Russische Rakete bringt iranischen Satelliten ins All

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Moskau, 09. Aug (Reuters) – Mitten in Zeiten der politischen Annäherung zwischen Russland und dem Iran weiten die beiden von westlichen Sanktionen betroffenen Länder ihre Kooperation auch in der Raumfahrt aus. Am Dienstag brachte eine russische Sojus-Rakete den iranischen Satelliten „Chayyam“ ins All, wie die russische Raumfahrtagentur Roskosmos mitteilte. Die Rakete hob demnach vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab und transportierte den Satelliten in seine Umlaufbahn. Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, erste Daten des Satelliten seien bereits empfangen worden. Nach iranischen Angaben handelt es sich bei „Chayyam“ um einen Forschungssatelliten, der unter anderem Erkenntnisse zu Strahlung und Umweltdaten für die Landwirtschaft liefern soll.

Die Regierung in Teheran hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass Russland den Satelliten für Aufklärungszwecke im Krieg mit der Ukraine nutzen könne. Der Iran habe vielmehr vom ersten Tag an die volle Kontrolle über den Satelliten. Die „Washington Post“ hatte vergangene Woche über Befürchtungen in Kreisen der US-Regierung berichtet, dass der Satellit nicht nur Russland in der Ukraine helfen könnte. Vielmehr könnte er auch dem Iran beispiellose Möglichkeiten zur Identifizierung potenzieller Militärziele unter anderem in Israel geben. In Washington wird die Weltraum-Kooperation zwischen Russland und dem Iran insgesamt skeptisch gesehen.

Der Satelliten-Start folgt drei Wochen auf den Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin im Iran. Die Visite war Putins erste Auslandsreise außerhalb ehemaliger Sowjet-Staaten seit der russischen Invasion der Ukraine am 24. Februar. Der Iran zeigte bei Putins Besuch Verständnis für das russische Vorgehen in der Ukraine. Putin vereinbarte mit dem weltlichen und geistlichen Oberhaupt der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, eine langfristige Zusammenarbeit. Chamenei erklärte, Russland und der Iran müssten wachsam gegenüber „Täuschungen des Westens“ sein. 

Wegen des Einmarschs in der Ukraine haben die USA, die EU und Großbritannien Sanktionen gegen Russland verhängt. Die EU bemüht sich derzeit um eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit der Führung in Teheran, das das iranische Nuklearprogramm begrenzen und im Gegenzug westliche Sanktionen aufheben soll. Traditionell haben die USA und Russland auch in Zeiten politischer Spannungen ihre Raumfahrt-Kooperation aufrechterhalten. Die russische Weltraumagentur Roskosmos hatte zwar unlängst erklärt, die Zusammenarbeit mit der Nasa gekündigt zu haben und sich nach 2024 aus der Internationalen Weltraumstation (ISS) zurückziehen zu wollen. Nach Angaben der Nasa soll die Kooperation aber doch bis mindestens 2028 weitergehen.

Russische Rakete bringt iranischen Satelliten ins All

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Titelfoto: Symbolfoto

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