Rezessionsangst packt US-Börsen – Dow im Bärenmarkt-Terrain

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Frankfurt, 23. Sep – Die Talfahrt an den US-Börsen hat sich am Freitag beschleunigt. Von Rezessionsängsten geplagte Investoren zogen bei riskanten Anlagen die Reißleine und schickten die Kurse an den Aktienmärkten auf die niedrigsten Stände seit knapp zwei Jahren. Der ÖlpreisOILOIL rauschte auf ein Acht-Monats-Tief, während die Weltleitwährung Dollar.DXY ein 22-Jahres-Hoch erklomm.

Der Dow-Jones-Index.DJI der Standardwerte fiel um 2,4 Prozent auf 29.356 Punkte – damit lag er mehr als 20 Prozent unter seinem Rekordstand von Anfang Januar. Für charttechnisch orientierte Anleger ist das ein schlechtes Omen und markiert bei einem entsprechenden Schlussstand den Eintritt in einen sogenannten Bärenmarkt, in dem Pessimisten das Ruder übernehmen. Der breiter gefasste S&P 500.SPXhatte diesen Punkt bereits im Juni erreicht und verlor 2,5 Prozent auf 3662 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq.IXIC sackte ebenso stark auf 10.835 Zähler ab.

„Die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession im Jahr 2023 steigt angesichts der restriktiven Fed“, schrieben die Analysten der Citigroup. Die US-Notenbank hatte die Zinsen am Mittwoch um allgemein erwartete 75 Basispunkte erhöht und einen längeren Weg im Kampf gegen die Inflation signalisiert. „Obwohl allgemein bekannt ist, dass die Gewinnschätzungen angesichts eines solchen Rezessionsrisikos zu hoch sind, ist es unwahrscheinlich, dass der Markt durch sinkende Gewinne hindurchsehen kann.“ Auch der Krieg in der Ukraine zehrt an den Nerven der Investoren. 

KING DOLLAR SCHNÜRT ROHSTOFFPREISEN DIE LUFT AB

Am Devisenmarkt ging es für den EuroEUR= weiter abwärts. Die Gemeinschaftswährung markierte mit 0,9726 Dollar ein 22-Jahres-Tief. „Offensichtlich glaubt die Mehrheit auf dem Parkett nicht, dass die Europäische Zentralbank mit dem hohen Straffungstempo der US-Notenbank Fed Schritt halten kann“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Der Dollar-Index.DXY, der die Währung zu anderen wichtigen Devisen misst, kletterte um 1,5 Prozent auf 122,86 Punkte und stand so hoch wie seit Mai 2002 nicht mehr. 

Im Zuge dessen fiel der GoldpreisXAU= mit 1640,20 Dollar je Feinunze auf den tiefsten Stand seit April 2020. Öl der Nordseesorte BrentLCoc1verbilligte sich um rund fünf Prozent auf 85,88 Dollar je Fass. Ein hoher Dollar-Kurs macht die in der US-Devise notierten Rohstoffe für Käufer aus anderen Währungsräumen teurer. Am Aktienmarkt verloren die Papiere der Öl-Produzenten Laredo PetroleumLPI.N, APAAPA.O, Marathon OilMRO.N, Occidental Petroleum OXY.N und Devon EnergyDVN.N zwischen sieben und zwölf Prozent. Die der US-Ölkonzerne Exxon MobilXOM.N und ChevronCVX.N verloren bis zu sechs Prozent.

KREUZFAHRT-ANBIETER WEGEN HURRIKAN UNTER DRUCK

Technologie- und Wachstumsaktien zählten ebenfalls zu den Verlierern. AlphabetGOOGL.O, AppleAAPL.O, Amazon.comAMZN.O und MicrosoftMSFT.O gaben bis zu 2,8 Prozent ab. Ebenfalls unter die Räder gerieten die Aktien der Autobauer. Tesla Inc TSLA.O, General Motors GM.N und FordF.N büßten bis zu 5,9 Prozent ein. Aktien des Großhändlers CostcoCOST.O fielen um mehr als drei Prozent, nachdem die Gewinn-Margen im vierten Quartal geschrumpft waren.

Der durch beliebte Urlaubsregionen der Karibik fegende Hurrikan Fiona setzte die Aktien von US-Kreuzfahrt-Anbietern unter Druck. Die Papiere von Norwegian Cruise Line NCLH.N verloren rund sieben Prozent, CarnivalCCL.N 7,5 und Royal CaribbeanRCL.N rund sechs Prozent. Medienberichten zufolge hat NCL wegen des Sturms eine nach Bermuda geplante Kreuzfahrt nach Kanada umgeleitet. Auch Routen der anderen Anbieter seien betroffen.

Rezessionsangst packt US-Börsen – Dow im Bärenmarkt-Terrain

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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