die Ölpreis-Rally gebremst. Russland ist ein wichtiger Exporteur dieses Energieträgers.

Am Devisenmarkt blieben zunächst die Optimisten in der Überzahl. Investoren seien erleichtert, dass Russland über das Wochenende nicht in die Ukraine einmarschiert sei und blickten hoffnungsvoll auf den Biden/Putin-Gipfel, sagte Analyst Lee Hardman von der Bank Mitsubishi UFJ. Dadurch büßte die Weltleitwährung als „sicherer Hafen“ an Attraktivität ein.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gab 0,3 Prozent nach. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro auf 1,1359 Dollar. Bei Kryptowährungen griffen Investoren ebenfalls wieder zu. Bitcoin und Ethereum gewannen an der Börse Bitstamp 1,3 Prozent auf 38.881 Dollar beziehungsweise 3,5 Prozent auf 2713 Dollar.

LICHT UND SCHATTEN BEI ZAHLEN VON SAF-HOLLAND

Am deutschen Aktienmarkt rückte SAF-Holland ins Rampenlicht, nachdem der Lkw-Zulieferer einen Gewinnzuwachs bekannt gegeben hatte. Die überraschend starke Gewinnmarge gebe SAF Auftrieb, sagte ein Börsianer. Ein Wermutstropfen sei allerdings die Warnung vor hohen Kosten vor allem im ersten Quartal. SAF-Titel gaben daher ihre anfänglichen Gewinne von mehr als drei Prozent fast vollständig ab und notierten zuletzt nur noch 0,4 Prozent im Plus.

Gleichzeitig setzte ein gut fünfprozentiger Kursrutsch der Beteiligung Tencent in Hongkong Prosus zu. Die Papiere des Technologie-Investors fielen in Amsterdam um bis zu 4,5 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 61,64 Euro. Auslöser des Ausverkaufs waren neue Auflagen für chinesische Firmen, um die dortige Konjunktur anzukurbeln. Der dortige Technologiesektor steht seit Monaten unter erhöhtem Regulierungsdruck.

Ukraine-Krise hält europäische Anleger in Atem

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Titelfoto: Symbolfoto

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