Spekulationen auf Zinserhöhung belasten Wall Street

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Frankfurt, 06. Aug (Reuters) – Die Aussicht auf weitere XXL-Zinsschritte der Notenbank Fed setzt den US-Börsen zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss am Freitag nahezu unverändert mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent bei 32.803,47 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,5 Prozent auf 12.657,56 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,2 Prozent auf 4.145,19 Punkte ein. 

US-Unternehmen schufen im Juli außerhalb der Landwirtschaft 528.000 neue Stellen, gut doppelt so viel wie erwartet. Außerdem stiegen die Stundenlöhne mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent überraschend stark. „Das sind Hammer-Zahlen“, sagte Dean Smith, Chef-Anlagestratege des Fondsanbieters FolioBeyond. „Die Leute wollten unbedingt Entwarnung bei der Inflation geben, aber so weit sind wir noch nicht.“ Die Teuerung nehme sogar noch zu. Er rechne daher fest für September mit einer dritten Zinserhöhung der Fed um 0,75 Prozentpunkte in Folge. 

Vor diesem Hintergrund warfen Investoren US-Staatsanleihen aus den Depots und trieben die Rendite der zehnjährigen Bonds auf 2,875 Prozent. Diesem Trend konnten sich die deutschen Pendants nicht entziehen und rentierten ebenfalls höher bei 1,7 Prozent. Dem Dollar verliehen die US-Daten Zusatzschub. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,8 Prozent auf 106,53 Zähler. 

LYFT UND DOORDASH ÜBERZEUGEN MIT ZAHLEN

Am US-Aktienmarkt zählte Lyft mit einem Kursplus von 16,6 Prozent zu den Favoriten. Der Fahrdienst-Vermittler schrieb im abgelaufenen Quartal einen bereinigten operativen Gewinn von 79,1 Millionen Dollar und übertraf damit die Markterwartungen um etwa das Vierfache. Außerdem stellte der Uber-Rivale für 2024 ein Betriebsergebnis von einer Milliarde Dollar in Aussicht. Außerdem habe sich die Befürchtung eines Marktanteil-Verlustes für Lyft nicht bewahrheitet, schrieb Analyst Jake Fuller vom Brokerhaus BTIG. 

AMC UND CINEMARK ENTTÄUSCHEN – AKTIEN AUF TALFAHRT

Abwärts ging es zunächst für die Papiere von AMC. Sie büßten zeitweise fast zwölf Prozent ein. Die Kinokette machte einen überraschend hohen Verlust von 0,24 Dollar je Aktie. Der Umsatz stieg allerdings stärker als gedacht auf 1,16 Milliarden Dollar. Parallel dazu will AMC seinen Eignern eine Sonderdividende in Form von Vorzugsaktien im Verhältnis von eins zu eins zahlen. Im Windschatten der Rally bei anderen so genannten „Meme“-Aktien drehten AMC-Titel aber ins Plus und gewannen 18,9 Prozent.

Unter „Meme“-Werten verstehen Börsianer Firmen, bei denen sich Kleinanleger in einschlägigen Internet-Foren gegenseitig zum Kauf ermuntern. Besonders beliebt ist bei dieser Gruppe unter anderem Beyond Meat, ein Anbieter von Fleischersatz-Produkten. Dessen Aktien stieg um 21,9 Prozent. 

Die Titel des AMC-Rivalen Cinemark verloren 13,4 Prozent. Das Unternehmen rutschte trotz eines überraschend deutlichen Umsatzanstiegs auf 744,1 Millionen Dollar in die roten Zahlen. Das Minus belief sich auf 0,61 Dollar je Aktie. 

Spekulationen auf Zinserhöhung belasten Wall Street

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